Goldentime

Sonstige Sealed With A Kiss

Dieses Thema im Forum "Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin" wurde erstellt von Elskhuga, 11. September 2020.

  1. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Widmungen
    Für einen geschätzten Kollegen, der gerade ganz unabhängig von Corona eine schwere Zeit durchmacht. Ja, es ist schier unglaublich, dass es immer noch Songs aus der Kehle von Jason Donavan gibt, die ich noch nicht für ein Stück Fickprosa verwurstet habe... :cool:

    Für einen weiteren geschätzten Kollegen, dem ich eine unverhoffte Wiederbegegnung und noch viel mehr zu verdanken habe. Eine frühe Fassung dieser Geschichte trug tatsächlich den Titel *Ona jest taka cudowna* - Du weisst oder wirst wenigstens ahnen, für wen allein ich diese Zeilen wählen würde.

    Last, but not least: Ich danke meinem Lektor, der mich bei der Veröffentlichung dieses Textes unterstützt und beraten hat. Ich hoffe, Du behältst nicht recht... :cool:


    Vorwort

    Das hier wird... Eine kleine Geschichte, die unterhalten soll, nicht mehr.

    Das hier ist... Eine kleine Geschichte, kein Erfahrungsbericht. Keine Telefonnummern, keine Namen, nichts, was irgendeinem hier helfen würde, meine Tagträume nachzuvollziehen. Ich hab sie hier, unter Saunaclubs Berlin, eingestellt, die Geschichte hat einige wenige Bezüge auf das Artemis und vielleicht findet sie ihr Ende auch ebenda - aber wenn meine kleine Geschichte an anderer Stelle besser aufgehoben sein sollte, werden die Admins sich bemerkbar machen, denke ich ;)

    Tagträume? Natürlich. Es müssen Tagträume sein, schließlich wurde und wird in Berlin und anderswo in diesem unseren Lande über lange Monate hinweg und teils immer noch das Nordische Modell praktiziert: Prostitutionsverbot, Freierbestrafung :mad:. Wer macht sich schon gern strafbar? Ich nicht. Ich träume lieber, und schreibe auf, was ich geträumt habe.

    Ich träume, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Noch immer habe ich nicht ausgeträumt. Ich beginne diese Geschichte, doch ich kenne ihr Ende noch nicht, glaubt es oder lasst es. Noch habe ich nicht ausgeträumt...


    Sealed With A Kiss
    oder:
    Ein ehemaliger Artemiskämpen träumt von MySugarDaddy


    02. Mai 2018, Gehöft.
    Corona. Lockdown. Prostitutionsverbot.

    Yes it's gonna be a cold lonely summer,

    but I'll fill the emptiness:
    I'll send you all my dreams every day in a letter,

    sealed with a kiss...

    Ich schau auf mein Handy. Das Nuttenhandy liegt dieser Tage oft unbeachtet tagelang in der Ecke. Ein verpasster Anruf… ach Du Gott, frühmorgens am Maifeiertag kurz vor neun? Ich entscheide, dass es sich um was Dringendes handelt. Ich rufe zurück. Ich rufe Huren nur sehr, sehr selten zurück.
    „Wann sehen wir uns wieder?“
    „Keine Ahnung.“
    „Aber vielleicht machen Clubs erst im September auf. Ich hab nicht gedacht, dass es so lange dauert.“


    Ja, vielleicht. Im September.

    I don't want to say goodbye, for the summer,

    knowing the love we'll miss.
    So let us make a pledge to meet in September,
    and seal it with a kiss.

    So machen wir das.

    Du wirst es überleben, irgendwie, und ich auch. Jeder von uns auf seine eigene Weise. Im September sehen wir uns wieder.

    Vielleicht.


    10. Mai 2020, MySugarDaddy.
    Genau das brauche ich jetzt. Dieses ewige Daheimhocken geht mir auf den Sack. Mal wieder mit einer attraktiven Frau ausgehen, mit ihr Sex haben, und ihr am Morgen danach „Lebewohl!“ oder „Auf Wiedersehen!“ wünschen, jenachdem. Und außerdem: hatte ich nicht im Internetz irre Stories über die Bräute gelesen, die man für ganz wenig Kohle bei MSD aufreißen kann?


    12. Mai 2020, MySugarDaddy.
    Ohne Kohle zu investieren, komme ich hier nicht weit. Um ehrlich zu sein: Ich komme nicht nur *nicht weit*, ich komme *keinen einzigen Schritt* vorwärts. Ich hab ein paar Fotos eingestellt, echte Fotos, nur ein bisschen bearbeitet, und ich hab mir Mühe gegeben mit meinen Texten. Interessiert die Sugarbabes nicht die Bohne. In meiner Ecke Deutschlands ist die Nachfrage nach Sugardaddies noch dazu ausgesprochen klein. In Berlin oder Hamburg sieht das allerdings schon anders aus. Hm… was soll’s. Ich gönne mir mal den VIP-Account für einen Monat und ziehe außerdem virtuell nach Berlin um. Schweren Herzens löhne ich 59,99 Euro: das wäre im Artemis schon fast der Tarif für eine Billignummer. Ich bekomme 50 Credits, mit denen ich insgesamt 10 Chats eröffnen kann, die laut FAQ jeweils einen Monat offen bleiben. Ich werde haushalten müssen mit den Credits.


    14. Mai 2020, MySugarDaddy.
    Noch hab ich meine 50 Credits zusammen. Ich hab in den letzten Tagen halbwegs gelernt, die zahlreichen Fakes und Bots von den echten Menschen zu unterscheiden. Fakes sind lebendige Arschlöcher, und Bots die elektronische Variante davon. Zudem gibt es noch, da wette ich die berühmten drei Silberdollar, moderierte Profile. Bots und Moderatoren werden vom Betreiber eingesetzt, um mich zum Ausgeben der teuer bezahlten Credits zu verleiten - bei meiner Monatsmitgliedschaft hat einer dieser Credits einen Gegenwert von 1,20 Euro. Will ich eines der Sugarbabes anschreiben, kostet mich das als VIP fünf Credits, also 6 Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts, und heute gönne ich mir das.

    Ich schreibe an eine Grazie, die halbwegs aus meiner Gegend stammt. *Sie* ist, wenn sie nicht doch ein *Er* ist, vermutlich übergewichtig und nicht mein Typ. Aber irgendwie muss ich ja anfangen.

    Ich schreibe an eine Grazie, die vorgibt, Polin zu sein und sich auf ihren Profilbildern auch nicht versteckt. Cleveres Mädchen: ein paar Fotos können alle Männer sehen, und ein paar sind nur für VIP’s sichtbar, wie ich jetzt einer bin.

    Die übergewichtige Grazie hatte mir ein paar Tage zuvor ein paar Küsse geschickt, darauf hatte ich mich in meiner Nachricht bezogen. Eine knappe halbe Stunde, nachdem ich meinen Sermon abgesetzt habe, meldet sie sich. Immerhin.

    Wir schreiben bis Mitternacht, ungefähr. Kann natürlich sein, dass ich einem Fake aufgesessen bin, aber ich bin mir meiner Sache doch *recht sicher*. Gegen Mitternacht verabschieden wir uns, ich fühle mich gut unterhalten. Forciert hab ich den Kontakt im Anschluss nicht. Und ich selbst war wohl nicht attraktiv genug, um ihr einen weiteren Kontakt wert zu sein. Egal.

    Die Grazie, die vorgibt, Polin zu sein, braucht nur fünf Minuten für eine Antwort:

    Danke für diese interessante und persönliche Nachricht von Dir...

    Man gibt sich halt Mühe. So schreibe ich mit zwei Sugarbabes gleichzeitig bis gegen Mitternacht. Die Polin ist echt, da bin ich nicht nur *recht sicher*, da bin ich *absolut sicher*, und sie meint es ernst.

    Wir können telefonieren. Und etwas planen.

    Zwischendurch ist sie immer mal wieder raus aus MSD, aus welchen Gründen auch immer. Die Aufforderung, die sie mir kurz nach Mitternacht schickt, lese ich erst am nächsten Morgen:

    Könntest du mich deine Nummer lassen???

    Ich könnte.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  2. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 1. Fortsetzung ***

    15. Mai 2020, Homeoffice.
    Ein paar SMS gehen hin und her, am frühen Nachmittag klingelt das Telefon. Die Polin ist echt, und die Polin ist auch eine echte Polin - das erkenne ich am Akzent und beispielsweise an der Art, wie sie Datumsangaben im Deutschen bildet. Eine gute halbe Stunde reden wir miteinander, beschnuppern uns sozusagen. Wirklich Erfahrung mit dem, was sie hier tut, hat sie nicht, ist so mein Eindruck. Nun, da geht es ihr nicht anders als mir.

    Sie hätte Glück, erzählt sie mir, sie würde hier viele Freischaltungen bekommen - so nennt man es bei MSD, wenn man in einen Chat gebeten wird. Erst im Chat kann man Telefonnummern oder Addys austauschen und dann unabhängig von MSD miteinander kommunizieren. Ich wäre eine seltene Ausnahme, erklärt sie mir: viele Männer wollten endlos texten, aber um keinen Preis der Welt telefonieren. Ich hätte gleich ohne Zögern meine Nummer herausgerückt… Das hat sie wohl beeindruckt.

    Mädchen, ich meine es ernst. Mädchen, ich weiß was ich will. Und wenn ich das, was ich will, von einer Polin bekommen kann… :rolleyes:

    Wir sind uns halbwegs einig darüber, wie es weitergehen soll. Kennenlernen, und dann wird man sehen. Passt.


    16. Mai 2020, MySugarDaddy.
    Ein Profil von einer fetten und nicht wirklich attraktiven Berlinerin Mitte 50 fällt mir auf. Die Frau reitet auf einem ziemlich hohen Ross, finde ich - immerhin will sie wohl auch fett Kohle für ihr Wirken als Sugarbabe sehen.

    Einladungen auf einen Kaffee lehne ich grundsätzlich ab.... Entweder Du hast Interesse daran, mich kennenzulernen oder nicht. Ich möchte mich für einen Mann hübsch machen und mich auf ein Date freuen und mich nicht 'beschnuppern' lassen... Wenn Du mich in diesen Zeiten persönlich kennen lernen möchtest, freue ich mich darauf, von Dir erobert zu werden.

    Madam Susanne reitet auf einem hohen Ross. Madam will sofort ausgeführt werden. Oha. Na, da kann ich nicht an mich halten. Dieses Profil ist echt, und es ist mir auch die fünf Credits wert. Ich geb ihr Kontra. Und bin sofort, nachdem sie meine Nachricht gelesen hat, gesperrt. Du mich auch, Süsse. Gern kreuzweise :D.


    18. Mai 2020, Homeoffice.
    Der Polin hatte ich erzählt, dass ich Ende Mai vermutlich in Berlin zu tun hätte. Bei der Gelegenheit könnte man sich treffen und beschnuppern. Ganz unverbindlich gemeinsam ein Käffchen schlürfen oder zwei und ein Teilchen verzehren oder zwei. Völlig überraschend hatte sie damit kein Problem - ganz anders als die Fette Susanne. Der Polin geht das im Gegenteil alles wohl nicht schnell genug… sie hakt nach.

    Schreib mir bitte ... wann du in Berlin sein könntest.
    Ich hab kein Problem damit, ihr reinen Wein einzuschenken: Es bliebe bei dem genannten Termin, und es wäre angesichts der Unwägbarkeiten, die die Pandemie nun mal mit sich brächte, keinesfalls sicher.

    Ihr passt das nicht, das lässt sie mich spüren. Tja. Entweder Du lässt es, oder Du lässt Dich darauf ein.


    19. Mai 2020, MySugarDaddy.
    In der Desktopvariante von MSD laufen immer die Profilbilder der Sugarbabes an der Seite durch. Aus dem Augenwinkel… Moment, die da kenne ich doch aus dem Arte?

    Ich zögere nur kurz. Fünf Credits? Geschenkt. Bei ihr weiß ich wenigstens, dass sie erstens echt ist und ich zweitens nicht um den heißen Brei herumreden muss. Die will keinen Sugardaddy, die will arbeiten. Ihre Antwort braucht eine gute Stunde.

    - Wer bist du, der mich neugierig gemacht hat?

    - Wir waren nie auf Zimmer.

    Sie ist es. Ich verklickere ihr, dass ich in der kommenden Woche in Berlin sein würde, und weiß genau, wie das bei ihr ankommt: Wieder einer mehr von denen, der sich am Rechner auf mein Bild einen runterholt.

    Stimmt nicht. Erstens sind ihre Bilder nicht wirklich sexy, und zweitens hab ich einen Plan. Wenn ich denn meine Polin hinreichend beschnuppert habe, könnte ich ja das Mädel aus dem Arte daten…


    25. Mai 2020, Homeoffice.
    Die Idee war, mich in meinem Lieblingscafé in Berlin mit der Polin zu treffen - ich denke, ich sollte ihr mittlerweile einen Namen geben: Danuta. Also, Käffchen mit Danuta. Ich ruf sogar extra in meinem Lieblingscafé an: doch, man habe schon geöffnet, und reservieren müsste ich sicher nicht, der Andrang hielte sich doch sehr in Grenzen. Aber Danuta durchkreuzt meine Pläne.

    Am Mittwoch habe ich einen Termin um 16 Uhr.
Es wäre besser vor dem Termin... wenn es Dir passen würde. Vielleicht ein Mittagessen zusammen?

    Von mir aus auch das. Und wenn Danuta mit mir zu Mittag essen will, dann könnte die Kollegin aus dem Arte das Dessert sein. Das schreibe ich meinem potentiellen Dessert gleich mal.

    - Ich bin am Mittwoch in Berlin.

    - Perfekt.
Treffen wir uns?

    - Wenn es passt?

    Es passt. Wer hätte das gedacht :cool:.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  3. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 2. Fortsetzung ***

    27. Mai 2020, Berliner Süden: Das Mittagessen.
    Ich komme mal wieder später daheim los als geplant, doch glücklicherweise sind die Straßen halbwegs frei, es geht gut voran. Auch die lästige Baustellenrallye auf der A24 absolviere ich… nun, sagen wir: flott :cool:.

    Kurzer Boxenstopp am Linumer Bruch, dann weiter. Ich hab den Turbo kaum auf die Autobahn gelenkt, da schellt das Telefon. Das Nuttentelefon. Kann nur Danuta sein. Mist, ich hab das Nuttentelefon natürlich nicht mit dem Freisprech gekoppelt. Will sie jetzt noch absagen? Ich hab schon Pferde vor der Apotheke…

    Im Parkhaus vom Hotel kann ich sie endlich zurückrufen. Mir fällt ein Stein vom Herzen: Sie hätte ein bisschen knapp geplant, und wenn ich gegen eins im Restaurant wäre, wäre das ganz wunderbar. Später, ich steige gerade aus der S-Bahn, ein weiterer Anruf: in einer Viertelstunde wäre sie da. Wunderbar, da kann ich noch ein bisschen buntes Gemüse besorgen. Ich hab Erfahrungswerte mit Polinnen: damit kann ich punkten, selbst wenn sie die Blumen am Ende doch nur in den Mülleimer pfeffern sollte.

    Tatsächlich braucht es gut 20 Minuten, bis sich das Handy ein weiteres Mal meldet:
    „Wo bist Du?“

    Ich stehe auf, angesichts des herrlichen Wetters habe ich mir einen Tisch im Garten geben lassen, und winke. Eine große, schlanke Frau im Sommerkleid überquert gerade die Straße, das Handy am Ohr.
    „Ich seh Dich!“

    „Ich Dich… jetzt hab Dich gesehen.“

    Das Gespräch bricht ab. Die große, schlanke Frau, die jetzt vollends die Straße überquert hat, verstaut ihr Handy im Laufen in ihrer Handtasche.
    „Czesc!“

    Küsschen links, Küsschen rechts, fast wie im Puff.
    „Ein schönes Hemd hast Du an!“

    Ja, sicher, schließlich wolltest Du mich im Hemd - und nicht im T-Shirt. Ich hab so um die zwanzig Stück Hemden im Schrank, selbstredend eines schöner als das andere. Allerdings: sogar im Business Casual - ich hab mir Sneaker erlaubt, statt Halbschuhe zu tragen - bin ich komplett overdressed für diesen Laden.
    Dit is Berlin.

    Nimm doch mal diese absurd große Sonnenbrille ab! Danke.
    Dit is also Danuta.

    Danuta ist kommunikativ. Sie erzählt viel, gern und laut. Sie ist klug und weiß, was sie sagt. Sie hat ein paar Eigenheiten im Gespräch… alte Erinnerungen werden wach. Danuta ist Polin. Polinnen sind die besten Frauen, immer wieder.

    Die Chemie stimmt, die Zeit rast, zwei Stunden sind *rum wie nüscht*. Angelegentlich schau ich auf die Uhr: Ich hab mir mein Dessert zu 16 Uhr ins Hotel bestellt, ich muss jetzt irgendwann los. Sie schaut mich an:
    „Was denkst Du? Passt es mit uns?“
    „
Ich bin noch da. Reicht das? Und was denkst Du?“

    „Ich bin auch nicht gegangen.“

    Ich nicke.
    „Klar, die Dorade war ziemlich lecker. Wäre schade gewesen.“

    Sie lacht.
    „Ich bringe Dich zur S-Bahn. Von mir aus passt es.“

    „Lass uns morgen telefonieren. Ich muss noch nachdenken.“

    Nachdenken, ob ich mich schon wieder auf eine dieser polnischen Hexen einlassen soll. Denn dass sie eine *Czarownica* ist, daran hab ich keinerlei Zweifel.
    „Gut.“

    Sie wartet mit mir auf den Zug, dann trennen sich unsere Wege. Und ich muss jetzt eilen, mein Dessert nicht zu verpassen.

    27. Mai 2020, City West: Das Dessert.
    Es wird knapp. Als mir in Steglitz die U9 direkt vor der Nase wegfährt, weiß ich, dass ich keinesfalls pünktlich am Hotel sein werde. Hoffentlich ist mein Dessert zu spät…

    Ich bin im U-Bahnhof Ku’damm auf der Treppe hinauf ans Tageslicht, da schellt das Telefon. Mein Dessert ruft bevorzugt über WhatsApp an. Das ist nur dann ein Problem, wenn man keine Datenverbindung hat… und in der Berliner U-Bahn hat man nie eine brauchbare Verbindung - jedenfalls nicht dann, wenn man sie braucht. Folgerichtig kommt das Gespräch nicht zustande. Erst an der Oberfläche hab ich wieder Balken.
    „Ich bin da. Holst Du mich bitte ab?“

    „Sorry, es hat länger gedauert. Ich bin in fünf Minuten da.“

    „Kein Stress. Lass Dir Zeit.“

    Ich sag ihr, wo sie auf mich warten soll, und dann beeile ich mich. So gut es denn geht, denn: Dass trotz Corona derart viele Leute auf dem Ku’damm unterwegs sind… unglaublich. Endlich am Treffpunkt: keine Spur von ihr. Hat sie die Geduld verloren? Verständnis dafür hätte ich. Ich krame nach dem Telefon.
    „Wo bist Du? Ich sehe Dich nicht?“

    „Aber ich sehe Dich!“

    Sekunden später erspähe ich sie. Kleiner, als ich sie aus dem Arte in Erinnerung habe - logisch, sie wird nicht mit 20-Zentimeter-Absätzen durch die Stadt stöckeln. Der Mund eine Spur zu grell geschminkt, aber sonst sieht man ihr die Profession nicht an. Perfekt, die Frau denkt mit, die macht sicher nicht den ersten Hotelbesuch.
    „Ce faci?“

    „Buna!“

    Wenn sie erstaunt sein sollte, dass ausgerechnet ich sie gebucht habe, lässt sie sich das nicht anmerken.
    „Komm!“

    Mit ihr kann ich mir irgendwelche Umwege durch die Tiefgarage sparen. Hoffentlich hat mir das Housekeeping den zweiten Satz Handtücher mittlerweile aufs Zimmer gebracht…

    Große Umstände machen wir auf Zimmer nicht. Bisschen Smalltalk, während ich mich sortiere, dann Preisverhandlung. Ich sag ihr, welche Konditionen ich im Arte bei Stundenbuchung mit meinen Lieblingen hatte - die würde ich ihr auch anbieten. Es gibt da ja immer noch dieses winzige Detail, über das man gesondert reden muss… daran, dass mir dieses Detail wichtig ist, lasse ich keinen Zweifel.

    Mein Dessert schlägt ein. Vermutlich bezahle ich zuviel, aber ich hätte ein schlechtes Gefühl, würde ich ihre im Moment sicher nicht einfache Situation ausnutzen und den Preis drücken. Nach Vorkasse fragt sie nicht, vermutlich gelte ich als… einer, der öfter mal im Arte war, vertrauenswürdig. Das ist doch schon einmal eine Basis.

    Ich entblättere mich, sie schaut mir ungeniert zu.
    „Du siehst gut aus!“

    Oh, Dankesehr.
    „Du aber auch.“

    Einen trainierten Body hatte sie schon immer, mal mehr, mal weniger - jedenfalls in den acht Jahren, in denen wir uns im Artemis immer wieder über den Weg gelaufen sind, ohne dass sich unsere Pfade jemals gekreuzt hätten. Offenbar hat sie die letzten Wochen und Monate intensiv für Bodytoning benutzt: Respekt.

    Nach einer kurzen Dusche befummeln wir uns im Stehen. Sie lässt sich angenehm an, logisch bei diesem Hardbody. Die Brüste sind silikonisiert, leider. Ich kenne sie noch mit Naturbrüsten, aber auch damals mochte ich sie nicht buchen - also selber schuld.

    Wir befummeln uns, und die Wünschelrute funktioniert. Sobald die Wünschelrute vollends ausgefahren ist, und das dauert nicht lange, löst sie sich von mir und bittet mich aufs Bett.

    Wir betreiben Crossing-The-T, sie lässt mich mit professioneller Geduld gewähren. Mit den Silikonmöpsen hab ich es nicht so, aber dieser höchst straffe Bauch, der das kleine Sixpack nicht verbirgt… edel. Sie lässt mich gewähren, bis es ihr dann doch zu bunt wird: jetzt wird sie selbst aktiv. Ich bekomm ein paar Küsschen, dann küsst sie sich an mir nach Süden, vermutlich ist das ihr übliches Standardprogramm.

    Ich bekomm einen Blowjob, der durchaus besser als nur Durchschnitt ist, sie beschäftigt sich ausdauernd und kenntnisreich mit meinem Kampfgerät. Ab und an gibt es einen Kontrollblick, ob ich mich wohlfühle - doch, mir geht es gut. Zwei Runden Blowjob gibt es, dazwischen eine nette Kuschelpause mit ein bisschen Smalltalk und ein paar Berührungen, alles schick.

    Den Ausritt bewältigt sie weitgehend vornübergebeugt, das schützt bekanntlich vor zugriffigen Händen und irgendwelchen Kussversuchen des Freiers. Zwischendurch richtet sie sich aber immer wieder auf, präsentiert ihr Sixpack und die Möpse, und natürlich werde ich dann auch zugriffig.

    Stellungswechsel zum Doggy, die Erektion schwächelt bisschen, aber noch bin ich fickfähig. Irgendwie törnt mich Doggy mit ihr nicht wirklich an. Ich rammele so ein bisschen vor mich hin, aber Erektion und Lust kommen jetzt irgendwie in eine Abwärtsspirale. Bevor ein Unglück mit Erektion und Gummi passiert, stöpsele ich lieber aus.
    „Was hast Du?“

    „Alter Mann…“

    „Hattest Du viel Stress heute?“

    Gut möglich, dass die Hetzerei vom Mittagessen zum Dessert wirklich ein bisschen zu viel für mich war. Eine halbe Stunde Pause hätte mir sicher gut getan. Aber: ich soll mich nicht beschweren, die Termine hab ich schließlich selbst so gelegt, wie sie nun liegen.

    Mein Dessert ist eine von den Guten, sie lässt mir meinen Willen und kuschelt sich nett an, als ich mich schließlich ausgestreckt habe. Wir plappern ein bisschen, und irgendwann wandert ihre Hand langsam in Richtung meines Südens. Das Kampfgerät liegt dort halbgar in der Gegend herum, und als hätte es nur auf die Berührung ihrer Hände gewartet…
    „Noch mal ficken?“

    Ich schüttele den Kopf.

    Schön, dass ich einer erfahrenen Hure nicht extra sagen muss, dass ich jetzt einfach nur noch einen Blowjob will. Der ist wieder besser als der Durchschnitt, aber eben nicht Spitzenklasse. Heute hätte ich vermutlich nur mit einem Spitzenklasseblowjob eine Chance gehabt, über die Klippe zu kommen.
    Egal, wozu hat die erfahrene Hure erfahrene Hände…

    Das Hotel ist nicht das Artemis, Zimmer 906 ist nicht Zimmer Nike - also gibt es keine Puffrolle. Sie springt auf, flitzt ins Bad: Klopapier oder Kosmetiktücher, was wird sie angeschleppt bringen?

    Freundlicherweise entscheidet sie sich für Kosmetiktücher :cool:.

    Wir sind schon gut über die Zeit, aber sie hat überhaupt keine Eile. Wir gehen auf die kleine Dachterrasse, die zu meinem Zimmer gehört, schwatzen gemütlich, machen ein paar Selfies: Hure mit KaDeWe, das zieht immer. Nach gut anderthalb Stunden entscheidet sie, dass es Zeit ist, zu gehen.

    Warum eigentlich hab ich sie in all den Jahren im Artemis nie gebucht?

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  4. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 3. Fortsetzung ***

    02. Juni 2020, Homeoffice.
    Irgendwas stimmt nicht in meinem Profil. Ich bekomm eine Chatnachricht angezeigt - aber da ist keine. Merkwürdig. Es dauert eine Weile, bis ich begreife, was sich verändert hat: Ein Chatverlauf fehlt. Der mit Danuta.

    Eilig klicke ich mich durchs Menu: Tatsächlich, Danuta hat mich blockiert. Hat sie der Mut verlassen? Hat sie einen besseren gefunden, einen, der gleich springt, wenn sie es will? Möglich ist alles. Möglich ist zum Beispiel eine SMS. Bekomm ich keine Antwort von ihr, ist alles klar.
    - Czesc Danuta! Alles in Ordnung? Hab ich was falsch gemacht?

    Ich muss nicht lange warten.
    - Nein alles oki. Ich hatte mein Konto bei Sugar in diesem Moment blockiert.
    - Ja das hab ich mitbekommen. Deswegen die Frage.

    - Weil ich mit Dir verabredet bin. Ich hatte viele neue Anfragen ... ich konzentriere mich auf unsere Verbindung ... wie ich sagte .. ich will nur eine Verbindung.

    Hm. Du hast nicht *Dein* Konto blockiert - so was geht bei MSD auch, das nennt sich *Profil deaktivieren* - Du hast *mein* Konto blockiert. Weiber… Ich verzichte darauf, das Thema zu vertiefen und freundlicherweise wechselt Danuta das Thema bald von selbst.
    - Ich hoffe dass du im Bett nicht etwas besonderes brauchst ... dass du keine Fetische hast.

    Na, da kann ich sie guten Gewissens beruhigen. Ein alter, verwöhnter, anspruchsvoller Sack zu sein, zählt nicht als Fetisch. Oder?

    04. Juni 2020, Homeoffice.
    Ich hab schon vor Wochen einen zweiten Nutzer angelegt, mit dem klicke ich mich mehr oder weniger gelangweilt durch die Profile. Am Rand des Bildschirms ziehen in immerwährendem Strom die Profilbilder der Sugarbabes vorbei. Aus dem Augenwinkel… Moment, das ist doch Danuta?

    Danuta. Ich schwöre, ich hab nicht gezielt nach ihr gesucht. Da ist also Danuta, und nicht nur ihr Profil ist noch da, das Profil hat auch einen grünen Balken: sie ist online. Ganz schön durchtrieben: *Ich will nur eine Verbindung.*


    Nein. Du willst, dass ich glaube, ich hätte Dich exklusiv. Irgendwie sind sie doch alle Huren, die Weiber. Jede verkauft sich für irgendwas an irgendwen. Und zur Not auch nicht nur an einen. Gut, dass ich geschieden bin.

    Soll ich das Date deswegen absagen? Pfff… Sie ist nicht die erste Hure, die ich ficke, und sie wird nicht die letzte sein.

    09. Juni 2020, MySugarDaddy.
    Danuta sucht - der grüne Balken spricht eine eindeutige Sprache - unverändert nach einer weiteren Verbindung. Was dem einen recht, ist dem anderen billig - also kann ich das auch. Virtuell wohne ich immer noch in Berlin. Ich stöbere durch die Berliner Profile. Mindestens 30 Jahre alt sollte die Kandidatin sein, und sie sollte ein Kreuz bei OneNightStand gemacht haben. Die Auswahl ist nachgerade riesig, ungelogen. Aber: etliche Profiltexte lesen sich hochnäsig und arrogant - wisch-und-weg. Es gibt welche, die erwarten ab 2.000 monatlich aufwärts - wisch-und-weg. Da gibt es von oben bis unten tätowierte und mit Bauschaum ausgestopfte Frauen, bei denen Du den Zuhälter im Hintergrund nicht nur ahnst, sondern förmlich siehst - wisch-und-weg. Die da, die könnte was für mich sein. Kurzer, knapper, direkter Text, zwei nette Fotos. Eines zeigt ein bisschen Figur: Nicht so schlecht.
    - Du schreibst erfrischend offen, was Du willst. Das gefällt mir. Sieht erstmal so aus, als würde es passen. Was meinst Du?
    - Wir können ein Date organisieren und schauen ob es wirklich alles stimmt, mit Chemie und Gespräch.
    - Ich möchte gerne wissen was schlägst du als finanzielle Unterstützung vor. Ich wünsche dir angenehmen Tag :)

    Angenehm direkt. Ihre Preisvorstellung ist selbstbewusst, aber wir finden einen Kompromiss, mit dem ich leben könnte. Passt.
    Aber: Ich muss die zweite Verbindung nicht haben, wenn die erste Verbindung funktioniert. Danuta hat den ersten Zugriff, Silvia, so nennen wir sie mal, stelle ich mit einer kleinen Geschichte erst einmal auf Standby.
    - Klingt fair. Alles Gute.

    Mein Charme ist eben unwiderstehlich.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  5. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 4. Fortsetzung ***

    Das Date (Nachmittag & Abend)
    Es dauert, bis ich endlich loskomme, es ist fast schon halb vier, als ich den Heizölturbo endlich auf die Autobahn lenke. Der Verkehr fließt zunächst einigermaßen, doch schon vor der brandenburgischen Grenze schickt mich das Navi über Land. Stau.

    In Berlin das übliche Feierabendchaos. Die A100 ist ab Hohenzollerndamm mal wieder zugestaut, der T-Damm dank Baustellen in Richtung Süden nicht wirklich gut befahrbar. Übel. Kurz nach halb sieben bin ich endlich in ihrem Kiez. Ich suche mir einen Parkplatz und rufe sie an. Teilnehmer nicht erreichbar. Zwei Minuten später, vier Minuten später jeweils das gleiche. Was soll das? Hat sie mich am Ende doch gearscht? Verdammte Hacke, und ich war mir doch so sicher. Fünf Minuten später, das Telefon klingelt: Danuta.

    Mir fällt ein Stein vom Herzen.
    „Wo hast Du geparkt? Ich sehe Dich nicht?“

    Ich steige aus, baue mich auf dem Bürgersteig auf, schaue links, schaue links. Oh mein Gott…

    Vor zwei Wochen saßen wir bei sommerlicher Wärme beim Mittagessen, ich im Casual Business, sie im Sommerkleidchen. Heute… Oh mein Gott…

    Danuta im Abendkleid, und ich mit Jeans und T-Shirt. Sie mustert mich kritisch.
    „Hab ich Dir gesagt, dass Du nicht mit T-Shirt kommen sollst.“

    Ich muss unwillkürlich grinsen. Hab ich Hemd und Jäckchen doch nicht umsonst eingepackt.
    „Was soll ich im Auto mit dem Kram?“

    Oh mein Gott. Dieses edle Geschöpf hab ich heute abend, heute nacht, morgen früh ganz für mich. Ich kann es noch gar nicht fassen.

    Den Tisch hab ich für 20:00 Uhr reserviert, aber das war beim besten Willen nicht zu schaffen. Zehn Minuten zu spät laufen wir beim Thailänder ein.
    „Wir haben reserviert…“

    Die Bedienung, maskengeschützt, winkt ab.
    „Sucht Euch einen Platz.“

    Der Laden ist gefüllt, aber bei weitem nicht voll. Wir wählen einen Tisch am Fenster, können dort kommod über Eck sitzen und so gut miteinander reden. Vis-a-vis mag Danuta überhaupt nicht, das hab ich schon gelernt. Wir bestellen, ich schau mich um: wir sind erwartungsgemäß overdressed. Berlin ist nicht München. Schon einen Block von Ku’damm und Tauentzien entfernt glitzert und schillert Berlin nicht mehr, sondern zeigt sein angeschmuddeltes, armes, wahres Ich, das ganz sicher keinesfalls sexy ist. Nicht für die, die immer hier sein müssen.

    Danuta fühlt sich nicht hundertprozentig wohl, das merke ich schnell, und ihr schmeckt auch das Essen nicht wirklich. Der Ehrlichkeit halber: mehr als Mittelmaß bietet der Laden tatsächlich nicht. Wenigstens kann ich hier mit dem Handy bezahlen.
    „Magst Du noch etwas trinken?“

    „Ja, aber nicht hier.“

    In diesem Punkt sind wir uns einig. Wir treten hinaus auf die Straße. Die Luft ist nach all dem Regen, der heute auf Berlin niedergeprasselt ist, kühl und feucht. Nicht unangenehm.
    „Monkey Bar?“

    „Wenn Du möchtest. Gern.“

    Wir wenden uns nach links und stiefeln los. Von der anderen Seite der Budapester aus recke ich den Hals. Doch, da oben brennt noch Licht.
    „Du, ich glaube, die haben wirklich geöffnet.“

    Doch, die haben geöffnet. Die Schlange vor der Türe spricht Bände. Wir nähern uns dem Ende der Wartegemeinschaft. Danuta mustert das Jungvolk vor uns.
    „Das ist doch Kindergarten.“

    In der Tat. Vermutlich ist die Monkey Bar abends nicht für Menschen unseres Alters gemacht.
    „Willst Du?“

    „Lass uns woandershin gehen.“

    Gute Idee. Wir wenden uns zurück zur Budapester. Uns folgen verstohlene Blicke des männlichen Jungvolks. Für mich ist es nichts Ungewöhnliches, dass mir Frauen aufwärts der Vierzig ab und an hinterherglotzen und mich auch öfter mal anflirten, aber die Blicke hier und jetzt gelten nicht mir, sondern ihr.

    Oh mein Gott. Dieses edle Geschöpf hab ich heute abend, heute nacht, morgen früh ganz für mich. Ich kann es immer noch nicht fassen.

    Wir irren durch die Gegend. Das Berliner Nachtleben ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Bar im Zoopalast, Bar im Waldorf - geschlossen.
    „Versucht es mal um die Ecke im Upper West.“

    Wo kommen wir wohl gerade her? Vom Upper West, wo uns trotz diskret präsentierten Geldscheines bedeutet wurde, man dürfe wegen Corona - leider, leider - keine Gäste in die Bar bitten, die nicht Hotelgäste wären?

    Zu meinem großen Erstaunen finden wir in der Grace Bar einen Platz. Zwar nur vor der Tür, aber das stört überhaupt nicht. Eher im Gegenteil. Die Lautstärke der Musik erlaubt hier tatsächlich Konversation ohne Geschrei, und das stetige Flanieren der Kundschaft gestattet immer wieder neue Einblicke ins pralle Menschenleben.

    Die Jungs von der Tür sind schwer in Ordnung. Sie geben uns bald ein Zeichen, dass wir jetzt einen Tisch drinnen bekommen könnten, ganz ohne Winkbewegungen mit einer gefalteten Banknote, doch wir lehnen ab. Hier draußen sitzt es sich auch hervorragend.

    Der Espresso hier ist ausnehmend lecker. Danuta braucht ihn mehr als ich, will mir scheinen. Die Drinks sind ebenso ausnehmend lecker. Ich denke nicht darüber nach, dass je Drink ein Zwanziger fällig wird. Ungefähr.
    „Fühlst Du Dich wohl?“

    Danuta stellt die Frage ohne Hintergedanken, will mir scheinen. Trotzdem überlege ich mir meine Worte sorgfältig.
    „Wohlfühlen… Sagen wir so: Ich fühle mich nicht unwohl.“

    Und wirklich, ich fremdele immer noch ein bisschen mit der Situation. Erst langsam werde ich locker.
    „Weißt Du schon, ob Du mich wiedersehen möchtest?“

    Sie will nur *einen* Sugardaddy haben, das hatte sie mir am Anfang erklärt, denn sie wäre nicht *so eine Frau*. Natürlich nicht :D, deswegen sucht sie ja auch nach anderen Sugardaddies. Ich genüge offenbar ihren Ansprüchen, ich soll einer ihrer Sugardaddies sein. Deswegen will sie mich festnageln, am besten sofort, da ist sie keinen Deut anders als ihre Kolleginnen im Arte. Aber auch ich hab im Arte gedient, fast zehn Jahre lang.
    „Ich hab am nächsten Wochenende nichts vor.“
    „Dann sehen wir uns?“

    Ich erzähle, ich würde eventuell nach Basel fahren - warum, sage ich ihr nicht. Dass in der Schweiz die Clubs wieder aufsperren dürfen, wird sie kaum zur Kenntnis genommen haben. Ich erzähle, dass ich mit einer Dreißigjährigen - Silvia - bei MSD geschrieben hab, der ich an diesem Wochenende ein Zeichen geben will, ob wir uns auf einen Kaffee treffen. Sie protestiert.
    „Aber Du hast gesagt, dass Du nicht mehr suchst seit unserem Mittagessen.“

    Ich hab eben immer gern eine Rückfallebene, einen Plan B. Genau wie Du :cool:.
    „Stimmt. Du hast ja auch gesagt, dass Du bei Sugar raus bist. Aber Du hast nur mich blockiert und bist weiter dort online.“

    „Was? Waaas? Das stimmt nicht!“

    Komm, lass gut sein, es geht hier doch nicht um Liebe oder Treue, es geht um Geld und Sex. Ausschließlich. Hoffentlich ausschließlich.
    „Möchtest Du noch etwas trinken?“

    „Wie Du willst.“

    Sie gähnt.
    „Du siehst auch müde aus. Sicher willst Du ins Bett.“

    Sicher will ich ins Bett. Aber nicht, weil ich müde bin.

    Wir schlendern den Ku’damm entlang nach Osten. Ich überlege, ob ich nach ihrer Hand angeln soll.
    „Hast Du Lust auf Eiscreme?“

    „Um diese Uhrzeit?“

    Ja, um diese Uhrzeit. Sie hätte jetzt Lust auf etwas Süßes. Nun, ich könnte mich selbst als süßes Dessert ins Gespräch bringen…
    „Moment… dann lass uns nach links gehen. Komm!“

    Jetzt zahlt sich aus, dass ich in den letzten zehn Jahren oft genug nach langen Nächten im Arte zu nachtschlafender Zeit hier herumgeturnt bin. Tatsächlich hat der Späti in der Joachimsthaler die Coronakrise überlebt. Lang leben die Spätis :)!

    Danuta bekommt ihr Eis und einen kessen Spruch vom Clanaraber, der hier im Späti für seinen Boss die Kohle wäscht. Ich hab was getrunken und mische mich ein, wir haben alle drei unseren Spass.

    Oh mein Gott. Langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, dass ich dieses edle Geschöpf heute nacht und morgen früh ganz für mich habe.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  6. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 5. Fortsetzung ***

    Das Date (Nacht)
    Wir machen uns bettfein, erst sie, dann ich. Sie nimmt eine Dusche.
    „Du willst bestimmt auch duschen?“

    Sie schlüpft an mir vorbei, die schlanke Figur in einen Traum von einem schwarzen Nachtkleid gehüllt. Oh mein Gott… Ich hab kein Nachtkleid dabei, nicht einmal einen Nachtanzug, und trotzdem ruhen ihre Blicke wohlwollend, wie es scheint, auf mir, als ich aus dem Badezimmer komme. Danuta sieht mich zum ersten Mal komplett unbekleidet.
    „Du bist ja wirklich superschlank…“

    Ja. Das steht auch immer in den Werbetexten meiner bevorzugten Hemdenlinie. Ich schlüpfe unter die Decke…

    … und weiß jetzt nicht, wie es weitergehen soll. Es ist nicht das Arte, und es ist nicht privat. Es ist MySugarDaddy. Auch Danuta ist unsicher, wie mir scheint. Irgendwie linkisch umfasst sie mit der linken Hand ihre rechte Schulter. Es wirkt, als wolle sie ihre Brüste im Nachtkleid vor meinen Blicken schützen.

    Langsam, langsam nähern wir uns an.

    Endlich, endlich haben wir Körperkontakt, der über Hand-auf-fremder-Haut hinausgeht. Danuta bettet ihren Kopf auf meiner Brust…

    … und schläft irgendwann mitten im Gespräch unvermittelt ein.

    Danuta muss todmüde sein, denn auch meine sie unverändert streichelnden Hände scheinen ihren Schlaf in keiner Weise zu stören. Immer wieder verändert sie ihre Körperhaltung. Sie scheint zu träumen, denn ihre schlanken, muskulösen Beine zucken wiederholt. Irgendwann landen wir im Löffelchen. Sie knurrt, als ich mich an sie schmiege, meinen Arm um sie lege, sie meine halbe Erektion spüren lasse. Sie knurrt, und schläft weiter.

    Ich hauche ein paar Küsse auf ihren Nacken, dämmere selbst weg, wache wieder auf. In meinen wachen Momenten hab ich Zeit, nachzudenken. Hat sie der Mut verlassen? Ist es Ende doch nicht ihr Ding, für einen fremden alten Sack wie mich für ein paar Scheine die Beine breit zu machen? Hab ich am Ende selbst irgendetwas falsch gemacht?

    Ich bekomm keine Erklärung, wie auch: Danuta schläft.

    Irgendwann nachts, keine Ahnung wann, greift nach Danuta der Wasserflasche. Sie trinkt, dann schlüpft sie vollends aus meinen Armen und huscht zur Toilette. Ich nutze die Chance, rutsche auf meine Bettseite, drehe mich, so dass ich ihrer Bettseite den Rücken zuwende. Wenn sie mich wirklich nicht will, und eine andere Erklärung ist mir in meinen wachen Momenten nicht eingefallen, dann soll sie auch meine Nähe nicht mehr ertragen müssen.

    Zu meiner Überraschung sucht Danuta, zurückgeschlüpft ins Bett, sofort ihrerseits Körperkontakt, kuschelt sich an, legt ihren Arm um mich. Ich plaziere meinen Arm auf ihrer Hüfte, sie knurrt.
    „Bist Du meine Heizung.“

    Und schläft wieder ein.

    Ich gebe es auf, über die Situation nachzudenken. Stattdessen genieße ich ihre Nähe, genieße es, ihren Atem im Nacken zu spüren. Und schlafe endlich selbst ein.

    Das Date (Morgen)
    Wieder schleicht sich Danuta aus dem Bett. Wieder trinkt sie mit gierigen Schlucken, wieder schleicht sie auf leisen Sohlen ins Badezimmer. Wieder schmiegt sie sich an mich, als sie endlich unter die Decke geschlüpft ist. Ich bekomme einen Kuss auf den Nacken.
    „Darf ich mit Dir reden?“

    Fast schon wieder im Halbschlaf, drehe ich mich auf den Rücken. Danuta rutscht ein Stück weg, stützt sich auf die Ellenbogen.
    „Bist Du sauer, dass wir keinen Sex gemacht haben?“

    Ich lasse mir Zeit mit der Antwort, überlege mir jedes Wort dreimal.
    „Nein. Nicht sauer. Ich bin enttäuscht.“

    „Also willst Du mich jetzt nicht mehr sehen.“

    „Ich weiß es nicht.“
    „Wegen Sex? Wir können beim nächsten Mal Sex machen.“

    „Ja, sicher.“

    Sie stockt, druckst.
    „Ich habe heute meine Periode bekommen. Normal wäre Montag oder Dienstag.“

    Eine der ältesten Ausreden, seit es Frauen gibt - Kopfschmerzen mal ausgenommen.
    „Erst hab ich gedacht, ist nicht so viel, weil es so früh kommt.“

    Klar, könnte eine Vorblutung sein. Vermutlich nimmt sie keine Pille.
    „Aber dann hab ich gesehen, dass es… normal ist.“
    „Das ist die Natur. Was kommt, das kommt.“
    „Und Du bist jetzt sauer.“
    „Ich bin enttäuscht. Das ist nicht das gleiche.“

    Danuta kuschelt sich wieder an. Ich spüre, wie ihre Hand an meinem Körper nach Süden wandert.
    „Soll ich mich trotzdem um Dich kümmern? Hm?“

    Ihre Hand findet meinen Schwanz, der natürlich gerade nicht im Habacht-Modus ist.
    „Oh.“

    Na, dann kümmere Dich mal. Du wirst schon sehen, was passiert.

    Und sie kümmert sich.

    Sie ist kein Profi, definitiv nicht. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob sich eine der Arte-Frauen um Dich kümmert oder Du von einem Amateur bezärtelt wirst. Danuta ist Amateur - genau das macht diesen Abend, die Nacht und auch diesen Morgen so absolut authentisch. Natürlich hab ich im Hinterkopf, dass sie nachher einen Briefumschlag erwartet, aber ich kann diesen Gedanken ganz gut im Hinterkopf einsperren. Im Arte schaffe ich das nur bei sehr, sehr wenigen Frauen. Gut, im Arte spart man sich auch die Briefumschläge, das wäre ja auch wirklich albern… :cool:

    Ich hatte meinen Abgang, ich hatte meinen Spass - sie zu ficken, wäre schöner, besser, geiler gewesen. Angenehm ermattet liege ich neben ihr, bezärtele sie. Längst ist ihr Nachtkleid hochgeschoben, längst hat sie die Träger von den Schultern gestreift. Was für ein Körper…

    Ich nuckele ein bisschen an ihren Brustwarzen, klein, blass, keinerlei Säuglinge haben irgendwelche Spuren hinterlassen. Ihre Brüste sind pure Natur, da ist kein Bauschaum eingebaut. Sie könnten fester sein, das ja.
    „Mein Expartner wollte, dass ich mir Silikon machen lasse. Ich soll es aber selbst bezahlen.“

    Auch eine Art, einer Frau mitzuteilen, dass man mit ihrem Aussehen unzufrieden ist und sie sich besser vom Hof scheren soll. Ihre Brustwarzen erblühen unter meinen kleinen, zarten Bissen. Sie legt ihre Hand auf meinen Po, unwillkürlich spanne ich an.
    „Oh.“

    Ihre Hand wandert weiter, findet meinen Schwanz - ob sie ihn gesucht hat, weiß ich nicht. Die Reaktion kommt prompt.
    „Oh! Dein Schwanz reagiert schnell.“

    „Wundert Dich das? Nimm es als Kompliment.“

    Und wieder kümmert sie sich. Ab und an sehe ich Sterne. Sie bringt mich immer wieder bis kurz vor die Klippe und nimmt dann Tempo raus. Sie genießt ihrerseits meine Berührungen, lässt sich aber nicht wirklich fallen. Ihr Vergnügungszentrum ist natürlich tabu, aber meine Hand auf ihrem Venushügel ist mit Sicherheit nicht unwillkommen. Ihre Scham ist gelasert, nicht rasiert oder gezupft. Die äußeren Labien glatt und rund, sie gestatten einen kleinen Blick auf die inneren Lippen, die sich dahinter verstecken. Ein ausgesprochen schönes Vergnügungszentrum nach meinen Vorstellungen, es wirkt jugendlich, aber nicht mädchenhaft.

    Ihre Bemühungen verstärken sich. Ich stöhne vor Lust.
    „Du willst es unbedingt wissen…“

    „Wir wollen doch pünktlich zum Frühstück, oder?“

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  7. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 6. Fortsetzung ***

    Das Date (Mittag)
    In zehn Jahren Dienst im Arte hab ich gelernt, dass keine Hure mein vollständiges Vertrauen verdient, keine einzige. Warum sollte ich bei Danuta eine Ausnahme machen? Danuta mag kein Profi sein, eine Hure ist sie dennoch, auch wenn sie selbst das anders sieht. Ich nutze die Gelegenheit, als sie ihre Runde im Badezimmer dreht…

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und richtig: auch Danuta hat die Chance genutzt, als ich gestern Abend meine Runde im Bad gedreht hab, und war bei MySugarDaddy unterwegs.
    „Ich hab nachgeschaut. Dein Profil war heute nacht aktiv.“

    Sie grinst mich triumphierend an.
    „Geht nicht. Ich war bei Dir die ganze Zeit. Siehst Du, hab ich Recht.“

    Ich verzichte darauf, das Thema zu vertiefen. Keine Hure verdient mein vollständiges Vertrauen, keine einzige - auch nicht Danuta.
    „Idemy na snadanie?“

    Danuta hat andere, frische Klamotten dabei, zum Glück. Im Abendkleid zum Frühstück… da kann man sich auch gleich *Nutte* und *Freier* auf die Stirn tätowieren lassen. Das deutsche Pärchen in meinem Alter weiß trotzdem Bescheid, als Danuta und ich unseren Tisch ansteuern. Speziell *ihre* Blicke sprechen Bände. *Er*, scheinbar desinteressiert mit dem Handy spielend, mustert sie, mustert *uns* bemüht unauffällig.

    Weißt Bescheid? Tja, Kollege… Nur kein Neid :cool:.

    Das Frühstück taugt nichts. Buffett ist verboten, des Virusses wegen, und die Dinge, die man vorbereitet und abgepackt an den Tisch gebracht bekommt…
    „Beim nächsten Mal gehen wir woanders zum Frühstück.“
    „Beim nächsten Mal? Danuta!“
    „Möchtest Du mich wiedersehen oder nicht?“

    Gut. Dann bringen wir mal Struktur in den Prozess. Ich hab jetzt einen neuen Chef, der es liebt, in Prozessen zu denken.
    „Wann musst Du wissen, ob ich am nächsten Wochenende komme?“

    Gut. An der Entscheidung für das nächste Wochenende hängt viel mehr als Silvia von MySugarDaddy oder der Club History. Ich muss nachdenken. Die Entscheidung, die ich treffe, könnte eine endgültige sein.
    „Ich ruf Dich morgen an.“

    Sie hat den Briefumschlag gefunden, den ich ihr vor dem Frühstück unter das Handy gelegt hab.
    „Hast Du nachgezählt?“
    „Nein. Vielen Dank!“

    Eilig sammeln wir unsere Siebensachen zusammen, wir sind eh schon leicht über der Checkout-Zeit, dann brechen wir auf. An der Rezi geht es schnell, ich muss nur die Karten abgeben, dann schlendern wir zum Parkhaus.
    „Hast Du noch einen Moment Zeit für mich?“
    „Ja, klar. Was gibt’s?“
    „Ich möchte noch schnell ins KaDeWe… ist das in Ordnung?“

    Ich nicke. Wenn das der Versuch sein sollte, mir noch irgendein Luxusteilchen abzuluchsen, dann beißt Du auf Granit - und den Anruf morgen können wir dann auch gleich streichen. Sollte ich mich so in ihr getäuscht haben? Wir bringen die Taschen ins Auto. Im KaDeWe ist mehr Betrieb, als man erwarten sollte. Nur der Haupteingang ist zugänglich, und die breitschultrigen Jungs von der Tür klicken mit grimmiger Miene bei jedem Einkäufer, der an ihnen vorbeischlendert, auf die kleinen Zähldingsdas in ihren großen, groben Händen.

    Danuta erkundigt sich nach Versace… na, ich bin gespannt. Zweite Etage, bittesehr. Auf der Rolltreppe zeigt sie mir ihre Handtasche: Versace. Versus Versace, um genau zu sein.
    „Hab ich geschenkt bekommen. Hier, da ist was kaputt. Das will ich reklamieren.“

    Mir fällt ein Stein vom Herzen. Wenn es nur das ist… hab ich sie doch nicht völlig falsch eingeschätzt. Der Typ, mit dem sie am Ende bei Versace verhandelt, lebt seinen Job so sehr, dass ich schmunzeln muss: Übergroße goldene Sicherheitsnadeln an den Aufschlägen seines schwarzen Jackets, und natürlich stockschwul. Und herablassend.
    „Das ist Versus, das müssen sie online reklamieren oder bei Versus selbst. In Deutschland gibt es aber keine Läden. Ich kann das nicht tun.“

    Das klingt jetzt allerdings doch etwas arrogant.
    „Auch nicht in München?“

    Berlin ist arm, aber sexy. Die Betonung liegt im Moment eindeutig auf *arm*. München hingegen ist *stinkreich*.
    „Nein. Paris oder Mailand.“

    Ich kann direkt das süffisante Lächeln des Typs unter der Maske sehen.
    „Kochanie, wenn Du im Juli in Rom bist, dann könntest Du doch…“

    Sie spielt das Spiel mit.
    „Masz racje. Aber Du könntest auch in zwei Wochen in Zürich schauen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Zürich kein Geschäft von Versus Versace gibt.“

    Danuta nimmt huldvoll ihre Tasche aus den Händen des Typs entgegen, wir nicken freundlich zum Abschied.
    „Vielen Dank. Einen schönen Tag noch!“

    Auf der Rolltreppe: Gimme Five! Was für ein arroganter Arsch…

    Die Baustellen auf dem T-Damm Richtung Süden… mein Navi hat mal wieder keinen Plan. Eine gute halbe Stunde brauchen wir, obwohl sie mir eine nette Abkürzung zeigt.
    „Lässt Du mich hier aussteigen.“

    Sie deutet auf das einzige Stück Bordstein in der Nähe, das nicht zugeparkt ist.
    „Das ist eine Haltestelle.“
    „Kommt kein Bus.“

    Sie erklärt mir, wie ich fahren soll, um auf die Autobahn zu kommen - mit Autobahn meint sie die kreuzungsfrei ausgebaute B96 Richtung Süden. Deutschgründliche Feinheit, völlig egal, ich weiß. Im Rückspiegel sehe ich einen Bus nahen.
    „Ich muss los, da kommt ein Bus.“
    „Dann fahr!“

    Danuta wirft die Tür zu, ich sehe zu, dass ich die Haltestelle räume. Das Fenster surrt nach unten, ich winke, und an der Ecke ein paar Meter weiter riskiere ich noch einen letzten Blick. Sie winkt nicht zurück.

    Das heimische Gehöft hat mich wieder. Ich bin spät genug unterwegs, um nicht mehr im Anreisestau zu schmoren. Muss ich mir merken für das nächste Mal. Das nächste Mal… will ich ein nächstes Mal?

    Erst einmal will ich schlafen. Nach dieser Nacht und dreieinhalb Stunden im Auto bin ich ziemlich durch den Wind. Nur noch schnell einen Kaffee, und ihr Bescheid geben will ich auch noch.

    Ich bin jetzt zu Hause. Noch einmal vielen Dank für die schöne Zeit, auch wenn der Abschied etwas kurz war.
    Die kleine Spitze kann ich mir nicht verkneifen. Überflüssig, ich weiß. Ihre Antwort lässt nicht lange auf sich warten.
    Danke Dir für Deine Antwort… und auch für die schöne Zeit.

    Jetzt kann ich schlafen. Tief und traumlos. Und dann brauch ich Bier. Ich muss mir Mut antrinken für die Entscheidung, die ich treffen muss.

    21. Juni 2020, HomeOffice.
    Der Regen von gestern ist Geschichte. Auf der Terrasse lasse ich mich von der Sonne verwöhnen. Ich hab Kaffee, ich hab Käsekuchen, ich blinzele in die Sonne und träume vor mich hin. Das Handy. Ihr Klingelton.

    Und was machen wir weiter mit uns? Willst Du dass wir uns am nächsten WE treffen?
    Sieht so aus, als ob ich mich bald entscheiden muss. Der Alkohol gestern Abend hat mir dabei nicht wirklich geholfen. Alkohol hilft eigentlich nie, aber ich bin zu alt, um das noch zu lernen :D. Es ist nicht die Frage, *wofür* ich mich entscheide, die mich derart umtreibt. Wichtig ist vielmehr, *wogegen* ich mich entscheide. Ganz bewusst lasse ich mir mit der Antwort Zeit. Ein paar Stunden, um genau zu sein.

    Kein Bock, das per SMS zu regeln, ich will mir ihr reden. Aber als ich anrufe, drückt sie das Gespräch weg. Einen Moment später die Erklärung per SMS: sie wäre bei ihren Freunden, könne gerade nicht reden. Muss ich wohl akzeptieren. Dann also doch per SMS.

    Hast du die Entscheidung getroffen? Wirst du nächstes Date in Juni haben ??

    Ich zögere nur einen Moment.

    Ja, ich habe mich entschieden. Der Frau aus Berlin schreibe ich nachher, dass ich sie nicht treffen werde.

    Tja, da hänge ich mal wieder auf dem Haken. Und ich hab mich auch noch selbst aufgespiesst.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
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  8. PargeLenis

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    Viele Dank für Deine bisherigen Ausführungen ;)

    Was ich mich frage, war in dem Date Sex vereinbart für den Preis und wenn ja, hast Du tatsächlich den vollen Preis bezahlt?
     
  9. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Frage ist berechtigt. Sex war nicht konkret verabredet a la *zweimal ficken und kommen*. Ich hab ihr allerdings verdeutlicht, dass ich nicht nur neben einer hübschen Frau einschlafen und wieder aufwachen will, sondern für mich Sex zum Date dazugehört.

    Ganz so übel war der Morgen danach ja nun nicht, immerhin bin ich zweimal in recht kurzer Zeit über die Klippe gesprungen, das schafft ein oller Daddie wie ich auch nicht alle Tage :cool: Ich hab ihr also den verabredeten Betrag gegeben. Das war vielleicht ein Fehler... aber unter Umständen bringt der Rest des Textes ja Licht ins Dunkel? Erst einmal aber gibt es die...


    *** 7. Fortsetzung ***

    20. Juni 2020, MySugarDaddy.
    Nun muss ich Silvia noch einen Korb geben. Ich entscheide mich für offene und ehrliche Worte: warum sollte ich ihr Müll schreiben? Also: ich verklickere ihr, dass ich eine andere gefunden hab…

    Ich halte nichts davon, gleichzeitig auf verschiedenen Pferden zu reiten, da bin ich altmodisch. Das von mir skizzierte Treffen wird es also nicht geben. Ich hoffe auf Dein Verständnis.

    Die Antwort kommt quasi sofort. Sie überrascht mich, und sie überrascht mich nicht. Ich hab mir schließlich was dabei gedacht, als ihr geschrieben hab.

    Alles Gute! Du bist wirklich klasse Danke für deine Ehrlichkeit! Viel Glück

    Ich glaube, die Silvia halte ich mir sicherheitshalber warm. Man weiss ja nie…

    Ich würde mich freuen, wenn ich Dich irgendwann später dennoch bei Gelegenheit erneut kontaktieren darf. Bis dahin: Alles Gute
    Auch jetzt braucht sie nicht lange für eine Antwort:
    Genieß die Zeit!

    Per SMS melde ich bei Danuta Vollzug. Sie bedankt sich kurz und knapp. Und jetzt, da ich das alles hinter mir hab, brauch ich ein Bier. Nicht, um zu vergessen, nicht, um nachzudenken. Einfach nur zur Belohnung. Noch am gleichen Abend verschwindet Danutas Profil bei MySugarDaddy. In meinem Profil steht seit diesem Abend: *Ich bin nicht auf der Suche.*

    26. Juni 2020, MySugarDaddy.
    Ja, ich bin nicht auf der Suche, aber auf dem Laufenden bleiben will ich trotzdem :cool:. Nach sechs Tagen Pause logge ich mich ein.

    Ich stöbere durch die Berliner Profile. Mindestens 30 Jahre alt sollte die Kandidatin sein… Die Auswahl ist nachgerade riesig. Moment! Den Text kenne ich doch? Okay, er stimmt nicht Wort für Wort überein, aber das ist ihr Text. Danutas Text. Ich logge mich aus und schicke mein Alter Ego Siggi in die Spur. Der soll nach den Fotos schauen.

    Siggi meldet, wenige Minuten später: andere Fotos, aber es ist Danuta. Siggi macht einen Screenshot, und dann sind wie beide offline. Überlegen muss ich aber ganz alleine. Für wie dumm hält mich Danuta?

    Ich schreib ihr eine SMS, bekomm auch gleich Antwort, die ich interpretiere als: *Ich muss gleich los, ich hab grad keine Zeit*. Nun gut.

    26. Juni 2020, HomeOffice.
    Meine Geduld erstaunt mich selbst. Das muss die Altersmilde sein… :D Noch eine SMS hinterher.

    Na gut. Wir müssen reden. Ich fahre jetzt zum Sport. Schreib mir, wann ich Dich anrufen kann. Heute Abend, morgen... egal.

    Das war kein Spruch, ich fahre tatsächlich zum Sport. Es hat 28 Grad, das geht bei mir daheim als Hochsommer durch, die Luft ist zum Schneiden, ich hab nicht wirklich Spass im Studio - und ich bin sauer. Für wie dumm hält mich Danuta?

    Wenigstens darf man neuerdings nach dem Workout wieder duschen.

    Später am Abend. Ein Blick aufs Nuttenhandy: Danuta hat angerufen, zweimal, vor zwei Stunden schon. Zurückrufen? Nein. Sie hat es schon zweimal probiert, sie wird es ein drittes Mal tun. Ich behalte recht.

    „Da gibt es eine Frau bei MSD, die sieht genauso aus wie Du und hat fast den gleichen Text…“ Sie rechtfertigt sich mit einem Wortschwall. Quintessenz: es gäbe da einen Stalker. Der - und das wäre nach Lage der Dinge niemand anders als ihr letzter Partner - müsste wohl mit ihren Fotos… „Kannst Du mir die Fotos schicken?“ Ja, kann ich. “Das sind wirklich meine Fotos.“ Hab ich Dir gesagt. Ich hab Dich schließlich sofort erkannt. “Das ist mein erstes Profil bei Sugar, bevor ich das hatte, was Du kennst.“ Kann gut sein. Du hast es reaktiviert, als Du mitbekommen hast, dass Du mich nicht gar so billig austricksen konntest.

    Mädchen, gib es doch einfach zu. Ich hab zehn Jahre im Artemis gedient, ich kann damit umgehen, eine Frau zu teilen. Könnte ich es nicht, ich wäre schon mehrfach reif für die Klapsmühle gewesen.

    SMS von Danuta. Gerade eben erst hat sie aufgelegt.

    - Danke Dir.
    - Kein Problem. Mir war das wichtig, sonst hätte ich Dich nicht belästigt.

    - Danke Dir für dieses Vertrauen.

    Ganz schön gerissen, dieses Weib. Zwei Tage später ist auch dieses Profil beim MSD verschwunden.

    29. Juni 2020, HomeOffice.
    SMS von Danuta.

    Wir geht es Dir ??

    Mir läuft es eiskalt über den Rücken. Es gab mal eine Hure, die mit diesem Satz auf WhatsApp Konversationen einleitete…

    Es gehen einige SMS hin und her. SMS, nicht WhatsApp. Danuta hat ihre Prinzipien. Sagt sie. So wie das Prinzip, nur eine Verbindung zu wollen :D.

    Ich freu mich auf das Date mit dir ... ps ... darf ich Dich bitten mir das Geld auf dem Anfang des Dates geben?? Dann wir müssen nicht mehr darüber reden und einfach genießen :)

    Sicher doch.

    Und: ja, ich freu mich auch auf das Date mit Dir.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  10. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 8. Fortsetzung ***

    Das zweite Date (Nachmittag)
    Erschreckend ungemütlich, so ein Starbucks im Pandemiebetrieb. Die wenigen Tische werden zugewiesen. Wenn’s denn der Seuchenbekämpfung dient… Das Handy, ihr Klingelton:

    Wir können uns um 18.15 treffen ... vor dem Tk Max Aleksander Platz vor dem Eingang

    Passt. Dann hab ich ausreichend Zeit, meinen Cafe Latte in Ruhe auszutrinken und mich nach etwas Grünkram umzutun.

    Zwischen Fernsehturm und Stadtbahnbögen tatsächlich so etwas wie Ferienstimmung. Ich mache es mir auf einer Bank in der Sonne gemütlich. Ein paar Meter weiter schläft lang ausgestreckt ein Besoffener seinen Rausch aus. Dit is Berlin: arm, aber sexy.

    Das Telefon, Danuta. Ich schau mich um und erspähe sie, wie sie sich ihrerseits, vor dem Geschäft stehend, suchend umschaut.

    Dit is Danuta, sexy im Sommerkleid mit frisch gemachten Haaren.

    Das zweite Date (Abend)
    Wir schlendern eine ruhige Seitenstraße unweit Savignyplatz entlang. Auf Fremde dürfte unser Altersunterschied befremdlich wirken, ansonsten sollten wir durchaus als miteinander vertraut erscheinen. Tatsächlich ist es so, als würden wir uns schon ewig kennen… dabei sehen wir uns heute erst das dritte Mal.

    Danuta steuert zielsicher einen Italiener an. Ich weiß, was sie anzieht: weiße Tischdecken. Sie hat einen Narren an weißen Tischdecken gefressen. Schon ist sie im Begriff, einen Tisch in der zweiten Reihe zu okkupieren…
    „Pssst… Danuta, das ist das falsche Restaurant.“

    Auch dass wir urplötzlich wieder aufbrechen, obwohl wir uns doch gerade erst gesetzt haben, dürfte ein wenig befremdlich wirken.

    Nicht beschwipst, aber auch nicht mehr ganz nüchtern schlendern wir nach dem Dinner durch lauwarmen Sommernachtsniesel zurück zum Hotel. Die hatten da einen äußerst leckeren 2010er Sancerre von der Loire... Vor knapp zwei Wochen hab ich mit der Situation noch gefremdelt, heute und jetzt fühlt sich alles ganz normal an. Ich habe einen netten Abend mit einer - für mich - attraktiven MILF verbracht, und auch die Nacht und den Morgen werde ich mit ihr verbringen.

    Für mich attraktiv? Nur für mich? Warum schauen ihr die Testosteronbrocken hinterher, die vor den Bars und Kneipen auf der Kantstraße die laue Sommernacht ebenso genießen, wie wir zwei das tun?

    Sie hat wieder Appetit auf Eis. Heute nacht teilen wir uns das Eis noch auf der Straße.

    Das zweite Date (Nacht)
    Danuta dreht mir den Rücken zu.
    „Hilfst Du mir?“

    Nur zu gern ziehe ich den Reißverschluss des Kleides in ihrem Rücken nach unten, streife anschließend die Träger über ihre Schultern. Roter Push-Up, schwarzer String. Ich halte sie sanft an den Schultern, währenddessen sie mit fließenden Bewegungen aus ihrem Abendkleid steigt.
    „Danke.“

    „Es war mir ein Vergnügen.“

    Sie, schon auf dem Weg ins Badezimmer, wirft mir einen spöttischen Blick über die Schulter zu.
    „Deswegen hab ich Dich gefragt.“

    Ich komm im Hessendress aus dem Bad. Vor knapp zwei Wochen hatte sie sich noch unter der Decke versteckt, heute drapiert sie sich auf dem Laken. Wieder trägt sie einen Traum in schwarz. Es ist ein anderer Traum als beim letzten Mal. Ich will mich meinerseits fürs Bett bekleiden.
    „Das brauchst Du nicht.“

    Ich leg mich zu ihr, nackt, und wenige Momente später küssen wir uns. Nein, nicht sie küsst mich, nicht ich küsse sie, sondern: wir küssen uns. Sacht schieben meine Hände derweil ihr knappes Nachtgewand nach oben. Ich will…

    Haut. Ich will Haut. Ich will ihre Haut.

    Wo sind ihre Hotspots? Wo springt sie am besten an?

    Die üblichen Punkte funktionieren, das hab ich beim letzten Mal schon festgestellt, aber sie funktionieren nicht so effektiv, wie ich es mir vorstelle. Wo muss ich sie berühren, wenn ich sie *wirklich* haben will?

    Ich lieg auf dem Rücken, sie ist im Vierfüßer über mir. Ihr Kopf immer aufs neue wechselnd auf einer meiner Schultern. Durch ihre Haare hindurch seh ich ihre Tittchen - ein Anblick, den ich mir im Moment nicht geiler vorstellen kann.

    Träge wandern meine Fingerspitzen an ihrem Rückgrat entlang, spüren, wie sich Muskelfasern unter ihnen anspannen und dann wieder lösen. Fast hab ich den Norden erreicht…

    Sie erstarrt plötzlich über mir, ihr Atem geht heftiger. Ist das ihr Hotspot?

    Wenige Minuten später bin ich mir sicher. Ja, das ist ihr Hotspot. Urplötzlich fällt mir eine Hure aus dem Arte ein, die genau an der gleichen Stelle sehr sensibel reagiert und dort eigentlich *nicht* berührt werden möchte. Ich kann ein leises Lachen nicht unterdrücken.
    „Was?“

    „Nichts.“
    „Immer lachst Du.“

    Danuta *möchte* an dieser Stelle berührt werden. Und sie möchte mir zeigen, was mit ihr passiert. Sie führt meine Hand an ihr Vergnügungszentrum. Herr im Himmel… Im ersten Moment glaub ich, dass sie vorhin einfach nur Gel geschmiert hat und schlicht und ergreifend eine korrekt inszenierte Show abspult. Aber: Gel, nach so vielen Minuten noch?

    Unauffällig führe ich die Hand an meine Nase: Duftprobe. Doch, da ist etwas mit ihr passiert. Ich lege einen Finger der Länge nach auf die beiden Lippen, die ihr Vergnügungszentrum halb verbergen, halb enthüllen. Er ertrinkt schier in Feuchtigkeit.

    Längst liegt sie auf dem Rücken. Längst arbeite ich mich mit aller Verzögerungstaktik, derer ich habhaft werden kann, an ihrem Körper entlang in Richtung Süden. Ich benutze Lippen und Zunge. Wäre das hier das Artemis, würde ich fragen, ob ich sie lecken dürfte. Aber das hier ist ein Hotel in der City West. Ich frage nicht. Ihr Wunsch, meine Finger an ihrem Vergnügungszentrum zu spüren, sollte Hinweis genug gewesen sein.

    Ihre Reaktion zeigt mir: Ich bin willkommen. Ich werde geradezu erwartet.

    Wenn mir die Frauen im Arte einen Blowjob verpassen, dann eint sie eines: der Kontrollblick. Jede schaut, ausnahmslos jede, wie es ihrem Kunden gerade geht.

    Heute kommt es mir vor, als wäre *ich* die Hure. *Ich* schaue, wie es *ihr* geht.

    Danuta hat die Augen mal geschlossen, mal ruht ihr Blick auf mir. Mit der linken Hand umklammert sie ihre rechte Brust und knetet sie manchmal ein bisschen. Ab und an lässt sie ein… sagen wir: helles Knurren hören.

    Ich bringe sie nicht an die Klippe, aber sie hat ihren Spass.

    Unablässig produziert ihr Körper Mösensaft. Irre.

    Ich lasse ab von ihr, richte mich auf und kniee mich zwischen ihre immer noch weit geöffneten Schenkel. Mein Blick wandert von ihrer nassglänzenden Möse über den straffen Bauch, die kleinen, weichen Tittchen zu ihrem Gesicht. Blickkontakt. Keine Worte. Behände richtet sie sich auf, geht in den Allrad, nähert sich.

    Blowjob.

    Sehen kann ich nichts, nur spüren. Danuta hat nicht die Routine und Raffinesse einer Professionellen, aber sie ist nicht ohne Erfahrung.

    Sehen kann ich nichts, nur spüren. Ihre Haare fallen ungebändigt über mein Vergnügungszentrum, kitzeln mich. Ich muss lachen.
    „Was?“
    „Nichts. Deine Haare.“
    „Ich hab den Haargummi vergessen.“*

    Schön, dass Du beim Blasen auch den anderen Gummi vergessen hast.

    Ich liege neben ihr, hab sie im Arm. Danuta greift nach meiner Hand und führt sie zwischen ihre Beine. Immer noch oder schon wieder klatschnass.
    „Möchtest Du mich noch einmal lecken? Das war schön.“
    „Nein.“
    „Hm. Wenn Du nicht möchtest, ist das okay.“

    Natürlich möchte ich. Und so arbeite ich mich ein zweites Mal gemächlich an die sorgsam enthaarte Zone heran. Ich hab die Eingebung, mich intensiver um ihren Venushügel zu kümmern…

    Ein Hotspot! Und was für einer! Danuta lässt dieses helle Knurren hören, mal wieder, und dann zeigt mir ihre Haut, was da gerade abgeht. Ihre rechte Hand umklammert fest ihre linke Brust, die linke Hand schiebt sie langsam in Richtung Süden. Meine Lippen wechseln zwischen Venushügel und dem Vergnügungszentrum, bis mir schließlich ihre linke Hand den Zugang zu selbigem versperrt.

    Sie streichelt sich ein bisschen, ich küsse ihre Finger, die Innenseite ihrer Oberschenkel. Sie streichelt sich ein bisschen, aber sie streichelt sich nicht zum Höhepunkt. Und ich soll sie vermutlich auch nicht auf dem Weg dorthin unterstützen. Nun denn…

    Ich vermindere meine Bemühungen, ohne sie gänzlich einzustellen. Danuta zieht ihre Hand zurück. Ein herrlicher Anblick, so eine glänzende, glatte Pussy…

    Ein vernehmliches Gähnen. Das ist ein Zeichen.

    Ich lege meinen Kopf auf ihre Leistenbeuge. Ihre Möse, ihr Venushügel sind nur einen Kuss entfernt.
    „Du bist müde?“
    „Es ist gleich halb zwei, da darf man müde sein. Oder?“

    Natürlich.

    Politisch korrekt betrachtet, bin ich ein Schwein, ein Verbrecher, ein Vergewaltiger - je nach Standpunkt. Uns Freiern wird grundsätzlich jegliche Empathie abgesprochen und die Fähigkeit, Frauen respektvoll gegenüber zu treten.

    Ich sehe das anders. Ich verhalte mich anders, und ich bin mir sicher, dass die von mir für Sex bezahlten Frauen das weit überwiegend auch goutieren. Ich weiß auch, dass ich mit diesem Verhalten keineswegs allein auf weiter Flur stehe, sondern viele Kollegen das genauso handhaben wie ich.

    Ich weiß das. Meine Lieblingsfrauen wissen das. Was weiß schon Leni Breymaier?

    Wenn Danuta müde ist, dann habe ich das zu respektieren.

    Wir schlafen ein, nackt, im Löffelchen. Langsam fällt meine Latte in sich zusammen. Sie ist schon längst eingeschlafen, zuckt manchmal mit den Beinen, knurrt, wenn sie sich bewegt. Ich brauche etwas länger, bis ich schließlich auch meine Ruhe finde…

    *** Fortsetzung folgt ***
     
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  11. Elskhuga

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    *** 9. Fortsetzung ***

    Das zweite Date (Morgen)
    Im Schlaf haben wir uns angenähert und wieder voneinander entfernt. Mal lag mein Arm um sie geschlungen, mal kuschelte sie sich an mich. Jetzt liegt sie neben mir auf der Seite, den Rücken frei, den Po frei, die Bettdecke bedeckt lediglich ihre Unterschenkel und die Füße. Sie schläft, aber sie wird bald aufwachen, die Zeichen sind untrüglich.

    Ich überlege, ob ich Kaffee holen soll. Würde sie sich über frischen Kaffee freuen, auch wenn er nur aus dem Pappbecher vom Starbucks vor sich hin duftet?

    Die Zeichen haben nicht getrogen. Danuta hat sich auf den Rücken gedreht. Zwar hält sie die Augen geschlossen, aber ich weiss, dass sie langsam, langsam munter wird.
    „Möchtest Du Kaffee?“

    Sie knurrt.
    „Willst Du wirklich welchen holen? Gibst Du mir das Wasser?“

    Ich reiche ihr die Wasserflasche, sie nimmt einen großen, gierigen Schluck.
    „Ja. Sonst würde ich nicht fragen.“
    „Ich hab das Wasser. Bleib bei mir.“

    Wir reden. Ich erzähl ein bisschen von meinen zehn Jahren im Arte. Sie erzählt ein bisschen von ihren Männern.

    Danuta liegt nackt neben mir, trinkt ab und an aus der Flasche Vittel, räkelt sich. Sie weiß genau, dass ich den Blick nicht von ihr lassen kann.
    „Magst Du meinen Körper?“
    „Nein.“
    „Genauso, wie Du es nicht magst, mich zu lecken?“
    „Ja.“

    Sie lacht.

    Ist das jetzt eine Aufforderung oder ist es keine?

    Noch während ich diesen Gedanken wälze, krabbelt sie zwischen meine Beine, kniet sich hin, sitzt kerzengerade. Ihre Hände streicheln meine Oberschenkel, wandern zu meinen Leisten. Das Würmchen zwischen meinen Beinen wird zur Nudel und bald zur Latte. Mit der beschäftigt sie sich. Ausdauernd. Nicht mit der Perfektion und Raffinesse einer Professionellen…
    „Du machst das nicht zum ersten Mal.“
    „Nein.“

    … aber sie ist ganz gewiss nicht ohne Erfahrung.

    Ich stöhne vor Lust. Und dann vor Überraschung, als sie sich auf mich setzt. Einfach so. Kein Flutschi, keine Spucke.

    Wo hatte sie das Gummi versteckt?

    Das mit dem Stöhnen hab ich erst einmal aufgegeben. Statt dessen schau ich ihr zu, wie sie sich hoch konzentriert auf mir zum Höhepunkt reitet. Mein Körper, meine Latte sind Mittel zum Zweck. Meine Hände an ihren Hüften, auf ihren Brüsten sind willkommen, aber nicht wirklich wichtig, denke ich. Geil ist es dennoch. Vielleicht gerade *deswegen*.

    Danuta bricht nicht auf mir zusammen, als sie über die Klippe gegangen ist, nein. Sie beugt sich nach vorn, küsst mich. Kaum, dass ihr Atem schneller geht. Sie ist Sportlerin.
    „Danke!“
    „Ich hab…“
    „Jetzt Du.“

    Langsam beginnt sie, ihre Hüften zu bewegen…

    Äußerst geil ist dann der Abgang, den sie mir fast pünktlich zur vollen Stunde verpasst. Sie hat derart Druck bei mir aufgebaut, dass ich das Gefühl hab, der erste Schuss würde das Gummi schier in Fetzen reißen…

    Der Weckton vom Handy. Danuta gackert los.
    „Hast Du echt den Wecker gestellt?“
    „Ja, wir müssen um zwölf hier raus.“
    „Am besten gehst Du zuerst duschen.“

    Das zweite Date (Mittag)
    Dank Corona ist es leer und aufgeräumt in der berühmten sechsten Etage. Der Kaffee ist gut, der Käsekuchen göttlich. Danuta futtert ein Räucherfischsandwich als Frühstück… mich schüttelt es. Aber ich muss sie ja nicht heiraten. Ich muss das ja nicht jeden Tag haben, dass die Frau an meiner Seite Fisch zum Frühstück isst.
    „Sehen wir uns wieder? Wann hast Du wieder Zeit für mich?“

    Nein, ich muss sie nicht heiraten. Danuta kramt in ihrer Handtasche, fingert den Umschlag heraus, den ich ihr am Abend zuvor auf den Nachttisch gelegt hatte, reißt ihn auf.
    „Wieviel ist drin?“
    „Wie besprochen.“

    Will sie einen Nachschlag? Ich schaue mich um, ob wir Zuschauer, Zuhörer haben. Sieht nicht so aus.
    „Beim letzten Mal… es war nicht in Ordnung für Dich, oder?“
    „Ich war enttäuscht, das hab ich Dir gesagt. Und trotzdem sitzen wir jetzt hier.“

    Sie hält mir den aufgerissenen Umschlag unter die Nase, setzt zu einer Erwiderung an. Ich bemühe mich, ihr zuvorzukommen. Deutsch ist meine Muttersprache, ich muss mir die Worte nicht erst zurechtlegen.
    „Behalt es. Das war der Deal.“
    „Wirklich? Ich möchte Dich gern wieder treffen.“

    Ich muss grinsen. Eine clevere Geschäftsfrau, so oder so. Ob das Angebot ernst gemeint war oder nicht, ob es denn überhaupt eines war… ich werde es wohl nie erfahren.

    Wir nehmen die Handys heraus und suchen einen neuen Termin…

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  12. Elskhuga

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    *** 10. Fortsetzung ***

    Zwischenzeit
    Zeit vergeht. Tage, Wochen, Monate gehen ins Land. Allmählich verschwindet das Virus aus unseren Köpfen, aus unseren Leben... und doch bleibt es präsent, als unheimliche, unwirkliche Bedrohung.

    Lockerungen. Es gibt Lockerungen. Oh, lobet und preiset den Herrn! Uns etwas zurückzugeben, was uns ohnehin zusteht, nämlich unsere Bürgerrechte, und diese Rückgabe dann als gnädige Gabe der Obrigkeit zu zelebrieren... Respekt. Da haben die Spindoctors der Regierigen ganze Arbeit geleistet.

    Lockerungen. Es gibt Lockerungen. Oh, lobet und preiset den Herrn! Berufsverbote, flächendeckend. Die Grünen interessieren sich plötzlich kein bisschen für Bürgerrechte. Den Sozen, diesen unerschrockenen Kämpfern für Gerechtigkeit, geht die Diskrimierung tausender Bürger dieses Landes kilometerweit am Arsch vorbei. Ironischerweise: die meisten Diskriminierten sind Frauen. Hey, Frauen! Wer hat uns verraten…? Naaa?

    Lockerungen, es gibt Lockerungen! Oh, lobet und preiset den Herrn! Der doppeltrotgrüne Senat gestattet Massagen, mit allerlei Auflagen, und Geschlechtsverkehr… verboten! In Berlin gibt es Lockerungen, in der Schweiz tobt das Leben in den Amüsierbezirken. Ja, na klar, in der Schweiz geht alles immer etwas gemütlicher, das wird beim Virus nicht anders sein…

    Lockerungen, es gibt Lockerungen! Oh, lobet und preiset den Herrn! Das Berufsverbot für Prostituierte, fast ein halbes Jahr in Kraft, wird in Berlin aufgehoben. Geschlechtsverkehr gegen Entgelt ist wieder erlaubt, aber die Maske wird nicht abgesetzt. In der Schweiz präsentieren mir die Huren ganz unverblümt beide Lippenpaare… Nein, den Witz mit den eher etwas langsameren Schweizern mache ich nicht noch mal :cool:.

    Am 01. September 2020 öffnet das Artemis. Keine Party, kein Brimborium, das Artemis ist einfach wieder da. Fast ist es so, als wäre es niemals weg gewesen.

    Am 01. September 2020 öffnet das Artemis. Wie es der Zufall will, hab ich just an jenem Tag in Berlin zu tun. Der Weg ans Westkreuz ist nicht weit, drei S-Bahn-Stationen, ein Kurzstreckenticket würde reichen. Ich bin in Berlin, aber ich weiss nicht, was ich wissen will.

    Fahre direkt aufs heimische Gehöft zurück, gehe nicht über Westkreuz, lege nicht 90 Euro Eintritt auf den Tresen.

    Nein, ich weiss nicht, was ich wissen will. Wissen muss.

    07. September 2020, Home Office
    Mit einem frisch gebrühten Kaffee stelle ich mich auf die Terrasse. Die Sonne heizt unter Mittag noch ganz ordentlich. Ein Pulk dieser unsäglich dämlichen Jungamseln fällt über meine Wiese her und tut sich an allerlei Ungeziefer gütlich. Hoffe ich jedenfalls. Ich wähle eine Berliner Nummer.
    „Club Artemis. Guten Tag,“
    „Hey... Katharina, bist Du das?“

    Ich hätte nie gedacht, dass ich mich derart über ihre Stimme freuen würde. Wir machen ein bisschen Smalltalk, Katharina erzählt mir ein bisschen über die neuen Regeln. Kann ich mit leben... Seit der Razzia bin ich ja eh schon aktenkundig bei Bullerei und Staatsanwaltschaft - da haben die meinen Namen halt nochmal in der Akte, who cares?

    Ach ja, eines noch...
    „Die sehr schlanke Frau, ist sie auch schon wieder da?“

    Als ich das Gespräch beende, weiß ich, was ich wissen wollte. Wissen musste. Danke, Katharina!

    Ich entscheide mich.

    Es ist manchmal schwierig mit Danuta. Sie ist viel unterwegs: schwierig, einen passenden Termin zu finden. Zudem… Aber ich weiß jetzt, was ich wissen will. Ich schreibe Danuta eine SMS:

    - Ansonsten: Treffpunkt 17:45 am Dienstag Zürich HB nächste Woche. Oder hast Du schon andere Pläne?
    - Wirklich :) Hast du es für mich getan :) Prima, Danke!
    - Bitte. Ich hab das gern gemacht. Es war nur etwas... sehr schwierig ;-)

    Ja, es war schwierig. Nicht nur des Termines wegen, aber das werde ich Dir nicht erzählen. Ich werde Dir auch nicht erzählen, dass ich mir meinen unverhofft verlängerten Aufenthalt in Zürich… nun, etwas versüssen werde. Im Ernst, ich wollte schon immer mal ins Club Globe. Wann, wenn nicht jetzt?

    *** Fortsetzung folgt ***
     
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  13. Elskhuga

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    *** 11. Fortsetzung ***

    Club Globe, 11:25 Uhr
    Ich bin doch an der richtigen Station ausgestiegen? Da, wo der Laden nach übereinstimmender Auffassung von Google Maps und Apple Maps sein soll, ist nur ein zweistöckiges, rosa getünchtes Gebäude mit eingeworfenen Fenstern, das auch schon mal bessere Tage gesehen hat. Verdammte Hacke, wo ist der Laden?

    Auf meinem Irrweg komme ich zum zweiten Mal an der rosafarbenen Ruine vorbei. Dieses Mal sehe ich mich intensiver um… Moment mal…

    Selten so einen gut getarnten Saunaclub gefunden.

    Club Globe, 11:35 Uhr
    Ein freundlicher, eloquenter Typ mit Bart empfängt mich. Ich lege schon mal einen Fünfer auf den Tresen. Eine Münze. In der Schweiz hat es keine Fünferscheine.
    „Sie sind das erste Mal hier.“
    „Ja.“
    „Aber gut vorbereitet!“

    Naja. Man tut, was man kann. Den fehlenden Hunderter in Papier lege ich jetzt auch noch auf den Tresen. Die Frankenscheine sind derart dick und fest, ich denke immer, ich hab zwei von denen zwischen den Fingern. Ist halt kein Esperantogeld wie der Euro...
    „Euer Laden ist aber gut getarnt…“

    Der Typ grinst mich an und erklärt mir die Regeln, vor allem aber die Preise, auf die die DL's sich geeinigt haben - jedenfalls würde man das in Deutschland so behaupten. Hab ich alles schon gelesen, weiß ich alles schon - aber ich höre trotzdem freundlich zu. Der Typ spricht in sein Walkie-Talkie, ein Neuling bräuchte einen Rundgang.
    „Handtücher bekomme ich überall?“
    „Nein. Immer nur bei mir.“
    „So viel ich will?“
    „Wieso?“
    „Ich kenne Clubs, da kostet jedes Handtuch extra.“

    Wieder grinst der Typ. Ich glaub, der mag mich.
    „Sagen wir so: wenn Sie das zwanzigste Handtuch verlangen, berechne ich einen Zehner.“

    Ach ja, noch eines.
    „Wie ist das mit den Masken…“
    „Wenn Sie unbedingt möchten…“

    Ich möchte nicht. Aber die Clubführung möchte ich. Ich verstehe zwar kein Wort, aber ich werde mich auch im Globe zurechtfinden. Ein international erfahrener Clubgänger schafft das :cool:.

    Club Globe, 11:45 Uhr
    Es gibt große blaue Spinde! Es gibt *nur große* blaue Spinde!

    Davon abgesehen, ist es mit den hauseigenen Badeschlapfen in der Dusche bös rutschig. Dummerweise hab ich meine eigenen international erfahrenen Badeschlapfen im Hotel vergessen…

    Ich mache meinen Rundgang. Der Laden ist düster, Tageslicht gibt es hier nicht. Schade… die Mädels, die mir auf meinem ersten Rundgang hier begegnen, dürften auf den ersten Eindruck sämtlich das Tageslicht nicht scheuen müssen.

    Nach dem Rundgang hab ich mein Ritual: Sauna. Ich mach immer und überall erst einmal eine Runde Sauna. Wo ist der Wellnessbereich? Ich erspähe aus der Ferne etwas, das wie Sportgeräte ausschaut, und schließe messerscharf, dass dort auch der Wellnessbereich sein muss.

    Ist er auch. Räumlich nicht abgetrennt vom Clubbetrieb, insofern wummert auch die Mucke in nur schwach gedämpfter Lautstärke in die Schwitzkammer. Schade. Ich möchte in der Sauna entspannen und keine Musik hören. Die Finnische hat 75 Grad, das ist grenzwertig. Duschen und ein Tauchbecken hat es nebenbei, Ablagen für meine Glotzkorken sind leider Fehlanzeige.

    Jetzt aber los…

    Club Globe, 12:15 Uhr
    Meinen Lieblingsplatz hab ich schnell gefunden. Ich hab immer und überall meinen Lieblingsplatz. Hier ist es eine der leicht erhöhten Sitzgruppen in der Nähe der Bar. Dort halte ich Hof. Ich werde korrekt als Frischfleisch erkannt und bekomme ab und an Besuch auf meinem Aussichtspunkt.

    Die Mädels hier dürften auch auf den zweiten Eindruck das Tageslicht nicht scheuen müssen. Im Prinzip sind rein von der Optik her erst einmal alle Frauen, die mir aktuell ins Blickfeld geraten, grundsätzlich für mich buchbar. Alle, bis auf eine. Ausgerechnet diese eine ist nun die erste, die mir ihre Aufwartung macht. Übermäßig gebräunt, zu viel Silikon in Brust und Lippen. Ihre Schwester würde am Westkreuz anschaffen, erzählt sie mir, sie nennt auch einen Namen: Hm. Sagt mir nichts, aber das muss nichts heißen, schließlich bin ich in jenem Club kein Stammgast.

    Bis später? Ich denke nicht.

    Auch die nächste, die sich vorstellt, kommt nicht in Frage. Optisch ein Schnuckelchen vor dem Herrn, alles was recht ist. Aus Serbien würde sie stammen, räubert sie mir vor, und ob wir denn vielleicht Italienisch miteinander reden könnten?
    „Scusi mi, non parlare italiano!“

    Alles am Westkreuz gelernt :cool: Rumäninnen haben üblicherweise einen leichten Zugang zur italienischen Sprache, das ist verdächtig. Ich hab nichts, aber auch gar nichts gegen rumänische DL’s, aber ich mag es nicht, verarscht zu werden.

    Bis später? Ich denke nicht.

    Zu spät fällt mir ein, dass ich es bei einer Serbin durchaus mal auf Russisch hätte probieren können…

    Und so flanieren sie vorbei…

    Club Globe, 13:20 Uhr
    Ein älteres Exemplar nähert sich. Gut, eigentlich sehr gut erhalten, nur die Titten müsste sie wieder mal machen lassen.
    „Ich bin Donatella!“

    Handkuss, man kann ja wenigstens so tun, als wäre man ein Gentleman. Wir plappern ein bisschen, ich hab sofort Zugang zu ihr - passiert mir selten. Sie hätte auch mal am Westkreuz angeschafft, erzählt sie mir, nennt auch einen Namen: Jessie. Hm… mit der Jazzy, mit der ich vor drei oder vier Jahren mal ein Zimmer hatte, hat sie nun absolut keine Ähnlichkeit, und mit der Jessie von vor zehn Jahren schon gar nicht.
    „Sorry, aber ich erinnere mich nicht…“
    „Das war so 2008 oder 2009.“
    „Oh mein Gott… Du hast schon mit zwölf Jahren angefangen?“

    Sie schmunzelt, dieses Kompliment ist angekommen. Ich glaube, sie wird mein erstes Zimmer.

    Sie glaubt das auch.

    Okay, dann wäre das schon mal geklärt.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  14. Elskhuga

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    *** 12. Fortsetzung ***

    Club Globe, 13:30 Uhr
    Ich geh immer und überall vor dem Zimmer duschen. Scheint hier nicht zur allgemeinen Übung zu gehören, aber das ist mir Banane. Donatella wartet brav an den Wertfächern auf mich.

    Danach… das ist neu für mich: Man geht zur Rezi und füllt dort einen Zettel aus: Name, Telefonnummer. Nun, Jens Spahn ist ein wirklich wunderschöner Name und meine Geschiedene freut sich immer über Anrufe. Donatella linst auf meinen Zettel.
    „Du sollst leserlich schreiben!“

    Tatsächlich steht auf dem Zettel gedruckt, dass man leserlich schreiben soll. Also, ich kann das hervorragend lesen… :p
    „Die Zettel kommen in einen Umschlag und werden in 14 Tagen vernichtet.“

    Zur Bärtige hinter dem Tresen schmunzelt. Ich glaube, den Typen bringt so schnell nichts aus der Ruhe.
    „Ist das hier eine Null oder eine Neun?“

    Bin ich Graf Zahl? Das ist eine Acht!

    Donatella bekommt einen Schlüssel zugeteilt und geht voran. Es geht eine Treppe nach oben…

    Club Globe, 13:40 Uhr
    Eine kleine Butze, es ist gerade mal Platz für ein Bett. Kein Fenster. Donatella greift sich mein Handtuch, legt es zu ihrem aufs Bett. Richtig, das hier ist nicht das Artemis, in dem es an Handtüchern nie mangelt.

    Sie legt den schwarzen Halsschmuck ab, den sie trägt…
    „Immer so viel auszuziehen.“

    … und kommt zu mir. Ankuscheln im Stehen, das mag ich. Sie bietet ihre Lippen an. Wenn es denn sein muss… Ich bin keiner, der im Puff knutscht, aber ich hab ernsthaft Sorge, sie zu beleidigen, würde ich ablehnen.

    Ich nehme das Angebot an und spüre beim Küssen tatsächlich ihre Zunge. Nicht so schlecht. Die Wirkung bleibt nicht aus: die Wünschelrute spricht an. Sie spricht noch mehr an, als sich Donatella sanft um meine Brustwarzen kümmert und ihre Hände… nun, Gänsehaut produzieren. Bei mir. Wenn sie jetzt zum Blowjob im Stehen abtaucht, verlängere ich glatt sofort auf die Stunde.
    „Machst Du es Dir auf dem Bett gemütlich?“

    Okay. Keine Stunde. Aber gemütlich mache ich es mir trotzdem.

    Zum Blowjob lagert sie sich so, dass ich perfekten Ein- und Ausblick habe. Vermutlich könnte ich sie fingern, wenn ich das denn wollte - will ich aber nicht. Stattdessen genieße ich ihren Blowjob, und der ist tatsächlich Saunaclub-Oberklasse. An meine persönlichen Blowjobreferenzen kommt sie freilich nicht heran, aber das darf ich bei einer Halbstundennummer vielleicht auch nicht erwarten.
    „Soll ich weitermachen?“
    „Ja, bitte.“

    Sie wittert ein Extra.
    „Möchtest Du in meinen Mund spritzen?“
    „Nein.“

    Lieber genieße ich Deinen Blowjob noch ein bisschen und dann können wir gern ficken. Ja, Du auf mir. Und ich sag mal so: als sie so auf mir sitzt, mich reitet und mich dabei küsst, ist mir eigentlich ziemlich egal, dass sie ihre Titten mal wieder machen lassen sollte.

    Stellungswechsel, Doggy. Auch beim Doggy nix zu meckern. Ich hatte eine gute Woche keinen Sex, nicht mal mit Frollein Faust, und so brauche ich nicht lange bis zu einem schönen, ausgiebigen Abgang. Donatella quietscht irgendwie.
    „Was hast Du mit mir gemacht?“

    Dich gefickt. Dachte ich jedenfalls. Sie führt eine meiner Hände, die immer noch auf ihren Hüften ruhen, und führt sie via Pobacke zum Oberschenkel. Gänsehaut.
    „Gesia skorka.“

    Kein Kommentar von ihr, also kommentiere ich mich selbst.
    „Gänsehaut.“

    Ich stöpsele aus, sie hilft mir bei der Säuberung. Bis jetzt eine richtig gute Halbstundennummer. Ich erwäge, sie für die dritte Nummer vorzumerken - denn drei Zimmer hab ich mir für heute vorgenommen.

    Sie lagert sich in die Waagerechte, ich tue es ihr gleich. Ihr Rücken bekommt ein paar Küsschen von mir, meine Finger wandern vorsichtig zu ihrem Nacken. Liebling, ich wäre für ein paar Streicheleinheiten dankbar! Liebling kramt im Nuttentäschchen, bringt das Handy zum Vorschein. Okay, Zeitvergleich. Nein, doch kein Zeitvergleich, Liebling ruft den Browser auf, murmelt etwas von Quarantäneupdate und Ukraine.
    „Ukraine? Ich hab gedacht, Du kommst aus Rumänien.“

    Dann können wir auch auf Russisch weiterschwatzen, ich bin da flexibel. Sie auch. Nun gut, eine Moldawierin könnte vermutlich auch ganz gut Russisch. Liebling scrollt sich durch die AWL vom Globe.
    „Nur 34 Frauen heute.“

    Von mir aus. Von den 34 Frauen kommen 33 Frauen für die zweite und die dritte Runde in Frage. Du nicht. Spiel Du lieber mit Deinem Handy.
    „Gehen wir?“

    Club Globe, 14:10 Uhr
    Sie führt mich erst zum Wertfach - ihren Obolus hatte ich vorab schon abgezählt dort bereitgelegt - und dann zur Rezeption. Ich steh etwas unbeholfen da: wer bekommt die Kohle? Donatella sagt:
    „Halbe Stunde.“,

    der Bärtige macht sich eine Notiz und greift nach dem Geld, das ich auf den Tresen gelegt hab, fingert zwei Zehner heraus. Den Rest schnappt sich Donatella. Gut, begriffen, beim nächsten Mal weiß ich Bescheid.
    „Möchtest Du mit mir duschen?“

    Ich glaub erst, ich hab mich verhört. Duschen?

    In allen mir bekannten Läden trennt man sich in 99% der Fälle am Wertfach. Das gemeinsame Duschen danach ist mir also im Grundsatz fremd, aber ich lerne auch gern fremde Bräuche kennen.
    „Gern.“

    Und so treffen wir uns wenige Momente später in der halbdunklen Dusche. Jeder seift sich selbst ein, jeder spült sich selbst ab. Von einer Donatella mit aufregend nassglänzender Haut bekomme ich zum Abschluss noch ein Küsschen.

    Und bin gar nicht mehr so sauer.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
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  15. Elskhuga

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    *** 13. Fortsetzung ***

    Club Globe, 14:45 Uhr
    Wie lange gibt es hier was zwischen die Kiemen? Im Artemis hat es bis drei Uhr nachmittags Frühstück, und ab sechs Uhr abends halt Abendessen. Und hier?

    Ich stapfe die Treppe zum Restaurant nach oben… Respekt, das darf man wirklich Restaurant nennen. Okay, Betriebsrestaurant vielleicht… Großzügig und gut beleuchtet, viele Vierertische. Ein kleiner Tresen. Ich kann von der Gratiskarte bestellen - Cordon Bleu vom Poulet oder Pasta Nonna, oder von der Karte zu Zürcher Preisen.

    Ich nehme mal das Cordon Bleu. Vor meinen staunenden Augen frisch zubereitet - fast so wie in dem kleinen Laden in Hessisch Sibirien, in dem ich vor ziemlich genau zehn Jahren meine Clubkarriere begonnen habe.

    In dem Provinzladen seinerzeit war nie wirklich was los - das wird hier doch sicher anders sein? Wie regeln die das, wenn Betrieb in dem Laden ist und nicht Totentanz wie heute?

    In einem Kühlschrank etwas Obst und ein paar Teilchen zur Selbstbedienung. *An apple a day keeps the doctor away* - mein Motto in Pandemiezeiten. Mahlzeit! Die Pommes sind frisch, heiß und lecker, das Cordon Bleu eher geschmacklos. Schade. Auch der Käse rettet da nichts mehr.

    Was soll’s, ich hab im Puff schon deutlich schlechter gegessen, auch und gerade im Artemis. Und jetzt…

    Club Globe, 15:10 Uhr
    … Sonnendeck.

    Ich bin enttäuscht. Mal abgesehen davon, dass man wohl nur mit dem Lift nach oben kommt und nicht über eine Treppe… die Terrasse wirkt ungepflegt, unaufgeräumt und unordentlich. Trotz der Züge, die dreieinhalb Stockwerke tiefer immer wieder vorbeidonnern: Diese Terrasse wäre doch der *place to be* schlechthin! Erinnerungen werden wach an einen kleinen, von Nudelpartisanen dominierten Club im Herzen Tirols mit einem genialen Blick auf Nordkette auf der einen und Patscherkofel auf der anderen Seite… Die Terrasse war gepflegt und fest in die Abläufe im Club integriert, einmal in der Woche kam Fleisch auf den Grill. Mädels liefen regelmäßig Streife oder bezogen gleich über Stunden unter den Sonnenschirmen ihr Lager…

    Hätte, wenn und aber…

    Ich bin enttäuscht. Wirklich.

    Ich hab ein Buch dabei und mir vorsorglich an der Rezeption ausreichend Handtücher geschnorrt. Als Unterlage für die Sonnenliege. Kein Problem, es hier eine Weile auszuhalten…

    Club Globe, 16:25 Uhr
    Mit dem Lift nach unten, den Gang entlang nach vorn, nicht durch die Umkleide. Das Faktotum kommt mir entgegen und richtet ein paar Worte an mich.
    „Wie gefällt es Dir bei uns bis jetzt?“

    Diesen Satz glaube ich, aus der Folge für mich unverständlicher Laute herauszuhören, die mir entgegensprudeln. Deren Tonierung wiederum lässt mich vermuten, dass es sich um eine Frage handelt.
    „Nicht so schlecht.“

    Hey cool, voll die korrekte Antwort! Das Faktotum nickt bestätigend, logisch: wo auf der Welt könnte es jetzt, in diesem Moment, schöner sein als im Club Globe?

    Club Globe, 16:30 Uhr
    Mir fällt ein, dass meinen letzten Kaffee heute zum Frühstück hatte. Das will ich, muss ich ändern.
    Alles, was recht ist: der Kaffee ist Saunaclub-Oberklasse. Super! Dick und ölig rinnt die belebende Flüssigkeit in die Tasse, und bei der Auswahl der Röstung hat jemand mitgedacht: hier hat es eine recht kräftige Röstung, die durch Milch oder Sahne tatsächlich noch gewinnt. Für ein paar Minuten sind die Mädels zwei Stufen unter meinem Hochsitz Nebensache…

    Club Globe, 17:00 Uhr
    Mittlerweile dürfte Full House sein, was die Frauen anbelangt. Was die Gästezahl betrifft, eher weniger: Ich hab als Erstie natürlich keinen Plan, was sonst so hier abgeht, aber für meinen Geschmack sind das zu wenig Gäste für zu viele Frauen.

    Auch die über den Nachmittag eingetrudelten Frauen erkennen mich als das, was ich bin: Frischfleisch. Wieder machen mir einige Frauen ihre Aufwartung… In Erinnerung geblieben ist mir eine schmucke, braungebrannte DL, die vorbeidefiliert, unten an den Stufen stoppt und auf meine Kaffeetasse deutet.
    „Darf ich die mitnehmen?“

    Sicher doch. Nett. Ich nicke.
    „Soll ich Dir noch einen Kaffee bringen?“

    Im Artemis fragen mich das nur meine Lieblingshasis, und von denen sind nicht mehr viele übrig geblieben. Will diese DL Lieblingshasi werden?
    „Du musst mich nicht bedienen.“
    „Ich hole Dir gern einen Kaffee.“

    Und dann fläzt Du Dich neben mir aufs Kunstleder und drängelst mir ein Akquisegespräch auf. Geht klar.

    Lieblingshasi in spe bringt den Kaffee, mit Milch, wie es sich gehört, fläzt sich neben mir aufs Kunstleder und drängelt mir ein Akquisegespräch auf. Wir plappern ein bisschen, und plötzlich fällt der DL ein, dass sie sich noch gar nicht vorgestellt hat.
    „Fatima.“

    Mir entgleisen vermutlich die Gesichtszüge. Ich atme heftig aus. Die DL ist irritiert - zurecht.
    „Was war das jetzt?“

    Ach Mädchen… Der guten Ordnung halber platziere ich meinen Handkuss und stottere eine Erklärung. Diesen Namen trug einst eine im Artemis werkelnde Hure. Für ein Zimmer mit ihr flogen Männer rund um den Globus, kein Witz. Warum ausgerechnet diese Hure an mir Ottonormalfreier einen Narren gefressen hatte, verschliesst sich jeder rationalen Überlegung, die ich seit unserer heftigen und nicht wirklich freundlichen Trennung angestellt habe.

    Ausgerechnet dieser Name!
    „Bis später.“

    Nein. Es bleibt bei Lieblingshasi in spe. Auch wenn Du nichts dafür kannst - ich kann nicht aus meiner Haut.

    Sorry, Fatima.

    Club Globe, 17:30 Uhr
    „Warum sitzt Du so allein? Geht es Dir gut?“
    Ein Blondchen. schlank, kleine Murmel, natürliche Tittchen. Leider ein größeres Tattoo auf der linken Körperseite, und das auch noch in bunt. Mit dem Schriftzug, der sich ihr Rückgrat entlang nach Süden schlängelt, kann ich hingegen gut leben.

    Megan, so stellt sie sich vor, will längere Zeit im Sharks angeschafft haben - den Laden kenne ich, mag ich aber nicht wirklich. Auch im Artemis hätte sie sich vorgestellt, aber dort wäre sie zurückgewiesen worden: Keine 21 Jahre. Ich erkläre ihr im Groben, wie es dennoch funktioniert hätte…
    „Du kennst Dich so gut aus. Hast Du selber so einen Club?“

    Als ich mich von meinem Lachanfall erholt hab, schüttele ich den Kopf.
    „Bist Du Polizist? Was machst Du?“

    Nun, Chirurg bin ich jedenfalls nicht. Wir plappern ein bisschen, und ich bin mir sicher, dass ich mit Megan eine Kandidatin für die zweite Runde gefunden habe. Ich mache ihr wahrheitsgemäß klar, dass ich mir ganz schlecht Gesichter merken könne… ich würde mich also an ihren Puffstelzen orientieren.
    „Ganz schlecht. Jede zweite Frau hat schwarze Schuhe.“

    Sie deutet mir der Hand auf ihren Rücken:
    „Ich bin heute die einzige mit diesem Tattoo.“

    Ist notiert. Na dann: Bis später!

    Club Globe, 18:30 Uhr
    Was blöd ist an dem Laden: das Handyverbot. Mit dem Verbot an sich hab ich kein Problem, im Gegenteil. Was mir aber fehlt, ist ein Platz, wo ich doch mal halbwegs ohne Bumsmusik im Hintergrund telefonieren oder in Ruhe meine Mails checken kann. Die Umkleide… das mag heute funktionieren, denn heute ist wenig Betrieb, aber was ist, wenn der Laden brummt? Da werde ich wohl einen Spaziergang machen müssen…

    Ich schlappe nach vorn zur Rezeption.
    „Wenn ich mal spazieren gehen möchte… muss ich dann den Spind komplett ausräumen?“
    „Sicher. Den kann ja auch jemand anders bekommen, wenn Sie unterwegs sind.“

    Tja. Das sind die Momente, in denen man gewisse Facetten am Artemis plötzlich schätzt…

    Den Rückruf in der Firma verschiebe ich auf morgen. Ich hab keine Lust, extra für ein Telefonat eine Umzugsorgie zu starten.

    Club Globe, 19:10 Uhr
    So. Ich wäre dann soweit. Wo ist Megan?

    Da laufen schon ein paar Blondies durchs Haus, aber welche von denen ist Megan? Verfluchtes Personengedächtnis, nicht vorhandenes. Ihr Tip mit dem Tattoo mag ja stimmen, aber: ab drei Meter Entfernung sieht für mich im Puffdämmer ein Rücken so aus wie der andere. Soll ich jetzt zu jeder Blondynka gehen und mir den Rücken vorführen lassen?
    „Ein schöner Rücken kann auch entzücken.“

    Na klar, ich bin ein international erfahrener Rückenfetischist…

    Freundlicherweise erbarmt sich Megan.
    „Hast Du mich vergessen?“

    Nein, natürlich nicht. Megan ist zu dem Schluss gekommen, ich müsse Doktor sein, denn ich würde so ruhig und entspannt wirken. Nun, Du bist nicht die erste, die den Chirurgen in mir zu erkennen glaubt, aber Du bist vermutlich auch nicht letzte, die falsch liegt.
    „Wollen wir… uns nicht zusammen langweilen?“

    Hervorragende Idee.

    Die Abläufe kenne ich mittlerweile. Wir bekommen ein Zimmer im Gang zu den Waschmaschinen…

    *** Fortsetzung folgt ***
     
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  16. Lurker

    Lurker Römer

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    Zum ungestörten Telefonieren gibt es einen separaten Raum am hinteren Ausgang der Umkleide in Richtung Fahrstuhl gleich auf der linken Seite
     
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  17. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Danke für den Tip. Kann gut sein, dass mir das Faktotum die Telefonzelle bei der Führung erklärt hat - nur hab ich das dann halt nicht verstanden :D

    Nun, Zürich und umzu sind seit heute Risikogebiet... ich denke, meine Tickets für Anfang November kann ich dann guten Gewissens umbuchen in eine Zeit nach der Seuche. Ich fürchte, es wird noch dauern, bis diese Zeit anbricht. Vermutlich hab ich auf jeden Fall bis dahin noch genug Zeit für die...


    *** 14. Fortsetzung ***

    Club Globe, 19:40 Uhr
    Betten bauen wie im Artemis muss man hier nicht. Handtücher sind ein reguliertes Wirtschaftsgut. Die beiden Kissen werden zurechtgeschoben, ein Handtuch drüber - fertig. Spart Zimmerzeit :cool:.
    „Kommst Du?“

    Megan hat sich schon fix langgemacht. Schade. Ich entwickele dann mal den Hessendress…
    „Oh!“
    „Was?“

    Ich werde doch nicht der erste alte Mann sein, den Du nackt gesehen hast, mit Halblatte unter dem Handtuch?
    „Du hast ja Sixpack! Machst Du Sport?“

    Seh ich etwa so aus?
    „Muss ja. Alter Mann.“
    „Komm, alter Mann.“

    Sehr gerne. Ich leg mich neben sie, und…

    Ja, im Club Globe arbeiten ein paar der schönsten Mädchen der Welt. Vorsichtig lasse ich meine Finger über ihre Haut wandern, spüre feinen Flaum. Mein Sixpäckchen beschäftigt sie offenbar immer noch.
    „Hab ich mehr Bauch als Du!“

    Sie deutet auf ihre kleine, keinesfalls störende Murmel.
    „Du bist eine Frau. Eine Frau soll nicht hart sein, sondern wenigstens ein bisschen weich, so wie Du.“

    Sie lächelt. Sie schaut mich an. Sie bietet ihre Lippen. Küsschen, ganz dezent. Meine Finger wandern. Ich hauche ein paar Küsse auf ihren Nacken. Sie schnurrt. Sie schaut mich an. Sie bietet ihre Lippen. Küsschen, mit ganz leicht geöffneten Lippen.
    „Du bist so… relaxed. Das ist perfekt für mich.“

    Und Du bist auch perfekt für mich. Ich mag es, mich langsam auf meine Geliebte auf Zeit einzustellen und mich derweil an ihrem Körper zu erfreuen. Nicht jede meiner Geliebten auf Zeit lässt das zu.

    Es vergehen ein paar Minuten. Ich erkunde ihren Körper. Wir wechseln ein paar Worte. Ihre Hand fährt zärtlich und gefühlvoll über meinen Kopf.
    „Du hast so… weiches Haar.“
    „Ich weiß. Aber ich kann nichts dafür, das haben meine Eltern gemacht.“

    Sie lacht.
    „Sicher. Aber es ist ungerecht. Weißt Du, was wir Frauen tun müssen, um so weiches, schönes Haar wie Du zu haben?“

    Ja. Ich erinnere mich noch genau an die Friseurrechnungen meiner Geschiedenen. Sehr genau.
    „Soll ich einmal *Hallo!* sagen?“

    Keine Einwände. Sie sagt *Hallo!*. Megan tut das sehr gefühlvoll, dennoch nicht ohne Wirkung. Sie widmet sich der kompletten Wünschelrute, nicht nur deren Spitze. Ein paarmal nimmt sie die Wünschelrute auch tief, jedoch nicht so tief, dass sie mit dem Würgereiz kämpfen müsste - das würde ich ohnehin nicht mögen. Sie macht einen richtig guten und vor allem einen ehrlichen Blowjob: wenn eine ihrer Hände am Gerät ist, dann nur, um es zu stabilisieren. Perfekt.

    Nachdem wir so ein wenig inniger miteinander Bekanntschaft geschlossen haben, geht es ans Gummi. Ausritt: ich mag ihren schönen, annähernd perfekten Körper auf mir. Sie wechselt zwischen kurzen, schnellen Hüben mit ihren Hüften, weit vornübergebeugt, mich dabei küssend, und langsamen Bewegungen, den Rücken durchgedrückt, ihre schönen, natürlichen Brüste präsentierend. Leider finden wir keinen rechten gemeinsamen Rhythmus. Vielleicht gelänge es, würde ich sie mit Nachdruck führen, doch dazu ist sie mir zu… kostbar?

    Wechsel zum Doggy. Hier harmonieren wir perfekt. Problemlos nähere ich mich der Klippe und überwinde sie schließlich nach einigen selbst gewählten Umwegen. Wenn mich mein Gefühl nicht täuscht…

    Ein verstohlener Blick auf die Uhr: Minute 29. Ich kann es noch :D!

    Megan verbreitet keinerlei Hektik. Aufstöpseln, reinigen, alles ganz gelassen. Etwas Smalltalk.
    „Ich weiß immer schon im Gespräch, wie der Mann später auf Zimmer ist.“

    Das nennt man Menschenkenntnis, Megan. Respekt, wenn Du wirklich so gut in uns Männern lesen kannst. Wir gehen nach vorn, erledigen die Formalitäten.
    „Wie lange bleibst Du noch?“

    Lange genug, um Dich noch einmal zu zimmern.
    „Möchtest Du mit mir duschen?“

    Unbedingt.

    Club Globe, 20:20 Uhr
    Megan kramt sich erst noch eins, und so bin ich mit meiner Dusche durch, als sie endlich auftaucht, mit zwei Tuben bewaffnet. Ich schau ihr voller Vergnügen zu, wie sie ihren Körper erst mit Wasser benetzt und dann aus der einen Tube einseift.
    „Du wirst doch nicht jetzt Haare waschen wollen?“

    Sie lacht.
    „Wieso?“

    Ich deute auf die beiden Tuben.
    „Ach so. Eine für die Haut, die andere für die Pussy.“

    Nun denn. Wenn Deine Pussy das auf Dauer abkann, ist es ja gut.

    Megan lässt sich Zeit mit der Körperpflege und ich genieße die Show. Küsschen mit gespitzten Lippen. Ich muss mich nach vorn beugen, denn die Wünschelrute macht sich schon wieder bemerkbar. Das ist ein Zeichen.
    „Wir sehen uns später?“
    „Unbedingt!“
    „Wie bitte?“
    „Öhm… ja. Sehr gern.“

    Schade, dass ich sie nicht mitnehmen kann an das Westkreuz. Ich denke, wir könnten eine schöne, lange Puffbeziehung miteinander führen.

    Megan entschwindet. Und ich hab jetzt Hunger.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
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  18. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 15. Fortsetzung ***

    Club Globe, 20:35 Uhr
    Ich hab Hunger, okay. Aber zuvor will ich noch einmal schwitzen gehen. Ich ärgere mich erneut, dass ich meine Glotzkorken hier nirgendwo kommod und sicher unterbringen kann. Ist etwa dieses Brett an dem einen Fenster der Schwitzkammer als Ablage gedacht, direkt über dem einen Sofa, was dort steht?

    Wenigstens ist die Sauna mit 85 Grad jetzt erträglich temperiert.

    Club Globe, 20:55 Uhr
    Ich hab immer noch Hunger. Und jetzt geh ich essen. Bekomme ich um diese Uhrzeit überhaupt noch was?

    Gähnende Leere im Restaurant. Ein Tisch ist mit Mädels besetzt - hey, Megan! - und an zwei anderen lungern drei Kollegen. Der Koch kramt sich eins hinter dem Tresen… Doch, ich bekomme noch was.
    „Pasta, bitte!“

    Die Pasta ist vorgekocht und wird nur noch einmal in der Pfanne geschwenkt. Geht bei mir als frisch durch, lasse ich gelten. Im Gegensatz zum Cordon Bleu bringen die Nudeln gut Geschmack mit - an diesem Abend, hier und heute, ist die Pasta klar die bessere Wahl.

    Club Globe, 21:15 Uhr
    Mein Lieblingsplatz ist besetzt - Skandal!

    Ich mache es mir in der benachbarten Sitzgruppe bequem. Kaum habe ich am Kaffee genippt, nähert sich ein Kollege, deutet auf die andere Ecke der Sitzgruppe.
    „Darf ich?“

    Generös nicke ich. Sicher doch.

    Der Kollege breitet ein paar Handtücher aus, verschwindet in Richtung Tresen. Könnte glatt ein Deutscher mit Hotelpoolausbildung sein, denke ich so bei mir. Mit Gläsern und Getränk kehrt er zurück. Ich ahne, wohin der Hase läuft.

    Wiederum verschwindet der Kollege und kehrt richtig mit einer DL wieder, komplimentiert sie aufs Sofa. Freundlicherweise wird just in diesem Moment mein Lieblingsplatz frei. Mit den Füßen angele ich nach den Badeschlapfen, mühe mich hoch, raffe das Handtuch, murmele:
    „Ich lasse Euch mal allein.“

    Für mich zählt das als Puffknigge, zumal, wenn der Laden nicht wirklich brummt und ich problemlos einen anderen Platz finden werde.

    Der Kollege würdigt mich keines Blickes, geschweige denn eines Dankeswortes. Ist bestimmt ein Deutscher.

    Oder?

    Club Globe, 21:30 Uhr
    Im CG läuft es nicht anders als anderswo: Eine jüngerer Kollege mit Migrationshintergrund - in der Fickfabrik am Westkreuz würden wir germanischen Hurenböcke auf der Couch halblaut das despektierliche Wort *Kameltreiber* benutzen und wissend nicken - markiert den Großen Max. Er hat mal zwei, mal drei Mädels an seinem Tisch, es gibt lecker Puffbrause, die Mädels sind begeistert.

    Nicht alle, okay: mir fallen mindestens zwei auf, die ihren Aufenthalt am Tisch auf ein Minimum beschränken und an den angebotenen Getränken nicht mal nippen. Könnt ihr nicht wenigstens ein bisschen leiser…?

    Besser, ich suche mir einen anderen Platz.

    Club Globe, 21:45 Uhr
    Im CG läuft es nicht anders als anderswo: wenn die Mädels nichts zu tun haben, wenn es *langweilig* ist, dann suchen sie nach Ventilen für die angestaute Energie. Man zickt sich an, man zickt das Personal an, man zickt die Gäste an.

    Hier und heute wird die Vorstellung *Wilde Jagd* gegeben. Man jagt sich gegenseitig durch die heiligen Hallen. Die etwas verwinkelten Räumlichkeiten, die vielen Nischen geben auch gut Gelegenheit, sich zu verstecken. Unwillkürlich muss ich grinsen. Es ist halt überall dasselbe. Um eine altgediente DL aus dem Artemis zu zitieren: *Und ich sitze hier oben und lach’ mir einen Sixpack.*


    Ach nein, Sixpack hab ich ja schon. Sagt jedenfalls Megan.

    Apropos: wo steckt meine Kandidatin für den perfekten Girlfriendsex?

    Club Globe, 22:05 Uhr
    Im CG läuft es nicht anders als anderswo: die Mädels haben ihre Stammplätze, mehr oder weniger. Den Stammplatz von Megan kenne ich unterdessen. Das ist gut.

    Andere Gäste, Stammgäste vermutlich, kennen den Stammplatz von Megan auch. Das ist schlecht. Ob ich da noch zum Zug komme? Der Typ wirkt nicht so, als würde er sie ohne Buchung verlassen, eher im Gegenteil. Das ist ein Stundenbucher, jede Wette.

    Club Globe, 22:20 Uhr
    Ich schlappe zum Wertfach, greife das Mobil. Wenn ich im Artemis mal die Zeit vergesse, ist das kein Hit. Entweder hab ich das Auto dabei - oder ich nehme den Bus, der mich die ganze Nacht hindurch alle Viertelstunde bis fast direkt vor die Türe meines Stammhotels fährt.

    Im CG allerdings sollte ich auf die Uhr achten. Mein Heizölturbo steht 700 Kilometer Luftlinie weiter nördlich, plusminus, und die Öffies hier…

    Ich verstaue das Mobil wieder.

    Letzte Abfahrt 00:17 Uhr. Die muss ich erwischen, oder ich muss auf der Parkbank pennen. Hat es in Schwerzenbach eigentlich Parkbänke?

    Club Globe, 22:25 Uhr
    Mit der dritten Nummer ist es immer so eine Sache bei mir. Manchmal ist sie grandios - gerade dann, wenn die DL mich schon kennt und weiß, wie ich funktioniere. Manchmal ist die dritte Nummer aber das Gegenteil von grandios und ich ärgere mich im Anschluss, nicht doch verzichtet zu haben. Wenn ich Megan nicht bekommen kann, verzichte ich. Keine Experimente.

    Aber einen Kaffee kann ich noch, für den Heimweg. Ich stelle mich an die Bar, ordere das Heißgetränk. Die Barhocker sind sämtlich von mehr oder weniger gelangweilten Frauen belegt. Der Kaffee kommt. Ich greife nach der Tasse…

    … da legt sich eine warme, weiche Hand auf meine.
    „Warum willst Du gehen?“

    Ich schaue in braune Augen einem freundlichen Gesicht, eingerahmt von schwarzem Haar, mein Blick gleitet an einem schlanken, gut gebräunten Körper mit kleinen, fast nur angedeuteten Tittchen entlang. Über die Tattoo sehe ich großzügig hinweg.
    „Wer sagt, das ich gehen will?“

    War doch klar, dass ich meinen Kaffee am Tresen trinken will, oder?

    Das Gespräch mit Antonia ist nicht wirklich lebendig, allerdings trinke ich den Kaffee auch nicht ohne Grund: wirklich frisch bin ich nach gut zehn Stunden im Puff auch nicht mehr.

    Der Kollege mit Migrationshintergrund kommt herangeeilt, bestellt lärmend Nachschub.
    „Ein Stammgast?“
    „Nein, ich denke nicht.“
    „Aber er ist bestimmt ein Jackpot!“
    „Egal. Nicht meine Art von Gast.“

    Ich wäre dann schon eher ihre Art von Gast. Na, wenn das so ist…

    Keine Experimente! Doch: Versuch macht klug, sagte der olle Prof, bei dem ich vor Jahrzehnten mal Experimentalphysik gehört habe…

    *** Fortsetzung folgt ***
     
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  19. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    *** 16. Fortsetzung ***

    Club Globe, 22:40 Uhr
    Wieder ein Zimmer im Gang zu den Waschmaschinen. Meine DL stellt den Ventilator ab, der angesichts der stickigen Luft gut und gern als der berühmte Miefquirl durchgeht. Mir fällt etwas auf:
    „Gibt es überhaupt Zimmer mit Fenstern?“
    „Nein.“

    Welch ein Glück, dass das CG nicht im Großen Kanton angesiedelt ist. Im Artemis beispielsweise sind gemäß Hygienekonzept die Zimmer nach Benutzung 15 Minuten zu lüften. Und das wird tatsächlich auch gemacht.

    Ich nehme Antonia stehend in den Arm. Meine Hände erkunden ihren Körper, wir tauschen ein paar Küsschen. Bisschen schwierig, denn mit Antonia hab ich ein eher kleines Exemplar erwischt.
    „Antonia… ich bin ein alter Mann…“
    „Na und?“
    „Du bist mein drittes Zimmer heute… wenn ich nicht funktioniere, dann liegt das nicht an Dir, okay?“
    „Okay.“

    Sie nickt, bugsiert mich in Richtung des Bettes.
    „Möchtest Du vielleicht eine Stunde bleiben?“
    „Nein. Eine halbe Stunde reicht mir.“

    Wenn sie enttäuscht ist, dann zeigt sie es nicht. So soll es sein.

    Der Zärtlichkeitenaustausch geht in der Waagerechten weiter, so soll es sein. Immer wieder Küsschen, das wiederum muss für mich nicht sein, ist aber trotzdem nett. Die Wünschelrute funktioniert und bekommt langsam Spannung…
    „Möchtest Du Französisch?“

    Unbedingt!

    Antonia legt los… Ja, Französisch kann sie. Unbedingt!

    Von den Blowjobs, die ich heute hatte, ist das definitiv der Beste. Sie bläst sehr feucht, die Sauce rinnt am Schaft herunter, die Kronjuwelen entlang und versickert irgendwo unter meinem Hintern. Ihre Zunge tanzt auf der Eichel, trillert sich über das Frenulum die Naht entlang in den Süden und züngelt dann an den Eierchen: so ist es recht.

    Ab und an ein paar kleine Griffe mit der Hand, aber das geht völlig in Ordnung. Herr im Himmel, das ist ziemlich geil! Antonia arbeitet hoch konzentriert, kontrolliert nur ab und an mit einem schnellen Blick, wie es mir geht. Gut geht es mir, Mädchen! Mir geht es so gut, dass ich keinen Bock aufs Gummi habe. Ich lasse sie einfach fröhlich weiterblasen.
    „Möchtest Du in meinem Mund kommen?“

    Antonia fragt das nicht ohne Grund: die halbe Stunde dürfte annähern vorüber sein. Ich hab die Klippe gesehen bei ihrem Blowjob, aber nur aus der Ferne. Ihr wirklich nahe gekommen bin ich, gar in den Abgrund geschaut hab ich nicht. Es ist halt die dritte Nummer.

    Es jetzt noch zu erzwingen… mein Frankendepot im Wertfach würde wohl eine Verlängerung als auch das Extra gestatten, aber warum?
    „Nein, Antonia. Ich denke, ich habe genug.“

    Wenn sie enttäuscht ist, dann zeigt sie es nicht. So soll es sein.

    Antonia lässt ab von mir, angelt nach der Puffrolle, beseitigt, so weit möglich, die Spuren ihres Tuns. Die Wünschelrute schnurrt, jeglicher taktiler Reize beraubt, in atemberaubender Geschwindigkeit zusammen. Spätestens jetzt dürfte Antonia meinem Gerede Glauben schenken.

    Ich helfe Antonia noch rasch dabei, das Bett frisch zu beziehen, dann trollen wir uns zur Rezeption.
    „Möchtest Du mit mir duschen?“

    Unbedingt.

    Club Globe, 23:15 Uhr
    Antonia widmet mir in der Dusche kaum Aufmerksamkeit, auch auf ein Abschiedsküsschen - darauf hatten sowohl Donatella als auch Megan Wert gelegt - verzichtet sie. Ich bin für sie uninteressant - und sie hat ja recht. Die Chance, dass wir uns noch einmal über den Weg laufen, sind verschwindend gering.
    „Machs gut.“
    „Ich wünsche Dir immer gute Geschäfte. Und manchmal einen Jackpot.“

    Siehe da, sie kann doch noch lachen. Und jetzt bekomme ich doch noch ein Bussi. So findet unser Beisammensein doch noch einen fröhlichen Abschluss.

    Club Globe, 23:25 Uhr
    Beschleunigten Aufbruch hab ich oft genug geübt. An der Rezi löse ich meinen Schlüssel gegen die zehn Stutz Pfand ein, ansonsten hatte ich nichts auf dem Zettel. Für einen guten, alten Puffkumpel schieße ich noch rasch ein Beweisfoto vom Werbeplakat draußen:

    Ich war hier, im sagenumwobenen Club Globe.

    *** Fortsetzung folgt ***
     
  20. verweser

    verweser Volkstribun

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    Bei solchen Passagen fällt es mir naturgemäß schwer standhaft zu bleiben und meine persönliche Abstinenz nicht sofort unterbrechen zu wollen.

    Aber das Rom ist zu, dass bleibt auch so leider.
    Der Club Globe war immer ein besonderer Traum von mir damals als dieser mich als einziger "interessiert mich" Ort zu Sylvester reizte.

    Gr vw, es ist herrlich entspannend daher für mich deinen Ausführungen zu folgen. Danke...und nochmals Danke dafür sowie für die vielen anderen Berichten
     
    schneehase und Wolli gefällt das.

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