Goldentime

Artemis Der Lockdown - Countdown bis zur wirklich letzten Sekunde: Kalter Entzug

Dieses Thema im Forum "Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin" wurde erstellt von Der Pharao, 2. November 2020.

  1. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Salve liebe Forengemeinde,

    verehrte Mitleser.

    Prolog

    Selbstverständlich, aber dennoch zu Beginn:

    An alle Damen, Management, Mitarbeiter und Gäste des FKK Artemis:

    Bleibt oder werdet vor allem gesund, passt auf euch und eure Lieben auf und behaltet die Zuversicht, dass möglichst bald wieder bessere Tage auf uns zukommen.

    Möge die Zeit, die man fernab unserer ans Herz gewachsenen Wohlfühl – Oase verbringen „muss“, möglichst rasch vorüber gehen, sodass wir uns, in hoffentlich alter Frisch, zeitnah wieder begrüßen können.

    Prolog II

    Ein besonders herzlicher Gruß geht heute noch an meinen von sich selbst zitierten „größten Fan.“
    Ich wünsche dir eine ruhige, entspannte und wunderschöne Woche, welche, so hoffe ich, dazu beiträgt, verlorene Energie wieder aufzutanken.
    Vielleicht trinkst du einen Gin Tonji – oh, ich meinte natürlich einen Gin Tonic, auf mich und gedenkst des ein oder anderen „Erlebnisses“. ;)
    Ich habe mich extra bemüht, direkt etwas zu tippen, dass du nicht jedesmal umsonst aktualisierst.

    Samstag, … 31. 10. 2020 …

    Es ist merkwürdig, wenn man gen Saunaclub fährt, mit dem Wissen, dass dies der gesichert letzte eigene Besuch für nächste Zeit sein würde.
    Ich hinterfrage mich, ob man Dinge, die man normalerweise für routiniert und „normal“ gehalten hat, eventuell anders oder bewusster wahrnehmen würde.
    Zumeist belehrte nur der Verlust oder Abhandenkommen einer Sache über den eigentlichen Wert und es wahr jahrelang selbstverständlich, einfach in Richtung Berlin aufzubrechen, wenn das eigene freie Zeitfenster dies gestattete.

    Nun aber, hat man faktisch einen Tag – und eine Nacht – um sich noch einmal all dessen zu besinnen, was einem lieb und teuer wurde.

    Im Vorfeld, hatte sich heraus kristallisiert, dass das Denken vieler ähnlich anmutet und so auch unsere Gruppe in gesammelter Stückzahl vor Ort sein wollte.

    Ein letztes „Aufbäumen“ gegen den Lockdown, die Sperre, die einen fern des Paradieses hält und welche einem maximal gestattet, in alten Erinnerungen zu schwelgen und die Hoffnung auf eine baldige Fortführung gedanklich voran zu treiben.

    Es schüttet, als ich mein Obdach verlasse und ich laufe durch meinen Flur in den Bereich der Doppelgarage.
    Vorsorglich hatte ich mir einen Wagen meines Firmenfuhrparkes gesichert, welcher über Automatik verfügt und mich so, trotz Einschränkung des linken Armes, sicher an mein Ziel geleiten sollte.

    Die Wettergötter versagen mir ihre Gunst und ich reise bis quasi exakt Schönefelder Kreuz im teilweise prasselndem Regenschauer, welcher stark an die monsun – artigen Niederschläge tropischer Paradiese erinnert.

    Ankunft …

    Auf dem Parkplatz warten bereits einige Kollegen, welche deutlich früher erschienen waren.
    Im Gespräch hatten sie sich die Zeit vertrieben und netter Weise auf mich gewartet, sodass wir geschlossen die Gefilde der Jagdgöttin betraten.

    Mir wird die Ehre zuteil, mich an die Spitze der kleinen Kohorte zu setzen und wir verteilen uns jeweils links und rechts an die Rundtische, wo der obligatorische Bogen der Kontaktnachverfolgung inzwischen schon zur gewohnten Routine zählt.

    Ioana, welche gerade noch am Desinfektionsspender herum wuselte, huscht in Richtung Rezeption, da eine Dame, ins Handtuch gewickelt, ein Anliegen hatte.
    Katharina erscheint, „hilft“ dankenswerter Weise aus, misst Fieber und überprüft die angegebenen Daten auf ihre Richtigkeit.

    Wenig später stehe ich mit einem eigentlich doch viel zu großen Bademantel an meinem Wertschließfach, welchen ich aber noch zwingend benötigte, um via Gips in den Ärmel zu schlüpfen.
    Ich verstaue meine Habseligkeiten, ehe ich in Richtung Umkleide flaniere, wo Petronius bereits wartet.

    Ungeduldig scharrt er mit den Hufen, so, als würde der Club binnen weniger Minuten final schließen.
    Ich mühe mich aus meiner Kleidung, an welche ich mich noch immer nicht gewöhnt habe.
    Ich vermisse meinen Dresscode und fühle mich ohne Jackett und Hemd irgendwie merklich sonderbar, so, als würde ich lediglich schnell zum Briefkasten wollen, um danach wieder einen Marvel – Film auf der bequemen Couch zu schauen.

    Umkleide …

    Thomas hat nun ebenfalls seinen Wunschspind, nachdem er feststellen musste, dass er für oben angelegte Bereiche gänzlich ungeeignet daher kommt.
    Während ich mich entkleide, hat auch der vierte Kollege bereits seinen Kleiderwechsel vollzogen und alle stieren gebannt in meine Richtung.

    „Was habt ihr? Ich kann das nicht so schnell. Ihr könnt doch schon vorgehen, ich finde mich in Richtung Restaurant.“ - äußere ich und schaue kurz nach oben.

    „Nein, nein. Wir warten auf dich.“

    „Euch könnte ja auf dem Weg etwas zustoßen.“

    Restaurant, Frühstück …

    Die Tür öffnend, erblicke ich zwei Damen, welche mir ans Herz gewachsen sind.
    Sie stärken sich und sind ins Gespräch vertieft, sodass ich mich in meiner Begrüßung zurück halte.
    Ein für mich bis dato neuer Zettel an Tür, welche in den Außenbereich führt, kündigt an, dass dieser ab dem 1. oder 2. November aus versicherungstechnischen Gründen gesperrt wäre.

    Nicht auszudenken, wenn jemand, bei den immer widriger werdenden Temperaturen und Witterungen da ausrutscht – und sich eventuell noch etwas brechen könnte.
    Das dies bei Weitem nicht so unmöglich anmutet, musste ich ja am eigenen Leibe erfahren und „quäle“ mich immer noch mit den nervigen Nachfolgen.

    Wie stets verkoste ich eine Eierspeise, welche mit einem Wiener Würstchen gepaart auf meinem Teller landet.
    Ich entschuldige mich, unterbreche das Frühstück, erhebe mich vom Tisch und führe ein kleines Gespräch bezogen der Planung des weiteren Tages.
    Kurz schockiert der Antwort, welche mich ereilte, brauche ich ein paar Sekunden, ehe ich mich gesammelt habe und sinne auf „Rache“ des Scherzes, welcher sich mit mir erlaubt wurde.

    Zurück bei Tisch …

    Nikita hat sich seitlich unseres Platzes ebenfalls zu einer Stärkung entschlossen und auch ein doch spürbar erhöhtes Gästeaufkommen frequentiert die „Gaststube.“
    Wir essen gemeinsam, tauschen Neuigkeiten und haben selbstredend das Thema „Artemis Lockdown“ auf der Agenda.

    Die Stimmung bei vielen Damen, welche man an diesem Tag vernehmen konnte, war eine doch verständliche Mischung aus Zweifel und Tristesse der nahenden Zukunft, aber auch eine gewisse Vorfreude, in heimatliche Gefilde in den „Zwangsurlaub“ aufzubrechen, welcher so, ohne Corona, wahrscheinlich in dieser Zeit und Länge niemals angetreten worden wäre.

    Es war greifbar, dass niemand sagen kann, wie und wann man wieder miteinander auf der Couch lümmelt, scherzt und Pläne schmiedet, analysiert, fachsimpelt und das Leben jenseits der alltäglichen Sorgen und Belastungen für eine bestimmte Zeitschleife ausblenden kann.

    Ich freue mich sehr, wieder ein paar Damen zu treffen, mit welchen man noch einmal ins Gespräch kommen konnte, die man wertschätzt und ohne die der eigene Aufenthalt inzwischen beinahe unmöglich erscheint.

    Während ich meinen Entschluss relativ zügig gefasst habe, verteilen sich die anderen Kollegen auf die Räumlichkeiten.

    Das Buchungsverhalten, welches im Laufe des Tages zur Tragweite kommt, ist vielseitig, sodass einige meiner Clubfreunde in „neuen Gewässern fischen“, während andere geschätzte und vertraute Damen auf Zimmer bitten.

    Und ja – selbstverständlich bin auch ich derzeit alles andere als schwer berechenbar, wofür ich mich aber weder entschuldigen noch rechtfertigen muss.

    Es ist generell interessant, wie manche meinen, den eigenen Wesenszug besser analysieren zu können als man selbst, sodass sich eine gefestigte Meinung bildet, „was“ doch eher zu mir passen würde.

    Nun, final muss ich mich dabei wohlfühlen – und natürlich die Dame, an allererster Stelle – und nicht andere, deren Absichten, die sicher gut gemeint sind, jedoch teilweise jenseits aller roten Linien agieren.

    Ich gönne jeder Dame, auch in den jetzigen Zeiten – und vielleicht sogar besonders in diesen, einen regen Umsatz, jedoch ist es schwierig, wie schon einmal beschrieben, allen Erwartungen gerecht zu werden, sodass am Ende nichts anderes übrig bleibt, als für sich eine Entscheidung zu treffen, wen man am wenigsten entbehren könnte.

    Das ist nicht immer einfach und hinterlässt, so nett und ehrlich man es auch verpackt, dennoch oft eine gewisse Form eher negativ gelagerter Emotionen, was auch vollkommen verständlich ist.

    Lounge …

    Mein Kollegium besinnt sich der Schwitzkultur, welcher ich aufgrund meines Armes noch nicht huldigen konnte Sie versprengen sich in alle Richtungen, sodass ich zurück bleibe und bei einem Espresso auf der inzwischen fast notariell gebuchten Couch mit Anja lande.

    Ich freue mich, mein Date zu „safen“, was gegen Abend beginnen – und über längere Zeit andauern sollte.

    Würde uns jemand beim Gespräch zuhören, so würde man denken, dass sich hier zwei Todfeinde unterhalten, welche, aus welchen Gründen auch immer, gerade miteinander sprechen müssen, oder an einer Quiz – Show teilnehmen, deren Hauptgewinn es ist, den anderen mit Sprüchen und Worten zu malträtieren, bis man sich abends ins Kissen weinen möchte.

    Das es auch komplett anders geht, erbrachte die Zeit und ich schätze den Facettenreichtum an Emotionen und Gesprächsebenen, welche sich quasi von allein gebildet haben.

    Es hat sich hier nichts „gesucht“ - und dennoch irgendwie „gefunden.“

    Keine Ahnung, ob ich das durch mein Verhalten vorab so verdient habe, ich habe es schlichtweg „bekommen.“

    Inzwischen ist aber spürbar die Erkenntnis gereift, dies nicht als „normal“ und „selbstverständlich“ zu verschwenden, sondern zu pflegen, wie es eine gegenseitige Sympathie auch verdient hat.

    Im Wellnessbereich begrüße ich Thorsten, mit dem ich einige Minuten schwatze.

    Er ist gut gebucht und ich würde mich selbst auch wohler fühlen, eine Massage in Anspruch zu nehmen, wenn ich meiner „Fesseln“ beraubt bin.

    Etwas wehmütig blicke ich in Richtung Sauna und erinnere mich an tolle Zeiten, wo man, unter den aufsteigenden Dämpfen eines aromatischen Aufgusses, noch unbeschwert der Freuden des Wellness – Sektors frönen konnte.

    Bei einem O – Saft lenke ich mich ab, ehe auch die anderen zurück kehren und wir später das vorgezogene Abendessen einnehmen.
    Ich entscheide mich für einen Braten, welcher mit Klößen und Rotkohl in erwartungsvolle Hände übergeben wird.
    Es mundet ausgezeichnet und bei Gesprächen sitzen wir in großer Gruppe, ehe die für mich interessant werdende Zeit „bedrohlich“ näher rückt.

    Am Abend …

    Tendenziell dürfte man alle Damen beehren, welche man auch an diesem Clubtag „erwartet“ hätte.
    Für jeden Geschmack würde sich ein Match bilden, insofern man im Vorabgespräch miteinander harmoniert und auch die Wünsche bezüglich des Zimmerganges miteinander in Einklang zu bringen wären.

    Es ist gegen 20 Uhr, als ich mich für meine erste „Reise“ ins obere Stockwerk bereit mache.
    Gerade, als ich zu einer Dusche aufbrechen möchte, erscheint die Dame meines Wunsches und fängt mich genau am Sofa ab.
    Jeder „Widerstand“ ist zwecklos und ich gebe zu, dass ich mich auch nur äußerst wenig dagegen sträuben würde.

    „Endlich.“ - denke ich – und bin froh, die Lounge-Etage, für eine gewisse Zeit zu verlassen.

    Nicht, dass ich die Anwesenheit geschätzter Clubfreunde missen möchte, aber, letztendlich, ist dies auch ein Ort, wo jeder ein bisschen Spaß haben möchte und dieser sich im Gespann zwischen Frau und Mann am intensivsten ausbildet.

    Zimmer – Etage …

    Wir erwählen ein bekanntes Zimmer, verscheuchen den Pinguin, welcher gerade bei arktischen Temperaturen auf einer Eisscholle dahin gleitet und ich vollziehe meine Säuberung im Herrenbad, während meine charmante Begleitung das „Lager“ richtet.

    „Wie lange bleiben wir?“ - frage ich.

    „Sag du.“

    „Wie lange hältst du denn mit mir aus? Gut, wenn es danach geht, hätten wir bereits am Geländer umdrehen müssen … “ - verbessere ich mich.

    Ich liebe es einfach, wenn sich alles ein wenig ergibt, ohne das man einer Katalogisierung gleich, alles exakt abplanen muss.

    Sicher, müssen Rahmenbedingungen geklärt sein, aber, wenn man sich ein wenig kennt, dann driftet dies einfach dahin und man entzieht sich so unangenehmer „Verhandlungen“, wie ich es auch schon oft erlebt habe.

    Wie von mir gewohnt, verzichte auf alle Details, was Erotik oder Inhalte der Gespräche anbelangt.

    Schockierend schnell, gehen 3 Stunden dahin und man fühlt sich, als hätte man sich gerade seines Handtuchs entledigt.

    Sicher, würde das für beide so sein, dass man den Sekundenzeiger regelrecht anfleht, er möge doch schneller seine Runden drehen, dann wäre man nicht gemeinsam dazu entschlossen, die Zeit im Duett zu verleben.

    In der Nacht, … gegen 23 Uhr …

    Ich verabschiede mich von den Kollegen, welche ich finde, da einige ebenfalls mit anderen Aktivitäten ihre Ablenkung gefunden haben.
    Bobbinus hat in Österreicherin Mandy eine Dame gefunden, wo scheinbar alles passt und ich gönne ihm die schöne Zeit, welche beide miteinander verbringen.
    Fabienne, Nana und Victoria sind ebenso begehrte Ziele wie Yvonne und Virginia, sodass schlussendlich alle einem erotischen Wagnis entgegen treten können.

    Es ist 23. 27 Uhr ...

    Weitere Clubbrüder treffen dazu und unsere Gruppe wächst, wenngleich sich einige komplett verabschieden und durch „andere ersetzt werden“.

    Ich schnappe mir einen Energiedrink und befülle meinen Tank, da mich noch Einiges erwarten sollte.

    Wenig später habe ich die Ehre, noch einmal mit Anja eine gemeinsame Zeit zu verleben und final werden es 4 Stunden, ohne dass man dabei das Gefühl hatte, eine verflucht lange Zeit in einem Love – Room zu verweilen.

    „Heilige, heilige Scheiße. Das ist heute unser Rekord.“

    „Von 5,5 auf 7.“

    „Ja, die 6 war irgendwie überhaupt keine Option.“

    Es ist erotisch, es ist leidenschaftlich, sinnlich und hingebungsvoll, aber auch teilweise zum Tränen lachen witzig, ernst und makaber und vor allem angenehm und kurzweilig.

    Es gibt doch nichts Schöneres, als wenn für beide Seiten eine Symbiose entsteht, wo man das Gefühl entwickelt, wirkliche Quality – Time verleben zu dürfen.

    Das dies die Ausnahme darstellt – und nicht erzwungen werden kann, sollte jedem klar sein.

    Entweder, es entwickelt sich dazu, oder man kann es schlichtweg aus dem Kopf streichen, denn etwas, was nicht auf gewissen Ebenen miteinander harmoniert, lässt sich nicht erzwingen.

    Daher kann ich mich nur wiederholen, eine wundervolle Zeit verlebt zu haben und am Ende, tief in der Nacht, ist es auch irgendwann Zeit, dass Schöne loszulassen.

    Die gemütliche Atmosphäre weicht einem penetranten OP – Licht und das Anlegen der Masken für die irdische „Außenwelt“ läutet das Ende der Nacht ein.


    Wir verabschieden uns, noch nicht wissene, was ein paar Stunden passieren sollte …

    War es das? Ist das Kapitel Artemis für die nächste Zeit beendet?
    Wie ein kalter Entzug, welcher sich bei einer Art Sucht einstellt, ohne, dass man dies verhindern kann.
    Nein, die Götter sollten andere Pläne mit mir haben ...

    Fortsetzung folgt ...
     
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  2. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Früh am Morgen …

    Der Parkplatz des Artemis ist trotz dieser unchristlichen Stunde noch gut ausgelastet.

    Wie immer stehen ein paar Taxifahrer wie im Kriegsrat der Sioux im Halbkreis und warten auf Kundschaft, welche von A nach B transferiert werden möchte.

    Ein paar Tröpfchen fallen vom Himmel und die deutsche Hauptstadt umhüllt ein tristes und deprimierendes Grau, welches sich wie ein Mantel um sie gelegt hatte.

    Die Funkfernbedienung öffnet meinen Wagen, in welchen ich direkt hinein schlüpfe.
    Ich nippe an der Wasserflasche, welche wie stets in der Mittelkonsole auf ihren Einsatz wartet, während ich mein Handy auf ein eventuelles Update checke.

    Irritiert der vielen verpassten Anrufe, welche mich ereilten, beschließe ich, umgehend zu reagieren.
    Auch wenn die Stunde für einen Rückruf ungehörig erscheint, so trete ich in die Kontaktaufnahme und habe Glück, dass mein Versuch direkt beim zweiten Freizeichen fruchtet.

    „Guten Morgen, schön, dass man dich überhaupt in eine Leitung bekommt ...“ - schallt es mir entgegen.

    Zum besseren Verständnis:

    Ursprünglich war geplant, direkt nach meinem erotischen Abenteuer zu einem Geschäftstermin aufzubrechen, welcher ungemein wichtig anmutete, da er die Zukunft unserer Firma betraf und die auf alle Wirtschaftszweige prallende Pandemie bezüglich der weiteren Vorgehensweise beinhalten sollte.

    „Ja, entschuldige, ich war abgelenkt und habe nicht einmal aufs Handy geschaut ...“ - erkläre ich mich.

    „Schon gut.“

    „Was gibt es denn? Wenn du mich gefühlt 78 Mal anrufst, dann muss ja die Hölle ausgebrochen sein.“

    „Wo bist du?“

    „Noch immer in Berlin, also noch. Praktisch auf dem Sprung ...“

    „Dann bleib dort. Bei uns im Hotel ist ein Verdacht auf Corona, wo ich zuerst anrief. Dies hat sich inzwischen bestätigt und somit kann ich weder zu dir raus – und du erst recht nicht rein.“

    „Verfluchte Scheiße. Musst du da in Quarantäne bleiben?“

    „Naja, es ist Sonntag, die meinten, die entscheiden am Montag wie es weiter geht.“

    „Ja, Sonntag, ich kann das auch nicht via Notar oder so machen, welcher dann an die Rezeption faxen könnte. Finde mal einen, der so vollkommen unvorbereitet geöffnet hat...“

    „Chancenlos.“ - meint mein Geschäftspartner, welcher sichtlich angeschlagen klingt.

    „Dann müssen wir eben Montag machen, ich organisiere um. Danke fürs Bescheid sagen, ich hätte nie damit gerechnet, dass sich von Samstag auf Sonntag etwas ändern könnte.“

    „Ja, beschissene Zeiten...“

    Wenig später …

    Verflucht!

    Ich schaue aufs Artemis und entscheide mich, mich zunächst seiner Anziehungskraft zu entziehen.
    Nicht, dass ich in Gefahr gewesen wäre, in den wenigen verbleibenden Minuten neu einzuchecken, aber, da ich mich kenne, weiß ich, dass ich spontan doch manchmal Entscheidungen treffe, welche mit unter fragwürdiger Natur sein können.

    Während andere selig im Bettchen liegen, bereit, den folgenden Tag mit einem Knuspermüsli zu beginnen, irre ich durch die Nacht, nicht wissend, was nun mein nächster Schritt sein würde.
    Ohne Frage, hätte man sich in Richtung Heimat begeben können, wo allerdings der Nachteil lauerte, berufsbedingt, dann erneut Richtung Berlin zu reisen.

    Ich überbrücke die Zeit und nehme mir ein Zimmer, welches aber aufgrund des Verbotes zur touristischen Nacht exakt null Uhr wieder übergeben werden muss, insofern man keinen Nachweis vorlegt, dass der eigene Aufenthalt geschäftlichen Ursprunges her rührt.
    Im Badezimmer dusche ich ausgiebig, rasiere mich und lege mich zur Nachtruhe.

    Dies gestaltet sich allerdings schwierig, da ich, kopflastig bedingt, eintausend Szenarien durchlaufe, welche wie Blitze durch meine Atmosphäre zucken und ich somit keine Chance aufweise, Gevatter Schlaf zu umarmen.
    Auf einem bereit liegenden Zettel organisiere ich meine Arbeitswoche und vermisse meine Flipchart, mit welcher ein Ablauf deutlich angenehmer daher kommt.

    Final gelingt es mir, doch ein paar Stunden einzunicken und ich fühle mich wie gerädert, als ich aus dem Halbschlaf erwache.

    Gegen 13 Uhr …

    Und jetzt?

    Eine gute und berechtigte Frage, welcher ich mich nun mehr stellen sollte.

    Es ist Sonntag und in wenigen Stunden würde der Lockdown in Kraft treten.

    Eigentlich, müsste ich jetzt, um diese Zeit, gänzlich woanders sein und fühle mich wie in der Zeitschleife gefangen.

    Selbstredend keimt der Gedanke Artemis – in all seiner Vielfalt – und selbstverständlich auch die Verlockung der Reize, welche dort in Gestalt einer bestimmten Grazie auf mich warten würden.

    Ich muss schmunzeln, wenn ich an das Gesicht denke, welches sich mir offenbart, wenn ich, als wäre es völlig normal, dort auftauche, wo wir doch einander erst vor gefühlt fünfzehn Minuten verabschiedet hatten.

    Nochmal Artemis?

    Gut – es ist der Wille der Götter und nicht ohne Grund haben sie mir den letzten Tag geschenkt, welchen man noch in solch einer Umgebung verleben könnte.

    So sattle ich das Pferd und galoppiere vom Ku-Damm kommend in Richtung Halensee.

    An der ARAL versehe ich mich mit dem notwendigen Treibstoff, kaufe ein paar Kaugummi und säubere meine Scheibe, da mein Auto aussieht, als wäre es in einer Projektwoche einer Grundschule gewesen, mit dem Ziel, es möglichst an jeder freien Stelle mit Laub zu bekleben.

    Nachdem ich einen halben Urwald entfernt habe, werde ich angesprochen.

    „Entschuldigung, können Sie mir fünfzig Euro wechseln?“

    „Nein, tut mir leid. Fragen Sie doch drin.“

    „Nein, die sind sehr unhöflich.“ - sagt eine Dame mit knall-gelben Kopftuch und Maske.

    „Finde ich nicht, aber, sie wollen doch nur etwas getauscht haben und gehen nicht da rein, mit dem Ziel, neue Freundschaften zu schließen. Was brauchen Sie denn überhaupt?“

    „Münzen.“- antwortet sie knapp.

    „Fünfzig Euro in Münzen? Das hat doch kein Mensch einstecken, außer man kommt aus einer Spielothek, wo niemals jemand damit gerechnet hat, dass dort ein Automat einen Gewinn ausspucken könnte. Tut mir leid, ich habe noch ein paar Zehner, aber das nützt ja nichts.“

    „Ich merke schon, Sie wollen mir nicht helfen.“

    „Nein, generell schon eher nicht und jetzt überhaupt nicht mehr.“

    Vor dem Artemis …

    Gegen 13. 15 Uhr checke ich ein und werde von der netten Dame mit den roten Haaren empfangen, deren Name ich immer noch nicht nach gearbeitet habe.

    Ich erkundige mich bezüglich der Schließzeit und mir wird mitgeteilt, dass dies im Laufe des Tages erst noch kommuniziert wird.

    Ich halte es für wahrscheinlich, dass exakt Mitternacht die Lichter aus – oder wie im Saunaclub – angehen werden, aber, dies ist reine Spekulation und nichts anderes als Glaskugelschauen.

    Umkleide …

    Es ist zu spüren, dass zum Rentnertag auch tatsächlich einige Herren der älteren Generation durchs Gemäuer streifen, allerdings, so habe ich den Eindruck, war dies noch einige Monate früher deutlich erhöhter.

    Ich stehe vor meinem Stammspind in der letzten Reihe, öffne diesen – und sehe im peripheren Blickwinkel, wie eine mir bekannte Dame von der Reinigung meinen Bademantel abräumen möchte.

    „Verzeihung!“ - rufe ich und eile nach vorn.

    „Oh, Sie brauchen den noch?“ - fragt sie, lacht und kehrt mit dem Textil zurück.

    „Ja, bitte. Ich bin vor gefühlt 21 Sekunden erschienen.“

    Ein greiser Geselle marschiert auf und ab und droht, mir den letzten Nerv zu rauben.

    „Möchtest du in den Gang hier?“ - spreche ich ihn an.

    „Nein. Ich laufe nur auf und ab.“

    „Du weißt schon, dass du das auch eine Wand weiter tun könntest, mit der Option, „Besseres“ zu betrachten, als Schränke und sich ausziehende Geschlechtsgenossen.“

    „Ja, aber hier ist es angenehmer.“

    „Angenehmer? Wie kann, … egal – viel Vergnügen.“

    Nachdem ich wieder im Hausdress unterwegs bin, wasche ich meine Hände und betrete durch die hintere Tür die Lounge.

    In eben dieser …

    Es ist merkwürdig, dass „das“ Erste, was ich sehe, als ich meinen Kopf drehe, exakt DIE Dame ist, welche seit geraumer Zeit meine geschätzte Bezugsperson darstellt.
    Sich an der Bar mit einem Getränk versehend, pirsche ich mich heran und erhalte eine erschrockene, fast ungläubige Reaktion.

    Nachdem wir uns beide davon erholt haben, tauen wir auf und ich erkläre ihr die Sachlage.

    Es ist Mittag und ich würde die Anwesenheit an Gästen als durchaus überdurchschnittlich gemessen der letzten Zeit beschreiben.

    Es drängt sich der Gedanke auf, dass alles, was irgendwie noch Laufen konnte, die letzte Chance ergreift, ein erotisches Stell – dich – Ein zu zelebrieren.

    Gäste umrunden die Bar wie Haie, welche die Kreise um ihre „Beute“ immer enger ziehen.

    Es ist dennoch ruhig, familiär und gediegen.

    Ein entspanntes Feeling, ohne man sich gedrängt oder gehetzt fühlen möchte.

    Bezüglich der kulinarischen Ausrichtung kann ich überhaupt nichts beitragen, da ich das Restaurant an diesem Sonntag nicht ein einziges Mal betreten habe.

    Auch meine weibliche „Gang“, die mich liebevoll und dankenswerte Weise „adoptiert“ hatte, bestellte am Abend ihr Essen, sodass auch dort keine Möglichkeit bestand, dies irgendwie in Erfahrung zu bringen.

    Ich war satt, papp – sapp und mein Hungergefühl glich einem All – you – can – eat – Tester, welcher den bis dato gültigen Rekord gebrochen hatte.

    Wir lümmeln auf dem Sofa und ich erwehre mich meiner Haut, da ich, als Mann unter Damen, zwangsläufig diesmal in Unterzahl gerate.

    Tatsächlich ist es ewig her, dass ich gänzlich allein im Club weile, wo ich doch sonst immer ein Rudel an Kollegen um mich habe, welches mich mehr oder weniger konstant an den fixen Tagen begleitet und somit für stetige Unterhaltung gesorgt ist.

    Um die Geduld und „Aufnahmebereitschaft“ der Damen nicht über zu strapazieren, wächst in mir die Entscheidung, nach einem letzten Wässerchen gen Untergeschoss aufzubrechen.

    Ich spreche mich mit Anja ab und wir legen unsere Dates auf den Abend, was sich so eingespielt hat, da dies einfach die gemütlichste Zeit ist.

    „Du bist kein Morgenmensch oder?“ - frage ich sie.

    „Nicht am frühen Morgen. Und, ich bin fit.“

    „Sag das mal deinem Gesicht.“ - scherze ich und werde auf meinen gesunden Arm geboxt.

    Ich verabschiede mich auf Zeit und freue mich auf den Abend, als ich im Wellness – Bereich ankomme, wo ich, noch den Türgriff in der Hand haltend, direkt gerufen werde.

    „NEIN!“

    „Doch!“

    „Niemals! Ich dachte schon, du bist entlassen...“ - ulke ich und steuere auf Nadine zu, welche in Vertretung für Ioana die Bar schmeißt.

    Die äußerst sympathische und herzliche Managerin durfte ich zuletzt an dem Tag live begrüßen, wo sich das Schicksal dazu entschied, mich mit einem Sturz auf die Fliesen zu strafen.

    Wir schwatzen angeregt über Gott und die Welt, ehe der „Bar-Tausch“ vollzogen wird und ich mit Ioana einen nicht minder liebenswerten „neuen“ Gesprächspartner erhalte.

    Zu meinem Glück treffe ich doch noch einen Kollegen, welchen ich aus alten Tagen kenne und seine Schilderungen der letzten Zeit machen mich ein wenig nachdenklich.

    Es fühlt sich an, als wären „wir“ alle derzeit nicht mit dem Glücke der Fortuna gesegnet und man kann nur hoffen, dass 2021 eine Kehrtwende darstellt, wo abhanden gekommene Positiv – Nachrichten den doch leider schon vertrauten Negativ – Flow ablösen.

    In der Lounge, … gegen 17. 30 Uhr …

    Ich komme ins Gespräch mit diversen Damen, unter anderem Lola, auch Sonia und Lidia, Elina und eine für mich neue Lady, welche sich als Jordan vorstellt.
    Nein – die Jordan, welche ich zuletzt da kennenlernte und welche mit langen blonden Haaren aus Stuttgart kommend eine sehr freundliche Person darstellte, ist damit ausdrücklich nicht gemeint, wenngleich ich der „aktuellen“ Namensvetterin auch eine angenehme Artikulation andichten möchte.
    Auch trete ich kurz in Kommunikation mit der Gruppe um Elli, welche versucht, den Chef am Automaten zu besiegen.
    Bis heute habe ich nicht verstanden, wie man diese verfluchten Karten solange wegdrückt, bis irgendwann ein Diamant erscheint, welchen einen in Richtung Siegerstraße geleitet.
    Auch Delia ist anwesend und wie immer kaum zu schlagen.

    Es ist gegen 18 Uhr, als ich zum ersten Mal in Richtung obere Etage mit der vorhin angesprochenen Dame aufbreche.

    „Aber nicht wieder die Nummer _ ...“ - sagt sie und dreht sich dabei zu mir.

    „Ich verstehe, ein wenig Abwechslung hält das hier frisch ...“ - kontere ich und folge ihr den Gang nach hinten.

    Da angekommen …

    „Das ist dein Ernst?“ - frage ich und wir müssen beide lachen, als wir genau einen Raum daneben „einchecken“.

    Wie ein Deja – Vue, welches sich in 3D verfestigt hatte, landen wir wieder auf der Spielwiese, welche wir für zwei Stunden teilen.

    Ich bin dankbar der Geste, dass ich innerhalb so kurzer Zeit soviel Zeit „geschenkt“ bekomme, was alles andere als selbstverständlich ist.

    Es mag Damen geben, welche entsprechend finanziell motiviert da gänzlich anders agieren, hier aber, ist ein Bündel Scheine keine Freikarte dazu, „meine“ Dame oben zu „binden.“

    Ich muss zugeben, dass gerade das einen ungeheuren Reiz auf mich ausübt, wenn man, so gänzlich anders als viele andere, unerwartet reagiert und sich somit der allgemeinen Masse abhebt.

    Ich erspare mir jetzt die Komposition weiterer Lobeshymnen, zumal diese nicht bedeuten, dass man das, was wir teilen, auch auf die eigene Person übertragen.

    Selbst, wenn man im Club eine Hochzeitsnacht erleben darf, so bedeutet dies nicht, dass ein anderer Clubfreund, automatisch der eigenen Erfahrungen bezogen, einen ähnlichen Service erhalten kann.

    Ich meine das komplett allgemein – und nicht auf eine bestimmte Dame gemünzt – und noch immer denken die meisten, dass da nur emotionslose Roboter arbeiten, die automatisiert alles gleich abspulen, völlig gleich, in wie fern man ein gemeinsames Level erreicht hat.

    Vielleicht unterscheidet mich das wirklich von den meisten, dass ich diese Ansicht nicht teile und immer bemüht bin, auch einen Blick hinter die Maske zu erhaschen, insofern mir dies gestattet wird.

    Kennt man die ein oder andere Lady im Laufe der Jahre oder Monate besser, so merkt man schon, in welcher Stimmung sie sich befindet und ob eventuell auch diese Mädchen mal einen schlechteren Tag aufweisen können.

    Ohne Zweifel, auch bei mir gab es Zeiten, wo mich das eher weniger tangierte und ich einfach zufrieden damit war, eine halbe Stunde zu erhalten, insofern die Dame meinen optischen Geschmack traf.

    Nicht, dass ich der Teufel in Person gewesen wäre, da dieser Titel dort bereits seitens einer Lady auf Lebenszeit gesichert wurde :), aber ich war sicher DEUTLICH weniger empathisch und nahbar wie heute.

    Es ehrt mich sehr – und freut mich riesig, ein positives Feedback zu erhalten, wo mich einige der Damen, mit welchen ich vor einiger Zeit noch so gut wie gar keinen Kontakt hatte, gänzlich falsch einschätzten und wir inzwischen fast eine „Familie“ wurden.

    Betritt man diesen Club, so möchte man doch tendenziell eine schöne Zeit verleben und im Kollegenkreis war es doch zuletzt eher so, dass dies auch von negativen Emotionen begleitet wurde.
    Missverständnisse, Zweifel und kleinere Streitigkeiten zehrten an allen, wahrscheinlich auch der Corona – Lage begünstigt, wo viele ein weniger dickes Fell aufweisen als vorher.
    Ich sage nicht, dass ich dort immerzu nur mit bester Laune agiere, aber ich schaffe es, mich irgendwie wieder so zu steuern, dass ich das Ruder herum reißen und in eine Bahn lenken kann, wo alle etwas davon haben.

    Während ich das hier tippe, beginnt mein Ellenbogen zu schmerzen und -
    wenn es für mich einen „Vorteil“ der derzeitigen Lage gibt, dann diesen, jetzt meine Regeneration ohne Zimmeraction und „Misshandlung“ voran zu treiben :)

    „Anatomisch korrekt“ - viele Grüße auch hier – dieser Zustand wäre wünschenswert, sodass ich in vielfältiger Hinsicht wieder ungezwungener agieren könnte.

    Es ist gegen 22. 10 Uhr, als ich zum zweiten Mal nach oben begleitet werde.

    Wir landen in dem Raum, welchen wir mangels Abwechslung noch beim ersten Date gemieden hatten und der sich inzwischen anfühlt, als würde man ins eigene Schlafzimmer flanieren.

    Wie immer rieselt die Zeit durch die Sanduhr und vergeht abartig schnell.

    Mitten im sinnlichen Teil, gerade, als es schöner kaum sein könnte, donnert es an die Türe, so, als würde jede Sekunde das SEK herein platzen.

    „FEIERABEND!“

    Unten, in der Lounge, hatten wir von oben vernommen, dass via Mikrofon mehrere Ansagen getätigt wurden, welche aber, so nahmen wir an, einen anderen Hintergrund aufwiesen.

    NEIN – es war wohl die Ankündigung, dass man sich Mitternacht gen Umkleidesektor begeben sollte und wir agierten da oben, als wäre es 14 Uhr am Nachmittag.

    Erschrocken und völlig perplex mustern wir uns.

    „Scheiße, wir müssen runter.“

    „Entschuldige, ...“ - sage ich und deute in den Südbereich - „Was soll ich machen, ihn abbrechen...“

    An dieser Stelle:

    Werter Berliner Senat und an alle, die diese Entscheidung getroffen haben, schulden mir eine Finalisierung der Erotik, zu welcher es nicht mehr kommen konnte.

    Es ist, als würde ein dickes Kind eine gefühlte Ewigkeit in einer Schlange für ein übergroßes Eis anstehen, dieses erhalten – und, BEVOR es auch nur einmal daran geleckt hat, dieses zu Boden fallen.

    So nah – und doch so fern.
    Ich bin den Tränen nahe und verfluche innerlich alles, was mir in den Sinn kommt. :)
    Es ist so typisch für uns und schließt das Kapitel, welches ich zwischen den Lockdowns mit dieser Dame verleben durfte.
    Wir verabschieden uns ein zweites Mal – wo mich nun auch die allmächtigen Götter nicht mehr retten können und ich hoffe, dass das Wiedersehen nicht erst im nächsten Jahr wird.

    Tendenziell – und so schließe ich wie ich begonnen habe, ist das Wichtigste die Gesundheit, denn diese ist nun einmal die Fahrkarte all dessen, was folgen kann.
    Man weiß nicht, was man gerade hat, aber man beginnt das zu vermissen, was man hatte, auch wenn es nur gefühlte 20 Sekunden her ist.
    Mit gemischten Gefühle kleide ich mich um, wo es sich anfühlt, als würden alle vor eine Apokalypse der Zombies flüchten.

    Männer, die sich hektisch umziehen, Damen der Reinigung, die auf jedes Textil lauern und auch die Mitarbeiter haben sich zu größten Teilen schon unten positioniert.
    Ich kann behaupten, wirklich die letzte Sekunde mitgenommen zu haben, was keinerlei „Erfolg“ darstellt, aber doch wieder so skurril anmutet, dass es eigentlich nur mir passieren kann.
    Ich glaube, dass ich der letzte Gast war, der diese Mauern verließ und ich verabschiede mich von jeden, welchen ich noch auf meinem Weg gen Rezeption antreffe.

    BLEIBT GESUND – UND WIR SEHEN UNS WIEDER !

    Herzliche Grüße
    Der Pharao

    #nichtiooä
     
  3. Herrmann2020

    Herrmann2020 Bürger

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    Moin oh mein Pharao! :cool:

    Zuerst, wie immer, 1000 Dank für Deine Berichte.

    Schade,dass ich mich am Samstag nicht mehr gebührend von Dir verabschieden konnte. Als ich, ich glaube
    kurz nach 3, aus dem oberen Räumlichkeiten in die Bar zurückkam, war ich, sagen wir erschöpft aber glücklich.
    Ich denke, den für mich ungewohnt vielen Besuchen im zweiten Stock während des Tages geschuldet. Man wird
    ja leider nicht jünger... Wie auch immer, ich konnte weder Dich, noch die Dame Deines mittleren Körperteils entdecken,
    also bin ich Richtung Hotel abgebogen

    Als ich am späteren Vormittag erwachte, habe ich lange mit mir gekämpft, ob ich der Versuchung nachgebe und dem Artemis doch noch
    einen weiteren (vorläufigen) Abschiedsbesuch abstatte... Überraschenderweise und völlig unüblich, hat diesen Kampf der Kopf gewonnen,
    so dass ich nur noch in meinem Berliner Stammlokal gefrühstückt, äh zum Mittag gegessen habe und dann mit dem ICE Richtung Heimat
    aufgebrochen bin.

    Wenn ich geahnt hätte Dich noch im Artemis anzutreffen, der Kopf hätte doch noch eine weitere Niederlage einstecken müssen, fürchte ich!
    (Und eine gewisse Dame hätte Recht behalten)

    Zu sagen bleibt noch, dass mein Besuch auf jeden Fall das Highlight meiner Karriere im Artemis darstellte, was zumindest zum Teil
    auch an der ganz speziellen, durch die bevorstehenden Schließung beeinflussten Atmosphäre lag.

    Ich hoffe, die Schließung dauert nicht allzu lange (halt dich gefälligst zurück, Virus!!). Ich hoffe alle, vielleicht noch dieses Jahr wiederzusehen, danke allen neuen Bekannten sowie der Artemis-Belegschaft, last but absolutely not least, den Damen, mit den ich "auf Zimmer" sein durfte (Katja, Lilia, Roxy und Conny (?)), auch allen anderen (Anja!) für ein unvergessliches Wochenende ...

    Dir, lieber Pharao, bleib und werde gesund, auf das wir uns baldigst wiedersehen!

    Gruß aus dem hohen Norden!
    Herrmann
     
    Marc Aurel, Der Pharao und schneehase gefällt das.
  4. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Grüße in den hohen Norden und vielen Dank der schönen Reaktion!

    Ja, absolut - wenngleich auch mein erneuter Besuch alles andere als geplant war.
    Es freut mich, dass du dem Samstag so ein schönes Feedback geben konntest, für dich, ganzheitlich gesehen.
    Allerdings, ich hoffe natürlich ebenfalls, dass es bei einem Lockdown "light" bleibt, wo Anfang Dezember wieder einige der Einschränkungen fallen, wenngleich ich leider noch nicht daran glaube.
    Das Virus wird durch die kälteren Monate begünstigt, wenn sämtliche Außenbereich - Aktivitäten wegfallen und sich zwangsläufig noch mehr Menschen auf engerem, unbelüftetem Raum treffen.
    Aber - auch das ist Glaskugelschauen wie im Wahrsagerzelt, warten wir ab und schauen, wann in Puncto "Halensee" wieder die Lichter angehen.

    Es ist total merkwürdig, zu wissen, die nächsten Wochenenden, die ja quasi immer verplant waren, nun ohne den gewohnten Rhythmus zu begehen.
    Vieler schöner Eindrücke beraubt, gilt es jetzt, sich zu sammeln und Ablenkung zu betreiben, was bei mir meine neue Operation und meine hoffentlich stattfindende "Rück" - Rückkehr ins Berufsleben angeht, wenngleich sich auch da alles ins Home - Office verlagert.

    Also, hoffen wir auf ein baldiges Comeback in der deutschen Hauptstadt.
    Ein wenig fehlt es einem schon - alles andere wäre ja gelogen.

    Viele Grüße.
     
    Marc Aurel gefällt das.

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