Goldentime

Artemis Aus der guten alten Zeit: Projekt 2015

Dieses Thema im Forum "Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin" wurde erstellt von Elskhuga, 4. Mai 2020.

  1. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Vorwort

    Heutzutage telefoniert man nicht mehr, man schreibt Mails.

    "... Keine Ahnung, wie lange das alles noch dauert. Irgendwann kommen auch wieder bessere Zeiten, und da freue ich mich drauf.

    Wünsche einen angenehmen Maifeiertag verbracht zu haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich an Walpurgis abends mit einem Bier in der Hand in der Terrassentür stehe, dem Regen zusehe und mich darüber freue, dass es regnet. So schöne Luft... vor fünf Jahren kam ich manchmal morgens aus Berlin nach Hause, da wurde es schon hell. Da hab ich mich auch öfter mal mit einem Bierchen in die kühle Morgenluft begeben..."

    Als ich dann endlich genug in meiner Terrassentür gestanden und dem Regen zugesehen hatte, kam ich auf die Idee, der guten alten Zeiten wegen in meinem Archiv zu blättern. Was ich dabei fand, könnt ihr gern nachlesen: Aus der guten alten Zeit: Walpurgisnacht.

    Heutzutage telefoniert man nicht mehr, man schreibt Mails.

    "... Das Lesen alter Berichte kann mich nicht wirklich ergötzen. ..."

    Mag sein, Meister. Mich schon. Ich blätterte also weiter in meinem Archiv und hatte nach der zweiten Potsdamer Stange eine Idee...

    Projekt 2015.

    Nein, keine Sorge. Ich breite hier nicht meine komplette Clubvita aus 2015 hier aus - aber der 2015er Mai war ein richtig guter Monat für mich in der Fickfabrik am Berliner Westkreuz. Daran möchte ich Euch mit fünf Jahren Abstand teilhaben lassen. Nach meiner Erinnerung sollten alle meine Texte, die diesen Thread in den nächsten Wochen füllen werden, noch nicht im Internetz zu finden sein, ganz und vor allem nicht in jenem Board, dass ich einmal als Heimat meiner Berichte empfunden habe. Sollte dem nicht so sein, dann seht es mir bitte nach. Ich werde die Texte weitestgehend so belassen, wie ich sie seinerzeit geschrieben habe - sie sind mal kürzer, mal länger, aber sie schildern meine Tage und Nächte im Club immer so, wie ich mich damals, mit wenigen Stunden oder ein paar Tagen Abstand, erinnert habe.

    Erinnert Euch mit mir an Jackie und Katharina, an die Panoramasauna, Muslime in Badehosen und Russen mit Offiziersmützen. Erinnert Euch an Viola, Claudia, Fatima und einige andere mehr.

    Erinnert Euch mit mir an die gute alte Zeit. Erinnert Euch an Dienstag, den 05. Mai 2015...
     
  2. schneehase

    schneehase Volkstribun

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    da freuen wir uns schon drauf!

    Danke vorab
    Schneehase
    der leider nicht so eine prosaische Ader in sich hat
     
    verweser gefällt das.
  3. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Dienstag, 05. Mai 2015
    Streik

    Ich gondel mit dem Zug nach Berlin. Das ist üblicherweise nichts weiter Besonderes, heute aber schon, denn heute ist Streik. Lokführerstreik. Ein paar Züge fahren aber dennoch... dass die sich dann auch noch Verspätung aufsammeln...
    "Verspätung ist halt das Kerngeschäft der Bahn..."
    "... und das können die richtig, richtig gut."

    O-Ton aus dem Zug.

    *** *** *** *** ***

    Es wird halb acht, früher schaffe ich es heute nicht ins Gelobte Land.

    Jackie mal wieder an der Rezi, Katharina hilft wohl zwischendurch aus. Wir nicken uns kurz zu...
    "Kommst Du wieder?"
    "Öhm... Entschuldigung?"
    "Warst Du heute schon mal hier?"

    Ach so... Nein. Ist aber schon krass... ich bin kaum noch in der Fickfabrik am Westkreuz unterwegs, und trotzdem als Frühschichtgast bekannt. Heute allerdings bin ich ganz gegen eine Gewohnheit Spätschichtgast. Also muss ich warten.

    Jackie fertigt irgendwelche Touristen ab, dann einen weiteren Gast, der sich vorgedrängelt hat... Endlich bekomm ich mein Bändchen.
    "Jackie...?"
    "Was?"
    "Ich trau mich gar nicht zu fragen..."

    Katharina kommt von rechts, hält mir Bademantel und Schlüssel hin.
    "Musst nicht fragen, hab ich schon erledigt."

    Nochmal krass. Ich bekomm den zweitbesten Spind, und das abends halb acht und ohne Stammgast zu sein. Das lässt mehrere Schlüsse zu. Es ist erstens nichts los heute Abend und zweitens glänzt die Selbsthilfegruppe bekennender und bekannter Stammgäste heute durch Abwesenheit.
    "Danke!"

    Jackie brubbelt noch irgendwas, ich verstehe es nicht, egal. Auf geht‘s.

    *** *** *** *** ***

    Minuten später , schon im Kampfanzug, räum ich das Wertfach ein...
    "Hasicznego!"

    Wieso fängt mich die Frau immer als erste ab? Hat der irgendjemand gesteckt, dass ich gerade eingecheckt hab?

    Ich begrüß Claudia freundlich, freue mich tatsächlich, sie zu sehen. Freundlich plappernd gehen wir Seite an Seite zum Blauen Salon. Auch Claudia hat verinnerlicht, dass ich üblicherweise Frühschichtgast bin.
    "Du kommst sonst immer um elf!"
    "Heute nicht."

    Denn ich bin heute Spätschichtgast. - Das ich hier ausrechenbar bin, war ohnehin klar.
    "Du willst erst mal ankommen und so..."
    "Duschen, Zähneputzen, Kaffee..."
    "Bitte komm zu mir, wenn Du mich möchtest. Aber bitte nicht so spät."

    Ich nicke, und ich meine das ernst. Sie ist nicht ohne Grund eines meiner Lieblingshasis. Das Artemis hatte aber andere Pläne mit mir... nur, dass ich das in diesem Moment nicht wusste.

    Ich verhole mich nach draußen, mach Hygiene, ein bekannter ISG-ler hockt am Pool mit seinem Handy und tippt wild darauf herum. Fickstatistik oder so... ähnlich wie ich mich aus den Fickforen weitgehend zurückgezogen hab, hält sich der Kollege seit Jahreswechsel ebenfalls auffällig zurück. Wer weiß, wer weiß...

    Zurück in die Bar. Die alte VB-Couch ist frei, die Lärmcouch auch... ich such eine Lücke am Tresen, damit ich meine Getränke ordern kann. Also dreh ich eine Runde...

    *** *** *** *** ***

    ... und komm nicht weit. Dunkle Haare, Pferdeschwanz, schwarzes Bolerotop, stolze, aufrechte Haltung: Viola. Tatsächlich leistet sie sich nicht nur eines ihrer hintergründigen Lächeln, sondern ein richtiges Lachen.

    Begrüßung, das übliche blabla...
    "Ich muss gleich zur Versammlung..."

    Richtig, heute ist Dienstag, und es ist gleich acht.
    "Willst Du?"
    "Ich könnte ja sagen, ich hätte einen Gast gehabt."
    "Könntest Du."

    Ihre Blicke scannen die Empore... sie hat schon eine Entscheidung für mich getroffen.
    "Dort?"

    Die alte VB-Couch ist gut.
    "Ich bestell mir noch Kaffee..."

    Sie nickt, greift ihr Wasser und zieht los. Ich order Milchkaffee und Sprudel... die Thekenschlampe ist neu, nett und freundlich... aber ungeschickt und hätte um ein Haar Titten-Tina, neben der ich mich zum Tresen durchgedrängelt habe, meinen Milchkaffee auf die Silikonmöpse gekippt...

    Letztlich hockt Viola auf der Lärmcouch... erst nach ein paar Minuten wird die Lieblingscouch frei. Dort machen wir es uns gemütlich... und unten am Tresen weiß ich Claudia, die mit Sicherheit not amused sein dürfte... Egal, denn ich hab Viola. Und nur das Hier und Heute zählt.

    *** *** *** *** ***

    Männer sind schon was komisches, zumal als Freier.

    Ein Pulk Eisbären knäuelt sich auf dem Sofa unterhalb der Lieblingscouch. Einer der Kollegen trägt eine russische Offiziersmütze. Männer sind schon was komisches…

    Wir ratschen.
    "Stell Dir vor, beim letzten Mal, der Asiate..."

    Der wollte sie just in jenem Moment abschleppen, als ich mich nach dem Vorgespräch zum Hygieneritual verabschiedet hatte und sie auf meine Rückkehr wartete... ich erinnere mich, na klar.
    "Der hat doch wirklich die ganze Zeit, auf mich gewartet."

    Viola schüttelt den Kopf. Männer sind schon was komisches…

    Sie will nicht verstehen, dass wir Männer uns ewig nicht entscheiden mögen und immer erst dann eine überstürzte Wahl treffen, wenn ein anderer nach dem Objekt der Begierde greift. Ich kenn das nur zu gut von mir... aber warum das so ist, vermag ich ihr nicht zu erklären.
    „Und er war dann auch ganz nett.“

    Dann hatten ja beide was davon…

    *** *** *** *** ***

    Sie läßt mich in aller Ruhe ankommen, macht keinen Zimmerdruck... irgendwann aber müssen wir mal zum Geschäftlichen kommen. Ich müh mich hoch.
    "Du machst Dein Ritual?"

    Mache ich. Und die leeren Tassen und Gläser nehm ich bei der Gelegenheit auch gleich mit zum Tresen. Kaum zu glauben: Claudia hockt immer noch beschäftigungslos herum, passenderweise ist neben ihr auch eine Lücke. Ich drängel mich durch, stell das Geschirr aufs Board, schau sie an, zucke mit den Schultern. Sie schaut durch mich hindurch.

    Au weia, das gibt Ärger...

    *** *** *** *** ***

    Viola weiß, dass ich nach draußen möchte. Im Gehen wickelt sie ihr Handtuch um...
    "Frische Luft!"

    Wir atmen tief durch. Und wirklich: die Luft ist frühlingshaft mild und feucht. Eine Wohltat, im Vergleich mit dem Mief im Blauen Salon.

    Zimmer 47. Ihre Entscheidung, unser Zimmer. Während sie sich frisch macht, lüfte ich und baue das Bett. Und dann...

    Jedes Zimmer mit ihr ist anders. Beim letzten Mal hatte ich wenig Chance, mich ihr zu widmen... das mache ich, machen wir heute anders. Heute möchte ich mich umfassend mit ihrem Körper beschäftigen. Sie lässt das gern geschehen, schnurrt, seufzt, stöhnt, kurz: gibt passende akustische Rückkopplung.
    "Ich bin so total entspannt... ich könnte einschlafen."

    Ich hab sie vor mir, auf dem Bauch ausgestreckt, ihre Beine gespreizt, Blick aufs Vergnügungszentrum inklusive. Ihr Körper ist nicht perfekt, bei weitem nicht, aber sie strahlt gerade eine irre Menge an Erotik aus... ich bin fasziniert.

    Irgendwann dreht sie den Spieß um. Jetzt werde ich bezärtelt, und wie! Ich weiß, dass der Vergleich hinkt, aber: das ist „Wie Strom!“, das ist wie Blondynka. Schauer von Gänsehaut laufen über meinen Rücken, und gleichzeitig komm ich ins Schwitzen.
    „Ist Dir warm?“

    Nein, mir ist heiß. Und Du bist daran schuld. Von ganz allein bekomme ich Latte. Viola wundert sich kein bisschen darüber, als ich endlich Order bekomm, mich auf den Rücken zu drehen.

    Ihren Blowjob kenne ich, ihren Blowjob genieße ich, und ich weiß jetzt schon, dass ich sie heute ausgiebig ficken werde. Was ich dann auch tue.

    Ausritt, enger Körperkontakt, für Violas Verhältnisse äußerst heiße Küsse, herum zur Missi.

    Wir laufen über. Beide.

    Sie, weil sie naturfeucht ist.

    Ich, weil ich schon lange nicht mehr etwas so erotisches, etwas so schönes gesehen habe.

    Viola liegt mit leicht nach rechts verdrehtem Oberkörper unter mir, den Kopf wiederum nach links gelegt, dadurch den Hals präsentierend. Ihre Brüste, nicht ganz klein, naturbelassen, drängen nach außen, aufgrund des verdrehten Oberkörpers natürlich die linke ganz besonders. Auf den Brüsten ihre kräftigen erigierten Nippel…

    Er nahm zum erstenmal mit vollem Bewußtsein den Anblick lebendiger Schönheit in sich auf, und sie verbarg sich nicht vor ihm.

    Nein, sie verbirgt sich nicht vor mir, gar nicht, wir sind hier im Puff. Doch das Bild, was ich mich bemühe mit den Augen aufzusaugen und für alle Ewigkeiten abzuspeichern, ist für mich der Anblick lebendiger Schönheit.

    Schon krass, bei welchen Gelegenheiten man aus Werner Holt zitieren kann…

    Abschuss dann beim dritten Teil des Dreistellungskampfes im Doggy. Freundlicher Smalltalk. Ich hab sie im Arm, sie raucht ihre Zigarette danach, ich nuckel am Wasser mit Zitrone, das sie fürsorglich für mich besorgt und mitgenommen hat.

    Fast hab ich das Gefühl, sie würde nichts gegen eine zweite Runde haben…

    Das aber hab ich im Artemis bislang nur mit einer einzigen Frau gemacht.

    Es fehlen knapp fünf Minuten an anderthalb Stunden, als wir aufbrechen. Kein Grund, übel zu nehmen, sie hat schließlich viel Zeit bei der Aquise verbrannt.
    „Und was machst Du jetzt?“
    „Sauna, ausgiebig Sauna. Was essen vielleicht. Und dann schaue ich Dir beim Arbeiten zu.“
    „Du…!“

    *** *** *** *** ***

    Ich hab schon Ewigkeiten nicht mehr im Artemis sauniert. Einmal, weil mir der Pool gefehlt hat. Der ist erst seit ein paar Wochen wieder in Betrieb. Dann, weil ich meine Frühschichten jetzt anders organisiere, mehr Zeit draußen verbringe. Und abends Sauna mochte ich nicht, zu viel Dunkelhaarige…

    Heute muss ich in den sauren Apfel beißen und abends Sauna machen.

    Am Eingang zur Panoramasauna ein Schild: No sweat on wood. Muss neu sein, ich kann mich nicht erinnern, das Schild schon mal gesehen zu haben.

    In der Sauna bin ich tatsächlich… allein. Mutterseelenallein. Herrlich. Ich schwitze und genieße…

    … bis drei Dunkelhaarige sich zu mir gesellen. Dunkelhaarige, so nennen die Frauen die Südländer, mit denen das Artemis mittlerweile nahezu allabendlich überschwemmt ist. Dunkelhaarig sind die drei nicht nur auf dem Schädel, sondern auch untenrum. Krass, dass da eine so irre Menge Haar wuchern kann…

    Die drei kommen ohne Handtücher, logisch. Doch dann fällt ihr Blick auf das bewusste Schild… ein Klon des am Eingang angebrachten. Und, siehe da: einer der drei geht nach draußen und holt tatsächlich Handtücher.

    Dass ich die drei wegen der angeregten Plapperei, die sie im Anschluss untereinander pflegen, dennoch als Lästlinge einstufe, steht auf einem anderen Blatt…

    Danach dreh ich ein paar Runden im Pool, mach einen zweiten Saunagang und hüpfe zum Abschluss auch noch einmal in den Pool. Geil war‘s.

    Weniger geil ist das Essen. Allein die Putenteile scheinen mir genießbar, wenn man die dicke Senf-Sahne-Pampe, in der sie schwimmen, abkratzt. Mach ich halt Trennkost… zwei Kiwis dazu, mehr Obst gibt’s nicht mehr um diese Zeit, dann bin ich durch. Satt geworden bin ich, mehr gibt’s nicht zu sagen.

    Vorhin, als ich mit Viola vom Zimmer gekommen bin, war wenig los. Mehr Betrieb scheint jetzt auch nicht herrschen.

    Ich hol mir etwas zu trinken und suche mir ein Plätzchen…

    *** *** *** *** ***

    Es ist wirklich nicht viel los. Ich bekomm ohne Probleme meine Lieblingscouch und kann dort chillen. Auf Zimmer will und kann ich noch nicht, ich brauch noch etwas Zeit. Also lasse ich das pralle Leben an mir vorüberziehen…

    Prall sind auch drei Geschäftsleute, die irgendwann nach Mitternacht einchecken. Ich bin kurz zum Handycheck am Wertfach…

    Die geröteten Gesichter der Kollegen verraten zweierlei: übermäßigen Alkoholgenuß und übermäßige Aufregung. Die Herren stehen noch gerade, formulieren aber schon leicht verwaschen:
    „Und, dass das klar ist: Alles, was hier passiert… Strengstes Stillschweigen!“

    Hoffentlich geratet ihr in Eurem Zustand nicht an die falschen Frauen…

    An welche gerate ich?

    *** *** *** *** ***

    Sie sieht mich allein auf meiner Couch, nickt mir zu und macht sich tatsächlich die Mühe. Handtuch auf Lehne, Frau aufs Handtuch.
    „Wir waren schon so lange nicht auf Zimmer!“

    Ein Jahr, tippe ich.
    „Aber heute nehme ich Dich mit.“
    „Bist Du da sicher?“
    „Ja, ich weiß das.“

    Logisch, dass sie das weiß. Ich hab meine Hand ja schon an ihrem Hintern… war irgendwie nicht zu vermeiden.

    Und sie weiß auch noch, dass ich gern draußen ficken gehe.
    „Ich warte auf Dich.“

    *** *** *** *** ***

    Ohne zu Zögern greift sie nach dem Schlüssel mit der Nummer 43.
    „Hier waren wir beim letzten Mal auch!“

    Die Frau erinnert sich an Dinge…

    Wir klären fix das geschäftliche – eine Stunde will ich mit ihr machen – dann lagern wir uns waagerecht. Ich befummel sie mal, sie fummelt zurück, so gut sie es eben kann… sie ist keines meiner Tophasis. Weiter mit Französisch, wie immer nimmt sie ihr Feuchttuch, wie immer säubert sie keinesfalls die Eichel, sondern den Schaft des Kampfgerätes. Verstehe das, wer will.
    „Gut so?“

    In Ordnung so. Ihr Französisch ist gar nicht so schlecht, sie bläst ausdauernd, nicht zu schwach, nicht zu stark, gerade richtig.
    „Sex?“
    „Sex.“

    Gummi drauf, Flutschi drauf, sie sitzt auf. Ich erinnere mich dunkel… doch, so hat sie das schon einmal gemacht. Sie wirft sich flächig auf mich und lässt ihre Hüften arbeiten. Nicht schlecht. Ich bekomm zwar ihre Titten nicht zu fassen…

    Typischer Dreikampf, Doggy, Missi, fertig bin ich aber noch lange nicht. Ich bitte sie, abzusteigen.
    „Machen wir bisschen Pause, bitte?“

    Machen wir. Sie legt sich zu mir, wir fummeln. Wirklich Ruhe gibt sie aber nicht.
    „Willst Du weitermachen?“

    Wenn ich es mir recht überlege…
    „Ja.“
    „Dann los.“

    Das zweite Gummi kommt zur Anwendung. Sie schmiert bei sich noch mal nach und sitzt auf. Der Ausritt beginnt. Sie beugt sich nach vorn, angelt mit der Hand nach ihrem Nuttentäschchen, das links neben mir liegt. Ein kleines Fläschchen fingert sie heraus. Was soll das jetzt, noch mehr Flutschi?

    Nein, Öl. Selbiges kippt sie sich großzügig auf Oberkörper und Titten, wirft das Fläschchen achtlos beiseite und greift nach meinen Händen.
    „Gefällt Dir das?“

    Sie legt meine Hände auf ihre Titten. Diese Einladung nehme ich sehr, sehr gern an. Ich massier ihre Titten, und das macht mich ziemlich an. Geil.

    Sie schiebt meine Hände weg, legt sich wieder auf mich, bewegt ihren eingeölten Oberkörper auf mir. Ich spüre, wie ihre Titten, diese kleinen, süssen naturbelassenen Dinger über meine Haut gleiten. Geil. Sehr schnell steigen die Säfte… Abschießen will ich aber mit ihren Titten in meinen Händen. Also drück ich sie wieder nach oben, massier ihre Titten und hämmere gleichzeitig ziemlich heftig von unten.

    So muss ein geiler Abgang aussehen…

    Hinterher raucht sie noch eine, wir schwatzen recht lange, sie überzieht zehn Minuten, die sie mir später am Wertfach aber nicht in Rechnung stellt. Logisch, dass es Tip für sie gibt.

    Irgendwie sollte ich sie öfter buchen…

    *** *** *** *** ***

    Am Horizont zeigt sich der erste Schimmer des beginnenden Morgens, als ich halb vier endlich auschecke.
    „Bändchen ab, Wertfach leer?“
    „Jo.“
    „Alles in Ordnung?“

    Und wie. Und wie.
     
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  4. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Projekt 2015

    Ja, damals war die Welt im Artemis noch in Ordnung. Damals, das war vor dem Raid - der sollte noch ein knappes Jahr auf sich warten lassen. Damals, das war auch vor dem ProstSchG. Und damals hatte vermutlich keinereiner auch nur einen blassen Schimmer, dass Prostitution fünf Jahre später in Deutschland verboten sein würde. Verboten, einfach so.

    Damals...

    Die Russin Viola hatte ihren Auftritt, die Rumänin Susanna - genannt auch Die Klingonin - ebenso. Claudia hat für einen Moment aus den Kulissen gelugt, aber auch sie wird ihren Auftritt noch bekommen.

    Erinnert Euch weiter mit mir an die gute alte Zeit. Erinnert Euch an Mittwoch, den 13. Mai 2015.
     
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  5. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Mittwoch, 13. Mai 2015
    Der frühe Vogel


    "Stell Dir vor, beim letzten Mal, der Asiate..."

    Der wollte sie just in jenem Moment abschleppen, als ich mich nach dem Vorgespräch zum Hygieneritual verabschiedet hatte und sie auf meine Rückkehr wartete... ich erinnere mich, na klar.

    "Der hat doch wirklich die ganze Zeit auf mich gewartet. Und ich war noch eine ganze Weile oben, nachdem wir uns verabschiedet haben."

    Sie schüttelt den Kopf. Sie will nicht verstehen, dass wir Männer uns ewig nicht entscheiden mögen und immer erst dann eine Wahl treffen, wenn ein anderer nach dem Objekt der Begierde greift. Ich kenn das nur zu gut von mir.

    Jaja, der frühe Vogel fängt den Wurm...

    *** *** *** *** ***

    Polizei lauert unter den Brücken an der Halenseestraße. Bundespolizei, um genau zu sein. Der eine oder andere tritt vermutlich ganz umsonst, vom Rathenauplatz kommend, auf die Bremse... Für Geschwindigkeitskontrollen ist Bundespolizei kaum zuständig.
    "Machten die Polizei da? Irgendwas los?"
    "Bei uns jedenfalls nicht. Spindwunsch?"

    Ja, einen großen.
    "Da drüben stehen die auch, schon ein paar Stunden."

    Tatsache. War mir gar nicht aufgefallen.
    "Schick doch ein paar Mädchen hin und lass denen Kaffee bringen."
    "Höhö... dass die da stehen, ist glatt geschäftsschädigend, die bekommen gar nichts. - Viel Spaß!"

    Ich schnappe den Schlüssel 316 und stürze mich... doch, ins Getümmel. Ganz gut Betrieb heute, stelle ich fest. Für einen Mittwoch ist ganz gut was los.

    *** *** *** *** ***

    Die übliche Runde, Dusche und Zahnhygiene draußen, Käffchen und Wasser im Blauen Salon. Martha ist da, auf ihrem üblichen Platz, stelle ich fest... ich nicke ihr vorsorglich schon mal zu. Die Lieblingscouch ist besetzt, ich muss mit der VB-Couch Vorlieb nehmen...
    "Die bleibt drei Tage, dann ist sie weg!"
    "Du wettest?"
    "Ja. Drei Tage geb ich ihr."

    Erst dachte ich, da wetten alteingesessene Dienstleisterinnen, wie lange sich eine neu angekommene Konkurrentin im Laden hält. Manch eine erkennt ja schon nach einem Tag oder einer Woche, dass Anschaffen im Artemis ein knochenharter Job ist und die eigenen Knochen die erforderliche Härte nicht mitbringen. Doch ich liege daneben: Gemeint ist ein neues Gesicht hinter dem Tresen. Ob das neue Gesicht für Joanna und Co. wirklich ein Hilfe ist...

    *** *** *** *** ***

    Der frühe Vogel fängt den Wurm...

    Mein Wurm, mein erster Wurm heute soll Martha sein. Claudia ist abgereist, das weiß ich sicher, von Fatima hab ich nichts gehört, und Viola, so sie denn noch da ist, macht auf jeden Fall Spätschicht und läuft mir also im Falle eines Falles nicht weg.

    Die Entscheidung ist einfach.

    Nicht in aller Ruhe, sondern zügig schlürfe ich meinen Milchkaffee. Ich weiß: Martha macht pünktlich Feierabend, und wenn sie jetzt eine Buchung bekommt, taucht sie kaum noch mal wieder auf.

    Ich nutze den Moment, als die Kollegin, mit der sie sich ihre Stammcouch teilt, zu einer Runde aufbricht...
    "Ich hab eine sehr schöne Erinnerung an einen Nachmittag im Winter, in der kommst Du vor..."
    "Ja?"
    "Stimmt das? Kommst Du in dieser Erinnerung vor?"
    "Ja, na klar!"
    "Martha?"

    Die Frage ist nicht unbegründet. Mein Personengedächtnis ist eher mies, ich bin mir wirklich nicht ganz sicher, ob Martha tatsächlich Martha ist.
    "Ja."

    Wir machen bisschen Smalltalk, großes Interesse daran hat sie nicht, so viel ist klar. Also Butter bei die Fische...
    "Gehst Du essen?"
    "Nein, wieso? Und Du?"
    "Nein..."

    Ihr geht ein Seifensieder auf.
    "Ah... Du möchtest mit mir nach oben!"

    Exakt. Zwar lieber nach draußen, aber dazu konnte ich sie schon seinerzeit im Winter nicht überreden.
    "Hast Du denn Zeit für mich?"

    Sie hat. Ich mach ostentativ noch mal Hygiene, hol sie ab, und am Schlüsselbrett greift sie nach Nummer 4, Nike. Eine gute Wahl.

    *** *** *** *** ***

    Wir entblättern uns, sie legt sich ab. Lecker.
    "Ist das Fenster offen?"
    "Nein, wieso? Soll ich...?"
    "Nein, mir ist kalt! Komm und wärme mich!"

    Gänsehaut auf Brüsten und Dekollete zeigt, dass das nicht nur so dahingesagt ist. Sie fröstelt tatsächlich. Dann werd ich sie mal wärmen.

    Schon bald fliegen andere Schauer von Gänsehaut über ihren Körper. Die hat sie von mir. Leider lässt sie mich nicht lange gewähren.
    "Heute verwöhne ich Dich. Und heute lachen wir nicht so viel, okay?"

    Ich kann mich gar nicht erinnern, dass wir so viel gelacht hätten...

    Ihr Verwöhnprogramm laß ich mich sehr gern gefallen, denn jetzt bekomm ich meinerseits Gänsehaut. Sie steigert langsam ihre Bemühungen, lässt erste Berührungen des Kampfgerätes einfließen, beginnt schließlich auch mit Französisch. Schön sanft, schön feucht... absolut korrekt für die erste Nummer am Abend. Ich befummel sie derweil, alles schick.
    "Weitermachen?"
    "Unbedingt! Ich geh von einer Stunde aus, wenn Du möchtest?"
    "Kein Problem, gern."

    Und sie macht weiter. Doch, das ist richtig, richtig nett.
    "Weitermachen? Ich glaub, wir machen jetzt Sex."

    Ich nicke, sie kramt nach dem Gummi, ein rotes. Wie beim letzten Mal.
    "Erdbeere?"
    "Ja. Ich liebe Erdbeere."

    Nun könnten wir den Dialog von unserer ersten Sitzung wiederholen, ich erinnere mich überdeutlich daran. Den sterbenden Freier hatte ich seinerzeit markiert... vielleicht hatte sie doch recht, dass wir eine Menge gelacht hätten damals?

    Ich lass sie aufsitzen, sie beginnt den Ausritt, und der ist nicht von schlechten Eltern. Trotzdem fehlt mir irgendwas... sie reitet, ich mach mit, aber eher halbherzig, weil ich grübel, was mir denn gerade fehlt.

    Ich denke mal wieder zuviel...

    Die Quittung bekomm ich per nachlassender Erektion. Es ploppt.
    "Oh? Du bist jetzt noch nicht fertig, oder?"
    "Nein. Gönn mir eine Pause, bitte."

    Sie weiß von allein, dass ich jetzt Körperkontakt brauche, kuschelt sich an mich. Ich beschäftige mich mit ihren schönen, natürlichen Brüsten, provoziere wieder Gänsehaut. Martha fummelt zurück, sucht nach der halbgaren Erektion auf meinem Bauch, fummelt, stimuliert, mit Erfolg.

    Ohne Rückfrage macht sie auf französische Art aus der halbgaren Erektion eine fickfähige, und aus der fickfähigen eine richtig harte. Ich lehne mich zurück, entspanne, genieße...
    "Weitermachen?"

    Sie schaut mich an aus ihren asiatisch wirkenden Augen, den Schwanz in der Hand, die nass gelutschte Eichel an ihrer Wange.
    "Nochmal Sex?"
    "Na klar!"

    Ein neues Gummi, wieder ein rotes.
    "Welche Stellung?"
    "Doggy bitte."

    Sie bockt sich auf, ich stöpsel problemlos ein, und los geht’s. Schon jetzt weiß ich, dass ich keinen weiteren Stellungswechsel will, sondern es im Doggy zu Ende bringen möchte. Und genau das mache ich, lasse mir viel Zeit dabei. Martha macht geduldig mit, kontrolliert ab und an per Spiegel, wie es mir geht...
    "Ich bewundere Deine Ausdauer!"

    Das sag ich, nicht sie. Und tatsächlich, auf ihrem Rücken bildet sich ein leichter Schweißfilm. Ich schmecke den Schweiß, wenn ich ihren Rücken küsse.

    Ich rammel mich also ganz gemütlich über die Klippe, darf in Ruhe auszucken, bekomm ein Stück von der Puffrolle zur Reinigung gereicht. Kurzes Linsen auf ihre Uhr... doch, ich liege gut in der Zeit. Also kann ich mich noch mal langmachen neben ihr.

    *** *** *** *** ***

    Smalltalk. Sie taut auf. Vielleicht, weil es jetzt bezahlte Zeit ist. Moment... da ist etwas, der Zipfel eines Gedankens. Ich hasche danach, aber ich bekomme ihn nicht zu fassen. Schade.
    "Wenn Du wieder einmal mit mir auf Zimmer gehen möchtest, dann sprichst Du mich bitte an?"

    Gern. Nicht heute, nicht morgen, aber irgendwann sicher.
    "Ich hab ein Problem damit, Menschen wiederzuerkennen."
    "Echt?"
    "Ja, Nur wenn Du neben Mila sitzt, weiß ich sicher, dass Du Martha bist."

    So ganz nebenbei bekomm ich noch einen kleinen Einblick in die Strukturen. Dass sie mit Mila befreundet ist, war mir klar... Mila würde heute abend anreisen und ab morgen anschaffen, erzählt sie mir. Ich mach gedanklich ein Kreuz, die B-Probe steht ja immer noch an. Alina hingegen würde am Pfingstwochenende in Berlin eintreffen... dass sie mit Alina befreundet ist, überrascht mich dann doch. So oft ist Alina ja nun auch nicht im Laden.

    Sie verplappert sich, ob bewusst oder unbewusst, weiß ich nicht. Wir sind zehn Minuten drüber, als wir nach unten gehen. Ich hatte eine Stunde bestellt, ich frag also gar nicht erst, was sie bekommt.
    "Schönen Feierabend."
    "Danke. Und Dir noch viel Spass."

    Oh, den werde ich haben, da bin ich sicher.

    *** *** *** *** ***

    Nicht nur Martha ist auf Zimmer ins Schwitzen gekommen, ich auch. Dusche ist Pflicht. Am Daddelautomaten vorbei, durch die Schiebetür in den Blauen Salon...

    Moment. Hat es da eben "Hallo!" geflötet?

    Ich dreh mich um, geh die paar Schritte... Schockschwerenot. Fatima!

    Naja... der frühe Vogel fängt den Wurm. Nur manchmal nicht den wohlschmeckendsten...
    "Du gehst vorbei und beachtest mich gar nicht."
    "Logisch, ich komm vom Zimmer, da hab ich immer Tunnelblick."

    Sie lacht.
    "Mit Martha, soso."
    "Wundert's Dich? Die hast Du mir doch selbst empfohlen!"

    Hatte sie tatsächlich. An jenem Morgen, als wir unten am Wellnesstresen gemächlich plauderten, während sie auf einen ihrer Stammgäste wartete.
    "Wieviel Pause brauchst Du denn?"

    Nett, wie selbstverständlich sie davon ausgeht, dass ich sie ficken will. Aber sie hat schon recht, ich will sie ficken.
    "Ich komm..."

    Sie sieht auf die Uhr.
    "Ich komm viertel nach acht zu Dir?"
    "Zu früh. Ich brauch zwei Stunden, Minimum."

    Wir schwätzen noch etwas, dann lenke ich das Gespräch auf Abschied. Solange ich hier mit ihr palavere, bekommt sie schließlich keine Buchung.

    *** *** *** *** ***

    Gabriela stürzt auf mich zu. Was soll das jetzt? Sieht die dumme Nuß nicht, dass ich gerade mit Fatima rede?

    Sie stupst mich an.
    "Hast Du Bonbons?"
    "Gabriela... Nicht jetzt!"

    Davon, dass ich zugegebenermaßen abweisend reagiere, läßt sie sich aber nicht abschrecken.
    "Dann später?"

    Gabriela, das fällt mir plötzlich auf, hat mich mit voller Absicht angesprochen. Sie hat mich nicht angesprochen, obwohl ich im Gespräch mit Fatima bin, sondern weil ich im Gespräch mit Fatima bin. Sie ist spezialisiert darauf, abzustauben, Kolleginnen die Kunden wegzuschnappen.

    Unfein.

    Ich nicke unwillig.
    "Ja, später, wenn wir uns noch mal sehen sollten."

    Damit sollte ihr klar sein, dass sie bei mir nicht landen wird.

    Fatima zeigt Pokerface, und ich verzichte darauf, den Auftritt von Gabriela zu kommentieren...

    *** *** *** *** ***

    Ich wollte duschen gehen. Ab durch die Mitte, in den Blauen Salon, an der Bar vorbei...

    Moment. Hat es da eben "Hallo!" geflötet?

    Ein äußerst appetitlich ausschauendes Persönchen strahlt mich vom Ende der Bar aus an. Susanna! Da bieg ich doch gern noch einmal außer der Reihe ab. Küsschen links, Küsschen rechts.
    "Du hattest übrigens recht."

    Sie nickt, nicht im Mindesten überrascht. Respekt vor ihrer Gedächtnisleistung, sich nach gut nach einem Jahr noch an die Zimmernummer erinnern zu können.

    Ich schau sie mir genauer an: die Haare heute wieder blondiert, die Lippen knallrot geschminkt, schwarzer Body... zum Anbeißen. Wer sie da nicht bucht, ist selber schuld.

    Naja... fast.
    "Sorry, Susanna, ich bin heute schon verplant."

    Sie trägt's mit Fassung.

    Und ich schaff es endlich in die Dusche.

    *** *** *** *** ***

    Auf Sauna hab ich keine Lust, und außerdem will ich meine Chance wahren, Fatima noch zu erwischen. Ich such mir also einen Platz im Blauen Salon. Was Besseres als die Couch am Geländer ist leider nicht zu haben... was soll's.

    Fatima schlappt vorbei, sieht mich, biegt ab.
    "Viertel nach acht. Ich bin pünktlich."

    Tatsache. Aber... so gern ich würde, es hätte nicht viel Sinn. Man ist ja nicht mehr der Jüngste.
    "Fatima... halb zehn, eher nicht."

    Wir stimmen kurz unsere Pläne für die nähere Zukunft ab. Doch, da ließe sich sicher ein gemeinsames Zeitfenster finden. Insofern...
    "Na dann... viel Spass noch!"
    "Gute Schicht, und falls wir uns nicht mehr sehen sollten: Schönen Feierabend!"

    Abgang Fatima.

    *** *** *** *** ***

    Für einen Mittwoch ganz gut Betrieb, stelle ich fest. Viola, die handtuchumwickelt vom Essen kommt, erspähe ich aber trotzdem. Und schon hab ich einen Plan für den Rest des Abends.

    Erst einmal muss ich spannen, wo sie abbleibt. Sie verschwindet Richtung Treppe. Hm. Das Handtuch hatte sie um, da wird sie wohl in die Garderobe wollen.

    Wenige Minuten später taucht sie wieder auf, jetzt ohne Handtuch. Sie geht an der Fensterseite der Bar entlang, dann verlier ich sie aus den Augen. Verfluchte Hacke...

    Ich verrenke mir den Kopf... nichts.

    Ich verrenke mir den Kopf noch mehr... ah! Sie hat sich im Zelt an der Garderobentür drapiert. Auf geht’s, "Hallo!" sagen und Pläne schmieden.

    Ihr Lächeln ist echt, als sie mich nahen sieht, kein Zweifel. Ich hocke mich zu ihr. Gemeinsam schreien wir gegen den Lärm aus den Lautsprechern an. Was ich an ihr mag: sie zickt nicht die Bohne, als ich ihr sage, dass ich noch im Pausenmodus und im Anschluß vielleicht verabredet bin.
    "Dann beim nächsten Mal."
    "Gute Geschäfte!"

    *** *** *** *** ***
     
  6. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** *** *** *** ***

    Zurück zur Couch. Ein Kollege war so nett, mir den Platz aufzuheben.

    Fatima kommt in Sicht, handtuchumwickelt, einen Gast im Schlepptau. Halbstundenbuchung, Zimmer draußen, kombiniere ich. Ich schau auf die Uhr: dreiviertel neun. Immer noch zu früh. Auch wenn ich einkalkulieren, dass sie sich noch frisch macht, dafür ein paar Minuten braucht...

    Kurz vor neun. Fatima ist wieder da, dreht eine Runde, wirft mir vom Trampelpfad aus einen Blick zu, ich schüttele den Kopf. Sie zuckt mit den Schultern, geht weiter.

    Die Lieblingscouch wird unversehens frei, ich eile, ich eile...

    Zehn nach neun. Fatima ist immer noch auf der Suche nach einer Buchung, ihrer letzten für heute, vermutlich jedenfalls. Sie schaut nicht zur Seite, als sie auf dem Trampelpfad vorbeiläuft, vielleicht vermutet sie mich auch noch auf der anderen Couch.

    Eigentlich ist es immer noch zu früh. Ach, egal... ich will sie haben, heute noch. Ich stemm mich hoch.

    Der frühe Vogel...

    Aber ich bin nicht früh genug. Als ich den unteren Treppenabsatz erreiche, ist sie verschwunden. Toilette oder Kino, ich werde ihr weder an den einen noch an den anderen Ort folgen.

    Sicherheitshalber werfe ich einen Blick in den Wellnessbereich. Eine Traube von Eisbären, da wird wohl Fußball laufen. Ich dreh wieder um... wen haben wir denn da?
    "Du wirst es kaum glauben: Ich lauf Dir hinterher."

    Stimmt einerseits, geht ihr runter wie Öl andererseits, ich weiß das. Und richtig, sie lächelt geschmeichelt.
    "Echt?"

    Fragen muss sie mich nichts, es ist auch so klar, dass wir auf Zimmer gehen. Wenn es nach mir geht, auch ohne Vorgespräch...
    "Setzen wir uns?"

    Wie gesagt, wenn es nach mir geht. Wenn Du aber reden möchtest... ich werde Dich nicht bremsen. Wir suchen uns eine Couch, das reine Vergnügen ist das aber nicht: Fußball.
    "Fatima schießt das Tor!"

    Der schweißüberströmte Chef höchstselbst, wohl gerade frisch sauniert, macht einen Scherz. Sie lacht bemüht, ich mach gute Miene dazu.
    "Alle seine Freunde sind hier. Du musst so aufpassen, wem Du etwas sagst."

    Gelegenheit, ihr die Geschichte mit Denisa zu erzählen. Die komplette Geschichte.

    Und irgendwann brechen wir auf. Selbstverständlich nach draußen. Ich nehm ihr die Entscheidung ab: Nummer 47 ist frei.

    Ich hab Fatima endlich wieder. Mehr als acht Wochen hatte ich sie nicht.

    Der frühe Vogel fängt den Wurm.

    *** *** *** *** ***

    Der frühe Vogel? Von wegen. Wir beide sind alles andere als frühe Vögel. Sie macht Frühschicht, ackert seit zwölf, plusminus. Mein Wecker hat fünf vor fünf geklingelt. Morgens, nicht abends.

    Vielleicht deswegen wird es ein richtig schönes Zimmer. Fatima zeigt sich verschmust, nimmt meine Zärtlichkeiten nicht nur, sondern sucht sie geradezu.

    Ein Zipfel eines Gedankens... vorhin, mit Martha, da war irgendwas... ich komm nicht drauf.

    Französisch, schön wie immer, geil wie immer.

    Ausritt in verschiedensten Stellungen und Tempi. Himmlisch. Ich merke deutlich, dass meine Pause zu kurz war. Die Klippe ist immer wieder in Sichtweite, allein ich komm nicht drüber. Und ich will auch noch nicht, dafür ist es einfach zu schön.
    "Komm, steig ab."

    Sie tut was ich sage, legt sich neben mir ab. Körperkontakt.
    "Und nun?"
    "Fatima, das Leben ist hart."
    "Und wenn nicht, sorge ich dafür."

    Sie lacht. Ich spüre ihre erfahrenen Hände am Schwanz, die dafür sorgen, dass die Erektion nicht schwindet.
    "Weitermachen?"
    "Ich muss nicht unbe..."
    "Doch. Du musst."

    Wenn es denn sein soll... ich ordere sie zum Doggy, was Erstaunen bei ihr hervorruft: wir ficken äußerst selten im Doggy.

    Doch wenn ich über die Klippe kommen soll, dann im Doggy. Und es gelingt.

    Abschied am Wertfach.
    "Schönen Feierabend!"

    Und damit verabschiede ich heute schon die zweite Frau in den Feierabend.

    *** *** *** *** ***

    Jetzt ist mir nach Sauna. Entspannen, herunterkommen, Kräfte sammeln. Ein Kollege läuft und holt einen Aufguß: Zitrone-Orange. Sehr schön, auch wenn ich nicht die übliche Viertelstunde durchhalte.

    Endlich ist der Pool wieder nutzbar, ich dreh meine Runden. Leicht störend der Geräuschteppich, den ein paar Kollegen, im Whirlpool sitzend, hier draußen ausbreiten. Ruhig wär es noch schöner... aber ich will nicht meckern. Drinnen im Blauen Salon ist es sicher auch nicht besser. Eher schlimmer...

    Meine letzte Mahlzeit war ein Hanseat nachmittags gegen halb drei. Ich brauch was zwischen die Kiemen. Viel genießbares hat die Küche heute nicht zu bieten, ich entscheide mich für Hühnchenteile in pikanter Asiasauce... das Blech ist fast komplett leergefuttert, Nachschub nicht in Sicht. Auch das Obstangebot ist mager: Mehr als ein paar Äpfel hat das Artemis heute abend nicht zu bieten.

    Immer, wenn die Tür zum Blauen Salon aufschwingt, schwappt eine Welle Musik herein. Möge diese Tür doch ewig geöffnet bleiben...

    Am Nachbartisch hat eine mir nicht bekannte Dienstleisterin Platz genommen. Ich hab die Dame noch nie gesehen, sie muss neu sein. Zu ihr gesellt sich ein Kollege. An sich nichts Besonderes... doch diesen Kollegen hat die Midlifecrisis wohl voll erwischt. Er sülzt die Dienstleisterin in einer Art und Weise voll...

    Manchmal wünscht man sich Musik. Laute Musik.

    Apropos. Ab in den Blauen Salon.

    *** *** *** *** ***

    Uhrenvergleich: halb zwölf. Alles kann, nichts muss. Ich lass den Blick schweifen... doch, einen halbwegs akzeptablen Platz sollte ich finden. Zuerst einmal aber an den Tresen...

    Irgendwer, irgendwas stupst mich an. Ich dreh mich weder um, noch verzieh ich eine Miene. Berührungen bleiben bei dem Gedränge am Tresen nicht aus, und manchmal dient so eine "zufällige" Berührung ja auch der Anbahnung.

    Alles kann, nicht muss, ich ignorier den Stupser... Schon wieder einer. Da ist aber jemand hartnäckig...
    "Meine Bonbons? Bitte?"

    Gabriela.

    Na gut. Ich bin Kumpel, also lauf ich mal los und hol ihr den Süßkram. Gabriela hockt in der alten polnischen Ecke der Bar... ob sie weiß, dass das mal die polnische Ecke war? Für einen Moment hock ich mich zu ihr, bissel Smalltalk.
    "Keine Sorge, ich geh gleich wieder."
    "Ich weiß."

    Da beruht die Unlust auf ein gemeinsames Zimmer wohl auf Gegenseitigkeit.

    *** *** *** *** ***

    Alles kann, nichts muss. Ich bekomm einen Platz auf der VB-Couch und lasse das pralle Puffleben an mir vorbeiziehen. Ich hab Zeit...

    Die Minuten rinnen, die Stunden rinnen. Langsam bekomm ich Lust auf eine dritte Nummer.

    Susanna bringt sich in Erinnerung, sie hat mittlerweile den schwarzen Einteiler gegen einen weißen Einteiler getauscht, zieht ab und an aus Marketinggründen blank und lässt ihre Möpse wackeln. Lecker... Sie schaut fragend in meine Richtung, ich schüttele den Kopf. Nein, heute nicht.

    Mila wär nett, die ist vorhin angereist... manchmal arbeiten die Frauen ja auch noch an dem Abend, an dem sie anreisen. Bis jetzt hab ich sie allerdings nicht entdecken können. Hm. Gegen Mitternacht wird sie wohl kaum noch einmal herunterkommen. Nein, heute nicht.

    Avril wär heute sicher auch eine Option. Andauernd sucht sie Blickkontakt, komplett ungewöhnlich. Ich bin so gar nicht ihr Beuteschema: weder der schnell abzumelkende und abzukassierende Schwarzhaarige, noch der Frauenverwöhner. Avril dürfte allerdings Frühschicht machen und hat schon plusminus zehn Schwänze durchgezogen, also lass ich die Finger von ihr. Nein, heute nicht.

    Viola... Viola!

    Uhrenvergleich: dreiviertel zwei.

    Viola taucht auf, dreht eine Runde. Ich sammel meinen Krempel zusammen, behalte sie im Auge dabei: einmal um den Tresen, dann bewegt sie sich wieder in Richtung Schiebetür.

    Hinterher! Denn: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

    Nur bin ich nicht früh genug. Ich eile ihr hinterher, seh sie aber oben nur noch zu den verbotenen Zimmern entschwinden.

    Nun, das beunruhigt mich nicht. So gut kenn ich sie inzwischen: sie nimmt sich gern mal eine Auszeit. Sie wird wiederkommen.

    *** *** *** *** ***

    Und sie kommt wieder.

    Uhrenvergleich: viertel drei. Jetzt lass ich nichts anbrennen. Sie sucht sich einen Platz an der Fensterseite der Bar, bestellt. Ich stell mich unmittelbar hinter ihren Hocker.
    "Für mich einen Espresso, bitte."

    Sie dreht überrascht-erstaunt den Kopf.
    "Du? Du möchtest einen Espresso?"
    "Ja, bitte."

    Wir schwätzen ein bisschen, ich rühr in meinem Espresso, trinke ihn in kleinen Schlucken. Der Espresso im Artemis ist nicht so schlecht.
    "Ich mach mein Ritual..."
    "Du meinst: Ich soll auf Dich warten?"
    "Wenn Du möchtest?"

    Sie möchte. Ich breche auf zum Hygieneritual. Zurück im Blauen Salon, spricht Viola mit einem Gast. Sie beendet das Gespräch, als sie mich nahen sieht. Respektvoll bleib ich in ein paar Schritten Entfernung stehen. Mich geht schließlich nichts an, was die beiden miteinander verhandeln...
    "Stell Dir vor: Als Du gegangen bist, hat er gedacht, ich wär frei..."

    Naja... der frühe Vogel eben...
    "… und hat gefragt, ob ich mich an ihn erinnere. Er war vor zwei Jahren mal mit mir auf Zimmer, sagt er."
    "Hast Du Dich erinnert?"
    "Nein. Ich erinnere mich nur an besondere Gäste."

    Ich bin mir sehr sicher, dass ich für sie ein besonderer Gast bin. Zimmer 41 ist frei.

    *** *** *** *** ***

    Wir richten uns ein. Ich beeil mich, dass ich zu ihr aufs Bett komm, wo sie gerade die Kissen mit einem Handtuch bedeckt. Ich möchte hinter ihr knien, sie berühren, meine Halblatte gegen ihren Hintern drücken, uns im Spiegel anschauen.

    Tatsächlich, sie gönnt mir das Vergnügen. Und leitet im Anschluß gleich mein Verwöhnprogramm ein.
    "Wollen wir gleich so...?"

    Ich nicke. Sie bläst himmlisch, in jeder Position. So aber, sie vor mir auf allen vieren, hab ich noch Kino im Spiegel dazu.

    Im Anschluß Dreistellungskampf nach allen Regeln der Kunst. Ich schaffs trotz intensivstem Bemühens nicht über die Klippe, aber das ist kein Problem. Viola fummelt das Gummi herunter, bläst, schaut fragend, ich schüttele den Kopf: Nein, heute nicht. Sie lässt ihre Zunge über meine Eichel flattern, unterstützt mit der Hand. Wieder knie ich auf dem Bett. Ich weiß, dass mir bald schwarz vor Augen werden wird... also schiebe ich ihre Hand weg und nehme es selbst in die Hand.

    Uijui... ich staune immer wieder, welche Mengen Sperma sich so während einer Session mit Viola anstauen.

    Danke, Viola, es war wieder sehr, sehr schön.

    Langsam suppt die Mischung aus ihren Speichel und meinem Sperma auf das Handtuch... ich brauch ein Stück von der Puffrolle. Sie angelt nach ihrem Täschchen und dem Aschenbecher...

    *** *** *** *** ***

    Viola plaudert aus dem Nähkästchen. Letztens hätte sie Ärger mit einem Gast gehabt, erzählt sie. Die Geschichte ist interessant für mich, ich kenne derlei Geschehen ja nur aus der Sicht des Freiers, nicht jedoch aus Sicht der Hure.

    Ein Mazedonier, vermutet sie, jedenfalls hätte er Russisch gesprochen. Auf Zimmer dann das Übliche, Französisch und Verkehr. Beim Verkehr muss er sie dann wohl überfordert haben.
    "Er wollte Doggy machen, kein Problem. Aber dann hat er meinen Oberkörper ganz tief nach unten gedrückt, das tat weh!"

    Viola geht nicht ohne Grund immer kerzengerade, sie hat ein Problem mit dem Rücken.
    "Er war grob, aber ich hab ausgehalten. Nach einer Viertelstunde hat er dann aufgehört, hat gesagt, dass er mit mir nicht kommen kann und dass wir gehen."

    Viola wollte natürlich voll kassieren, er wollte natürlich nicht bezahlen. Hausdame, Security, das volle Programm. Letztlich die aus meiner Sicht salomonische Entscheidung: 30 Euro.

    Zufrieden war sie damit dennoch nicht.
    "Ich war so aufgeregt, ich konnte gar nicht mehr richtig arbeiten in der Nacht."

    Und sie hatte Sorgen, dass ihr Ruf leidet.
    "Wenn das jemand sieht, der sich für mich interessiert..."

    Ich rate ihr, im Zweifel den Weg des geringsten Widerstands zu gehen.
    "Du lebst ruhiger und ersparst Dir den Stress und die Diskussion an der Rezeption."
    "Aber... dann macht er das immer so, auch mit anderen Frauen..."

    Die Geschichte frißt immer noch an ihr, das ist ganz offensichtlich. Warum nur würden es manche Männer so sehr an Respekt fehlen lassen?

    Ich verkneife mir den Kommentar, dass auch nicht alle Huren ihren Gästen mit Respekt gegenübertreten. Viola, da bin ich sicher, ist keine dieser Huren.

    Wir brechen auf. Einmal quer durch den Blauen Salon. Die Musik dröhnt, die Gästezahl scheint ausgedünnt. Der Feierabend naht.

    *** *** *** *** ***

    An den Wertfächern eine veritable Traube. Etliche Frauen, Amalia mit ihrem auffälligen Zopf mittendrin, in Tränen aufgelöst, Sandra im Schlafanzug, Dazu die Hausdame und Security.

    Ich drücke mich vorbei, hole die Scheine für Viola.
    "Denk nicht drüber nach."

    Sie weiß, was ich meine.
    "Einen schönen Feierabend wünsche ich."

    Und damit bringe ich heute wohl auch noch die dritte Frau ins Bett.

    *** *** *** *** ***

    Ich dusche, mach mich fertig für den Heimweg. In der Umkleide, auf einer der Bänke dort, hockt ein Kerl von einem Mann, üppig tätowiert, den Kopf in die Hände gestützt, wie ein Häufchen Elend. Vegas tröstet ihn... warum, erschließt ich mir nicht.
    "Der ist doch ein Guter... oder, Du bist doch ein Guter?"

    Das war an den Kollegen der Security gerichtet, der nahebei steht.

    Ich sehe zu, dass ich in mein Zivil komme. Nicht, dass ich da noch in irgendetwas hineingerate.

    Mir fällt auf: ein paar Spinde in meiner Reihe haben keine Türen mehr...

    *** *** *** *** ***

    Dank eines beherzten Sprints erwische ich meinen Bus gerade noch so. Ich lass mich auf den Sitz fallen, löse fix noch ein Ticket per Handy... es ist kurz vor vier, meine Tageskarte ist vor einer knappen Stunde abgelaufen.
    "Bitte!"
    "Alles gut!"

    Der Busfahrer winkt ab und lenkt den Bus aus der Haltestelle. Die Lichter des nächtlich leeren Ku'damms ziehen an mir vorbei. Ich lass den Abend Revue passieren...

    Wie sagte doch Viola, als sie mir ihr Leid über einige Gäste klagte:
    "So viel Akrobatik darf er für 60 Euro nun wirklich nicht von mir verlangen."

    Sie ist eben auch nur eine Hure.
     
    Lupus vetus, Marc Aurel, moravia und 2 anderen gefällt das.
  7. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Meine Begeisterung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist begrenzt. Aber: Huren sind Wähler. Freier sind auch Wähler.

    Huren und Freier sollten daher folgende Damen und Herren nicht wählen: Hermann Gröhe (CDU), Frank Heinrich (CDU), Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), Leni Breymaier (SPD) und Karl Lauterbach (SPD). Aufgrund des deutschen Wahlrechts empfiehlt es sich, auch den Parteien, auf deren Listen die vorstehend genannten Damen und Herren sich aufstellen lassen, generell die Stimme zu verweigern. Ich hab keine Lust, die weiteren Unterzeichner des betreffenden Briefes aus dem erlauchten Kreis der Volksvertreter zu recherchieren - wer will, möge das gern tun (Und mir den passenden Link schicken, bitte.)

    Insgesamt 18 MdB's fordern, Prostitution dauerhaft zu verbieten. Sie fordern die Einführung des so genannten Nordischen Modells. Huren und ihre Arbeit würden damit faktisch einem Berufsverbot unterzogen. Freier würden kriminalisiert.


    Leni Breymaier aus der baden-württembergischen SPD, die es nach einer langen Karriere in Gewerkschaft und Partei nun endlich auf einen Versorgungsposten in den Bundestag geschafft hat, kümmert das nicht, eher im Gegenteil. Schon Mitte März machte sie auf Twitter aus ihrer Freude über das pandemiebedingte faktische Prostitutionsverbot keinen Hehl. In welche Abgründe das nicht wenige der von diesem Berufsverbot betroffenen Frauen stürzt, ist Leni Breymaier Banane. Mir nicht, denn ich bin wie der eine oder andere von Euch vielleicht auch näher dran an dieser Katastrophe, als es mir lieb ist. Egal, mein Problem, das nah-dran-sein, ich wollte das schließlich so :cool:.

    MdB Breymaier verbreitet auf ihrer Webseite einen hübschen Button, der zum Eintritt in die SPD verführen soll, beschriftet mit dem Slogan:

    Für Weltoffenheit. Gegen Engstirnigkeit.

    Jawohl! Ganz meine Meinung! Für Weltoffenheit. Gegen Engstirnigkeit. Alle raus aus dieser Partei - aber bitte nicht zur CDU wechseln, da geht es vermutlich noch verlogener zu :cool:

    Sorry, das musste jetzt mal raus.

    Freut Euch trotzdem auf Donnerstag, den 21. Mai 2015.
     
  8. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Donnerstag, 21. Mai 2015
    Fremdgänger


    Fix noch unter den Wasserfall, dann breche ich auf. Feierabend!


    Im Bus lasse ich den Abend noch einmal Revue passieren. Doch, ich hab mich entschieden. Ich setze aus, mit beiden. Auf dass der Zauber wiederkehrt.

    *** *** *** *** ***

    Ein angenehmer Frühlingstag in Berlin. Die Sonne scheint, ein paar Wolken am Himmel, zwischen fünfzehn und zwanzig Grad mögen es sein unter Mittag.

    Routinierter Check-In, routinierter Smalltalk. Katharina und Sandra wuppen die Rezi...
    "Sach mal, Du heißt nicht zufällig Tanja?"

    Nein, heiße ich nicht. Dessous wurden geliefert, an Tanja, Artemis, und sie finden keinen Abnehmer. Die Tanja, die neuerdings im Laden werkelt, will die Dessous nicht haben, und nun ist die Verwirrung groß. Tanja... ich erinnere mich an eine Spanierin, eine echte Spanierin dieses Namens, mit der ich vor Jahren ein paar schöne Zimmer hatte. Mit der Tanja von heute aber hat sie nichts zu tun. Vor Tanja wird gewarnt, liegt es mir auf der Zunge, doch ich beiße mir auf die Lippen. Wenn sogar ein Haifischflüsterer vor einer Dienstleisterin warnt, muss es schon übel gewesen sein.
    "Viel Spaß!"

    Danke, den werde ich haben. Nicht mit Fatima, nicht mit Viola, nein. Mit beiden setze ich aus, das hab ich mir fest vorgenommen, das zieh ich durch, ich gehe heute fremd. Stattdessen... ich hab da so eine Ahnung, mit wem ich heute ein Zimmer teilen werde...

    *** *** *** *** ***

    Die Ahnung täuscht nicht. Claudia lümmelt an der Bar, breitet ihre Lebendmasse über drei Barhocker aus.
    "Ich habe heute so gut geschlafen!"

    In der Tat: sie wirkt fröhlich und ausgeruht. Das wird heute sicher sehr schön mit ihr... ich hab mich schon entschieden. Trotzdem: Kann nicht schaden, sie ein bisschen zappeln zu lassen.
    "Ich bin heute die erste bei Dir!"
    "Bist Du Dir da sicher?"
    "Ja. Naja. Fast sicher."

    Claudia hat gelernt. Sie erzählt mir, dass Gabriela abgereist ist. Kümmert mich nicht, mit der bin ich durch. Dass Fatima im Haus ist, erzählt sie mir nicht. Sie weiß: Fatima hat Vorrang. Dass ich wiederum von Fatimas Anwesenheit weiß, kann sie höchstens ahnen, nicht wissen. Claudia will heute ganz sicher gehen.
    "Was machst Du jetzt?"
    "Ich geh erst mal duschen und so."
    "Na raze!"

    Bis gleich.

    *** *** *** *** ***

    Zurück im Blauen Salon.

    Ich brauch was zu trinken, Kaffee vor allem, ich hab mehr als zwanzig Stunden kein Koffein gehabt, ich bin auf Entzug, ich hab Kopfschmerzen. Ganz bewusst geh ich zur Getränkebestellung an die Seite der Bar, an der Claudia nicht sitzt.
    "Kaffee schwarz und Sprudel, bitte!"

    Ein Stupser von der Seite. Am Gedränge am Tresen kann's nicht liegen, es gibt nämlich keines. Ich linse aus dem Augenwinkel: Martha im Handtuch.
    "Autsch!"

    Sie lacht. Wir machen kurzen Smalltalk, mir passt das hervorragend ins Konzept: Claudia soll ruhig sehen, dass da noch andere Kandidatinnen neben Fatima sind. Martha begreift schnell, dass ich sie heute nicht auf dem Schirm hab.
    "Viel Spass!"
    "Na, den wünsche ich Dir lieber nicht... vielleicht: Gute Geschäfte?"

    Und wieder lacht sie. Doch, ich mag sie. Aber es braucht noch Zeit, damit sich ihr Zauber erneuert.

    Mit meinen Getränken steuere ich am Tresen entlang um die Bar herum. Claudia hat das mit Martha eben mitgesichert, so viel ist klar, und stellt sich mir wie zufällig in den Weg.
    "Was machst Du?"
    "Ich such mir einen schönen Platz..."
    "Darf ich mitkommen?"

    Claudia hat gelernt. Letztens hatte sie darauf verzichtet, mich zu besetzen... und dann lief mir Viola über den Weg.

    Ach ja, die Antwort.
    "Na klar, sehr gern."

    *** *** *** *** ***

    Claudia ist hyperaktiv, das sagt sie selbst. Ich weiß nicht, wie viel Überwindung es sie kostet, während unserer halben Stunde auf Couch kein einziges Mal auf Aufbruch zu drängen... aber sie schafft es. Und als Fatima mit einem Gast, dem ollen Laberkopp, vorbeikommt, zuckt ein triumphierendes Grinsen über ihr Gesicht.

    Ihr Plan ist aufgegangen, denkt sie.

    Ich lass sie das denken. Schließlich hab ich zugelassen, dass er aufgeht. Ich geh heute fremd.

    Und zum Fremdgehen gehen wir selbstverständlich nach draußen. Zimmer 43.

    *** *** *** *** ***

    Sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie mich die ganze Zeit ausbeuten wird.
    "Heute vergewaltige ich Dich!"

    Ich weiß: wenn sie im Bett einmal in Fahrt ist, bekomm ich sie nur schwer wieder ausgebremst. Sie hat unterschiedliche Tage, gute und weniger gute, wie jeder von uns. Heute ist ein guter, ein sehr guter Tag.
    "Oh, ich hab so lange geschlafen!"

    Immer wieder hör ich Blondynka aus ihr sprechen...

    Sie macht mich fertig. Mit ihren Händen, mit ihrem Mund. Steigert die Intensität langsam. Hat ihre Hände überall. Trillert mich mit ihrer Zunge an der Eichel an den Rand des Wahnsinns.
    "Gönn mir eine Pause... bitte!"
    "Wir bleiben drei Stunden, dann bekommst Du eine Pause!"

    Nein, eine Stunde, so wie immer. Und Deine Hände fixier ich jetzt einfach mal...

    Kümmert sie nicht. Sie bläst einfach freihändig. Ab und an zucken ihre Hände unter meinen, sie will sie einsetzen... ich muss schmunzeln.

    Sie löst die Situation auf ihre Art.
    "Machen wir Sex. Komm!"

    Machen wir Sex. Gummi drauf, sie bockt sich auf zum Doggy. Vorsichtig stöpsele ich ein... ich fürchte, ich bin heute der erste.

    Heftiges Geficke. Dabei muss ich aufpassen, nicht vorfristig abzuschießen. Aus genau diesem Grund stöpsele ich irgendwann aus.
    "Was machst Du da?"

    Ich brauch schlicht eine Pause, kochanie.

    Was nicht bedeutet, dass ich wirklich eine Pause bekommen.
    "Ich hab Dir gesagt, dass ich Dich heute ausbeute!"

    Spricht's und hat meinen Schwanz schon wieder im Mund.

    Claudia hat gelernt. Sie kobert auf Zimmer nicht mehr nach. Keine Frage, ob sie mich aussagen darf: Sie weiß, ich würde ihr ein entsprechendes Signal geben.
    "Machen wir nochmal Sex."

    Keine Frage, eine Feststellung. Keine Ahnung, woher sie so schnell das zweite Gummi gezaubert hat.

    Wieder Doggy. Lange brauch ich jetzt nicht mehr...

    Wir liegen nebeneinander für ihre Zigarette danach.
    "Was machst Du heute noch?"

    Ich verklicker ihr den geplanten Ablauf: Wellness, dann nach draußen, und abends noch mal zurück in den Puff.
    "Und Du gehst nochmal auf Zimmer?"
    "Ja, bestimmt."
    "Mit der Slowakin... wie heißt sie doch gleich?"

    Nun tu nicht so, Claudia. Und mit Fatima geh ich heute nicht. Ich geh heute fremd.

    *** *** *** *** ***

    Am Wertfach bin ich geneigt, ihr das Tip zu streichen... dass sie mit einem anderen Gast schwatzt, während sie auf mein Geld wartet, finde ich höchst unfein. Ich beschließe, ihr das beim nächsten Mal aufs Butterbrot zu schmieren, nicht heute.

    Ich mach Wellness. Zwei Runden Sauna, eine davon mit angenehmen Kollegen aus dem Thüringischen, zwei Runden Pool. Ab und an schaut die Sonne mal zwischen den Wolken hindurch... ich beschließe, es mir draußen gemütlich zu machen.

    Aus dem Spind hol ich mir Schokolade, vom Wellnesstresen Milchkaffee und Wasser. Gemütlich machen muss ich es mir selbst, die Polster für die Sitzmöbel sind unter dem Vordach gestapelt.

    Wie gesagt, ich greife zur Selbsthilfe. Cheffe macht mit dem Obermaler einen Rundgang. Sicherheitshalber ruf ich ihm zu:
    "Ich darf doch?"
    "Ja, mach nur. Sorry, aber sollte ja schlechtes Wetter kommen heute."
    "Ich räum das Zeug dann wieder weg."
    "Kein Problem. Und: Danke!"

    Derart mit dem Segen des Allerhöchsten ausgestattet, mache ich es mir ganz beruhigt bequem und schlage mein Buch auf: Nele Neuhaus, Die Lebenden und die Toten.

    Irgendwann versteckt sich die Sonne zu lange zwischen den dunklen Wolken, es wird frisch. Aufbruch... Ich hab draußen einige Katzen zu kämmen.


    *** *** *** *** ***
     
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  9. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** *** *** *** ***

    Gegen neun bin ich zurück. Ich muss warten, am Eingang hat sich eine kleine Schlange gebildet. Logisch, heute ist Donnerstag.

    Im Blauen Salon wummert Victors Mugge, und es ist gar nicht so einfach, sich zum Tresen durchzudrängeln. Aber: Die Mädchen hinter dem Mädchen arbeiten im Akkord, als ich es endlich bis an den Tresen geschafft hab, geht es wirklich ratzifatzi.

    Erstaunlicherweise ist die VB-Couch frei, da beziehe ich dann mal gleich mein Lager. Wenige Minuten später...
    "Was machst Du denn hier?"

    Ein Kollege. Logisch, heute ist Donnerstag. Stammgasttag. Der Kollege lädt mich ein, doch auf die Stammgastcouch umzuziehen. Nichts lieber als das. In der zwar kleinen, aber nichtsdestotrotz illustren Runde der Stammgäste vergeht die Zeit dann auch wie im Fluge.

    Was mach ich nun? Geh ich nochmal auf Zimmer oder lass ich es mit der Nummer mit Claudia bewenden? Ein zweites Zimmer mit ihr? Wo steckt sie überhaupt? Feierabend wird sie wohl kaum schon gemacht haben, nicht heute. Oder werfe ich meinen Vorsatz über den Haufen und geh doch mit Fatima... die mir dafür aber erst mal über den Weg laufen müsste. Immer diese schweren Entscheidungen...

    *** *** *** *** ***

    Erst mal Handycheck. Die Frage, wo Claudia steckt, beantwortet sich dortselbst...
    "Kochanie!"

    Sie ist im Handtuch unterwegs und kauft gleich einen ganzen Stapel Schnapsmarken. Da hat sie wohl einen Jackpot gezogen oder darf wenigstens mit hineinlangen. Ich gönne es ihr von ganzem Herzen. Diese Option hätte sich damit erledigt.

    Mit dem Handy verzieh ich mich auf die Checkercouch. Ich hab mein Handtuch gerade abgeworfen...
    "Hallo!"

    Ich fall vom Glauben ab: Fatima steht im Zivil vor mir. Küsschen links, Küsschen rechts.
    "Tut mir leid, das hat heute nicht geklappt."

    Mach Dir mal keine Waffel, ich hatte Dich eh nicht auf dem Plan. Ich geh heute fremd.
    "Ja, ich weiß. Dein Stammgast..."
    "Am Nachmittag hätte es gepasst, da hab ich Dich gesehen, aber da warst Du besetzt."
    "Fatima... Leben ist hart, gerade im Puff."

    Sie lacht ihr ganz spezielles Lachen und wir verabschieden uns bis irgendwann in ein paar Wochen.

    Mir fällt auf: Die ganze lange Schlange am Einlass hat die Szene höchst interessiert verfolgt. Die denken jetzt sicher alle, ich wäre hier Stammgast...

    Scheiße.

    *** *** *** *** ***

    Gut, meine Fragen hätten sich damit beantwortet. Ich verhole mich zu den Stammgästen auf die Couch und plane vor mich hin...

    Viola schlappt unten vorbei, winkt. Nach oben kommen wird sie nicht, solange ich hier mit anderen Kollegen sitze. Ist mir klar, ist mir recht: auch bei ihr setze ich heute aus. Ich geh heute fremd.

    Irgendwann verkrümeln sich die Stammgäste: auf Zimmer, nach Hause, was weiß ich. Ich weiß ja nicht mal, was ich selbst will.

    Erst mal geh ich Zähneputzen. Und dann... Delia. Der glotz ich schon ewig hinterher, die soll es werden. Genau. Ich geh Zähneputzen, und dann schnapp ich sie mir. Der Plan ist gut, nur: er funktioniert nicht. Einmal, weil Delia sich just in dem Moment, als ich nach meinen hygienischen Maßnahmen zurückkehre, in einem Pulk Kolleginnen versteckt. Und dann, weil ich schlicht zu schüchtern bin, sie aus dem Pulk herauszuholen.

    Ich brauch also einen Platz... die VB-Couch. Erstaunlich. Der Laden ist gerammelt voll, und die Couch ist frei. Das wird meine...

    Ich behalt Delia im Auge. Nicht leicht in der schummrigen Puffbeleuchtung. Wenn sie aufbricht, dann steig ich ihr nach. Ich muss warten, ich hab Zeit, ich hab Geduld.

    Jetzt! Hinterher!

    Nein, doch nicht hinterher. Das ist gar nicht Delia. Verfluchte Puffbeleuchtung... ich steh auf und mach den Rundumblick: Keine Spur von ihr. Da ist sie mir ganz klassisch durch die Lappen gegangen.

    Und nu?

    Ein sehr, sehr schlankes Reh streunt durch den Raum. Absolut mein Fall: schlank, helle, vermutlich nicht tätowierte Haut, kleine, natürliche Brüste. Okay, der Gesichtsausdruck, mit dem sie durch den Laden läuft, ist nicht wirklich einladend...

    Scheiß drauf. Ich kann auch mal wieder einen Flop vertragen.

    Sie bekommt mit, dass ich ihr hinterherglotze. Direkt ansprechen mag sie mich wohl nicht... ersatzweise legt sie sich im Fickzelt in der Ecke neben der alten VB-Couch ab. Ich mustere sie aus dem Augenwinkel... schaut sie mich an? Nein. Hm.

    Ella steuert auf das Zelt zu, nimmt neben dem Reh Platz. Ella ist ja nun wirklich kein Reh, und schon gar kein junges...

    Ich lehne mich zurück und warte mal wieder. Ich hab Zeit, ich hab Geduld.

    Irgendwann hat Ella genug Pause gemacht und bricht auf. Das Reh bleibt sitzen. Nun aber...

    Ich sammel mich. Angriff!

    *** *** *** *** ***

    Sie schaut nicht im mindesten überrascht, als ich mich zu ihr hocke. Da hat sie den Braten korrekt gerochen. Das übliche Blabla, sie kann halbwegs Deutsch und wirkt im Gespräch freundlich und aufgeschlossen.

    Gebucht!
    "Was machen wir jetzt?"
    "Ich geh duschen und dann hol ich Dich ab, wenn Du möchtest.."
    "Dann warte ich hier."

    Na wunderbar. Ach ja, eins noch.
    "Wie heißt Du eigentlich?"
    "Dalia."

    Okay, dann wäre das auch geklärt. Ich mach mich auf den Weg.

    *** *** *** *** ***

    Küssen wird mich Dalia kaum wollen, also verzichte ich auf erneute Zahnhygiene. Die Dusche allerdings gehört sich dann schon.

    Ich schlappe nach unten. Im Wellnessbereich gähnende Leere, an der Bar langweilen sich Ella und Viola. Na, das passt ja wunderbar. Ob Dalia oben nun drei Minuten länger auf mich wartet, ist nun auch egal.
    "Ich wollte wenigstens mal Guten Tag sagen."
    "Das ist nett von Dir."
    "Wie läuft das Geschäft?"
    "Hm. Heute ist Frauentag."

    Wir lachen, auch Ella lacht mit.
    "Viola... ich wünsch Dir trotzdem eine gute Schicht. Ich geh heute fremd."
    "Das musst Du mir nicht sagen. Das Artemis..."
    "… ist kein Heiratsmarkt, hat eine Kollegin von Dir mal gesagt."

    Als ich nach der Dusche an den beiden vorbeigehe, würdigt sie mich keines Blickes. Sie ist eben auch nur eine Hure.

    *** *** *** *** ***

    Dalia hat kein Problem damit, zum Ficken nach draußen zu gehen, sagt sie. Eigentlich will sie aber doch lieber nach oben. Ich lass ihr ihren Willen, ich will ja nicht gleich von Anfang an die Stimmung versauen.

    Zwei Schlüssel gibt es, so betriebsam ist dieser Donnerstag dann wohl doch nicht. Sie greift nach dem Blech mit der Nummer 24.
    "Ist ein großes Zimmer."

    Keinen Plan. Ich kenn mich hier oben gar nicht mehr richtig aus. Aber sie hat recht: ein schönes, großes Zimmer, Stuhl, Sofa, große Eckspiegel. Eine gute Wahl.
    "Ein schönes Zimmer.",

    lobe ich sie. Sie nickt und bereitet schon mal das Bett. Ich hock mich zu ihr. Jetzt kommt der geschäftliche Teil.
    "Wie lange bleiben wir?"
    "Eine halbe Stunde, wenn es passt, eine Stunde."
    "Dann mache ich eine schöne Massage..."

    Nein. Bitte, versaue es nicht.
    "Die Massage lassen wir weg, okay."

    Glücklicherweise kobert sie nicht weiter. Ich fang mal vorsichtig an, sie zu berühren, bemühe mich, sie anzulächeln. Ihre Haut faßt sich angenehm an, Berührungsängste kennt sie nicht. Nett. Ich fange an, in Stimmung zu kommen. Sie zärtelt zurück, das allerdings eher grobmotorisch, mechanisch. Ihr Gesichtsausdruck ist... irgendwie spitzbübisch, spöttisch.

    Vorsichtig dirigier ich sie mir in eine passende Position. Mal sehn, ob Du funktionierst...

    Ich geb mir wirklich große Mühe... und ich schaff es in der Tat, ihr Reaktionen zu entlocken. Echte, keine gespielten. Sie bemüht sich, das zu verbergen... süß. Zumal sie das genauso macht wie Fatima. Küsschen gibt’s auch, nichts zu meckern.

    Bis jetzt lässt sich das alles ganz gut an. Ich strahle sie an. Das wiederum irritiert sie merklich.
    "Welche Fantasie hast Du?"
    "Fantasie?"

    Will sie jetzt wissen, was ich beim Sex von ihr verlange?
    "Nichts Besonderes. Schön langsam und zärtlich."

    Leider setzt sie das beim Blowjob nicht wirklich um. Okay, sie sucht Blickkontakt, aber sie geht für meinen Geschmack doch etwas heftig zu Werke. Grenzwertig. Wirklich bremsen kann ich sie nicht... ich ahne böses für den Fick nachher.

    Reiten mag sie nicht, sie bietet sich in der Missi an, macht sich ordentlich weit. ich kann auch ihre Beine vor die Schultern nehmen, alles schick. Alles schick, aber es wäre noch schicker, wenn sie sich nicht nur bereitwillig anbieten, sondern auch noch angemessen mitarbeiten würde.

    Okay. Wenn sie mich schon so allein läßt mit meiner Geilheit, dann kann ich sie mir auch im Doggy vornehmen.

    Sie bockt sich auf, ich stöpsel ein, ich ficke sie. Ich such Blickkontakt über die Spiegel, ich bekomm ihn. Ich ficke sie. So weit, so gut. Aber: Ich spüre das Nachlassen der Erektion, noch während ich sie ficke. Nicht dass die Erektion keine fickfähige mehr wäre, aber irgendwie macht sie mich nicht an. Seltsam.
    "Möchtest Du eine Stunde? Sonst müssen wir jetzt gehen."

    Das kommt gut hin, meine ich. Ich zögere kurz: an dieser Stelle abbrechen?

    Ich bin zu gut für diesen Puff. Ich breche nicht ab, ich mache weiter. Ich ficke sie weiter, obwohl ich nicht wirklich Vergnügen daran hab. Aber warum?

    Ich stöpsele aus. Das wird nichts mehr. Stattdessen knie ich hinter ihr, der Schwanz erschlafft gemächlich in seinem Gummi, ich befummele sie der guten Ordnung halber.
    "Was ist?"
    "Alles in Ordnung."

    Sie dreht sich um, bringt sich in Position.
    "Nein. Andere Männer haben ihre Fantasien. Du behältst sie in Deinem Kopf."

    Anni schießt mir ein. Ich kann Dich nicht lesen, hatte sie gesagt. Nichts anderes sagt Dalia, wenn auch mit ihren Worten. Anders als Anni kann oder will sie aber damit nicht umgehen.

    Ich befummel sie, sie streichelt mechanisch zurück.
    "Und was machen wir jetzt?"

    Ich hab absolut keinen Plan. Passiert mir wirklich selten auf Zimmer. Irgendwie kann ich mit ihr nicht umgehen. Es kann nicht daran liegen, dass sie zu jung wäre oder zu unerfahren... 28 Jahre alt wäre sie, und sie hätte zuvor im Palace angeschafft... nicht die allerbeste Referenz, aber Erfahrungen hat sie da zur Genüge sammeln können.

    Irgendwie versprüht sie null Erotik, null Empathie.

    Wenigstens will sie mich nicht abziehen.
    "Nochmal Sex?"

    Sie spielt mit meinem Schwanz, das Gummi hab ich schon vor einer Weile heruntergepult, die Erektion ist weder richtig weg noch richtig da.
    "Oder ich machs Dir mit der Hand?"

    Ich sag nichts. Vielleicht ist genau das unser Problem: ich sag ihr nicht, was ich will. Anders als andere Frauen spürt oder ahnt sie das wohl nicht.

    Sie nimmt mein Schweigen als Zustimmung, benetzt ihre Hände mit Öl und startet einen Handjob. Der ist gar nicht mal so schlecht... vor allem, weil sie ihren Körper äußerst aufreizend einsetzt: die Schenkel weit geöffnet, präsentiert sie ihre recht fleischige Muschi, sie hält Blickkontakt und fordert mich mit ihren Augen wortlos auf: Lass Dich gehen, spritz ab!

    Ich bekomm glatt Lust, sie noch einmal zu ficken. Aber nein, das lass ich besser.

    Statt dessen...
    "Happy Birthday!"

    Sie präsentiert mir ihre öligen, spermaverschmierten Hände und lacht mich stolz an. Hab ich Dich doch geschafft, sagen mir ihre Augen.

    Ja, das hast Du.

    Sie lässt mich runterkommen, fragt, ob sie eine rauchen darf. Darf sie. Locker und nicht unangenehm plaudernd verbringen wir noch eine gemütliche Zigarettenlänge miteinander. Und mit Macht fällt die Müdigkeit über mich her...

    Beim Anpellen stelle ich fest, dass wir völlig überraschend zehn Minuten überzogen haben. Ich schlucke. Hoffentlich macht sie mir keinen Stress am Wertfach...

    *** *** *** *** ***

    Macht sie nicht. Sie schaut zwar sehr aufmerksam auf die kleine Rolle Scheine, die ich ihr in die Hand drücke, sagt aber nichts. Küsschen auf den Mund, Gute Schicht!, Gute Nacht!

    Nein, kein Bis zum nächsten Mal! Uns beiden ist wohl gleichermaßen klar, dass wir es wohl kaum noch einmal miteinander versuchen werden.

    Ein letztes Mal unter die Dusche, dann breche ich auf.

    Im Bus lasse ich den Abend noch einmal Revue passieren. Doch, ich hab mich richtig entschieden. Der Zauber wird wiederkehren, mit beiden. Und ich freue mich darauf.
     
  10. Herrmann2020

    Herrmann2020 Bürger

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    Guten Abend, ich glaube, es ist Zeit mich mal zu outen. Normalerweise bin ich ein grosser Anhänger Deiner Texte Elskhuga. Im Laufe der Zeit habe ich wohl alle Deine Beiträge gelesen, viele auch verschlungen. Ich mag einfach Deinen Schreibstil, Deine Einstellung (Ausnahmen bestätigen ja die Regel,: Warum ist beispielsweise die liebe Lilia für Dich unbuchbar, fällt mir gerade ein) und nicht zuletzt Deine Meinungsstärke (frisches Beispiel: Dein Beitrag vom Mittwoch zum Thema Leni B.).

    Aber trotz aller "Verehrung": Die Rückblicke kann und werde ich nicht lesen. Zu traurig bin ich über die Schließung all der Clubs, vor allem des Artemis, das ich die letzten Jahre aus bestimmten Gründen fast ausschließlich besucht habe. Ja, ich weiß, es gab und gibt keine andere Möglichkeit, Regierung und Verwaltung haben hier , wie ich finde, absolut richtig gehandelt. Aber trotzdem - ich vermisse einfach die Atmosphäre, die Organisation und, zum allergrößten Teil, den Staff.
    Vor allem aber natürlich die Damen (Wenn ich nur an Katja/Ukraine denke, ich könnte heulen! Ich hoffe, es geht ihr gut... vielleicht weiß ja jemand was, ich könnte besser schlafen…) So kann ich nur hoffen, dass sich die Situation weiterhin positiv entwickelt, und die Clubs bald wieder öffnen können. Allein: mir fehlt der Glaube.

    Also, lieber Elskhuga, schreibe bitte weiter und aktuelle Berichte, wenn es sie denn wieder gibt, werde ich auch wieder lesen...

    Euch alles Gute (Gesundheit)

    Herrmann

    P.S. Ich könnte mir vorstellen, mich hier künftig öfter zu melden, nur lesen ist ja auch ein wenig, äh, parasitär, gelle?!

    .
     
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  11. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Ich habe einen Fan. Cool :cool: Du kannst Dir gern mein Buch kaufen :D

    Lilia ist und bleibt in der Tat unbuchbar für mich. Ich muss das hier nicht weiter begründen, glaube ich :D Sie hat mit mir als Gast aber auch nichts verpasst. Wie skizzierten doch einst Frauen in einem Club südlich der Alpen den Freier Elskhuga: Anspruchsvoller alter Sack.

    Wie es Deiner Katja geht, weiß ich natürlich nicht. Ich war im Artemis mit zwei Katjas auf Zimmer - Du wirst die in 2016 oder 2017 aus Brüggen zugewanderte Frau meinen, denke ich. Viele Frauen allerdings stehen akut vor sehr schwierigen Fragestellungen, weil ihnen mit dem aktuellen Berufsverbot die Lebensgrundlage entzogen worden ist. Huren haben in diesem Land leider keine Lobby, sondern nur Gutmenschenfreunde wie Leni Breimayer. Du wirst selbst Phantasie genug haben, Dir das Weitere auszumalen. Möge es Deiner Katja besser ergehen als etlichen ihrer Kolleginnen.

    Eher nicht. Ich hab einerseits für meine Berichte viel zu oft in die Fresse bekommen, als dass ich noch Freude daran gehabt hätte, aktuelle Texte ins Netz zu stellen. Andererseits ist für mich aktuell völlig offen, ob ich ins Artemis zurückkehre. Im Zweifel allerdings siehe oben: Du kannst Dir gern mein Buch kaufen :D
     
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  12. Herrmann2020

    Herrmann2020 Bürger

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    Fan bin ich nur vom HSV. Leidgeprüft!;)

    Wenn Du´s schreibst, mach ich das sogar! :cool:

    Was soll ich machen. Ich fürchte, ich bin ein bißchen verknallt. Das mir alten Sack das noch passiert nach 30 Jahren...:banghead:
     
  13. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Sonnabend, 30. Mai 2020
    Verkehr ohne Plan

    *** Mailverkehr ***

    "Ich arbeite statt dessen dann morgen schon mal in der Frühschicht vor :) - Ich meine, trotz Fussball sollte es tagsüber auszuhalten sein, und wenn die Idioten vom Fussball kommen, bin ich schon längst auf dem Heimweg."

    "Da wünsch ich mal eine gute Reise und einen angenehmen Tag. So ein Start ohne Plan eröffnet ja manchmal ganz neue Horizonte. Ich drück jedenfalls die Daumen für bleibende Erinnerungen."


    *** Fernverkehr ***

    Pünktlich lenke ich den Heizölturbo auf die Bundesautobahn. Zwei Stunden Fahrt, zwei Stunden, um sich zu freuen.

    Große Erwartungen habe ich nicht. Fatima nicht im Haus, Viola nicht im Haus. Claudia dürfte wohl im Laden sein, wie üblich am Tresen lungern und mich begrüßen. Bin ich heute die erste? würde sie fragen, und wir würden Spielchen spielen oder auch nicht. Oh, sie mag es nicht, Spielchen zu spielen, die sie nicht bestimmen kann.

    Claudia als sichere Bank. Milu wär eine nette Alternative für den Nachmittag oder auch den Abend, abends könnte mir ja auch endlich mal Delia über den Weg laufen. Delia mit den rotgefärbten Haaren, der porzellanweißen Haut und der kleinen Brille über freundlich-frechen Augen.

    Ganz neue Horizonte...

    Kurz nach halb zwölf bin ich da.


    *** Fanverkehr ***

    Drei Jungs mit westdeutschen Akzent checken vor mir ein. Einer der drei trägt ein schwarzgelbes Tuch um den Hals gewickelt: Pokalendspiel. Die Jungs wollen mit Sicherheit einen wegstecken vor dem Spiel und hinterher vermutlich noch mal zum Feiern ins Artemis kommen. Wenn's denn sein muss. Dürfte heute wohl voller als an einem üblichen Samstag werden...

    Auch am gestrigen Freitagabend wäre es recht betriebsam zugegangen. Fussballfans...
    "Jeder zweite, mit dem ich auf Zimmer gegangen bin, hat gesagt: Ich komm aus Dortmund."

    … aber nicht nur.
    "Viele Italiener. Nachts habe ich vierzig Minuten auf ein Zimmer gewartet."

    Aber, das war nachts. Von mir aus kann es gern sehr voll werden heute nacht, da bin ich völlig leidenschaftslos, da bin ich völlig egoistisch. Heute nacht, wenn die Idioten vom Fussball kommen, will ich nämlich schon auf dem Heimweg sein. Idealerweise mit zwei Nummern auf dem Zettel. Ich sollte mich also zeitig kümmern, dass ich den ersten Haken auf meinem Zettel machen kann...


    *** Verkehrsmittelwahl ***

    Jenna ist besetzt, stelle ich bei meinem beim ersten Gang durch den Blauen Salon fest. Schön für sie, schön für den Kollegen, mir Banane. Ich kann nicht ran an diese aberwitzig aufgeblasenen Möpse, für kein Geld der Welt.

    Milu ist besetzt, stelle ich fest, als ich quer durch die Kantine - Mahlzeit! - latsche. Sie frühstückt mit einem Gast, einem Stammgast, wie ich meine, ich hab den Kollegen schon öfter gesehen. Schön für sie, schön für den Kollegen, weniger schön für mich. Da werde ich wohl etwas länger warten müssen.

    Ich kalkuliere kurz... es gab ja Zeiten, da saß ich regelmäßig mit Fatima beim Frühstück. Anderthalb Stunden, eher zwei, sollte ich den beiden geben.

    Alternativ könnte ich Claudia buchen und Milu auf den Abend schieben, Milu schafft üblicherweise bis gegen Mitternacht an. Ich könnte Claudia buchen, nur: von ihr keine Spur. Okay, die Verabredung für heute war eher unbestimmt... oder ich hab mir da schlicht ein falsches Datum gemerkt.

    Ich mach meine Prälimarien, hol mir meine Getränke und leg mich auf der Lieblingscouch ab. Der Betrieb im Laden ist wie immer hochinteressant.

    Anetta begrüsst einen vermutlich deutschlandweit bekannten Hurenbock.
    "Andreas! Dich hab ich ja schon Jahre nicht mehr gesehen!"

    Hoffentlich werde ich nicht auch mal irgendwann irgendwo so begrüßt.

    Amina macht Aquise, angelt sich einen Touristen. Den Kollegen an der Hand, dreht sie eine Runde um die Bar, bleibt bei ihrer Kollegin Mariella stehen... die beiden kennen sich ja aus dem Harmony. Mariella wird vorgestellt, sie schaltet ihr wirklich warmes, herzliches Lächeln ein, man plaudert kurz... Deal! Abmarsch zu Dritt. Das nenne ich kollegiale Zusammenarbeit.

    Nach zwanzig Minuten sind die beiden zurück.

    Milu kommt mit ihrem Gast aus der Bar, die beiden nehmen auf Milus Stammcouch Platz. Palaver auf Englisch. Gut eine halbe Stunde später verdrücken sich beide.

    Nach einer knappen Viertelstunde ist Milu zurück.

    Sie ist allein zurück, und sie ist ohne Handtuch. Hoppla! Da muss der Kollege aber ein richtig guter Gast sein, wenn sie für ein Halbstundenzimmer so viel Zeit investiert.

    Passt. Passt hervorragend. Dann geh ich mal Zähnchen putzen und das Handy checken. Bisschen Pause sollte sie schon haben, jedenfalls um diese Zeit, wenn es im Laden noch nicht wirklich brummt.

    Zehn Minuten später bin ich zurück, drehe meiner Beute sicher am Ende der Bar nach rechts ab... keine Milu. Nada. Niente. Nichts.
    "Scheiße!"

    Gut möglich, dass ich das laut gesagt habe...

    Dumm gelaufen. Milu vermutlich dauergebucht, Claudia nicht da... dass sie schon einen Gast gehabt haben könnte, glaub ich nicht. Zur Planung der Planänderung zieh ich mich auf meine Couch zurück. Sauna, dann gemütlich Frühstück? Oder gleich nach draußen zu Sport und Katzenkämmen?

    Ich kann mich wie immer nicht entscheiden, und das ist in diesem Fall auch gut so. Denn: Unverhofft betritt Claudia die Bühne, handtuchumwickelt, Täschchen im Arm. Da war sie wohl frühstücken. Sehr schön, der Nachmittag ist gerettet. Sie winkt mir vom Trampelpfad aus zu, alles klar.

    Als sie ohne Handtuch, aber mit Täschchen, zurück ist, schwatzt sie noch ein paar Minuten mit Sandra am Tresen, teilt Sandra dann mit, dass sie dem Gast da oben erst mal einen Guten Tag! wünschen möchte.

    Und das macht sie dann auch. Ruckzuck hab ich sie neben mir. Perfekt. Und wenig später machen wir uns auf den Weg. Warum jetzt noch auf Milu warten, wenn ich Claudia haben kann?


    *** Verkehr ***

    Dass wir nach draußen gehen, ist kein Thema mehr zwischen uns, dass wir Nummer 43 nehmen, auch nicht. Ich geh fix duschen, sie erwartet mich auf dem Bett. Knieend.

    Das nutze ich aus. Ich knie mich hinter sie... dass sie meine veritable Latte am Rücken hat, damit muss sie leben. Wenigstens ist sie ja frisch gewaschen, die Latte.

    Ich weiß, dass sie das nicht wirklich mag. Umso schöner finde ich, dass sie mir diese Minuten gönnt. Ich lasse meine Hände über ihre Vorderseite gleiten, den kleinen Bauch, die Scham, die straffen Brüste. Ich küsse ihren Hals.

    Zu viel für sie. Sie löst die Situation auf, auf ihre Art.
    "Komm, streichele meinen Rücken."

    Nein, ich massier ihn Dir. Nach wenigen Sekunden entspannt sie, endlich. Ich genieße, sie genießt. Doch sie kann nicht aus ihrer Haut.
    "Du bist der Gast, nicht ich."

    Sie klopft mit der flachen Hand auf die Matratze.
    "Komm, leg Dich hin."

    Mach ich. Ganz bewusst leg ich mich auf den Bauch. Sie lacht.
    "Mein Herrchen weiß ganz genau, warum es sich nicht auf den Rücken legt."

    Richtig, ich weiß es ganz genau. Denn sie wird ihre Hände einsetzen, ihre Fingernägel. Den Mund, die Lippen weniger, das hat sie sich leider in den Monaten, die wir miteinander zimmern, weitgehend abgewöhnt.
    "Dreh Dich bitte um."

    Erst mal dreh ich mich auf die Seite. Ihre Hände suchen meinen Schwanz, ich versuche, mich ihren Händen zu entziehen, unser altes Spiel. Logisch, sie gewinnt. Okay, so ein bisschen lass ich sie gewinnen.

    Die restliche Vierteldrehung ist dann nur noch Formsache.

    Claudia läuft jetzt zur Hochform auf. Ab und an sind die sich langsam steigernden Reize, die sie austeilt, zu stark... dann fische ich nach ihren Händen, die sie mir natürlich so schnell es ihr denn möglich ist entwindet.

    Die Säfte steigen schnell...
    "Schsch..."
    "Du bist kurz davor, ich weiß schon."

    Das nun gerade nicht, aber ich will meine Zeit mit Dir voll auskosten.

    Wir treiben dieses Spiel eine ganze Weile, bis sie nach dem Gummi kramt. Was heißt kramt, zwei Stück hat sie bereitgelegt. Beim letzten Mal hatte ich mich noch gefragt, wie sie denn so schnell an das zweite Gummi gelangt war...
    "Komm. Machen wir Sex."

    Sie bockt sich auf zum Doggy. Ich stöpsel ein, vorsichtig, denn sie ist Tagesjungfrau und nimmt wie immer weder Flutschi noch Spucke. Dann leg ich los, zurückhaltend erst, später kräftiger. Tempowechsel, Winkelwechsel, immer wieder beknuddel ich ihren Rücken und fummel an ihren Brüsten. Ich hab Zeit, ich will mich ja nicht vorfristig über die Klippe rammeln.
    "Gefällt es Dir nicht?"

    Mädchen... soweit solltest Du mich doch kennen.
    "Alles in Ordnung."

    Das lässt sie nicht gelten. Sie entzieht sich mir, greift nach dem Schwanz, stöpselt aus. Claudia dreht sich auf die Seite: Löffelchen. Innerlich stöhne ich auf...

    Sie erinnert mich in so vielen Dingen an Blondynka. Ihre Sprunghaftigkeit, manchmal. Übertriebene Betriebsamkeit, Claudia nennt das Hyperaktivität. Die Art, wie sie Zärtlichkeit spendet und mich in den Wahnsinn treibt. Nur eines mag Claudia ganz und gar nicht: intime körperliche Nähe. Nicht umsonst ist Doggy die von ihr bevorzugte Position, und nicht zufällig bemüht sie sich auch im Löffelchen darum, dass ich mich nicht allzu eng an sie schmiege.

    Ich bemüh mich, aber so hab ich nicht den großen Lustgewinn bei der ganzen Sache. Zudem lieg ich auf der falschen Seite... ich kann Löffelchen nur richtig, wenn ich auf der rechten Seite liege. Komisch, aber ist so.

    Sie bemerkt, das irgendwas nicht stimmt.
    "Was ist mir Dir los heute?"

    Bin ich heute so anders? Ich hab erst mal genug, ich stöpsele aus.
    "Bleiben wir heute länger?"
    "Nein, Claudia, eine Stunde, wie immer."
    "Ich lass Dich nicht gehen, bevor Du nicht gespritzt hast."
    "Das ist kein Problem."

    Kopfschütteln. Sie fummelt das Gummi ab.
    "Nein. Das ist ein Problem."

    Ich verzichte auf eine Diskussion mit ihr. Sie angelt nach dem Ölfläschchen, ich lass es geschehen. Soll sie ihren Willen haben. Und, das muss man ihr lassen: sie bekommt den Handjob ziemlich gut hin.

    Hinterher, die Fontäne war durchaus bemerkenswert, liegen wir nebeneinander.
    "Was ich nicht verstehe: Mit der Hand, da warst Du geil. Warum bist Du nicht beim Ficken so geil?"

    Mädchen... soweit solltest Du mich kennen.
    "Was machst Du jetzt?"
    "Ich geh jetzt raus."

    Claudia wäre nicht Claudia, wenn sie nicht das Gespräch auf die zweite Nummer lenken würde. Die könnte ich ja mit ihr machen...
    "Du hast ja heute keinen Termin, oder?"

    Nein, den hab ich nicht. Aber eine Vorstellung, mit welcher Frau ich gern auf Zimmer möchte, hab ich dennoch.


    *** Verkehrspause ***

    Wir machen uns auf den Rückweg.
    "Jetzt schalt Dein Lächeln ein... die Männer achten auf so was!"

    Sie stutzt. Und auf dem Weg einmal quer durch den mittlerweile schon gut gefüllten Blauen Salon tun wir beide fröhlich und vertraut. Was wir ja irgendwie auch sind.
    "Ich wünsch Dir nur gute Gäste... und viel Spass heute Nacht!"

    Kein Wunsch, den ich sonst einer Dienstleisterin mit auf den Weg gebe. Heute und bei ihr passt er aber.

    Ich geh duschen, dann flitze ich in die Kantine. Mit leerem Magen will ich nicht los. Die Obstauswahl ist mäßig, ich nehme mir einen Apfel und eine Banane und hock mich in die Ecke. So bekomm ich noch mit, wie Milu von draußen kommend zum Buffet eilt, sich etwas nimmt und wieder nach draußen verschwindet. Handtuchumwickelt, versteht sich. Die ist dauergebucht, die bekomm ich heut nicht zu fassen, sinnier ich so vor mich hin...

    Ich mache mich auf den Weg. Auch die drei Jungs aus Dortmund, die unter Mittag kurz vor mir eingecheckt haben, brechen auf. Vor Mitternacht, plusminus, sind die drei mal sicher nicht zurück. Ich hingegen steh schon kurz vor halb sieben in einer netten kleinen Schlange und warte auf Einlaß. Ein paar polnische Hurenböcke drängeln sich noch vor, weil sie frische Schnapsmarken brauchen, und dann bin ich dran. Jackie und Vanessa wuppen die Rezi...

    Jackie schiebt mir den Zettel für die Rückkehrer hin.
    "Da biste ja wieder!"
    "Das geht ja wie das Brezelbacken! Ich bin begeistert!"

    Jackie zeigt auf Vanessa.
    "Sag das ihr, nicht mir."

    Nichts leichter als das.
    "Vanessa? Ich soll Dir sagen, dass ich von Jackie begeistert bin."

    Heftiges Gegacker am Rezeptionstresen. Und Andreas, der offenbar bundesweit bekannte Hurenbock, verfolgt die Szene von den Wertfächern aus mit Interesse.

    Nein, Andreas, ich bin kein Stammgast.


    *** Verkehrsmittelwahl ***

    Zu behaupten, dass im Laden dicke Luft herrschen würde, wäre übertrieben. Gut Betrieb ist allerdings dennoch. Wenn das Spiel beginnt, so meine Kalkulation, dürfte man leichtes Spiel bei den Damen haben, weil etliche Kollegen sich unten das Spiel anschauen werden. Das will ich für mich nutzen. Nur: mit welcher Dame?

    Letztens wollte ich Delia, war wie immer zu lahmarschig und bin letztlich bei Dalia gelandet. Clubstandard, nicht mehr, nicht weniger. Auch heute will ich Delia, aber die ist nicht da. Statt dessen: Nathalia. Die hat einen guten Ruf... und ich muss ja nicht herumerzählen, dass ich sie gefickt habe.

    Also Nathalia. Ich beobachte sie eine Weile. Richtig Geschäft scheint sie nicht zu machen. Eigentlich macht sie, jedenfalls soweit ich das einschätzen kann, gar kein Geschäft. Immer wieder zieht sie im Doppelpack mit einer Kollegin um den Tresen, ins Kino und so weiter. Und immer wieder kommt sie unverrichteter Dinge zurück.

    Mit Glück hab ich sie sogar als Tagesjungfrau...

    Irgendwann, als sie sich wieder an der Schiebetür aufbaut, raffe ich mich tatsächlich auf. Es sind nur ein paar Schritte von meinem Lieblingsplatz...
    "Du bist Nathalie, richtig?"

    Sie schaut mich erstaunt an.
    "Nein, ich bin Delia."

    Hoppla. Peinlich. Ich möchte am liebsten... aber wohin sollte ich?
    "Oh."

    Mehr fällt mir nicht ein. Sie nimmt es sportlich.
    "Nathalie hat auch eine Brille. Aber..."

    Ich falle ihr ins Wort.
    "Eigentlich wollte ich ja auch Delia... ich hab Nathalie nur angesprochen, weil ich Delia nicht gefunden hab."

    Stimmt sogar. Ob sie mir das abnimmt, weiß ich nicht.
    "Warte."

    Sie angelt nach einer Kollegin, wechselt ein paar Worte mit ihr.
    "Nathalie kommt heute nicht."
    "Kein Problem. Hat Delia Zeit für mich... hast Du Zeit für mich?"

    Die richtige, falsche, richtige Delia nickt. Alles andere hätte mich jetzt auch überrascht. Ich entschuldige mich fix zur Hygiene...


    *** Verkehr ***

    Wir gehen nach oben. Sie jetzt noch nach draußen zu komplimentieren, wäre irgendwie überzogen. Keine Wartezeiten, aber viel Schlüssel gibt es nicht mehr.

    Wir lagern uns nebeneinander auf dem Bett. Sanft beginne ich, sie zu bezärteln. Ich bemerke: Ihre Haut ist irgendwie etwas ganz Besonderes. Sie ist nicht nur sehr hell, sondern fässt sich sehr, sehr speziell an. Schlecht zu beschreiben... sie erinnert mich an Porzellan. Kräftig, kühl und hell. Sehr, sehr speziell, und sehr, sehr angenehm.

    Ich befummel sie also. Delia fummelt verhalten zurück. Entweder hat sie ihre Restriktionen, oder ich bin nicht angenehm für sie.

    Blowjob. Sie benutzt ein Feuchttuch, ich lass es über mich ergehen, sie bemüht sich allerdings um sensible Behandlung meines sensibelsten Körperteils. Der Blowjob geht in Ordnung, nicht mehr, nicht weniger.

    Wir ficken im klassischen Dreistellungskampf. Alles in Ordnung, nichts Besonderes. Sie ist tatsächlich noch Tagesjungfrau.
    "Ich hab um sechs angefangen, und Du bist mein erster Gast heute."

    Es ist irgendwas bei zehn. Keine wirklich gute Ausbeute.

    Die Fickerei geht in Ordnung, aber ich komm nicht über die Klippe. Der Reiz des Neuen ist verpufft, es hat nicht gepasst, so was passiert. Sicher, mit heftiger Fickerei würde ich es vielleicht schaffen... aber das wäre nicht fair.

    Wir vögeln im Doggy, ich stöpsele irgendwann aus, als ich merke, dass die Erektion mich verlässt.
    "Was ist los?"
    "Nichts. Mein Tag war lang, sorry."

    Das lässt sie nicht gelten. Delia pult das Gummi herunter...
    "Leg Dich hin. Entspann Dich. Bitte!"

    Ich tue, wie mir geheißen...

    Mit einem schönen Handjob bringt sie mich letztlich doch noch zum Abschuss. Eine vergleichsweise üppige Fontäne ergisst sich auf die Wampe, die mächtige. Sie übernimmt die Reinigung. Meine Hände, die ihr helfen wollen, schiebt sie weg. Sie putzt die Wampe, die mächtige.
    "Wow... Du hast ja ein Sixpack!"

    Nun muss ich doch schmunzeln.

    Freundlich plappernd gehen wir zum Wertfach. Noch einmal buchen werde ich sie wohl nicht. Clubstandard hat sie geboten, nicht mehr, nicht weniger.

    Ich bin verwöhnt. Ich erwarte mehr.

    *** Ende ***
     
    Lupus vetus, moravia und schneehase gefällt das.

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