Artemis Ante portas

Dieses Thema im Forum "Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin" wurde erstellt von Elskhuga, 26. September 2021.

  1. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Ante portas
    Müsste Latein sein. Die ollen Römer sollen ja Latein gesprochen haben. Also…

    Elskuga post portas
    „War alles in Ordnung?“
    „Nix zu meckern.“

    Der Schlüssel kommt ins weiße Kästchen, das hab ich schon verinnerlicht. Aber trotzdem vielen Dank für den Hinweis.
    „Sie haben per App eingecheckt oder mit Zettel?“
    „Ick hab Luca.“
    „Dann nicht vergessen, auszuchecken. Und die Historie zu löschen ist vielleicht auch eine gute Idee.“

    Das nenne ich mal Kundendienst. Ich entsperre das Mobil, öffne Luca, mit einem Wisch nach links checke ich aus. Verdammte Hacke! Das Blöde an Luca ist, dass man auf einen Blick sieht, wie lange man sich wo aufgehalten hat.

    Netto neuneinhalb Stunden war ich im Puff, unglaublich. Und dabei wollte ich nur mal kurz in der Fickfabrik vorbeischauen…

    Elskhuga ante portas
    Da steht olle Elskhuga also vor der Pforte. Ist schon eine ganze Weile her… Nadine erledigt die Seuchenkontrolle, eine mir unbekannte Kollegin drückt mir irgendeinen Schlüssel in die Hand. Mir! Einen x-beliebigen Schlüssel! Mädchen, Du musst noch viel lernen.
    „Ist ja nicht viel los heute…“
    „Wird bestimmt noch. Ist ja Samstag.“

    Warten wir’s ab. Nachdem ich mich ins Puffdress geworfen habe, verhole ich mich in den Außenbereich: Wellness.

    Ist wirklich nicht viel los. Ich hab den Außenbereich für mich allein. Eine Runde Sauna, eine Runde im Pool. Eine zweite Runde Sauna. Und dann…

    Marathon ante portas
    … reiten die Römer ein, den obersten Hemdknopf offen. Jetzt ist was los. Und ich lerne was dazu: Der Marathon war nicht immer 42.195 Meter lang. Ich hab’s erst nicht geglaubt und hab sicherheitshalber nachgeschlagen… und da sage noch einer, man könnte im Puff nicht was fürs Leben lernen.

    Ich verhole mich in den Pool und dann zur dritten Saunarunde.

    Im Pool beginnt derweil ein Wasserballmatch: Motor Wilsdruff gegen Medizin Radebeul oder so was in der Art. Ich hab drinnen in der Panoramasauna einen Logenplatz und schaue zu.

    Viel Spass, Jungs. Im Pool und auch sonst.

    Ersties ante portas
    In der Umkleide wird ein Erstie von Nadine persönlich in die Bedienung der Spindtransponder eingewiesen. Wow… als ich hier Erstie war, waren die Spindschlüssel noch mechanisch, und die Einführung in den Puffbetrieb musste mangels interessierten Personals eben Airish übernehmen.
    „Gibt es hier Alkohol?“
    „Dafür bekommen Sie einen Chip für zehn Euro an der Rezeption.“
    „Und das ist dann…“

    Der Kollege traut sich nicht, das Wort, das unseren Zeitgeist prägt wie kaum ein anderes, auszusprechen. Na, spucks aus. Trau Dich!
    „… Flatrate?“

    Ich muss an mich halten, um nicht loszuprusten. Der Kollege ist wohl nicht nur neu im Artemis, sondern neu im Rotlicht. Möge er seine ersten Schritten im Rotlicht stets in guter Erinnerung behalten…

    Party ante portas
    Rosali winkt mir zu. Na gut… ob ich mich nun allein auf der Couch langweile oder mit die Zeit mit Smalltalk mit Rosali vertreibe, ist nun auch egal.
    „Kommst Du zur Party?“

    Nö. Erstens stehe ich nicht auf der Gästeliste, ich bin ja kein Römer, und zweitens hab ich mit Parties nichts am Hut.
    „Aber Du musst kommen! Deine Lieblingsfrau, die…“

    Rosali tut so, als ob ihr der passende Name gerade entfallen wäre. Das ist natürlich Bullshit, und deswegen verziehe ich keine Miene.
    „So schön hast Du sie noch nie gesehen. Im Abendkleid, die Haare gemacht…“

    Rosali… die, über die wir hier gerade reden, kenne ich nackt und bekleidet, geschminkt und ohne Schminke. Ich kenne sie besser als vermutlich die meisten anderen hier im Haus.
    „Kommst Du?“

    Nö. Ich könnte, ich hab sogar ein Zeitfenster - aber auf der Party würden mit Sicherheit Typen herumrennen, bei derem Anblick ich schlicht das Kotzen kriege.

    Man stelle sich vor, das edle Abendkleid der Hauptfrau derart besudelt von mir…

    Noch etwas Smalltalk, dann trennen sich unsere Wege. Und ich bin sicher: sollte die Hauptfrau im Haus sein, weiß sie bald über meine Anwesenheit Bescheid.

    Hauptfrau ante portas
    Fürs erste beziehe ich Stellung auf der Lieblingscouch. Viel Betrieb ist noch immer nicht, doch gefühlt herrscht Gästeüberschuss. Die wenigen Frauen, die zu dieser frühen Stunde am Start sind, dürften ganz gut Geschäft machen.

    In einem der Zelte wird gefickt, und das am Nachmittag. Der Kollege ist schnell fertig, wenn man die Akustik bewertet, da war es wohl sehr dringend.

    Zwischendurch schlendere ich zum Frühstück. Nichts Besonderes, Artemisstandard.

    Zurück im Blauen Salon mache ich mir einen Plan für den Fall, dass die Hauptfrau nicht im Haus sein sollte. Die einzige Option für mich ist… hmm…

    Mit Anja gehe ich aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht. Zudem trägt sie das Mal eines der Römer, wie man weiß: höchst unklug, unter römischen Augen mit ihr anzubandeln.

    Katja scheidet ebenfalls aus, aus anderen grundsätzlichen Erwägungen heraus. Allerdings… sollte Rosali noch nicht gepetzt haben, wird das Katja übernehmen. Katja funktioniert immer.

    Bleibt nur… Avril. Tatsächlich erfreuen sich meine Augen beständig und immer wieder aufs Neue an Avril, die noch schlanker und attraktiver erscheint als jemals zuvor - trotz der Silikonbrüste.

    Avril, warum nicht?

    Warum nicht? Weil gerade die Hauptfrau aufgetaucht ist. Uhrenvergleich… passt. Zeit für ein Spielchen. Die Hauptfrau schlendert auf dem Trampelpfad vorbei, ich raffe meine Siebensachen, eile in die untere Porzellanabteilung. Wenn ich schon einmal hier bin, kann ich auch gleich was erledigen, und dann langsam auf der großen Treppe nach oben… Passt. Zwei schlanke Beine in schwarzen Halterlosen…
    „Ich hab Dich lange nicht gesehen!“

    Fast bin ich an ihr vorbei.
    „Ach Du bist das!“
    „Hast Du mich nicht erkannt?“

    Vorschriftswidrig lüften wir wie auf Kommando die Masken für ein Begrüßungsküsschen. Ja, mir geht’s gut. Wie geht’s Dir? Nein, wir gehen nicht auf Zimmer. Warum?
    „Ich muss jetzt los. Tut mir leid.“
    „Kommst Du wieder?“
    „Nein.“

    Ich liebe die Maskenpflicht. Trüge ich keine Maske: mein Lachen würde mich verraten. Ich kann nicht gut lügen, nicht mal im Puff, wo man doch permanent lügen sollte.
    „C’est la vie.“
    „Äto schisn.“

    Ja, that’s life. Ich berühre sie kurz am Arm, unsere erste und einzige Berührung außer dem flüchtigen Kuss, und diese Berührung durchzuckt mich wie ein Stromstoß. Noch immer bin ich ihr verfallen, trotz aller SugarBabes dieser Welt.

    Unsere Wege trennen sich.

    Marathon ante portas 2
    Ich mache einen Spaziergang in die Stadt. Die Stadt ist voller Marathonlaufenden in spe. Zwar finde ich es höchst albern, dass man sich den blauen Jutebeutel mit den Giveaways offenbar zwingend in Laufklamotten abholen muss, aber was soll’s. In Jeans und T-Shirt funktioniert das bestimmt genauso gut.

    Gegen halb fünf bin ich zurück im Laden.

    Party ante portas 2
    Die Lieblingscouch ist nicht mehr frei, aber die Couch zwischen den Zelten tut es auch. Hier lasse ich mich nieder, mit Espresso mit Milch und einem Glas Sprudel bewaffnet. Der Blaue Salon ist deutlich belebter als vor zwei Stunden, auch das Lineup ist ein wenig umfangreicher geworden. Wenn ich das eben richtig mitgeschnitten habe, ist die Hauptfrau gerade mit einem Gast abgezogen - nicht ohne mir einen Blick zuzuwerfen.

    Als die Hauptfrau nach einer guten halben Stunde zurück ist, wirft sie mir keinen Blick zu. Kein Stress… sie wird sich einen Kaffee geben lassen und dann zu mir kommen.

    Genauso geschieht es. Sie grinst mich an.
    „Wolltest Du mich verarschen, vorhin??“
    „Ja. Hast Du mir geglaubt?“
    „Nein.“

    Wir halten Smalltalk. Wie geht’s, was macht die Gesundheit, bist Du geimpft? Sie klagt ihr Leid über eine Kollegin.
    „War diese Frau heute bei Dir?“
    Sie deutet zum Tresen. Ich schüttele wahrheitsgemäß den Kopf.
    „Sie geht immer mit meinen Stammgästen und macht dann schlechten Service. Unten verspricht sie alles, und auf Zimmer hält sie nichts.“

    Das ist nicht schön. Aber irgendwie typisch Artemis.
    „Mit mir war sie nicht.“
    „Du bist auch nicht mein Stammgast.“

    Die sich aufdrängende Gegenfrage erspare ich mir. Just in diesem Moment schlappt Rosali unten vorbei und formt mit Daumen und Zeigefingern beider Hände ein Herz. In unsere Richtung.
    „Bist Du eigentlich zur Party hier?“

    Porta clausa est
    Die Türen von Zimmer 2 schließen sich hinter uns.
    „Ich freue mich, dass Du da bist.“

    Ihre Augen ganz nah an meinen.
    „Na klar.“
    „Ich freue mich immer, wenn Du hier bist.“

    Na klar. Sicher doch. Wir berühren uns. Sie knurrt vor Vergnügen.
    „So wie Du macht das keiner.“

    Na klar. Logisch.
    „Frag Deine Stammgäste. Die machen das bestimmt auch gern.“
    „Nein. Nur kurz, und dann wollen sie ficken.“

    Was kann ich dafür, dass es mir Spass macht, Dich einfach nur zu berühren? Ein Bild schießt in meine Gedanken: Blondynka schwer atmend in meinen Armen, und ihre Worte: Du, das bekommen wir hier nicht so oft. Ist es das? Wir verbringen eine schöne Zeit miteinander. Am Ende sage ich etwas, das ich bereue - kaum, dass ich es gesagt habe.
    „Schön, dass Du heute hier warst.“
    „Du weißt, dass ich mich immer freue, Dich zu sehen.“

    Für einen Moment bin ich geneigt, ihr das zu glauben. Doch es ist nur ein Moment.

    Dann öffnen sich die Türen von Zimmer 2.

    Marathon ante portas 3
    Ich gehe zum Nachschwitzen. Gute, alte Tradition aus der guten, alten Zeit. Dann stiefele ich zum Abendessen. Ich häufe Pasta Primavera auf meinen Teller… Pasta, der Traum aller Langstreckenläufer. Läufer aller Herren Länder, vergesst alle Pastaparties dieser Welt: kommt ins Artemis!

    Mit einem Espresso mit Milch und einem Glas Wasser halte ich noch eine Weile Maulaffen auf der Lieblingscouch feil. Die Musik ist gut und nicht zu laut, im Blauen Salon ist Betrieb - und das Lineup dürfte am Maximum sein. Vierzig Frauen, plusminus?

    Avril am Tresen präsentiert ihren Hintern und ihr Vergnügungszentrum, und mir wird warm ums Herz. Erinnerungen an die gute alte Zeit werden wach, an Carla und Karla, und natürlich an Hardbody Amalia. Hach ja.

    Julia schlendert vorbei, in kunstvoll zerrissener Strumpfhose, und mir wird ganz anders. Spontan verleihe ich ihr den Titel der Bestausgezogensten Dienstleisterin des Abends. Schade, dass sie es nie erfahren wird. Hach ja.

    Am Trampelpfad lagert die römische Kohorte.

    Ich gönne mir ein zweites Abendessen, dann breche ich auf. Kurz, ganz kurz nur, erhasche ich eine letzte Berührung der Hauptfrau im Vorübergehen. Sie hat einen Gast. Ich weiß, dass er einer ihrer Stammgäste ist, doch jedes Mal, wenn ich sie mit ihm sehe, schreit es in mir: Nicht diesen Gast! Nicht diesen!

    Uhrenvergleich: Marathon ante portas.

    Los geht’s!

    Elskhuga post portas
    Netto neuneinhalb Stunden war ich im Puff, unglaublich. Und dabei wollte ich nur mal kurz in der Fickfabrik vorbeischauen…

    Ich hab mich wohlgefühlt, keine Frage. Dieser Samstag im Artemis war wie ein Dienstag vor der Seuche - jedenfalls bis Klock zehn, als ich aufgebrochen bin. Lücken, viele Lücken auf dem Parkplatz, an einem Samstag Klock zehn? Früher undenkbar, jetzt wohl die neue Realität.

    Ja, ich will die gute alte Zeit zurück - und weiß doch, dass sie Vergangenheit ist und bleibt.

    Sic transit gloria mundi.
    Acta est fabula, plaudite!
     
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  2. verweser

    verweser Volkstribun

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