Goldentime

Artemis A³ II - Die XXL - Berichte starten endlich ...

Dieses Thema im Forum "Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin" wurde erstellt von Der Pharao, 26. Oktober 2020.

  1. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Pandemie, Lockdown Tag 75 und jeder tibetanische Mönch nickt mir aufgrund meiner Enthaltsamkeit anerkennend zu.
    Inzwischen hat auch der Winter in Deutschland Einzug gehalten und wie stetig verlieren die Autofahrer dieses Landes jedwede Kontrolle und Zuversicht in ihre Fahrkünste, sobald zwei Flocken Schnee vom Himmel herab rieseln.
    Das erinnert mich schnell – und gern – an ein Urlaubserlebnis in Kanada, wo Menschen, auch älterer Jahre, noch mit einer Selbstverständlichkeit auf den Asphalt steuern, wo in Deutschland längst die Armee die Kontrolle über sämtliche Kreuzungen übernommen hätte.

    Elon Musk ist nun der reichste Mensch der Welt, was aber auch daran liegen könnte, dass ich seit sechs Wochen noch keine Pfandflaschen zurück gebracht habe.
    Spätestens im Juni oder Juli muss dieser scheiß Lockdown ohnehin vorbei sein, da die Großstädter, auch in Berlin, nicht überleben können, wenn sie nicht in hilflos überfüllten Beachclubs unter IKEA – Drachenbäumen überteuerte neue Trendgetränke ballern können.

    In den Telefonaten mit den Kollegen, welche sich im Sektor Pay6 bewegen, vernimmt man zusehends eine Art „Lagerkoller“, auch eine Melancholie und einen Rückblick auf vergangene Zeiten, welche teilweise soweit zurück reichen, als man im heimlichen Apfelkorn – Suff im Jugendzimmer bei VIVA Collien Fernandes lauschte und versuchte, Martina aus der schul - internen Kunst – AG aus dem Kopf zu bekommen.

    Generell hat sich vieles gewandelt und das Meiste ist deutlich schnell – lebiger geworden.
    Während früher das Credo war, dass man selbst nach 5 Jahren ohne Brief noch unerschütterlich verliebt anmutete und seine Zuneigung und Loyalität bis in alle Ewigkeit galt, so ist doch heute eher das Motto, dass man, nach 5 Minuten ohne Antwort auf die Nachricht via Handy, noch dreimal entsetzt „HALLO?!“ entsendet und dann diesen treulosen Bastard umgehend blockiert.
    Berlin plant flächendeckend Schnelltests für die Schulen und es ist schon erstaunlich, wie „Berlin“, „plant“ und vor allem „schnell“ in einem Satz vorkommen können, ohne, dass man dort direkt eine humoristische Note einflechtet.

    Ein letztes Wort:

    Man wird die Pandemie so nicht in den Griff bekommen, selbst, wenn man den Lockdown bis 2054 verlängert.
    Das Beispiel Hameln zeigt doch, wo die Polizei den Geburtstag eines Kindes mit 30 Gästen, darunter 15 Erwachsene, die es besser wissen sollten, auflösen musste, wobei sich eine Mutter mit 5 Kindern auf der Toilette einschloss und andere in den Schränken verschwanden.
    Man muss die Menschen endlich erreichen – klare Konzepte, eine Krisenstrategie, Begründungskultur, Nachvollziehbarkeit.
    Traurig, dass das RKI bis heute nicht hinbekommen hat, einen wirklich gefährlichen Kontakt zu beschreiben und so pauschal alles Sozialleben herunter gefahren wird, mit, wie man sieht, zweifelhaftem Erfolg.
    Zu glauben, etwas zu verbieten, würde genügen, funktioniert nur, wenn das Gegenüber selbst davon überzeugt ist – oder, was auch geht, dass man es so stark kontrolliert, dass man gar keine Wahl hat.
    Beide Optionen sind derzeit nicht gegeben.

    Aber, … genug von Viren und lieber gedanklich zurück zu besseren Tagen, Stunden, Minuten, ja sogar Sekunden …
    Zieht euch einen Bademantel an und begleitet mich wieder zu einer Zeitreise zurück in Sphären, welche einem so lange entglitten vorkommen, als wäre damals Seefahrer Sindbad gerade zu seiner 8. Reise aufgebrochen …

    Etwa 1 Jahr und 2 Monate früher …
    … Biosauna … Untergeschoss Wellnessbereich FKK Artemis …

    „Seit wann ist eigentlich diese Korbbank weg?“ - fragt Valbus und durchbricht die Stille.

    Alle Anwesenden mustern ihn, während die Beleuchtung zu einem verzerrten Gelbton wandelt.

    „Ihr wisst schon, … die Korbbank! Die immer vor der Sauna stand!“ - wiederholt er sein Anliegen.

    „Das letzte Mal, als ich mich daran bewusst erinnere, da saß Walther darauf und hat sich seine Füße abgetrocknet.“ - antworte ich ihm und ergänze - „... oder Airish von den Philippinen hat dort ihre Beute erlegt.“

    „Was geht dir eigentlich so durch deine Birne Valbus?“ - schüttelt Aurel den Kopf.

    „Ja, ich habe nicht deine Klasse Aurelius, … ich denke nicht nur den ganzen Tag an Brüste und Essen. Du warst doch als Kind schon so verfressen, dass dir deine Frau Mutter bestimmt aus dem Kochbuch vorlesen musste, abends, … bevor du die Pornoheftchen am Kiosk entdeckt hast.“ - scherzt er.

    „Bah, ...“ - prustet der Angesprochene und ergänzt umgehend - „... endlich wechselt diese Farbe, dass war ja schrecklich, … euch so deutlich zu sehen.“

    „Pharao, ...“ - spricht mich mein Clubfreund Valbus an.

    „Hm?“

    „Hab ich dich geweckt?“

    „Nein, … ich versuche nur mal einen Teelöffel voller Ruhe zu finden, es ist gerade mal 11. 30 Uhr und ich bin vier Stunden gefahren. Tu mir mal einen Gefallen und erfreue dich mal für zwei Minuten nicht an deiner Stimme.“ - äußere ich und begebe mich in die liegende Position.

    „Dir ist klar, dass wir diese Woche zum dritten Mal hier sind.“ - kontert er.

    „Ja. Fang nicht an drüber nachzudenken.“ - muss ich ungewollt lachen.

    „Dreimal...“ - brummt er und verfällt in Stille.

    Es vergehen ungefähr 14 Sekunden.

    „Scheiße Pharao. Ich werde, wenn ich hier raus bin, mal ernsthaft darüber nachdenken. Und am Samstag bin ich nicht dabei.“ - ergreift er wieder das Wort.

    „Ersteres stimmt kaum und Letzteres stimmt gar nicht.“ - analysiere ich seine Meldung, worauf hin Aurel in Gelächter ausbricht.

    Weitere zwölf Sekunden später, flanieren zwei Damen mit schoko – farbener Haut an der Pforte unserer Schwitzstube vorbei.
    Eine verharrt plötzlich, lächelt und winkt uns durch die Glasbarriere hinein ins Tepidarium.

    „Kennt die Lady jemand?“ - fragt Aurel, welcher am nächsten sitzt und ihren netten „Gruß“ erwidert.

    „Nein, nur vom Sehen. Ist doch deine Wohlfühlzone, die Exotik“ - artikuliert Valbus.

    Kurz darauf entschwinden die Mädchen.

    „Warum lachst du?“ - fragt mich einer meiner Schwitzgefährten.

    „Ich musste an ein Gespräch mit einer Frau am Pool denken. Ich lag auf der Liege, sie kam dazu und wir haben uns unterhalten und ein bisschen rum – gesponnen. „Als ich meine Küche betrete, rauscht der Wasserhahn auf der Mittelinsel der Spüle in voller Lautstärke, wie jetzt hier. Biber zernagen meinen Küchentisch und bauen einen großen Damm am Waschbecken. Ein Biber mit gelbem Bauhelm tritt auf mich zu: „Hier entstehen Mehrfamilienwohnungen“, sagt er, „Haben Sie Interesse?“

    Beide schauen mich an.

    „Ich schätze, man muss bei dem Gespräch dabei gewesen sein.“ - finalisiere ich und muss über mich und die Erinnerung daran sehr lachen.

    Etwas später …

    „Ich habe heute vor, mit Maya auf Zimmer zu verschwinden.“ - bricht Aurel die Stille.

    „Die kleine Ungarin, die Schlanke?“ - reagiert Valbus.

    „Nein, sie kommt aus Polen.“

    „Dann ist das nicht Maya.“

    „Nicht?“

    „Nein.“

    „Vielleicht Claudia. Ähnlicher Typ.“ - werfe ich ein.

    „Clau? Clau... Clau... ja, Claudia! Du sagst es!“ - über sein Gesicht huscht ein Lächeln.

    „Ja, dafür brauchst du kein Jura – Studium, um zu merken, dass du nicht immer Recht hast.“ - bellt Valbus.

    Xenia läuft im Handtuch „bekleidet“ an uns vorbei, wagt aber keinen Blick in die Eingeweide der Heißkammer.
    Auch Giselle ward kurz gesehen, ebenso Shiva, Nicky und Virginia, welche als ungarisches Doppel zu zwei Kollegen schweben, welche sich auf den Liegen am Gewässer niedergelassen hatten.
    Nach einer kurzen Akquise wird allerdings scheinbar schnell klar, dass diese Gesellen nicht zu erlegen sind.

    Wir erblicken Funda, auch Annabelle und es ist teilweise wie auf der Berliner Stadtautobahn, der CDL – Highway.

    „Was ist mit dir und Raluka?“ - fragt mich Valbus.

    „Was soll da sein?“ - antworte ich.

    „Na du solltest heute mal zuschlagen.“ - lacht er.

    „Ja, in der Tat. Sie ist sehr hübsch.“ - kontere ich.

    „Wer ist Raluka?“ - fragt Aurelius.

    „Eine attraktive blonde Dakerin.“ - führe ich aus und fahre fort - „... die Frau vom letzten Mal, die neben mir auf dem Hocker saß, in der Lounge, … mit den zwei anderen blonden Damen. Beatrice und Denisa glaube ich.“

    „Lass mich nachdenken … Ja! Doch, ich habe ein Bild. Mit dem Rückenbild?“

    „Andere würden es Tattoo nennen, … aber ja.“ - lächele ich.

    „Ja, die sieht gut aus.“

    „Sieht sie.“ - bestätigt Valbus.

    „Mal sehen. Leider kommt sie immer erst recht spät und dann bin ich bereits schon nicht mehr in der Lounge. Sie dachte, ich würde jedes Mal schon gegen 8 gehen und war richtig erschrocken, als ich nachts mal unten war um ein paar Getränke zu holen. Moment, warum habe ich überhaupt die Geträ … egal. Jedenfalls habe ich ihr gesagt, dass ich dann zumeist auf Zimmer bin.“

    „Spricht sie deutsch?“

    „So halb. Englisch funktioniert definitiv. Auf jeden Fall hat sie ein sehr schönes Engelsgesicht und ist für den ersten Eindruck auch recht nett.“ - schlussfolgere ich.


    Auch wenn ich eher wärmere Schwitzbäder bevorzuge, so habe ich doch auch die Biosauna sehr zu schätzen gelernt.
    Wie angedeutet, erinnert mich diese an viele Gespräche mit Clublegende Walter, vor allem, als ich selbst noch relativ jung und frisch im Pay6 umher streifte.
    Ich weiß noch, wie ich bei den ersten beiden Besuchen überhaupt nichts in Puncto Sauna und Schwitzen unternahm, da ich nicht wollte, dass meine Frisur daran Schaden nimmt ;)
    Ferner schätze ich, dass sich wohl jeder bei seinen ersten Erfahrungen ein wenig „fremd“ dessen benimmt, was heute die gewohnte Routine darstellt.
    Für mich war das mehr wie eine Art Disco und ich hätte auch am liebsten mein Jackett anbehalten, weil ich mich teilweise wie ein Lump fühlte, im schlabbrigen Bademantel, das Handtuch über der Schulter.

    Im Laufe der Zeit verändert sich die eigene Einstellung, man gewinnt an Erfahrung und man passt sich automatisch gewissen Gegebenheiten an.
    Ich selbst, komme zum Teil aus der Tabledance – Szene, bzw. habe sowohl beruflich als auch privat dort viele Jahre verbracht und war es dementsprechend nicht gewohnt, auf einmal selbst, quasi im Adamskostüm, in der Erotik verschriebenen Gefilden unterwegs zu sein.
    Zwar wies ich keine Scheu auf und war durch die Wellnesstage mit den Freunden gewohnt, unbekleidet durch die Hallen zu flanieren, jedoch war dies kein Pay6 – Sektor und die dort anwesenden zivilen Damen meist bei Weitem nicht so attraktiv und kommunikativ wie die Ladys innerhalb der Saunaclub – Gemächer.
    Heute, ist oft selbst der Bademantel noch lästig und es fühlt sich an wie eine zweite Haut, welche man befreit der irdischen Last, mit Wohlgenuss über den eigenen Leib bindet.

    Nachdem wir uns geduscht und abgetrocknet hatten, folgte ein obligatorisches Getränk, ehe wir warum auch immer beschlossen, unser Lager im unteren
    Erotik – Kino aufzuschlagen.

    Eben dort …

    Eine Frau stöhnt heftig auf der Leinwand, während eine andere Dame sie oral zu beglücken weiß.
    Das Kino ist auch aufgrund der frühen Stunde noch ziemlich verwaist und ich erinnere mich an viele tolle Wagnisse, welche ich dort, zumeist auf dem letzten Sofa, verleben durfte.

    Neben den sexuellen Gelüsten, an welchen man sich erfreute, kommt mir auch eine Szene in den Kopf, wie einmal, mitten im „Gefecht“, auf der Couch, von der Rückseite der Wand, aus der Kabine, ein Handtuch durch Zufall oder was auch immer auf mich herab fiel und „meine“ Dame, welche sich vor mich positioniert hatte, so erschrak, dass wir beide einem Herzinfarkt nahe kamen.
    Meine Gespielin, mit noch immer erschrockenem Gesichtsausdruck und einer Hand auf ihrer Brust ruhend, warf das Textil zurück über die Begrenzung.
    Es dauerte keine 4 Sekunden, als es erneut den Weg zu uns fand und es für Unbeteiligte wohl ausgesehen haben müsste, als würden wir eine absonderliche Form des Sexkino – Volleyballs praktizieren.

    Ich weiß noch, wie ich kopfschüttelnd daneben stand, dann lachen musste und auch die Dame, welche mir beiwohnte, in Gelächter ausbrach.
    Ähnliches vernahm man aus der Kabine, welche ja nur mit einem Vorhang geschlossen ist und so auch akustische Laute ohne größere Anstrengung nach draußen getragen werden können.
    Weniger spaßig, war dies für den Kollegen, welcher in der Höhle involviert war, er schoss hinaus und verlangte den Gang gen Rezeption und echauffierte sich über diesen „Affenzirkus.“

    Mit der Zunge eines niedergelassenen Psychotherapeuten wirkte ich beruhigend auf ihn ein, während die Damen in ihrer Landessprache noch immer in Gelächter vertieft waren.
    Der andere Gast, welcher hätte gefühlt mein Urgroßvater sein können, war noch immer in Rage und es war schwieriger als gedacht, dies im Sinne aller Beteiligten zu befrieden.
    Letztendlich, kehrte er zurück in seine Dunkelkammer und auch wir bezogen eine Kabine, wenngleich wir uns, der Situation geschuldet, noch immer schwer beherrschen konnten.
    Ich lachte – und auch die Dame bei mir überkam es erneut und wir vernahmen das Fluchen des Kollegen, welcher wohl aus seiner Konzentration geriet.
    Im Nachhinein, tut es mir natürlich leid, denn es war alles andere als unsere Absicht, ihm sein Schäferstündchen zu verderben.
    Dennoch, auch an einem Ort wie diesem, oder gerade an einem Ort wie diesen, sollte der Humor nicht zu kurz kommen.

    Valbus sitzt auf dem Sofa und betrachtet das Filmchen.
    Während er so da sitzt, zieht es mir die Mundwinkel nach oben und ich lache dezent in Richtung Brust.

    „Wie du dort hockst, … als würdest du Titanic schauen.“ - äußere ich und schüttele mein Haupt.

    Wir vernehmen das Geklacker von High – Heels, ein wohlbekanntes Geräusch für jeden Clubbruder und werden kurz darauf mehrerer Damen angesichtig, welche sich im zentralen Eingang der Räumlichkeit einfanden.
    Eine Lady, welche mir namentlich leider nicht bekannt war, mustert den Streifen und tritt ein Stück zurück, so, als liefe sie Gefahr, von der Protagonistin des Films einen ungewollten Zungenkuss zu erhalten.

    Eine hübsche und schlanke Blondine, welche ich ebenfalls nur vom Sehen kannte, tritt auf mich zu, während zwei andere Mädels zu meinen Gefährten wandern.
    Erstaunlicherweise, hatte ich in den ersten Jahren meiner Artemis - „Karriere“, fast nur Damen südländischer Optik und entsprechend dunkler Haarfarbe auf dem Zimmer, ehe es sich, seit 2019, fast komplett in Richtung „blond“ wandelte.

    „Hy.“ - sagt die Grazie und lehnt sich zu mir an die Wand.

    „Hallo.“ - zwinkere ich ihr zu.

    „Lädst du mich ins Kino ein?“ - kontert sie gewitzt.

    „Wir hätten online reservieren sollen. Alles belegt und dort ganz hinten ...“ - ich deute mit dem Kopf gen Valbus - „sitzt ein Perverser der schlimmsten Sorte.“ - ich muss lachen.

    „Ach, dass bin ich gewohnt.“ - meint sie trocken und lächelt.

    „Interessant. Wenn ich dich zu dem Film einlade, schläfst du dann mit mir?“ - frage ich.

    „Nie beim 1. Date.“ - schüttelt sie den Kopf.

    „Ja, dass verstehe ich.“

    Vielleicht mache ich heute eine Ausnahme.“

    „Die Karte kostet mindestens 60 Euro, ein „vielleicht“ wird mir nicht reichen.“

    „Haben wir zwei schon, ...“ - man kann förmlich sehen, wie es in ihrem Köpfchen arbeitet - „... Nein! Noch nie!“ - stößt sie aus und stemmt die Arme in die Hüften.

    „Nein.“

    „Oder?“ - sie wird wieder nachdenklich.

    „Nein. Glaub mir.“

    „Wie kannst du da so sicher sein?“

    „Ich kann mir merken, mit wem ich Sex hatte.“ - nicke ich ihr zu.

    „Aber wir waren dicht dran.“

    Ich muss lachen.

    „Sehr gut, … dass habe ich in meiner Schulzeit auch oft gesagt. „Ich war aber dicht dran ...“

    „Wirklich! Wir haben doch mal auf der Spielwiese gelegen, aber oben, am Kino.“

    „Hm, … ja, stimmt. Ich bin beeindruckt, gutes Gedächtnis.“ - attestiere ich ernst gemeint aufgrund der Fülle von Männern, welche da täglich durchströmen.

    „Ich kann mir Gesichter merken und deines ist ja ziemlich bekannt.“ - äußert sie.

    „Ich bin nicht sicher, ob das etwas Gutes ist, vor allem, nachdem ...“

    „... nachdem was?“

    „... du das so betont hast.“ - ergänze ich mit erwartungsvollem Blick.

    „Quatsch! Wir sind nur einmal jung! … und wir sind hier um Spaß zu haben!“

    „Warum war es damals eigentlich nur dicht dran?“ - fasse ich wieder nach dem Faden.

    „Du hast mit einer anderen Frau gesprochen.“

    „Ja ...? ...“

    Sie schaut mich an.

    „... kommt da noch was?“ - frage ich sie und grinse leicht.

    „Was meinst du?“

    „Du bist super. Ehrlich. Ich finde dich extrem erfrischend. Ich dachte du sagst jetzt, „Ja klar, wir lagen eng umschlungen auf der Spielwiese, haben uns Ferkeleien ins Ohr gesäuselt, waren uns praktisch einig über alles und dann – dann geschah aber etwas.“ Das war ja nicht mal nicht dicht dran.“ - lache ich.

    „Doch.“ - nickt sie. - „Und beim zweiten Mal, da kam dein Date. Da bin ich lieber weg.“

    „Ich merke schon, ihr bekommt einfach alles mit. Als hätte man einen GPS – Sender am Textilkragen.“

    „Hast du heute ein Date?“

    „Ja.“

    „Oh.“

    „Ich habe fast immer ein Date, … aber erst in sieben Stunden.“

    Ihre Miene erhellt sich.

    Natürlich, … würde ich gern mit dir ein Zimmer machen, wenn du jetzt noch möchtest.“ - führe ich weiter aus.

    „Na klar.“

    So klar ist das nicht. Meistens macht man es durch zuviel Gespräch vorher kaputt.“ - witzele ich.

    „Eine Frage.“ - sie stoppt.

    „Oh je.“

    „Nix schlimmes!“ - „beruhigt“ sie mich.

    „Ich möchte nichts ohne meine Anwältin sagen und auch selbst wenn sie dabei wäre, nur äußerst ungern.“

    „Wie heißt du eigentlich?“

    „Stimmt, wie wenig charmant von uns. Verzeihung. Pharao. Und du?“

    Fortsetzung folgt ...
     
  2. lulatsch

    lulatsch Bürger

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    Hallo lieber Pharao,
    vielen Dank für Deine lesenswerten Beiträge hier.
    Eins ist mir allerdings in letzter Zeit doch zu kurz gekommen - wie ist denn Dein aktueller Gesundheitszustand?
    Läuft die Physiotherapie noch weiter?
    Ich bin ja auch in Behandlung (allerdings mit Knie und Rücken) und zum Glück kann meine Physio weiter geöffnet haben, da die dort auch Reha-Patienten versorgen. Die Fitness-Abteilung ist allerdings geschlossen.
    Weiterhin gute Besserung!
     
    schneehase und Der Pharao gefällt das.
  3. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Vielen Dank des netten Postings lulatsch, ebenso ein "Dankeschön" für das Lob, hört man selbstredend gern.
    Nun, ein drittes und vorerst letztes "Danke" der Nachfrage bezüglich meines Gesundheitszustandes:
    Es ist vergleichbar einer Wellenbewegung, wo es mal durchaus bergauf geht - und leider auch wieder bergab.
    Die Frakturen an sich sind gut verheilt und bedürfen auch keiner Kontrolle.
    Die Rotation des linken Armes ist noch eingeschränkt, verbessert sich aber stetig durch die Physio.
    Inzwischen kann ich wieder ganz passabel auf der Tastatur schreiben, auch andere Tätigkeiten fallen deutlich leichter als noch vor einigen Wochen.

    Das Sorgenkind ist nach wie vor der arg lädierte Nerv mitsamt der malträtierten Axomen ( Fasern ), welche immer noch Ausfallerscheinungen, Taubheitsgefühle und neuropathische Schmerzen verursachen.
    Ich erwähnte es ja schon einmal, dass Nerven tendenziell recht langsam regenerieren und das eine absolute Geduldssache darstellt.
    Es bleibt nur, da weiter am Ball zu bleiben.
    Dann gebe ich die "Gute Besserung" - Wünsche doch postwendend an dich zurück und hoffe, dass Knie und Rücken bald wieder in alte Form kommen.
    Es ist wie bei dir, dass auch bei "uns" die Fitnessbereiche geschlossen sind, die allgemeine Physiotherapie aber weiter durchgeführt wird.
    Ich bin auch ziemlich zufrieden, wenngleich man sich dabei weiterhin wie im Folterlager der Belger vorkommt.

    Ziel ist, bis Sommer wieder so fit zu sein, dass man die Vorzüge des Saunaclubs wie Schwimmen, Wasserball - Spielen, Sauna, freie Bewegung ohne jedwede Form von Orthese etc. wieder bedenkenlos nutzen kann.
    Vor allem ist der Kopf hier der größte Gegner, ... wieder Zutrauen zu seinem Arm und seiner Hand zu finden.

    Viele Grüße an alle - und dankeschön fürs Interesse und "Studieren" meiner Lektüre.
    Einen herzlichen Gruß in alle Winde des Landes!
    Der Pharao
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Januar 2021
  4. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Lounge … immer noch vor etwa 13 Monaten …

    Wir sitzen auf der ersten, linken Couch, welche direkt an den Treppchen zur Empore positioniert ist.
    Laut Clubfreund Petronius, die strategisch beste Möglichkeit der Niederlassung, insofern man die verzwickte Lage möglichst optimal begutachten wolle.
    In der Tat, ist man dort, in Gänze, im Auge des Orkans und es bestehen vielerlei Möglichkeiten zur ungezwungenen Kontaktaufnahme.

    An der Bar reihen sich eine Vielzahl an Damen, mit welchen ich bisher eher weniger Kontakt hatte.
    Namentlich seien hier Darleen, Sascha oder Martha erwähnt, aber auch Annabelle und Laurin, mit welcher ich aber, vor vielen Monden, ein durchaus tolles Zimmer absolvierte.

    Aurel und Valbus ergänzen unsere kleine Kohorte und somit ist unser Lager auf dem Sofa fast komplett befüllt.
    Für einen doch sonst oftmals eher ruhigen Nachmittag, herrscht im „Wohnzimmer“, doch bereits jetzt eine interessante Fluktuation.
    Es war ein wenig, als hätte eine Gruppe von Kaffeefahrt – Touristen ihr eigentliches Ziel verfehlt, auf den Kauf von Heizdecken und Kirschkernkissen verzichtet, um alternativ, quasi als Ersatz, in die Gefilde des Artemis einzukehren.
    Es fällt auf, dass auch die Damen des Hauses diese Grüppchen aufmerksam mustern, da sie so gar nicht in ein passendes Klischee passen.
    Weder erwecken sie den Eindruck blutjunger Newbies, welche zum allerersten Mal ihre Fußsohlen in diesen Kosmos setzen, noch scheinen sie sich innerhalb dieser Räumlichkeiten ziel – orientiert zu bewegen, sodass auch meine Gruppe und ich, schmunzelnd, den Kreisbegehungen um die Bar folgen.

    „Die Barlady muss sich fühlen wie in einer Wagenburg im Wilden Westen, eingekesselt, während die Rothäute ihre Bahnen immer enger ziehen.“ - scherzt Valbus und stellt sein Kaltgetränk auf den kleinen Tisch.

    Ghia und Anna haben an der Glasvitrine Position bezogen, werden von Alina ergänzt, welche kurz Inne hält und zurück auf die daneben stehende Couch schlendert.
    Aurel macht mich darauf aufmerksam, dass es sich bei der mir vollkommen unbekannten Dame um Alita handelt, welche mit einem Kaffee an uns vorbei zieht.
    Ich werfe ein Auge auf Heather, welche ich durchaus attraktiv finde, auch Evin, mit welcher ich eine schöne Erfahrung machen durfte, grüßt süß und setzt sich anschließend zu mir auf die Lehne.
    Petronius blickt gen Finja, eine optisch sehr ansprechende deutsche Lady blonden Haares, welche auf einem Barhocker neben Ilara Platz nimmt.
    Ryon und Pen mustern die Lage, besprechen sich kurz und steigen die Stufen in Richtung Empore, wo sie in einem Rundzelt ihre Handtücher ausbreiten.
    Im Augenwinkel entdecke ich die dunkelhäutige Dame Lisa, welche wie so oft, mit bester Laune durch den Club tänzelt.

    „Ganz schön was los hier heute. Da steppt der Braunbär.“ - meint Petronius.

    „Ja, … wie im Paradies. Der Süßigkeitenladen hat geöffnet, man muss sich nur einen Lolly aussuchen.“ - ergänzt Valbus lächelnd.

    Als hätte es eine Dame gehört, erhebt sich diese von ihrem Barplätzchen und steuert direkt auf uns zu. Sie wirft ihr Textil auf den freien Fleck des Sofas und lässt sich alsbald genüsslich gen Lehne sinken.

    „Viel besser hier.“ - schmunzelt sie und blickt uns allen abwechselnd in die Augen.

    „Benimm dich Petronius, wir haben Damenbesuch.“ - witzelt Valbus.

    „Wisst ihr, was ich bei euch Kerlen nie verstehe, … ihr habt hier so viele schöne Frauen … ihr müsst doch verrückt werden! Ich könnte mich NIE entscheiden und würde ständig nur nach oben rennen...“ - argumentiert sie.

    "Wenn du einen Mann verstehen willst, dann musst du denken wie ein Mann." - mische ich mich ein.

    "WAS? Hä?" - äußert sie umgehend und verzieht fragend das Gesicht.

    "Das ist für den Anfang schon sehr gut!" - lasse ich mir die Vorlage nicht nehmen und muss lachen.

    Es dauert nicht lang, ehe sich Petronius „ergibt“ und die Dame in das Reich über unseren Köpfen bittet. Für mich doch überraschend, da er, nach alter Gewohnheit folgend, doch eher selten Damen so jungen Jahres erwählt und auch die Kommunikation zwischen ihm und der Clubdienstleisterin jetzt auch nicht zwingend die goldene Chemie verhieß.
    Während er davon zieht, wendet er sein Haupt, zuckt mit den Schultern und betrachtet mich verlegen, sodass ich ihm wohlgesinnt zunicke und mich eines leichten Lächelns nicht erwehren kann.

    „So, der ist versorgt.“ - meint Aurel und breitet sich auf der Couch aus.

    Die rumänische Lady Evin, mit welcher ich ein paar Worte gewechselt hatte, war wieder entschwunden und ich blinzele öfters in Richtung „Hamburg“, wo Alina einfach einen absoluten Blickfang darstellt.
    Keine Ahnung, warum es „erst“ im Jahre 2020 zu einem gemeinsamen Vergnügen kam, wobei, meine doch ziemlich ausgeprägte Monogamie zu dieser Zeit sicherlich zu einem Großteil dazu beigetragen hatte.
    Alina ist extrem sympathisch, witzig, nicht auf den Mund gefallen und weiß die Situation im richtigen Moment zu ihren Gunsten zu wenden.
    Ich hatte auch schon „damals“, im Spätherbst 2019, ein paar sehr interessante Gespräche mit ihr führen dürfen, wobei wir, rein fußballclub – technisch, wohl niemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden, was ihrer „sonst“ tollen Person natürlich keinen Abbruch tut.

    Ich unterhalte mich mit meinen Clubfreunden, als die Stammdame von Valbus dazu stößt und er selbstredend seine Aufmerksamkeit in Richtung der Dame intensiviert und verlagert.

    „Ist eigentlich eine tolle Sache, wenn man „hier“ drin jemand hat, mit dem man doch ein bisschen „enger“ agiert als mit den anderen Mädchen.“ - analysiert Aurel und schaut mir in die Augen.

    „Ja. Volle Zustimmung. Ohne Zweifel, dass hat viele viele Vorteile.“ - bestätige ich seine Worte.

    Auch ich war zu dieser Zeit bestens versorgt, sicher so gut und intensiv wie noch nie zuvor und ich muss an 2013/ 2014 denken, wo es zu meiner ersten Berührung mit der Venus in Person kam.

    Zurück in den eben genannten Zeitraum, Anno 2013 / 2014 ...
    …. ebenfalls in der Lounge, in Nähe der Schiebetür …


    Ich gebe zu, dass ich damals doch durchweg anders agierte als heute und nur äußerst selten zweimal mit der gleichen Frau gen obere Etage flanierte.
    Sicher, ist dies grundsätzlich nicht verboten und jedem seine eigene Entscheidung, es trug aber auch nicht dazu bei, irgendeine Form von Vertrautheit oder Intensivierung eines Kontakt zu einer Dame aufzubauen, da man, nach dem halbstündigen Beischlaf, doch nur noch selten groß miteinander ins Gespräch kam, wenngleich es auch nicht heißen soll, so keinerlei Sympathie entstehen lassen zu können.

    Natürlich, hatte ich mehr als eine Buchung mit Berna, mit Donna oder Arielle, mit Simina und Kathy, auch mit Pinkie oder Dana, war aber von stundenlangen Gelagen am Stück wie später einfach meilenweit entfernt.
    So erschloss sich mir im Laufe der Zeit ein Sympathiekreis mit den genannten Ladys, selbstverständlich auch mit anderen, welche meinen Humor teilten und wo es schlichtweg keinerlei Grund gab, nicht auch einmal ein paar wohlgemeinte Worte miteinander zu wechseln.
    Ungezwungen, frei, ohne Anspruch und Versprechen auf irgendwelche Buchungen, keine Verpflichtungen, ausgemachte Dates und verbale Scharmützel, weil irgendjemand irgendetwas behauptet hätte.
    Kurz gesagt, … ein kompromiss - freies Dasein, welches nur Vorzüge kannte und ich mich fühlte, als würde ich die einsame Prärie ohne jedweden Gedanken durchstreifen.

    Ich sah meine Clubfreunde, welche teils in „ehe-ähnlichen“ Verbindungen zu Damen weilten, eng umschlungen, in innige Gespräche vertieft, lachend und auch ernst, Neuigkeiten erzählend, geschätzt und teils schon erwartet und fragte mich, ob man „so“ etwas nicht besser nur draußen teilen sollte.
    Nicht, dass ich dies verwerflich fand, oder gar einem anderen neidete, aber es war für mich schwer greifbar, mich auf einer gewissen Ebene auf eine Frau einzulassen, welche in diesen Gefilden ihre Runden drehte.
    Es war für mich kaum vorstellbar, dass eine Frau im Kosmos Pay6 mehr als meinen Namen wusste und warum solle sie sich für das interessieren, was ich ihr aus meinem „echten“ Leben erzählen würde.

    Die Einfachheit der käuflichen Liebe war ein für mich ehernes Gesetz, an welchem ich überhaupt nicht zu rütteln vermochte.
    Gefiel mir eine Dame, so stellte ich mich höflich vor, versuchte, eine gemeinsame Chemie auszuloten und hoffte, dass auch seitens der Lady wenigstens ein kleiner Funken an Sympathie entfacht wurde, sodass „dass“, was später folgte, für beide einen angenehmen Verlauf nehmen würde.

    Überzeugt, dass sich daran wohl nie etwas ändern würde, nippe ich an meiner Pepsi, als ich eine Frau erblicke, welche wirklich wunderschön ist.
    Ich hatte schon ein oder zweimal mit ihr gesprochen, wie mit so vielen, aber sie war in vielerlei Hinsicht doch für mich gänzlich anders.

    „Wollen wir dann los?“ - fragt mich ein Clubbruder, welcher neben mir steht und erschöpft an der Wand lehnt.

    „Was?“

    „...ob wir los wollen?“... wiederholt er und wischt sich die Stirn.

    „Es ist gerade mal 2 Uhr.“ - schüttele ich den Kopf.

    „Oh man, ich bin fertig. Wirklich Pharao.“

    „Du wirst alt Junge. Früher hättest du 4. 45 Uhr noch geschaut, ob jemand an der Reling wartet.“

    „Früher, … ja, … da war das leichter. Hast du denn noch was auf dem Radar?“ - fragt er mich.

    „Nicht notariell verbrieft.“ - antworte ich knapp.

    „Wo schaust du denn die ganze Zeit hin?“ - äußert er.

    „Zu ihr.“

    „Sie macht einen ziemlich selbstsicheren Eindruck, nett gesagt. Da krieg ich fast Angst.“ - er zieht die Mundwinkel nach unten.

    „Ich weiß. Sie ist super.“ - reagiere ich.

    „So meinte ich das nicht.“

    „Egal. Mal sehen, …“

    An jenem Abend tat sich darauf hin nicht mehr viel, sodass ein paar Tage später, eine ähnliche Situation vorherrschte, mit der Ausnahme, dass „wir“ diesmal fast gemeinsam am Geländer im Clubraum standen.

    Sie dreht sich zu mir und schaut mich an.

    „Hallo.“ - sage ich und schaue ihr in die Augen.

    „Hy.“ - antwortet sie fest und selbstbewusst.

    „Pharao.“ - nicke ich ihr entgegen.

    „Ich weiß, wer du bist. Du bist oft hier.“

    „Wie du.“ - kontere ich und ergänze - „...zumindest nachts und an den Tagen, wo ich auch da bin.“

    „Ja.“ - hebt sie ihre Augenbraue. - „... heute alleine hier?“

    „Nein. Und ja. Die anderen sind mit ihren Stammladys oben, … oder irgendwo verteilt.“

    „Und du hast keine?“ - sie lacht.

    „Nein.“

    „Das liegt sicher an dir.“ - meint sie frech.

    „Wahrscheinlich. Ich bin begeistert, dass du so gut deutsch sprichst.“

    „Und ich bin überrascht, dass du mich angesprochen hast. Und das du scheinbar vergessen hast, dass wir schon ein paar mal geredet haben.“

    „Nein habe ich nicht, nur war das ja mit jetzt nicht vergleichbar. Es ist ja auch nicht so, als würdest du einen Eimer Freundlichkeit über uns beiden ausschütten ...“

    „Ich bin nicht so „Ja Schatzi...“, „Ja Liebling“,... Nein, dass bin ich nicht.“ - äußert sie selbstsicher.

    „Finde ich grundsätzlich super. Weißt du, wie man die Damen hier nennt, die sympathischer sind als du?“ - frage ich sie.

    „Wie?“

    „ALLE.“ - finalisiere ich und ergänze - „Du gefällst mir. Du hast so eine bösartige Aura, ...“

    „Oh, danke. Kein Wunder, dass du hier niemand hast, der dich wieder sehen will. Keine „Freundin“ im Club. Niemand.“ - lächelt sie.

    „Du willst meine „Freundin“ sein?“ - provoziere ich sie ein wenig.

    „Nein, … du willst, … dass ich deine „Freundin“ bin.“ - sagt sie, lächelt erneut und lässt mich stehen.

    Und damit zurück auf das Sofa vor 13 Monaten …

    „An was denkst du?“ - fragt mich Aurelius.

    „Ach, … an alte Kriegsgeschichten.“ - winke ich ab.

    „Petronius ist oben, Valbus bei Fana, … was sagst du zu einer Runde Schwitzen?“

    „Gute Idee. Geh schon mal vor und wirf Brennholz nach, ich muss mal schnell ans Handy und spurte dir hinter her.“

    Am Wertschließfach …

    Da ich einen geschäftlichen Anruf erwartete, prüfte ich in regelmäßigen Abständen mein Telefon und verharrte somit immer ein kleines Weilchen an der Wand der Spinde.
    Wie immer, wenn man selbst dort ist, kommt Paar um Paar, um das gerade erlebte Erotik – Ereignis mit einem entsprechenden Salär zu entlohnen.
    Mit überraschten Augen erblicke ich meinen Freund Petronius, welchen ich doch sicher noch oben in den Armen seiner Grazie wähnte.

    „Was ist passiert?“ - stoße ich aus und rücke ein Stück zur Seite.

    „Das hat nicht so gepasst. Kein Vorwurf. Ich muss einfach bei dem bleiben, was zu mir passt. Geilheit ist kein guter Ratgeber, andererseits lügt ein entgegen gebrachtes Becken eben auch nicht.“

    Ich betrachte ihn wortlos.

    „...unten, auf dem Sofa, du warst doch dabei!“ - ringt er um eine Wortmeldung.

    „Naja sicher, die Mädchen wissen schon, wie sie einen nervös machen können. Hast du sie denn bezahlt, oder hat ihr gereicht, dass du ein Vollidiot bist?“ - frage ich scherzend.

    „Ja, musste vorher noch an den Automaten. Hab gleich gegeben, wo wir hoch sind. Das war irgendwie, als wäre ein Canasta – Abend vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Alles etwas hektisch, hibbelig, …“ - führt er aus.

    „Verstehe.“

    „Was soll es. Sie kann nichts dafür. Wo sie schon auf der Autobahn war, da habe ich noch an der Raststätte versucht ein Bifi auszupellen. Legst du das Handy eigentlich auch mal weg?“

    „Ja klar, wenn es klingelt.“ - kontere ich umgehend.

    Noch immer am Spind …

    Annabelle erscheint mit einem Gast und ich erinnere mich an die Aussage eines Clubfreundes, welcher mit ihr ein schönes Zimmer verlebte.
    Sie ist enorm geschäftstüchtig und vermag viele Gäste zu begeistern, beinahe spielend, ohne Anstrengung und ich treffe sie gefühlt 2000 Mal in Nähe der Stufen, wo sie entweder ein williges Opfer gen Himmel bat, oder, es aus diesen Sphären in die Arme der Realität zurück stürzte.

    „Kannst du mir einen Gefallen tun Petronius?“ - richte ich an ihn.

    „Jeder nach seinen Fähigkeiten.“ - sinniert er.

    „Sag doch gleich, dass du nicht helfen willst.“ - antworte ich schmunzelnd.

    „Leck mich! Was willst du?“

    „Gib mir mal dein Handy.“

    „Nein. Du bestellst 20 Klafter Holz auf meine Kosten, oder, was schlimmer ist, du rufst wieder irgend wen an, der in mindestens 2 Ländern steckbrieflich gesucht wird.“

    „Ich will nur mal in einem Büro anrufen, ob die noch besetzt sind. Meine Nummer kennen die, da rufen die dann zurück und wissen, dass ich angerufen habe.“

    „Da rufen die mich ja dann zurück!“

    „Da gehst du einfach nicht ran, so wie bei jedem anderen, der dich jemals versucht hat anzurufen.“
    _____________________________________________________________________________________________________________________________

    Update, …

    Heute, quasi als Epilog der neuerlichen Anekdoten und Rückblicke:
    Lockdown, Tag 78 und die Prognose verheißt nichts sonderlich Gutes.
    Mühsam, ständig dieses ermüdende Thema „Corona“ herbei zu beschwören, wenngleich es ohne Auseinandersetzen mit Fallzahlen und Inzidenz – Werten dieser Tage nur schwerlich voran geht.
    Glaubt man den ersten Informationen, welche durchsickern, so könnte auch ein neuerlicher Lockdown bis in die Osterfeiertage hinein andauern, mit weiteren Verschärfungen, welche ja zum Teil in manchen Bundesländern schon beschlossen wurden.

    Ich weiß nicht, ich sehe das alles noch skeptisch, auch was die Durchführung der Europameisterschaft im Fußball angeht und man wird abwarten müssen, was die folgenden Infektions – und Sterbezahlen verlautbaren.
    Hört man auf das, was manche „Experten“ kundtun, so wird der März in einigen Ländern weitaus schlimmer verlaufen als jetzt.

    Dennoch, die Hoffnung vieler, den Sommer wieder im Saunaclub verleben zu dürfen, sollte noch nicht ins Reich der Schatten getragen werden.
    Nach wie vor ist das Credo, sich irgendwie selbst zu motivieren, Alternativablenkungsmethoden zu entwickeln und die Lage wachen Auges zu beobachten.
    Final wird irgendwann das Virus so eingedämmt sein, dass man zumindest in Stücken eine gewisse Normalität zurück erhält.

    Die Vorfreude ist der Sonnenschein von morgen.

    Viele Grüße an allle Leserinnen und Leser, Interessierte und Beobachter der hiesigen Foren.
    Bleibt gesund und passt auf euch und eure Lieben auf!
    Euer Pharao
     
  5. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Erneut vor etwa 13, vielleicht auch 14 Monaten …
    … Biosauna, … zweite Sitzreihe, in Nähe der Sanduhr …

    Während sich Aurel mühsam auf die höchste Plattform der erhitzten Räumlichkeit müht, schlage ich mein Lager gleich rechts von der gläsernen Eingangstür kommend an der äußeren Wand auf.
    Vor uns, schwärmte ein kleiner Trupp von vielleicht vier asiatischen Mitgästen aus der Heißbadeanstalt und wuselte wie ein Ameisenstaat übereinander.
    Als wir bequeme Sitzpositionen bezogen hatten, steckt einer unserer Vorläufer seinen Kopf hinein, seine Brille suchend, welche wir ihm leider trotz Rundumblickes nicht aushändigen können.
    Enttäuscht trollt er sich sogleich und lässt die Pforte geräuschvoll in den Rahmen krachen.
    Auf meine Frage, ob er denn seine Sehhilfe vor dem Saunabesuch nicht auf die an der Wand dafür vorgesehene Regal – Halterung gelegt hätte, erhalte ich keine Reaktion und zucke somit nur wesentlich anteilnehmend mit den Achseln.

    „Vielleicht hat er sein Monokel in seinem dichten Schamhaar verloren ...“ - scherzt Aurelius, auf die für ihn so typische Art und Weise.

    „Das könnte gut sein. Wer geht denn auch MIT einer Brille in die Sauna? …“ - schüttele ich den Kopf.

    Kurz nachdem ich meine Aussage getätigt hatte, kehrt der Sprössling erneut zurück.
    Mit einem Handtuch um die Hüften, welches fast auf dem Boden schleifte, mustert er die gesamte Räumlichkeit akribisch und tastet sich Meter um Meter auf den Holzplanken empor.

    „Hier, … Mister Miyagi, … ich weiß ja nicht, was du ohne dein Mikroskop auf der Nase so erkennen kannst, aber ich wäre entzückt, würdest du mir nicht auf die Schenkel fassen.“ - meint mein Clubbruder.

    „Iiiiiiiiinglisch please.“ - antwortet dieser und blinzelt ihm entgegen.

    „Ähm, … Pharao, … hilf mir mal, … Okay Amigo, … don´t tatsch mei Schenkel!“ - versucht er sich erneut.

    Ich muss lachen und erkläre dem verzweifelt suchenden Kollegen aus Fernost, dass er hier keinen Erfolg hat und eventuell an der Rezeption nachfragen könne, ob nicht jemand so nett gewesen ist, die Brille dort als Fundgegenstand hinterlegt zu haben.
    Tatsächlich, wie ich später erfuhr, war dies der Fall, wo einer der Masseure, beim Vorbeilaufen, wohl die zu Boden gefallene Sehhilfe entdeckt und entsprechend abgegeben hatte.

    „Weißt du, … wenn das eine junge schöne Frau ist, die mir behände auf den Pelz rückt, … aber so, diese halb geschälte Kiwi hier, mit seinen Kreuzspinnen – Fingern ...“ - äußert er, noch immer nicht des „Themas“ müde.

    „Warts mal ab Aurelius, vielleicht wird es heute kaum erotischer für dich!“ - ulke ich.

    „Doch, doch. Belle habe ich bereits erblickt und ein Date ausgemacht.“ - verkündet er zufrieden.

    „Du und dein Südamerika ...“ - lächele ich und fahre fort - „Wo sind eigentlich Valbus und die anderen?“

    „Hab sie zuletzt im Schlepptau mit zwei Frauen gesehen. Eine Dame davon war glaube ich Curly. Statt die eigenen Segel zu richten, wollen sie immer noch lieber Wind und Wetter ändern. Das wären schlechte Seemänner. Die MS Artemis wäre verloren.“

    „Lass sie doch ihre Erfahrungen machen ...“ - sinniere ich kurz.

    „Sicher, … wegen mir vom Herzlappen gern, aber danach höre ich mir das immer an, wenn sie rumjammern, wie un-intensiv die halbe Stunde doch war und wie schön es doch mit den vertrauten Damen ist, wo alles wie ein Uhrwerk läuft.“

    „Ist doch normal.“

    „Was ist normal? Sag mal, … musst du heute für jedes Wort bezahlen, was du von dir gibst?“

    „Nein, tut mir leid. Mich beschäftigen ein paar Dinge. Ich meinte, dass es doch normal ist, dass es mit einer neuen Frau auf Zimmer in 90 % der Fälle logischerweise erst einmal nicht so intim ist wie mit einer Lady, die man nun mal kennt – und die einen auch zu nehmen weiß. Muss doch einleuchten, dass man sich zunächst beschnuppert. Jedem gefällt doch was anderes. Und in einer halben Stunde wird man dort kein neues Märchen schreiben.“

    „Das stimmt. Weißt du, was mir gefällt? … Ein Po in Birnenform, aber da darf gern ein bisschen mehr dran sein.“ - beantwortet er seine Frage selbst.

    Wortlos schenke ich ihm einen fragenden Blick.

    „Lief grad einer vorbei, ein Birnenpo … deswegen kam ich drauf. Weißt du noch, Jennifer … von früher, ich weiß gar nicht, woher sie aus Südamerika kam, … dass war eine Granate! … Oh, wer ist das nun wieder? Warte!“

    „Ja, ich lauf nicht weg.“ - kontere ich knapp und rücke das Handtuch unter mir gerade.

    „Emilia!“ - meint er knapp. - „... 3, 2, 1 … ja, da ist sie ...“ - nickt er mir zu, während die Dame an uns vorbei in Richtung Erotik – Kino wandelt.

    „Ja. In der Tat.“

    „Ich merk schon, mit Emilia bekommt man dich nicht hinter dem Ofen vor ...“ - analysiert er.

    „Ist absolut nett, hab paar mal mit ihr gesprochen, wo ich am oder im Pool war. Petronius war mit ihr auf Zimmer, scheint auch dort sehr fairen Service zu bieten.“

    „Aber?“

    „Nichts aber.“

    „Ach so, … müsste ich ja wissen, nicht deine Baustelle. Nicht dünn genug und nicht „falsch“ genug. Ich weiß schon, falsche Nägel, falsche Wimpern und keine Prinzessin aus 1000 und einer Nacht. Und nicht verschlagen genug. Dein Geschmack ist sonderbar mein Freund.“ - wirft er mir entgegen.

    „Jeder mag es nun mal anders.“ - halte ich dagegen.

    „Ich mag eher unkomplizierte Damen. Kein Stress. Friedlich rieselt das Bächlein.“

    Etwas später, Wellness – Bar …

    Ich bedanke mich gerade für meinen O – Saft, welchen ich von Jenny erhalten hatte, als jemand zärtlich meine Schulter streift.
    Im Vorbeilaufen entdecke ich Loira, welche nett lächelt und sogleich im Treppenhaus verschwindet.
    Aurel, welcher seinen Früchte – Teebeutel auf und nieder stippt, wirft einen Blick auf die Zeitung, welche unter dem Tresen neben dem tragbaren Telefon ruht.

    „Darf ich mal kurz ins Horoskop schauen?“ - fragt er anständig und erhält sogleich das Exemplar.

    Er blättert um, bis die richtige Seite erreicht ist, sucht sein Sternzeichen und bricht in leises Gemurmel aus.

    „Und?“ - frage ich ihn.

    „Ich soll meine Entscheidungen überdenken und meine Vorsätze ernster nehmen. Und meine starke Emotionalität führt mich mit meinem Partner zusammen.“

    „Dann gratuliere ich dir und deiner rechten Hand. So ein Blödsinn! Steht immer so, dass es für jeden stimmen kann.“ - äußere ich belustigt und tausche einen scheuen Blick mit der Barfrau, welche nebenbei schmunzelnd eine Zitrone in chirurgischer Präzision seziert.

    „Was bist du noch gleich?“ - er lugt über den Rand des Printmedien – Exemplars.

    „Schütze.“

    „Moment, … ja. Die warme Herzlichkeit, die du ausstrahlst, wird zu dir zurück kommen.“

    Wir betrachten uns gegenseitig.

    „Bist du sicher, dass du Schütze bist?“ - erneuert er sein Anliegen.

    „Ja, ziemlich.“

    „Merkur bringt dich in Fahrt und du fühlst dich unwiderstehlich. Es macht Spaß, dein Flirtpartner zu sein. Also, so steht es hier. Hm, … ja, dass passt schon eher, der erste Teil zumindest. Warte, … Es fällt dir besonders leicht, zu erkennen, was du wirklich willst.“

    „Tut es das?“ - werfe ich ein.

    „Scheinbar nicht.“

    „Schau mal bei Skorpion bitte.“

    „Warum?“

    „Tu es einfach.“

    „Wenn du so nett drum bittest, Skorpion, Skorpion … Ihre Gedanken gehen tief und machen auch vor dem Dunklen nicht halt. Bist du damit gemeint?“ - witzelt er.

    „Lies weiter.“

    „Vielleicht fällt es Ihnen schwer, freundlich zu sein oder Sie finden die richtigen Worte nur mit Mühe. Ihr Wohl hängt auch davon ab, wie gut Sie für neue Impulse sorgen.“ - finalisiert er.

    „Verstehe. Danke. Kann ich bitte noch einen O – Saft bekommen?“

    Wieder etwas später, … Lounge, … Bar …

    Das Artemis ist in gewisser Weise eine Wundertüte.
    Zwar gibt es selbstredend einige Grundfesten, dass beispielsweise am Wochenende eben oftmals ein erhöhtes Gästeaufkommen gegenüber Montagen oder Dienstagen vorherrscht, jedoch, habe ich aus eigener Erfahrung auch schon Wochentage erleben dürfen, wo die Flure im wahrsten Sinne des Wortes einer Völkerwanderung glichen.
    Auch „heute“, in den Annalen meiner Erzählungen im Spätherbst bzw. Winterbeginn des Jahres 2020, waren meine Clubfreunde und ich überrascht dessen, was sich an einem Mittwoch darbot.

    Viele Damen wiesen geschmackvolle Dessous auf – und auch ich, so oute ich mich gern, bin durchaus ein Fan erotischer Bekleidung, wenngleich das Evakostüm selbstverständlich immer an optischen Reizen auf den vordersten Rängen rangiert.
    Manche Ladys waren sehr kreativ in ihrem „Outfit“ und ohne Zweifel hat es etwas reizvolles, das dargebotene „Geschenk“ der Liebesgötter oben „auspacken“ beziehungsweise entkleiden zu dürfen.

    Ich war selten an Mittwochen zugegen, meist beruflicher Termine geschuldet und auch sonst war der Leumund der, dass an diesen Wochentagen, eher ein ruhigeres Dasein geboten wäre.
    Völlig anders unserer „Erwartungen“, füllte sich der Club schon am Nachmittag und man hatte Mühe, einen Platz auf der Couch zu ergattern.

    Aufmerksamen und regelmäßigen Stammgästen, welche in ihren Besuchstagen variieren, wird aufgefallen sein und auffallen, dass einige Damen des Hauses diesen Tag meiden, oder nur selten vor Ort sind, wohin gegen an anderen Tagen, ihre Anwesenheit beinahe als gesichert gilt.
    Ich selbst, hatte mich eingefunden, weil ich in Berlin einen geschäftlichen Termin in Nähe des Potsdamer Platzes finalisierte und so die Gelegenheit mehr als günstig anmutete, meine Pflicht im Realleben mit einem Overnight – Date im Artemis zu krönen, welches ich natürlich vorsorglich bereits beim letzten Besuch abgesprochen hatte.

    „Pahh, ...“ - stieß Valbus aus, welcher inzwischen bei uns im Kontaktraum weilte.

    „Was ist los?“ - frage ich ihn und lehne mich ans Geländer an der Schiebetür.

    „Jetzt sind wir schon an einem Mittwoch hier.“ - schüttelt er den Kopf.

    „Hättest ja „Nein“ sagen können, als ich gefragt habe. Du hast mich nicht mal aussprechen lassen ...“ - lache ich.

    „War auch kein Vorwurf, ich hab es nur mal so in den Raum gesprochen.“

    Nach und nach werden „wir“ immer mehr, erst an vertrauten Gästen, welche via Mundpropaganda und entsprechende Kommunikation via Handy von unserem Stelldichein erfahren hatten und so auch nach Feierabend dazustießen, dann auch an Damen des Hauses.
    Heute, in Coronazeiten, beinahe undenkbar, in welchem Pulk wir alle nah beieinander standen, nichts ahnend, dass dies mal ein paar Monate später, so, in dieser Weise, kaum noch denkbar daher kommt.

    Stimmen schwirrten durch die Luft, flotte Sprüche, Akquiseverhandlungen, lautes Gelächter und Menschen aller Herren Länder, welche sich dort, bei „uns“, eingefunden hatten.

    „Wie im Hornissenschwarm hier ...“ - richtet Valbus in meine Richtung und lächelt.

    Salome umschwärmt Aurelius, ehe Belle dazu stößt und auch Valentina, eine Dame aus Kolumbien, verharrt bei dieser Gruppe.
    Eine kleine Ansammlung an Damen aus Rumänien, weilt bei zwei unserer Clubbrüder, welche schon des Öfteren mit diesen Mädchen auf der oberen Etage verschwunden waren.
    Ghia und Anna stehen bei einem Kollegen, welcher sich entschließt, sein irdisches Dasein, mit einem Dreier zu zelebrieren.

    Eine der Frauen stößt einen spitzen Schrei aus, so, als würde eine Horde Apachen über eine Goldnuggersiedlung hereinbrechen. Es stellt sich heraus, dass diese akustische Virtuosin, ihr scheinbar freudig vernommenes Lieblingslied, bereits anhand der ersten Klangfarben erkannt hatte.
    Lasziv schwingt sie ihr Gesäß, passend zum Takt und kann sich eines freudigen Lächelns nicht erwehren.

    Es herrscht eine tolle, ausgelassene Stimmung, bei der selbst Petronius ein wenig mit dem Kopf zur Musik nickt.

    „Pass doch auf!“ - ruft Bobbinus, als Aurel über ein paar Schlappen stolpert, welche er der Bequemlichkeit halber vom Fuß gestreift hatte.

    Gruppen an Gästen und Damen winden sich durch die Schiebetür, welche man am besten hätte aushängen können.
    Es ist auffällig, dass, vor Pandemiebeginn, doch noch deutlich mehr Herren älteren Semesters durch die Eingeweide des Clubs stolzierten und nun, verständlicherweise, um ihre körperliche Unversehrtheit bangend, doch diese Schritte innerhalb des Artemis doch mehr meiden als vorher.

    Ich begrüße einen Clubbruder, welcher mich an Walther erinnert, wenngleich er doch ein paar Jahre jünger geboren ist. Er stoppt, schlingert sich vom Personenstrom der Hauptverkehrsader zu mir hindurch und reicht mir kameradschaftlich die Hand.

    „Du? Hier? Zu einem Mittwoch.“ - schmunzelt er und klopft mir freundlich aufs Schulterblatt.

    Ich setze ihn über meine Motivation in Kenntnis, ehe der nächste Gast zu uns aufschließt.

    „Was ist denn heute hier los? Gibt es was umsonst?“ - fragt er erstaunt und bückt sich nach seinem Handtuch, auf welches bereits schon zweimal getreten wurde.

    „Erstaunlich oder?“ - meint Valbus fragend.

    „Selten so erlebt, zum Mittwoch. Ist heute Messe?“ - kontert dieser.

    „Nein. Nichts.“ - antwortet der Angesprochene und verzieht sein Gesicht in eine kaum definierbare Mimik.

    Etwas später … frühe Abendstunden …

    Nachdem sich der Ansturm ein weig gelegt hatte, verteilten sich die Grüppchen entsprechend ihrer Sympathie auf die Weite des Raumes.
    Nach wie vor hielten wir unser „Lager“ im Eingangsbereich, da noch immer keine Sitzgelegenheit frei geworden war.

    „Hey, … Weitspähender Falke, … ein Sofa in Sicht?“ - ulkt Valbus zu Aurel, welcher in Kundschaftermanier die Couchlandschaft scannt.

    „Nein. Belegt wie ein Tankstellenbrötchen. Alles. Nächstes Mal bringen wir eine Decke mit, oder einen Melkschemel. Mir tun die Knie weh. Wie die Stadtwache stehen wir hier.“

    „Wäre jetzt hier eine Frau, du könntest stehen bis zum jüngsten Gericht!“ - bricht es aus Petronius heraus.

    „Ja. Mag sein. Besser als dir behaartem Feuerteufel die ganze Zeit in Kussnähe gegenüber zu stehen.“

    Mein erwartetes Date erscheint überpünktlich, im Schlepptau einige Freundinnen, welche sich ebenfalls bei uns einreihen.
    Ich begrüße sie entsprechend und wende mich mit einer Entschuldigung von meinen Begleitern ab.
    Wir schwatzen ein wenig und aktualisieren uns.

    „Ja ...“ - antworte ich knapp - „... du hast Recht. Man muss als Wolf erscheinen, um im Rudel aufgenommen zu werden.“

    „Ist das denn kein Problem?“ - fragt sie mich.

    „Nein.“ - reagiere ich und rücke ein Stück zur Seite, sodass sie näher zu mir kommen kann.

    „Sicher?“

    „Ja. Es verhindert die drohende Flut nur mit Sandkörnern.“

    Ein paar Damen spalten sich ab, holen Getränke und kehren zurück.
    Die gute Laune, die sich überall Bahn bricht, ist merklich spürbar und anders als manchmal an Wochenenden, wo viele von irgendetwas genervt zu sein scheinen.
    Es ist schwer zu beschreiben, aber es ist ein anderes Feeling, welches doch ein wenig von einem Besitz ergreift.

    „Du siehst phänomenal aus.“ - äußere ich in ihre Richtung.

    „Ja?“

    Ich nicke.

    „Dankeschön. Aber ja, ich weiß.“ - lächelt sie und nippt an ihrem Kaltgetränk.

    „Dein Outfit zerstört wieder alles, was da ist.“

    „Warum so nett?“

    „Bin ich immer. Es fällt nur schwer, dir manchmal ein Kompliment zu machen, vor allem, wenn es um dich selbst geht.“ - provoziere ich mit sichtbarer „Humorigkeit“.

    Wenig später flanieren wir nach oben, während meine Clubfreunde noch immer heiter und vergnügt in großer Runde stehen, bereit zu jeder Schandtat, dem Leben zugeneigt, sich dessen erfreuend, was ein angenehmes Dasein doch wirklich ausmacht.
    ______________________________________________________________________________________________________________________________

    Update …

    Wieder kurz, da dass alles erstickende Thema weiter um sich greift, als wäre es ein Kalmar mit gefühlt 2000 Armen, bereit, alles andere, was noch Frohsinn und Perspektive darstellt, in die Untiefen der kalten See zu ziehen.

    Lockdown bis mindestens 14.2., Valentinstag, für alle, welche schon mal in einer echten Beziehung waren und somit die Wirksamkeit und den „Zwang“ dieses Datums auf irgendeine Art und Weise bereits verinnerlichen „mussten“.
    Etwas Mut machen die leicht sinkenden Zahlen und ich habe die Hoffnung noch nicht begraben, den Sommer, in den Gefilden von Glück und Freude verleben zu dürfen.
    Wie immer gilt es, das Beste aus allem zu ziehen, seinen Prinzipien treu zu bleiben und mit sich möglichst in Einklang zu geraten, wissend, dass irgendwann der Durst nach Freiheit und Vergnügen gestillt wird.

    In der Zuversicht liegt der Optimismus, welcher der Hoffnung fehlt.

    Viele Grüße an alle!
    Euer Pharao, im Bunde mit Anubis. [​IMG]
     
    meretrix vivat, nobby und schneehase gefällt das.
  6. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Lockdown, Tag 83 und das Fortführen dieses Threads ist beinahe so etwas wie ein liebgewonnenes Ritual geworden.
    Ich freue mich, wenn ich wenigstens für kurze Zeit, auch andere „reisewillige“ Geister, von der derzeitigen Pay6 – freien Ödnis, zu weit fruchtbareren Oasen in Epochen erotischerer und freizügigerer Lebensweise entführen darf.
    Natürlich ist dies beileibe nicht das Gleiche, als wäre man live und in 3D im wahrhaftigen Paradies der Saunaclublandschaft, wenngleich es doch immer noch besser anmutet, als stetig nur über alles Aktuelle zu meckern und sich doch im Großen und Ganzen damit abfinden zu müssen.

    So tut es doch ohne Frage gut, sich mit Clubbrüdern über die gängigen Medien via Schriftverkehr oder Telefon zu unterhalten, um alte „Kriegsgeschichten“ zu rekapitulieren und sich in einer gewissen Fachsimpelei zu üben, wenn denn die heiß glühenden Drähte wieder zu Besuchen in Fleisch und Blut übergehen können.

    Noch immer belustigen mich die Aussagen mancher Politiker(innen), Experten/innen und anderer Lautsprecher, welche meinen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
    So haben einige die vermeintlich einzige Lösungsstrategie, oftmals aber auch solche, welche beim Kampf gegen den Klimawandel, der Sonne erklären möchten, sie möge doch einfach weniger scheinen.

    Und auch zum Thema „Impfen“ soll doch jeder seine eigene Meinung behalten dürfen.
    Ich habe mir eine Aussage angeeignet, welche ich doch für absolut sinnvoll und zielführend erachte:
    Wenn Sie die Impfung nicht mögen, versuchen Sie es mit der Krankheit.

    Tendenziell ist das alles doch recht witzig, wenn es nicht so traurig daher käme.
    Mir liegt nichts daran, die Opfer dieser Pandemie zu verhöhnen, im Gegenteil, aber, es entwickelt teils ein so skurriles Eigenleben, dass man ohne Ironie, Sarkasmus und anderer rhetorischer Figuren kaum noch darauf zu reagieren vermag.
    Paradoxe Konstellationen, ausgelöst durch Menschen, die in ihren Wirkungskreisen doch zunehmend überfordert und fehl platziert erscheinen.
    Mir macht etwas Sorge, dass Herr Scheuer, der zuständige Koordinator für die Prüfung der FFP2 – Maskenpflicht in den Bahnen werden soll.
    Bei diesem Minister für Verkehr, kann man froh sein, wenn daraus nicht ein Millionengrab rechtswidriger Maskenmaut für E-Bike-Fahrer wird, die nicht ausreichend Mindestabstand zu schnee-weißen SUV´s halten.

    Im Endeffekt ist für mich mit einer Schlussäußerung alles gesagt:
    In der Coronakrise macht eben jeder das, was er für richtig hält.
    Die einen opfern sich in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für die Gesellschaft auf, die anderen gehen feiern und rodeln.
    Entscheiden muss das, am Ende, jeder selbst.
    Ich bin sicher niemand, der sich als Engel bezeichnen dürfte und der in seinem früheren Leben auch oft egoistisch und wenig mitfühlend agierte, aber, es muss doch mal jedem klar werden, dass dies hier besser daher kommt, wenn wir alle an einem Strang ziehen.
    Umso eher kehrt DAS, WAS wir ausleben möchten, auch zu einem zurück.

    Und damit genug, vielen Dank für die Aufmerksamkeit im kleinen Prolog zum Anfang.
    _________________________________________________________________________________________________________________________

    Immer noch im FKK Artemis, Oktober 2020, vor etwa 3 Monaten,
    unterer Wellnessbereich, Finnische Sauna, …

    Wie zuletzt oft, sind wir doch meist in einer gewissen Gruppenstärke anwesend, welche, je nach Arbeits – und Zeitsektor, selbstredend auch nach finanzieller Situierung, in ihrer Stückzahl variiert.
    Es ist dabei durchaus interessant, dass sich hier, teils durch Zufall, Charaktere und Menschen zusammenfanden, welche so, in freier „Wildbahn“, wahrscheinlich nie miteinander ins Gespräch gekommen wären.
    Zu dem harten Kern, welcher auch außerhalb des Artemis privat miteinander Kontakt pflegt, kamen auch vier oder fünf Kollegen hinzu, welche ich inzwischen nicht mehr missen möchte.
    Dennoch, wie im Berufs – oder Freizeitsektor, vermag der Zusammenprall so unterschiedlicher Persönlichkeiten auch einmal Reibereien oder Unverständnis untereinander auszulösen, welches, verstärkt durch clubeigene Verhaltensweisen oder Gewohnheiten, auch in muntere Diskussionen mündet.

    Während manche, die sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte Pay6 ein dickes Fell aneigneten, vermögen wiederrum andere Clubfreunde, welche noch ziemlich „neu“ in den heiligen Hallen lustwandeln, doch weitaus anfälliger für „Störgeräusche“ zu erscheinen.
    Hochsensible Charaktere, die die Außenwelt Eins zu Eins mit der des Saunaclubs vergleichen und so eine vollkommen abstruse Waagschale zwischen Damen im Realleben und Clubdienstleisterinnen innerhalb der Gemäuer am Halensee miteinander ausloten.
    Gewichte, welche von gerade erlebten Ereignissen gegeneinander auspendeln und sich zu Gedankenspiralen transformieren, welche weitläufig von einem Besitz ergreifen.

    Clubbruder Toralf bettet seine textile Unterlage auf die zweite Holzreihe.

    „Sie ist so lieb. Sie schaut immer so niedlich. Ich verstehe NICHT, wie jemand mit SO einem Gesicht einen solchen Service machen kann. Wie umgewandelt, … oben. Das kann doch gar nicht sein Jungs ...“ - sinniert er vor sich hin und zieht seine Stirn in tiefe Falten.

    „Du musst dringend davon wegkommen, schon VOR dem Zimmer riesige Erwartungen zu haben, die dann keiner mehr erfüllen kann. Und will. UND, … die blanke Optik sagt noch gar nichts aus!“ - entgegnet Valbus, welcher aufgrund der Naivität des Freundes schon wieder leicht in Entrüstung umkippt.

    „Aber sie kann doch nicht bei SO einem ...“ - ich unterbreche Toralf, der wieder in bekannter Manier seine Platte auflegen möchte.

    „Ja, … dann schau mal in die Kinderkrankenhäuser! Sie sind doch erst drei, vier, fünf oder sechs Jahre alt und so verdammt zuckersüß! Solche Geschöpfe haben einfach keine Tumore, Krebs oder aggressive Bakterien, die sie von innen aus auffressen wie Piranhas. Man sollte sie also am besten mit Sonnenschein und Kuscheltieren heilen! Toralf, dass ist NICHT die Realität! Und hier gilt auch nicht zwangsläufig dass, was man eigentlich so gar nicht begreifen möchte.. Dein sensibles Gemüt schaufelt direkt an den Bahngleisen dein Pay6 – Grab.“ - führe ich aus.

    Er blickt in unsere Richtung.

    „Es ist doch so!“ - pflichtet Petronius genervt bei und schüttelt den Kopf.

    Der Angesprochene nickt kurz, ergreift sein Handtuch und verlässt die finnische Schwitzstube.
    Wir rücken ein Stück auseinander, ehe Valbus, in Saunameister – Pose, eine Kelle Eucalyptus – Aufguss über die erhitzten Steine tröpfelt.
    Propellerartig verteilt er die nun aufsteigende Hitze im Heißbadekomplex, kehrt zu seinem Platze zurück und setzt sich unter Ausruf einer wohligen Verlautbarung auf das bereits auf ihn wartende Stoffstück.

    „Mensch, da könnte ich aus meiner Pelle fahren! Man muss dem Burschen doch mal die Augen öffnen ...“ - ergreift Petronius wieder das Wort - „Nicht alle Stürme wollen einem schaden, manche räumen auch nur den Weg frei. Mit sanften Worten dringt man doch da gar nicht mehr durch. Wie Alice im Wunderland, die hier durch spaziert – in einer komplett eigenen Wahrnehmung.“

    „Schon. Hast Recht.“ - meint Valbus kurz.

    „In der Tat.“ - pflichte ich bei.

    „Aber, …“ - ergreift Valbus wieder das Wort - „Immer noch besser, als so ein launischer und zynischer Mistkerl wie du zu sein Pharao ...“ - richtet er an mich und bricht in schallendes Gelächter aus.

    „Auf die Dauer nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.“ - kontere ich und lächle nur müde aufgrund der mir bereits vertrauten kleinen Sticheleien im Freundeskreis.

    „Jungs, es gibt zwei Dinge, wenn ich mal dazwischen funken darf, denn dass hier, … dass schreit ja fast nach einem Themenwechsel. Genau, … zwei Dinge ...“ - spricht nun Aurelius - „... die ich an der Sauna wirklich hasse: Punkt eins, Perverse, so wie du Valbus, die nur zum Spannen kommen. Und Punkt zwei, dass keine geilen Frauen da sind!“ - finalisiert er seine Pointe und Petronius wiehert in sein Handtuch.

    Ein paar Sekunden später …

    Nach und nach wandern ein paar Damen vorbei, schenken uns einen kleinen Blick und flanieren anschließend weiter.
    Trotz der frühen Stunde, hat Masseur Thomas genügend Arbeit und auch die Stunde darauf ist bereits verbucht.
    Ein stämmiger Bursche, der ein bisschen verlebt daher kommt, betritt „unser“ Saunarium, grüßt brummbärig und lässt sich auf der untersten Stufe nieder.
    Nach gefühlten elf Sekunden – und einem schwer zu definierenden Schüttelanfall, als wolle er uns zusammen brechen, erhebt er sich schlagartig und eilt nach außen.
    Verwundert bleiben wir zurück, ehe sich Aurel, der am nächsten an der Tür sitzt, kurz hinaus begibt, um zu schauen, ob mit dem Gast alles in Ordnung ist.

    Fünf Sekunden später, kehrt er zurück und lässt sich vorsichtig aufs Holz sinken.

    „Und?“ - frage ich interessiert.

    „Wäscht sich zufrieden den Pelz. Steht stabil. Vielleicht einfach kein Sohn der Wüste.“ - resümiert er.

    Wir trotzen der Hitze und führen unsere Unterhaltung fort.

    „Worte haben eine Menge Macht Freunde.“ - meint Aurel - „...und man hat auch eine Verantwortung damit umzugehen. Manche sind nun mal ein bisschen sentimentaler als andere.“

    „Manchmal könnte ich Toralf im Außenbecken ersäufen …“ - brummt Petronius.

    „Wisst ihr eigentlich, dass die beiden häufigsten Motive für Mord Geld und Liebe sind?“ - fragt Valbus.

    „Hm, sind wir da hier drin nun besonders sicher oder besonders gefährdet?“ - werfe ich ein und alle vermögen darauf nicht direkt eine Antwort zu finden.

    26 Sekunden später …

    „Erzähl lieber mal von deiner letzten Eroberung Aurel!“ - äußert Petronius.

    „Diana?“ - kontert er und streckt sein rechtes Bein aus, welches im Kniegelenk geräuschvoll knackt.

    „Ja.“

    „Die tschechische Polin, … oder die polnische Tschechin?“ - mischt sich Valbus ein.

    „Sie dürfte Tschechien ihre Heimat nennen.“ - antwortet Aurel.

    „Und? Eigentlich doch gar nicht dein Metier, Prag liegt ja nicht unbedingt neben Santa Domingo. Und das Mädchen sieht auch nicht aus, als hätte sie den Großteil ihres Leben in San Cristóbal auf der Hängematte verbracht. Wie kommt es?“ - frage ich neugierig.

    „Warst du mal mit ihr Pharao?“ - wirft Petronius kurz ein.

    Ich? Nein. Nein.“ - artikuliere ich und nicke Aurel entgegen, welcher gerade mit Sprechen ansetzen wollte.

    Unsere Augen mustern ihn, er hustet in sein Handtuch und ergreift das Wort.

    „Dit war ein komisches Ding. Ich lag im September am Gewässer draußen, dort, wo ihr auch immer liegt und dann kam sie an. Erst Maja, die Magyarin, dann Virginia und als Dritte Diana. Sie war nett, wir haben ein bisschen gequatscht, sie ist ja eher natürlich und hat mich irgendwie an was erinnert. So habe ich es eben mal versucht, nachdem sie mich dann bei jedem Besuch neu gefragt hat, ob wir nicht mal nach oben wollen. Sie kennt ja meine Vorliebe für Exotinnen nicht. Schöner Platz übrigens, dort am Pool, da scheint ja eine unkomplizierte Kontaktaufnahme möglich.“ - führt er aus.

    „Ja, … was am Pool passiert, bleibt am Pool.“ - ich muss ungewollt lachen, aufgrund des von mir angestrebten bekannten Vergleichssatzes zur Glitzermetropole Vegas.

    „War in Ordnung, … sehr reinlich, Mundspülung und so. Kann mich nicht beschweren.“ - beendet er seinen Monolog.

    Die Wärme fordert ihren Tribut und wir trollen uns langsamen Schrittes nach draußen.
    Rückblickend, so fällt mir gerade ein, war dies mein letzter Saunabesuch innerhalb des Artemis, bevor ich, wie bekannt, meinen Sturz „absolvierte“.
    Was würde ich dafür geben, jetzt, in diesem Moment, die gläserne Pforte zu durchtreten, während sich Heimeligkeit und Hitze meines Leibes bemächtigen.

    Hausmeister Klaus dreht seine Runde, grüßt nickend und verschwindet im Technikraum, als wir, nach unserer Schwitzrunde, frisch geduscht, an der Bar um ein Getränk bitten, ehe wir, auch den geltenden Auflagen wegen, unseren Drink auf der Couch einnehmen.

    Hintere Couch, unterer Wellnessbereich …

    Die Kollegen streifen sich die Masken vom Gesicht, als kämen sie von einer mehrstündigen Herzoperation.
    Es ist interessant, zu beobachten, wie sich doch eigentlich alle an die Vorlagen der Gesundheitsämter und Behörden halten.
    Nur ganz selten – und dann meist aus blanker Schusselei, muss ein Kollege seitens des Personals auf das Tragen der Mund – Nasen – Bedeckung hingewiesen werden, sodass wir uns stetig sicher und gut aufgehoben fühlen.

    Das Artemis wurde, im Fortgang der Zeit, zu unser aller zweiten Wohnzimmer und es war komisch, zu spüren, dass unsere Anwesenheit hier auch wieder nur auf Zeit begrenzt ist.
    Schon damals, in der frühen Mitte des Oktober, war abzusehen, dass wir den November in dieser Runde, auf diesem Sofa, so, nicht erleben würden.
    Man versuchte, noch möglichst „viel“ mitzunehmen, Eindrücke zu sammeln und positive Erlebnisse zu bündeln.
    Zwangsläufig buchten Clubfreunde öfter, als sie es bei Normalbetrieb getan hätten, mit der „Begründung“, dass ja später ohnehin keine Gelegenheit mehr wäre.

    Ich selbst bin kein Freund dessen, etwas, was einem für längere Zeit fehlt, binnen kurzer Zeit in akuter Extremität zu vereinnahmen, wenngleich auch ich die Abend – und Nachtstunden zumeist in einer der Liebesgöttin geweihten Räumlichkeit verlebte.

    Die Kollegen, welche aus allen nur erdenklichen Bundesländern in die deutsche Hauptstadt einreisen, palavern und mutmaßen über den eventuellen Re – Opening – Termin nach der so genannten zweiten Corona – Welle und man fachsimpelte, dass man wohl eventuell im Dezember wieder zurück kehren könne.
    Ein Trugschluss, wie sich schnell heraus stellte und damit zurück auf die bequemen, roten Sofas.

    Es herrscht weniger Durchlauf seitens der Clubdamen, nur „bekannte“ Wellness – Beobachterinnen wie Raisa und Tatjana „wagen“ eine Ehrenrunde im unteren Geschoss, verharren am Geländer beim Masseur, lassen ihren Blick schweifen und kehren um.
    Clubfreund Bobbinus erspäht Alpenlady Mandy, welche ich noch als „Danielle“ kenne und mit welcher ich vor gefühlt 10 Jahren ein schönes Zimmer zelebrierte.
    So auch mit ihren österreichischen Landsfrauen Daniela und Danni, vor allem aber mit Lulu, welche optisch wirklich makellos daher kam.

    Bobbinus und Mandy werden sich einig, bedecken ihr Gesicht und trollen sich bester Laune gen Vergnügungssektor.

    Um uns die Beine zu vertreten, schlendern wir nach draußen, entlang der arabischen Gasse in Richtung Pool und ich überlege, wie ich trotz so vielzähliger Nächte, doch nur zweimal die Gefilde eines Außenzimmers betrat.
    Einmal, im Schlepptau von Spanierin Milly, genauer gesagt aus Katalonien, sodass schnell ein gemeinsamer Bezugspunkt zum FC Barcelona gefunden wurde.
    Dort, so erinnere ich mich gut, wurde zweimal die Tür recht unsanft geöffnet, weil, warum auch immer, irgendwelche Kollegen einen Blick ins Innenleben dieser Gemäuer werfen wollten und einmal eine Dame samt Gast plötzlich im Türrahmen verharrte.
    „Versuch“ Numero „dos“ war mit Engelchen Judy, mangels freier Alternative im Obergeschoss, wo alles schön war.

    Ein sehr guter Clubbruder lobpreiste dort auch die Möglichkeit eines erotischen Vorspiels via Dusche, da man dort, wo auch immer, doch recht ungestört agieren konnte.
    So sehr ich das Obergeschoss via Zimmernummern inzwischen erschlossen und innerlich kartografiert habe, so sehr mangelt es mir doch an „Erfahrungen“ in der lüsternen Gasse.
    Irgendwie logisch und effizient, da es doch, in meinem „Jagdgebiet“, am Eingang der Clublounge, doch einfach näher liegt, die Treppen zu erklimmen, als sich nach draußen an die frische Luft zu begeben.

    Kollege Petronius erzählt von seinen Erlebnissen, welche er, vor allem im Hochsommer, in den Räumlichkeiten in Außenpool – Nähe erleben durfte und wie er dort, wohlig und vergnügt, vor allem mit Emilia und Fabienne seine Lebensfreude praktizierte.

    Wir stehen am Whirlpool, welcher von Flatterband, wie ein Tatort, versperrt wurde und blicken auf ein paar Blätter, welche auf der Wasseroberfläche treiben.
    Ein paar Sequenzen schießen wie Blitze vor mein geistiges Auge, wie man da, heiter und dem Dasein zugewandt, lachend, zwischen den Blubberblasen scherzte und ich muss an Tschechin Shiva denken, welche, im Element des Wassers, so manchen Clubgast bereits in frühen Stunden erlegte.

    Eine angenehme Brise umschmeichelt unsere Nasen und treibt den schwarz – weißen Ball, welcher mitten auf dem Weg ruhte, in Richtung Pool.
    Es wird einem schmerzlich klar, dass wir die Sommersaison verpasst haben, wenngleich man doch, vor allem im September, bezüglich der Sonne, mehr als nur begünstigt wurde.
    Ein bekannter Clubfreund sitzt in der großen Schwitzstube, winkt eifrig und gestikuliert uns, wir mögen doch dazu stoßen.

    Petronius ist unentschlossen, vermag er doch seine Nachmittage lieber im Kontaktraum zu verleben, um dort, bei möglicher Sichtung einer interessanten Gespielin, seinen Auftakt zu geben.
    So driften wir auseinander, wie tektonische Platten und ich folge ihm gen Eingeweide des Artemis, um meine Lust auf einen guten Espresso zu befriedigen.

    Ein Entschluss, welcher sich schon gleich als richtig heraus stellen sollte …

    Fortsetzung folgt ...
     
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  7. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Lockdown, Tag 85, für Anhänger des Hexadezimalsystems 00000055 und ich erspare mir heute einen längeren Prolog mangels neuer nennenswerter Entwicklungen.

    Startet gut in die neue Kalenderwoche, ohne Stress, Hektik oder anderweitiger Benachteiligungen und tut euer Bestes, keine statistisch erfasste Neuinfektion zu werden!


    … und damit zurück, anknüpfend, an den letzten Teil …
    … immer noch Oktober im Jahre 2020 …

    Petronius hält eine Zehe ins Wasser, die Temperatur des Pools prüfend, ehe er mir verschmitzt entgegen lugt.
    Wir waren schon öfter in wirklich kalten Gewässern und das angenehm erwärmte Becken ist eine Wohltat für Geist und Körper, wenngleich wir doch eigentlich ins Innere des Artemis begehrten.

    So ziehen wir doch eine Bahn, uns den Blicken der Clubfreunde gewiss, welche hinter der gläsernen Scheibe in der Panoramasauna verweilen und aussehen, als wären sie eine vom Aussterben bedrohte Echsenart, welche in diesem Terrarium ihre neue Behausung fand.
    Mit Sicherheit dürften sie genau darüber philosophieren, dass wir doch eigentlich in Richtung Clublounge wollten und uns unter dieser Begründung von der Kohorte abgespalten hatten.

    Im Pool

    Auf dem Grund stehend, die Arme wie Adlerschwingen gespreizt, verharren wir am Beckenrand und verfallen in ein munteres Gespräch.
    Petronius, welcher auch schon lange im Artemis als Stammgast seine Runden dreht, intensivierte in den Monaten September und Oktober seine Besuchsdichte und war quasi mein steter Begleiter, mit welchem ich mich immer vorab auf dem Parkplatz traf.

    „Weißt du Pharao, ich habe mich entschieden, lieber zu leben, als immer nur Erwartungen zu erfüllen...“ - sinniert er und zieht einen Schwall Wasser gen eigene Brust.

    Ich blicke zu ihm und möchte gerade etwas antworten, als er erneut um Gehör bittet.

    JETZT ist die Zeit, wo man etwas erleben kann, von dem man später gerne berichtet. Verstehst du mich? Keiner weiß, gerade in dieser Zeit, wie alles weiter geht. Da möchte ich doch jetzt noch dem Vergnügen zusprechen, anstatt zuhause zu sitzen, wartend, dass irgendwelche Wunder vom Himmel fallen.“ - äußert er sachlich und stößt damit auf meine Zustimmung.

    Ein Gast dreht eine Runde ums Gewässer, grüßt nett und entzieht sich unserem Blickfeld gen arabische Gasse.
    Kräftiger Wind erhebt sich und schlägt die Oberfläche des Wassers in kleine Wellen, während immer mehr Wolken den vorhin noch so klaren Himmel verdunkeln.

    Mein Clubfreund blinzelt nach oben, schüttelt kräftig den Kopf und wendet sich anschließend zu mir.

    „Phara … wo bist du denn?“ - stößt er aus.

    Hier! Bin mal eine Runde geschwommen.“ - antworte ich knapp und kehre an den Beckenrand in der Ecke gen Selbstbedienungsanlage für Getränke zurück.

    „Ich bin da nicht so eingestellt wie Valbus Pharao. Ich meckere nicht stetig rum, dass ich „schon wieder“ im Club bin. Ich kriege das in der Birne noch wunderbar verarbeitet. Wir baden, quatschen und irgendwann gönnt man sich eine Zimmerfreude. Ich kann doch nicht immer nur da hängen und so tun, als wäre jeder, der hier herkommt ein psychisches Wrack.“

    „Nein, sicher nicht. Aber irgendwann kommt bei jedem der Punkt, wo er entscheiden muss, ob er die Seite umblättert, oder das Buch schließt.“ - kontere ich ruhig.

    „Ach, … warum draußen den Ärger einer Beziehung, … Kompromisse, Einschränkungen, Vorschriften, lästige Termine, Verpflichtungen, … hier, da gibt es klare Regeln: „Ich geb dir nen Schein, dafür bist du mein!“ Wenigstens auf Zeit und was den Matratzensport angeht.“

    „Ja, keine Frage, aber du kannst es trotzdem nicht vergleichen. Weißt du doch selbst. Gewisse Bedürfnisse werden hier nun mal nicht befriedigt.“ - ich stütze mich auf den Ball und fahre fort - „...also, bevor hier wieder ein Skandal publik gemacht wird, NICHT, … dass ich die hier befriedigt haben wollte.“ - muss ich lachen.

    „Schau mal, ich werde auf Zimmer gestreichelt, alles fein. Balsam für die Seele.“ - sagt er und blickt durchaus ernst.

    Wieder kann ich mich eines heftigen Schmunzelns nicht erwehren.

    Was gibt es da zu lachen?“ - fragt er umgehend.

    „Tendenziell nichts, aber das klingt, als wärst du ein Kaninchen, was mal für zwei Minuten, zwischen Hausaufgaben und Caprisonne aus dem Stall geholt wird, um es gegen die Felllinie zu bürsten. Intimität ist doch etwas grundlegend anderes, als wenn deine neue Lieblingsungarin dir mal über den Steiß pinselt.“

    „Macht sie.“ - schießt es sofort aus ihm heraus - „Viele machen das nicht. Da gibt es nur den Sex. Keinerlei Nähe.“

    „Vielleicht sind diese deepen Gespräche doch noch eine Idee zu früh. Lass uns einen Kaffee trinken gehen, wenn unser Gefieder trocken ist.“ - schlage ich vor.

    „Denkst du, Sheenay könnte da sein?“ - meint er auf einmal ohne „Vorwarnung“.

    „Wie kommst du denn auf Sheenay?“ - agiere ich verblüfft.

    „Musste heute früh dran denken, als ich hergefahren bin. Das war immer mein Stundenplan hier, lang vor Corona: Sheenay, Emilia und Fabienne. Wechselhaft, wie das scheiß Wetter heute.“

    „Ich wüsste nicht mal, wenn ich die Frau das letzte Mal wirklich bewusst gesehen habe.“

    „Und Olga, … Pharao, ich sage dir, dass waren goldene Zeiten.“

    „Ich kann „nur“ mit Ella dienen. Ein absoluter Verlust. Eine fantastische Dame mit einem herausragenden Servicegedanken und einer sehr adretten Erscheinung und Benimmart.“ - artikuliere ich, während wir beide aus den Fluten waten.

    Eine kurze heiße Dusche später …

    Auch die Schwitzgänger, von welchen wir „getrennt“ waren, sind inzwischen wieder Teil unserer Legion.

    „Oben oder unten?“ - fragt Aurel, haucht auf seine Brille und putzt diese mit dem über der Schulter hängenden Handtuch.

    „Du meinst was trinken oder? Mit dieser Frage weckst du direkt alte Erinnerungen.“ - ulkt Valbus.

    Wir „beschließen“, unser Feldlager in der Lounge zu errichten, verzichten auf weitgehende Befestigungen und bevölkern die mittige Couch am Catwalk im Kontaktraum.

    Noch ist alles „friedlich“, fast idyllisch, beinahe schüchtern und ich habe die ruhige Tagesatmosphäre in Pandemiezeiten wirklich zu schätzen gelernt, wenngleich auch die Nachtstunden mit Disco – Feeling weitergehend ihre Reize offenbaren.
    Managerin Katharina flaniert flinken Schrittes hinter die Bar, führt ein Gespräch und huscht eines afrikanischen Geparden gleich in Richtung Gastronomiesektor.

    Eine Dame spricht mich an, ob ich zufällig etwas Kleingeld habe, als ich gerade zu meinem Wertfach aufbrechen möchte.

    „Für den Automaten?“ - mutmaße ich.

    „Nein.“ - äußert sie sogleich erschrocken, als hätte ich sie als pathologische Zockerin bei den anonymen Glücksspielern geoutet. - „Für einen Schokoriegel...“ - ergänzt sie und lächelt niedlich.

    „Einstecken habe ich nichts, aber vielleicht im Spind. Moment bitte.“

    Normalerweise besitze ich wirklich wenig bis überhaupt keine Münzen, habe aber hier „Glück“, da ich Wechselgeld an der ARAL erhalten hatte.
    Ich überreiche ihr den Obolus, den ich „auftreiben“ konnte und nicke ihr freundlich entgegen.

    „Darf ich das nehmen? Dankeschön! Soviel brauch ich gar nicht!“

    „Dann nimmst du dir zwei. Du kannst es vertragen. Oder verschenkst einen Riegel.“

    „Danke! Ich hasse es, wenn außer mir nichts Süßes da ist ...“ - schmunzelt sie und verschwindet in der Umkleide der Damen.

    Zurück auf der Couch …

    „Und? Was aufregendes passiert?“ - werde ich von Petronius empfangen, welcher mir dankenswerter Weise auch einen Espresso bestellt hatte.

    „Ja. Hatte ein schönes Erlebnis für weniger als 6 Euro.“ - scherze ich und erläutere ihm sogleich die „Umstände“, nachdem ich mich für eine Sekunde an seinem fassungslosen Gesicht geweidet hatte.

    „Tatjana gefällt mir.“

    „Das freut mich für dich.“

    „Ich muss heute mal einen Plan machen. Ich hasse Pläne.“ - spricht er leise. - „Victoria, Fabienne, Virginia, … am Abend kommt noch Nana. Wie soll ein guter Christenmensch das nur gestemmt bekommen?“ - er streicht sich über das Kinn.

    „Ich bin überzeugt, du wirst dein Bestes tun. Der Espresso tut gut.“

    „Jaja, wenn das Käffchen dir noch schmeckt – hast du dich nicht angesteckt!“ - reimt er und wechselt sogleich wieder das Thema - „... alles so hübsche und tolle Frauen. Mann, ich wünschte, ich hätte noch andere Reserven. Ich habe ja quasi beim letzten Mal zwei Dates zugesagt ...“

    „... dass musst du dann auch halten, sonst machst du dich unglaubwürdig und brauchst nie mehr so etwas zu äußern. Ein Gebot der Höflichkeit.“ - äußere ich und stelle die leere Tasse auf den Unterteller.

    „Ja, aber wenn ich ein bisschen taktiere ...“

    „Denk dran: Der König liebt den Verrat, nicht den Verräter.“ - lächele ich.

    „Und wenn du ...“

    „Nein. Halt mich da raus. Ich weiß selbst nicht, wie und wann und was ich hier veranstalte. Es ist nun einfach leider so, dass man immer irgendjemanden „enttäuschen“ muss, ...“

    „Priscilla!“ - platzt es aus ihm heraus.

    Kollege Valbus verschüttet beinahe sein Getränk.

    „Was denn mit dir los? Ich hätte fast meine Apfelschorle bis zu ATU über die Autobahn geschüttet!“ - schimpft er.

    „Priscilla habe ich vergessen.“ - sagt Petronius gedämpft und stößt mir seinen Ellenbogen auf den Oberarm. - „Priscilla, … habe ich vergessen.“

    Viele Stunden später … Abend …

    Es ist deutlich voller und aus der gepflegten Herrenhausrunde, welche mit Etikette, Stil und Schweigen ihr Dasein fristete, wurde ein bunt gemischter Haufen verschiedenster Menschenwesen.

    Ein Gast tänzelt zur Musik, mit einem Rhythmus, als wäre er an eine unsichtbare Starkstrombatterie angeschlossen.
    Wirklich, es mutet an, als befänden sich Zitteraale in der Innenseite seines roten Bademantels, welche um ihrer Freiheit Willen jedwede Ladung auf den Körper des Animateurs übertragen.
    Ich schätze eine ausgelassene Stimmung und finde das Credo „Leben und leben lassen“ wirklich realitätsnah, aber, es ist schon ein wenig peinlich, wie man sich so der Öffentlichkeit preisgibt.

    Ein anderer, scheint den Weltrekord im Energytrinken brechen zu wollen, oder späht auf das mögliche Pfand, welches er daraus ergattern könnte.
    Ein greiser Herr nähert sich einer dunkelhäutigen Dame, erstarrt, als hätte ihn Medusa zu Stein verwandelt, bringt kein Wort heraus und trollt sich nach ihrem netten „Hallo“ umgehend.

    Wir sitzen nur einen halben Meter entfernt und müssen aufgrund der Skurrilität postwendend lachen.

    „Habe ich was Falsches gesagt?“ - fragt die Lady lachend in unsere Richtung.

    „Ja, es lag an dir.“ - ulke ich zurück.

    Meg, Elina und ein paar andere Damen haben ein starkes dakisches Lager bezogen.
    Mehrere Gäste werden dort vorstellig, Gelächter brandet auf, es erfolgt aber keine Buchung.
    Ich schwatze kurz mit Lidia, auch mit Gulia und anschließend mit Gabriella, benötige aber nach meinem eineinhalbstündigen Zimmergang eine kleine Erfrischungspause.

    Vieles hat sich geändert, vieles ist aber auch gleich geblieben.
    Nach wie vor ist es mir am liebsten, kommt man ungezwungen und frei ins Gespräch, als wenn einer zielgerichtet auf den anderen zusteuert.
    Sicher, ist dies unausweichlich, da manche Damen schlichtweg wenig bis gar nicht animieren, aber, es ist weitaus einfacher für die Kollegen, welche eine gewisse Schüchternheit doch wie unsichtbare Fesseln auf dem Sofa hält,als wenn diese beinahe „zufällig“ in eine Kommunikation gerieten.

    Ich erinnere mich, vor vielen Jahren, als ein Trupp von mindestens zehn Damen gemeinsam um eine Couch gastierte und wie so, in diesen Pulk, kein Gast seinen Zutritt wagte und erst, nachdem sich die „Gang“ ein wenig verteilte, Buchungen zu Stande kamen.
    Zwar gereicht Zurückhaltung, in diesem Gewerbe, sicher nicht zum eigenen Vorteil, aber, es ist auch nicht so, als könne jeder Clubbruder seine Persönlichkeit bei Ioana am Empfang tauschen.

    Am Geländer …

    „Hey!“ - spricht mich eine dunkelhaarige Lady an, als ich etwas gedankenverloren im Entreebereich der Lounge stehe.

    „Oh, … ja, hallo.“ - kontere ich und kehre ins „Jetzt und Hier“ zurück.

    „Alles in Ordnung?“

    „Besser wär kaum auszuhalten. Danke der Frage.“

    „Du wirkst so nachdenklich.“

    „Ja. Ab und an soll das helfen.“ - lächele ich.

    „Vielleicht kann ich dich ja ein bisschen ablenken. Der Geist muss frei sein, damit sich der Körper erfreuen kann!“ - äußert sie fast poetisch.

    „Wow. Ich bin beeindruckt.“

    Es wäre verlorene Mühe, wollte man den Mond aus dem Wasser fischen.

    Fortsetzung folgt ...
     
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  8. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Lockdown, Tag 93 und wieder eine kleine Rückmeldung von meiner Person.
    Einen entsprechenden Prolog gibt es im nächsten Teil und ich stürze direkt in die Geschehnisse,

    Im Jahre 2019, September ...
    ... Finnische Sauna, Untergeschoss, in den Hallen der Göttin der Jagd ...


    „Morgen Männer!“ - betritt ein uns unbekannter Gast die Schwitzstube und grüßt freundlich.

    Der Kollege dehnt und streckt sich, als würde er gleich titelhungrig zur Leichtathletik – WM um einen Platz auf dem Podium kämpfen.

    „Gefrühstückt ...“ - führt er weiter aus - „Eine Runde durch den großen Raum gelaufen. Ich habe insgesamt elf Kaninchen gezählt.“

    „Ich habe ja schon viele Bezeichnungen vernommen, aber, … die Mädchen des Clubs als „Kaninchen“ zu bezeichnen, halte ich doch für etwas befremdlich.“ - schüttele ich den Kopf und muss dennoch ein bisschen lachen, aufgrund der Lokution dieses Gesellen.

    Eine Minute später …

    „Was hast du eigentlich am Donnerstag noch gemacht, als ich dann oben war? Also ab 19 Uhr? Wie lange bist du geblieben? Wir haben ja noch gar nicht groß gesprochen.“ - frage ich Valbus.

    „Ja Pharao, …“ - er streicht sich über den Kopf - „Ich war da irgendwie ein bisschen phlegmatisch. Eine Angelica hat sich bei mir vorgestellt. Aber es wollte keine richtige Stimmung aufkommen. Fana war ja nicht anwesend. Da habe ich mich in Zurückhaltung geübt. Hab schon 22 Uhr meinen Schlüssel abgegeben. Manchmal ist es auch gut, nicht jedes Mal alles Schwarzpulver zu verschießen.“

    „Ich bitte dich! Tu doch nicht so, als wäre dahinter ein Anfall von tieferer Bedeutung!“ - lache ich - „Du hast dich mit deiner Dorfjugend doch früher an der Bushaltestelle getroffen, in deiner Einöde. Die stand symbolisch bestimmt nicht für eure unterdrückte Sehnsucht nach Aufbruch, Flucht und Ferne. Sie war überdacht und hatte Sitzgelegenheiten. Und du kannst einfach nicht aus deiner Haut, mal eine andere Dame zu buchen.“ - ergänze ich und wende mich ihm zu.

    „Ach Quatsch, neulich habe ich doch erst ...“ - möchte er das Wort ergreifen.

    „Ja. Stimmt. Keine Ahnung, was da los war. Aber sonst bist du ziemlich festgefahren Valbus. In zwei Jahren wirst du in deinem Pflegeheim abends bei der Medikamentenausgabe um einen zusätzlichen Becher Johanniskrautsaft betteln.“ - ulke ich und ziehe ihn ein wenig auf.

    Zwei Minuten später …

    Noch immer trotzen wir der Hitze, als die attraktive Blondine Ghia an uns vorbei zieht.
    Selbst Alita und Xenia vermögen wir zu entdecken, welche sonst doch eher seltener im Bereich des körperlichen Müßiggangs gesichtet wurden.
    Türkin Berna, im Handtuch eingewickelt, huscht an der gläsernen Tür vorbei, ohne einen Blick in das Innenleben zu werfen.
    Ein paar Sekunden später, mit Getränk in der Hand, reaktiviert sie ihre Route und kehrt vermutlich in den Bereich Kraftraum oder Solarium zurück.

    Loira und Amy, zeitlich kurz versetzt, Letztere mit weißem Strumpfhaltegürtel, was durchaus einen Blickfang darstellt, belaufen den pool – nahen Weg, verharren kurz an einer Gruppe Männer, welche etwas unsicher des weiteren Plans um eine Liege versammelt im Raum stehen.
    Erstgenannte hat „Erfolg“, hakt sich bei ihrer Beute unter und entschwindet aus unserem Sichtfeld.

    Ein weiterer guter Clubfreund ist enttäuscht, als sich im Gespräch herausstellt, dass Deutsch – Polin Anna, auf welche er sich sehr gefreut hatte, leider krankheitsbedingt passen musste.
    Es ist immer schwierig, für sich selbst, feste Pläne zu schmieden, da die Erfahrung zeigt, dass meistens doch alles anders kommt, als man noch auf dem Parkplatz für sich beschlossen hatte.
    Clubbruder Numero Tres hingegen, konnte sich den Offerten seiner Auserwählten Nicky, Sandra und Co kaum erwehren und schwebte somit in einer Art „Überangebot“ an reizvollen Verlockungen, welcher er Herr zu werden versuchte.

    Lounge, früher Nachmittag …
    … untere Couchlandschaft … Kontaktraum …


    „Schau mal Pharao!“

    „Ja?“ - äußere ich erstaunt.

    „Er ist vor Kurzem Vater geworden. Er hat den Buben **** genannt.“

    „Verstehe. Wenn er ihn schon so nennt, dann sollte er ihm möglichst früh beibringen, wohlschmeckenden Honigwein aus abgesägten Langochsenhörnern zu trinken und abgelegene Klöster an der normannischen Felsküste zu brandschatzen.“ - äußere ich witzelnd.

    Valeska sitzt an der Bar und ich komme nicht umhin, zu attestieren, dass diese Dame in Puncto Attraktivität und Ausstrahlung in obersten Spähren weilt.

    Petronius ergreift das Wort.

    „Hey Pharao, … frag sie doch, ob sie eine Katze hat. Wer ein Lebewesen trotz Eigenschaften wie Egoismus, offenkundiger Ablehnung, emotionaler Untreue und schlimmster Launen gern hat, der hält es sicher auch mal eine halbe Stunde mit dir aus.“ - frotzelt er und erntet Lacher als Zustimmung.

    Selbst für einen Nachmittag, erlebe ich sicher eines der besten Line – Ups in der jüngeren Vergangenheit.
    An quasi jeder Ecke frohlocken ästhetische Sünden in Gestalt hoch – attraktiver Ladys und es ist schwierig, seine sich überschlagenden Gedanken wieder in eine halbwegs akzeptable Struktur zu pressen.

    Ich komme später ins Gespräch mit Maggie, Finja und Heather, auch mit Jordan, mit der ich wie bereits erwähnt ein tolles Zimmer absolvierte.
    Thaidame Ryon streift mich an der Schulter, grüßt sehr freundlich und entführt nur einen Kaffee später einen meiner Vertrauten gen obere Etage.
    Als dieser wiederkehrt, vermag er kaum seine Kräfte zu bündeln, ehe er wiederum den asiatischen Hoheitsgebieten, diesmal mit Dame Pen, seine wiederholte Aufwartung erweist.

    Es ist wie im Haifischbecken, als schwämme man im Strom des Amazonas, von Piranhas geflutet und hätte ein saftiges Stück Schinken in der Tasche seines Bademantels.
    Augen suchen Blickkontakte, Unterhaltungen entflammen und es entstehen Symbiosen verschiedenster Charaktere und Herkunftsländer.

    Vieles ist fragil, Kollegen, die scheu wie Rehe auf hübsche Damen zusteuern, die Lippen trocken, etwas angespannt, wie das „Objekt der Begierde“ wohl auf die Ansprache reagiert.
    Unstet wie ein Schatten, der nur vom Licht genährt wird und von einem Moment zum anderen an Bedeutungslosigkeit zu verfallen drohte.

    Erkaltete Asche, wo einst warme Feuer brannten, für Clubbrüder, die ihre Stammdamen aus welchen Gründen auch immer nicht mehr beehren konnten und so aufbrachen, neue Ufer zu erkunden.
    Alles, was liebgewonnen und konstant in der Nacht geschah, stand nun wieder auf wackligen Füßen und man musste vorsichtig ausloten, wie die „neue“ Dame tickt und ob sie denn den Wünschen und persönlichen Vorlieben im Liebesspiel überhaupt wohlwollend gegenüber treten würde.

    Neue Allianzen schlossen sich, Akquisen schlugen fehl und letztendlich musste der ein oder andere nach dem Zimmergang wohl einsehen, dass dies nicht die berühmte Chemie beinhaltete, welche man sich doch insgeheim erhofft hatte.

    Ich scrolle durch meine Gedanken und lasse das Clubleben auf mich wirken.
    Es pulsiert und man befindet sich inmitten einer Welt, über welche man wohl eine mit Höchstquoten frequentierte Serie auf dem Bezahlsender SKY in Auftrag geben könnte.

    Wahre Liebe vs. „Ware“ Liebe.

    Erotik und Leidenschaft auf Zeit, Emotionen, die auf Knopfdruck geweckt werden und ebenso schnell abflachen, so, als hätte man die Stromzufuhr nur beiläufig gekappt.

    Ab und an ist ein und derselbe Mensch nun mal Segen und Fluch zugleich, Problem und Lösung in einem und auch die Gefilde des Pay6 streuen über so belanglose Problemchen wie man sie im realen Alltag findet.
    Man lebt in einer Zeit, wo Tugenden und kluge Lebensratschläge oftmals nur Tattoos sind, oder in beiläufigen, höchst oberflächlichen Gesprächen in Schwitzstuben miteinander geteilt werden.

    Vielleicht ist die Einfachheit des Ganzen auch das Grandiose an sich, „hier“, in diesem Sektor, nur eine Rolle spielen zu können.
    Eine Bühne, die kaum Fragen stellt und man sich selbst entschließen kann, in welcher Authentizität man den Brettern der Welt in diesem Paralleluniversum beiwohnt.
    Ich selbst halte davon wenig und würde mir auf die Fahne schreiben wollen, mich innerhalb des Artemis genauso zu verhalten als wäre ich außerhalb der Öffnungszeiten in meinem zivilen Dasein.

    Raluka bestellt einen Kaffee, drängt dicht an mich und hat ein makelloses Gesicht.
    Auf der imaginären „Liste“, welche Nicht - „Buchungen“ ich bereue, wird sie wohl für eine gefühlte Ewigkeit den Platz an der Sonne tragen.
    Ebenso wie Leyla, welche links von mir, nur zwei Barhocker weiter, im Gespräch mit einer weiteren attraktiven Dame vertieft ist.

    „Hey!“ - es schüttelt an meinem Bademantel.

    „Was?“ - schrecke ich ein wenig hoch.

    „Wir sind im Paradies!“ - strahlt Petronius und weitet seine Arme. - „Schau dich um! Ich kriege gleich einen Schlaganfall!“ - ulkt er.

    „Ja. Es ist sensationell.“ - lächele ich.

    „Warum sitzt du hier an der Bar?“ - fragt er mich.

    „Mir gefällt es hier.“

    „Verdammt! Wäre ich nur früher wieder mit hier her gekommen!“ - äußert er zähneknirschend.

    „Verzeih dir für die Zeit, alter Freund, wo du deinen eigenen Wert vergessen hattest.“ - artikuliere ich schmunzelnd.

    „Ja, hätte ich dir mal zugehört. Hier fängt man ja an wieder zu leben.“

    „Richtig, man hört oft nicht zu um zu verstehen. Nur um zu antworten. Das ist schon ein bedeutender Unterschied.“

    Fortsetzung folgt ...
     
  9. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Lockdown, Tag 100 und wir entern somit die Dreistelligkeit an Tagen meiner Abwesenheit von den Gefilden der Jagdgöttin Artemis im Tempel zu Halensee in der deutschen Hauptstadt Berlin.

    … einhundert Tage …


    „Ich lese viel, erlerne neue, exotische Sprachen, höre klassische Musik, koche gern gesund, frisch und vor allem kreativ, treibe ein wenig Sport und lasse mich von diesem dreckigen Virus nicht an die Couch fesseln.“

    Die Wahrheit jedoch, zumindest oftmals:

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    In Gänze betrachtet, darf man jedoch durchaus attestieren, dass es tendenziell ein Licht am Ende des Tunnels gibt und die Gesamtlage in eine richtige Richtung pendelt.
    Ich hoffe, dass der Großteil der Durststrecke überstanden ist und nach und nach ein paar Lockerungen eintreten, welche einem zumindest wieder das Gefühl vermitteln, eine Art von lebenswertem Dasein zu führen.
    Bei stetig sinkender Inzidenz, werden auch die Entscheidungsträger irgendwann nicht mehr umhin kommen, den so oft geächteten Flügel Pay6 wieder zu reanimieren und unser Comeback somit zu verlautbaren.

    Bis dahin, wünsche ich allen interessierten Leserinnen und Lesern, allen Damen der hiesigen Clublandschaft, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie selbstredend dem gesamten Kollegium eine weiterhin gesunde und zuversichtliche Zeit, auf dass kein(e) Einzige(r) eine statistisch erfasste Neuinfektion des RKI wird und wir uns in hoffentlich nicht allzu ferner Zeit in alter Frische wieder begegnen.
    ______________________________________________________________________________________________________________________________

    Oktober 2020, … Club – Lounge …

    Das Gefühl, angekommen zu sein, eine Verwurzelung zu erfahren, ein Zuhause für Geist, Gedanken und Emotionen.
    Ein Ort, wo Schwächen geduldet sind und Fehler gestattet.

    Das ist das, was fehlt.
    Zumindest, … nach Aussage der Clubfreunde, welche wieder einmal über das Für und Wieder eines Lebensstiles diskutieren, welchen wir uns,
    in unterschiedlicher Intensität, bemächtigt hatten.

    „Klar Pharao, … da hast du Recht, … aber, … wenn alle von der Brücke springen, springst du dann auch?“ - meint Petronius ernst und lässt seinen Blick einmal über den Hauptraum schweifen.

    Nein. Dann wären 99% meiner Probleme ja gelöst.“ - kontere ich kurz und erhebe mich.

    Ich richte meinen Bademantel und rücke den schwarzen Hocker, welchen ich vom Nebentisch „gestohlen“ hatte, wieder an seinen ursprünglich vorgesehenen Platz neben dem Rundbett auf der club – eigenen Empore.

    „Wenn du von einem Alptraum nicht aufwachen kannst, Aurel, dann scheint es das echte Leben zu sein ...“ - philosophiere ich lächelnd und schlage dem Clubfreund, welcher sich ebenfalls erhoben hatte, kameradschaftlich auf die Schulter.

    Kollege Herrmann raucht vergnügt seine Zigarette, schmunzelt kurz, während Petronius sein zitronen – lastiges Kaltgetränk beinahe geleert hat.

    „Und irgendwann ändern sich nicht die Dinge an sich, aber die Bedeutung, die wir ihnen geben. Statt ständig daran zu denken, dass hier bald wieder die Lichter wegen dieser verfickten Pandemie ausgehen, sollten wir lieber versuchen, jetzt das Beste daraus zu machen.“ - führe ich fort.

    Der Clubbruder Petronius steht nun neben mir, während sich Aurel auf den frei gewordenen Platz wuchtet.

    „Weißt du noch, vor einem Jahr etwa, 2019, … kein Mensch hätte gedacht, dass wir einmal hier stehen, mit Masken vor dem Gesicht, alles viel steriler, … unglaublich.“ - äußert er nachdenklich.

    Und damit noch einmal ein Jahr zurück, 2019, … ebenfalls auf der Empore …

    Es ist Samstag und laute Musik durch – schallt das Gemäuer.
    Rumänin Alexia war gerade bei uns vorstellig, fand aber keine Beute und stieg die wenigen Stufen wieder hinab in die Clublounge.
    Ghia, Anna und Jessie haben einen Pulk gebildet, an der gläsernen Vitrine, wo sie öfters zu finden waren.

    Am Geländer unter uns, steht eine großzügige Auswahl an Damenhandtaschen, mit denen man hätte jederzeit eine kleine Boutique eröffnen können.
    Unzählige Becher mit Strohhalmen, Zigarettenschachteln und Feuerzeuge lagern auf dem Tresen in der Einflugschneise und mehrere Ladys haben sich strategisch günstig an dieser Stelle positioniert.
    Thaidame Rion grüßt freundlich einen meiner Mitstreiter, auch Samantha, welche kurz stoppte, ehe sie in der Masse der Damen und Gäste im hinteren Bereich des Kontaktraumes verschwimmt.

    „Und jetzt?“ - fragt mich Petronius ausgelassen und erwartet meine Antwort.

    Es hilft oft ungemein, sich diese drei Fragen zu stellen:

    WILL ich das?
    Will ICH das?
    Will ich DAS?

    Wir entscheiden uns gegen eine weitere Wellness – oder Saunaanwendung und verharren im oberen Quadranten.
    Eine Dame, mit welcher er des Letzteren zumeist auf dem Zimmer weilte, meldet eine Begehrlichkeit und stellt sich wiederholt bei ihm vor.
    Da es beinahe selbstverständlich war, dass beide, bei gemeinsamer Anwesenheit, eine Buchung zelebrierten, schien dieses Mal alles etwas aus den Fugen zu geraten.

    „Mensch Pharao, … ich war wirklich froh, als ich sie damals gefunden hatte. Alles hat gestimmt, aber die Luft ist irgendwie ein bisschen raus.“

    „Ja. Trennen ist immer leichter als Zusammenführen. Um etwas zu beenden, reicht schon der Entschluss einer einzigen Person. Sag ihr doch charmant, dass du es ganz gut finden würdest, wenn ihr erst einmal eine kleine Pause einlegt, um die Spannung aufeinander aufrecht zu erhalten.“ - schlage ich vor.

    Es ist seltsam, wie wenig ein Mensch manchmal braucht, um glücklich zu sein und noch seltsamer, dass einem gerade das Wenige fehlt.
    Wir Menschen sind wankelmütige Kreaturen und unterliegen oft nicht immer rational getroffenen Entscheidungen.

    Es ist etwa 20 Uhr und mein bereits vorab geplantes Date erscheint überpünktlich am Geländer.
    Ich bin des Öfteren oben auf Zimmer, aber, 2019, hätte man zurecht einen Love – Room nach mir benennen können.
    Keine Ahnung, ob man dies als einen gesunden Lebensstil bezeichnen möchte, jedoch, verbinde ich noch heute, etwa 18 Monate später, eine große Flut an positiv gelagerten Emotionen damit und muss stetig schmunzeln, wenn ich an all das denke, was ich dort erleben durfte.
    Wenn man länger auf Zimmer bleibt, so bedarf es schon einer gewissen Kreativität, um keine Langeweile zu entfachen und immerzu neue Reizpunkte zu setzen.

    Vorher, hatte ich, an der Bar, eine attraktive Dame erspäht, welche ich gern kennengelernt hätte.
    Ich steuerte auf sie zu, bestellte neben ihr ein Getränk und wurde bereits nach der Äußerung meines Wunsches in Richtung der Bardame von ihr angesprochen.
    Sie lächelt freundlich, echt, nicht dieser automatisierte „Hollywood-Smile“, welcher wie auf Knopfdruck vom Lethargie in den Geschäftsmodus wechselt.

    Ihr Name ist Vanity, sie weist eine kakao – braune Haut auf und verfügt über lange blonde Haare.
    Sie ist großflächig tätowiert und von schlanker Gestalt, spricht „aber“ perfekt deutsch und ist auch in Gänze von sympathischer Natur.
    Es stellt sich heraus, dass sie nigerianische Wurzeln hat und lange Zeit in Spanien lebte, sodass ihr spanisch entsprechend nahezu perfekt war und ich mit meinen bescheidenen Sprachkenntnissen aus dem Lande des FC Barcelona nicht lange mithalten konnte.
    Ein paar Tage später, absolvierte ich ein Zimmer und war ziemlich zufrieden, wenngleich ich, verwöhnt durch meine Overnightbuchungen mit dem Geschenk der Venus, inzwischen einen Maßstab der Championsleague verinnerlicht hatte, welcher ohne Zweifel als Vergleich vollkommen unfair gewesen wäre.

    So führt man stetig einen „Kampf“ der Erwartungen und Rihanna – Double Valeska wurde für sehr lange Zeit meine letzte „neue“ Dame, welche ich nach oben bat, da ich merkte, dass mir nichts fehlte und die Intensität mit meinem Stammdate nebst Reiz und Abwechslung selbst mit einer Person doch einfach in anderen Sphären weilte und ich nicht gewillt war, diesen Planeten zu verlassen.

    Zurück in den Oktober 2020 …

    Meine Clubfreunde belagern die Gruppe um Fabienne und Victoria, ehe sich Dates gefunden haben und unsere Sollstärke von sechs Kollegen auf drei schmilzt.

    Mein lädierter Arm hackt wie ein Sprecht auf eine Baumrinde und ich bin in Versuchung, eine Schmerztablette zu schlucken.
    Rumänin Elli, mit welcher ich eine angenehme und service – orientierte Buchung zelebrieren durfte, huscht vorbei, wieder mit einer Frisur, welche an die Abenteuer der Pippi Langstrumpf erinnert.

    Ich sichte zum ersten Mal bewusst die Dame Madlein, oder auch Madlen, Madeleine, man mag mir die korrekte Schreibweise ihres Namens verzeihen und einer meiner Begleiter vermeldet erhöhtes Interesse. Er pirscht sich an, kontaktiert sie, wechselt ein paar Worte und kehrt alsbald in unsere Runde zurück.
    Es ist ihm nicht genau zu entlocken, woran es schlussendlich scheiterte, aber er, der ruhigere und devotere Damen bevorzugt, dürfte hier doch wohl eher auf eine selbstbewusste Lady getroffen sein.

    Ferner erspähe ich Samira, wir tauschen ein paar Nettigkeiten und ich werde an ihre namentlichen Vorgängerinnen erinnert, vor allem an Samira „1“,
    die junge türkische Dame, welche auf Zimmer wahre Orgien präsentierte.
    Mein Clubfreund Toralf sollte in der Stille der Nacht, fast exakt zur Geisterstunde, mit ihr ein Erlebnis haben, wie er uns später erzählte.

    Es ist immer noch, trotz Corona, ein sehr interessantes Potpourri verschiedenster Nationalitäten seitens der weiblichen Gäste und ich möchte behaupten, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.
    Petronius wartet auf deine Dame, welche aber heute anscheinend ihr verdientes „frei“ feiert.
    Ein Sandkorn an Hoffnung wird von einem Meer aus Realität geflutet, als es bereits nach 22 Uhr anmutet und somit ihre Abwesenheit bestätigt wird.

    Sei kein Mörder deine Fantasie, sondern entfessele sie und stelle dich auf neue Situationen ein.
    Nachdem er eine Minute brauchte, um sacken zu lassen, dass es heute nichts mehr mit seinem Wunschdate würde, kehrt auf er den Boden der Tatsachen zurück und blickt sich im Kontaktraum um.

    Es ist die Wiedergeburt einer besseren Laune und wie immer bestätigt sich die alte Weisheit, dass man vorab niemals einen festen Plan machen sollte, außer, man hat diesen bereits in Sack und Tüten gesichert im Safe liegen.

    Fortsetzung folgt ...
     
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  10. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Ende September im Jahre 2019, … Mittwoch zu Donnerstag ...
    Auf Zimmer in Richtung Bahndamm … irgendwann, mitten in der Nacht, vielleicht gegen 1. 57 Uhr, …

    Die Heizung pocht, als säße ein Dämon darin, welcher uns langsam in den Wahnsinn treiben möchte.
    Die durch Künstlerhand gezeichneten Rosen auf der Wand im Love – Room gegenüber des Liebesnestes stehen in einem romantisch – skurrilem Kontrast zu unser beider Dasein.

    „Im Ernst. Stört dich das nicht?“ - frage ich und drehe meinen Kopf in ihre Richtung.

    „Klar tut es das.“ - antwortet sie mir knapp und streicht durch ihre langen Haare.

    „Aber du lebst damit, als wäre es eine Katze.“

    „Was soll ich machen Pharao? Ich bin kein Monitor, … Monteur mein ich, du weißt schon!“

    „Das macht mich wahnsinnig! Seit 45 Minuten klopft diese Heizung, nicht mal rhythmisch, immer, … wenn man denkt, … es ist vorbei, fängt es wieder an! Du flippst bei jeder Scheiße aus, aber hier, hier bist du friedfertig wie die uneheliche Tochter von Mahatma Gandhi und Mutter Teresa!“

    „Ich will nicht umziehen. Wir haben uns hier eingerichtet. Schau, überall Zeugs.“

    „Das klingt, als kämen wir hier nie wieder raus. Lass uns doch ein Zimmer weiter vorgehen. Gen Norden Sonnenschein.“ - führe ich aus und gestikuliere himmelsrichtungszeigend.

    „Da ist es vielleicht genauso. Nein, das ist UNSER Zimmer.“ - lacht sie.

    „Ja. Die 17 war auch „unser“ Zimmer, bis es da drin unheimlicher wurde als auf einem Nonnenfriedhof. Wenn ich mir das noch bis halb 5 anhöre, kannst du mich danach in die Irrenanstalt bringen.“

    „Da gehörst du auch hin.“ - kontert sie und verschluckt sich fast an ihrem Kaltgetränk.

    Eine Minute darauf …

    „Ich weiß. Sag nichts. Ich mach die Heizung jetzt aus.“ - artikuliert sie und stolziert von der Spielwiese.

    Fünf Sekunden darauf …

    „Du hast doch schon ausgemacht!“

    „Ja. Diese sagenhafte Idee hatte ich auch schon. Als du im Bad warst.“ - reagiere ich.

    „Warum lässt du mich da dorthin gehen?“

    „Du tust, als wärst du über die Alpen gelaufen! … Wenn du schon dort bist, kannst du mir bitte einen Kaugummi aus meinem Bademantel geben?“

    „Klar.“

    Sie schnappt sich meinen letzten Bubblegum und lässt diesen in den Papierkorb fallen.

    „Oh. Tut mir leid Schatzilein.“

    „Du bist wirklich abgrundtief böse. Er hat dir nichts getan.“

    Ich robbe ein Stück nach vorn.

    „Du willst doch nicht etwa ...“

    „Nein. Ich will nachschauen, ob ich noch einen einstecken habe. Mein Mund ist total trocken. Und – erinnere mich daran, dass ich dich nie wieder um etwas bitte!“

    „Gerne.“

    Eine erotische Stunde später ...

    „Gut. Du hast Recht. Ich sehe es ein, ich will deine Sprache besser verstehen. Du wirst meine Lehrerin.“ - sage ich und richte mich aus der liegenden Position schmunzelnd auf.

    „Meine Sprache ist aber schwer.“ - kontert sie und nippt an dem Kaltgetränk, welches bis an den Rand mit Eiswürfeln befüllt ist.

    „Ich mag Herausforderungen. Außerdem, … du hast auch Deutsch gelernt.“

    „Ich bin ja schon länger hier. Du denkst, das geht in ein paar Stunden. Aber okay.“

    „Also. Von Anfang an: Ich komme in einen Raum rein, sehe dich, laufe zu dir und möchte dich begrüßen. Was sage ich am besten?“

    „Hy.“ - äußert sie und muss lachen.

    „Super. Tolle erste Stunde. Das reicht für heute, ich möchte schließlich nicht überfordert werden.“

    Drei Minuten in der Zeit ...

    „Sag!“

    „Nein.“ - antworte ich und schnappe mir ein Kissen.

    „Erkläre es mir.“

    „Ich könnte es erklären, aber danach müsste ich dich töten.“

    „Weil es SO geheim ist? Wuuuh.“- fragt sie und macht ein verschwörerisches Geräusch.

    „Weil du es nicht kapieren wirst und mich das AUFREGT!“

    „Ich bin schlauer als du denkst.“

    „Das weiß ich. Du bist nicht nur heißer als die verdammte Hölle, du bist auch noch intelligent. Das ist gefährlich.“

    „Ja.“ - sie touchiert meine Hand - „Mal was anderes. Die hat mir auch erzählt, dass, du weißt schon, Zwillinge bekommen soll.“

    „Krass. Und wann?“

    „Gestern. Am Handy.“

    „Ich meine ...“ - beginne ich kopfschüttelnd, sie lacht lauthals und auch ich gebe mich geschlagen. - " Ich gehe mal duschen.“

    Das obere Herrenbadezimmer ist verwaist und ich nehme eine wohltuende Dusche.
    Es herrscht wie stets ein schmaler Grat zwischen polarer Eiskälte und dem lebendigen Abkochen seiner selbst unter dem Schwall des herabstürzenden Wassers.
    Ich trockne mich ab, binde mir ein Handtuch um die Hüften und trete meine kurze Reise zurück in unser Zimmer an, als ich an einem Liebes - Raum vorbei laufe, welcher sperrangelweit geöffnet daher kommt.

    Wie aus Reflex wage ich einen kurzen Blick und sehe den Gäste – Kollegen kerzengerade, wie narkotisiert, auf dem Bauch liegen, fern jedweder Regung, welche ein lebendiges Wesen doch in diesem Umfeld zeigen sollte.

    Just in diesem Moment, erklingt eine Stimme und ich werde von einer Dame angesprochen, welche mir ebenfalls durch viele Jahre Club vertraut ist.

    Nicht reingehen!“ - sagt sie und tätschelt meine Schulter.

    „Keine Sorge. Hatte ich auch nicht vor! Was hast du denn mit ihm gemacht? Hast du ihm Narkosemittel gegeben?“

    „Nein. Er schläft.“

    „Hm, spricht ja für deinen grandiosen Service.“ - scherze ich.

    „Was machst du überhaupt hier?“

    „Hab mich gewaschen.“

    „Lass dein Date nicht warten.“ - zwinkert sie.

    „Schon gut, schon gut, du bist mich ja schon los. Klopf dreimal, wenn du Hilfe brauchst, beim Einrollen der Leiche in einen Teppich.“ - äußere ich süffisant und passiere die wenigen Meter.

    Wieder im LoveRoom …

    „Hab dich vermisst.“ - ulke ich lächelnd und schließe sanft die Tür, als ich zu meiner "Clubehefrau" zurück kehre.

    „Du hast aber lange gebraucht.“

    „Wusste nicht, dass du mit der Stechuhr hier wartest.“ - antworte ich, lasse das Textil auf den Boden sinken und springe wie ein Delfin aufs Liebesnest.

    „Du bist ganz kühl ...“

    „Finde ich nicht, ich habe dir schon zweimal gesagt wie sehr ich dich mag ...“ - wage ich einen kleinen Scherz aufgrund der Vorlage.

    „Du Idiot! Ich meine, du bist kalt.“ - flüstert sie leise und wirft mir ein Handtuch über Arm und Schulter.

    „Ach so … Schatz, falls hier die Kripo kommt und fragen sollte, ich war die ganze Zeit bei dir, … auch in den letzten 8 Minuten.“ - sage ich bewusst ernst.

    Sie hebt ihren Kopf.

    „Was? Was hast du schon wieder gemacht?“

    „Ich? Nichts. Und was heißt denn hier schon wieder?“

    „Was war los?“

    „Bin vom Bad zurück, … unser Nachbar liegt da wie Eisbär, dem der Zooarzt einen Betäubungspfeil durchs Fell gejagt hat. Jeder Strom weg. Wie eine Leiche am Bahndamm.“

    „Im Ernst? Lass mal schauen gehen!“

    „Hey! Geht nicht mehr. Die Dame ist zurück gekommen, als ich das gesehen habe und ist wieder ins Zimmer. Außerdem, … was stimmt denn nicht mit dir?“

    Gegen 4. 15 Uhr …

    „Was machst du?“ - schimpft sie und ergänzt - „...wir liegen gerade so bequem!“

    „Ich will nur mal auf die Uhr schauen, ich lege mich dann wieder GENAU SO hin.“

    „Du träumst, dass wird niemals klappen!“

    „Dann bewegst du dich eben mal, du halbtoter ausgekühlter Pinguin, du hast sowieso nur noch 4 % Körperakku, maximal. Ich hätte dich längst zum Aufladen an den Strom stecken müssen.“

    „Und du musst noch zwei Stunden heimfahren nachher.“ - lächelt sie mich an.

    „Ich hasse dich. Fuck, es ist gleich halb 5. Und mein Arm ist eingeschlafen.“

    „Gruselig, wie schnell die Zeit wieder vergangen ist.“

    „Lass uns bleiben. Vielleicht mauern sie uns ein. Wir sparen die nächsten Eintritte. Ich hab mich selbst an die Heizung gewöhnt. Man kann alles ausblenden. Außer dich irgendwie.“


    VIER TAGE SPÄTER …

    Nachdem mein geschäftlicher Termin im Stadtteil Mitte alles andere als gut verlaufen ist, beschließe ich, dem FKK Artemis einen erneuten Besuch abzustatten.

    Ich zücke mein Handy und wähle die Nummer eines Clubfreundes, welcher wie ich, in selbstständiger Arbeit, seine Termine doch weitaus freier gestalten kann als jemand, der im Angestelltenverhältnis unter der Woche doch so spontan an seine Grenzen stoßen könnte.
    Es bedarf keiner großen Überredung, er willigt ein und wir treffen uns etwa dreißig Minuten später auf dem Parkplatz des Saunaclubs, welcher schon recht ordentlich gefüllt ist.

    Ich weiß nicht, was ein gesundes Maß an Besuchen pro Monat darstellt, wobei manche ja schon eher in Quartalen rechnen, während ich, zugegebener Maßen, damals, im Herbst des Jahres 2019, eher pro Woche Bilanz ziehen musste.

    Selbstredend, vollkommen außer Frage, war ich nicht der Einzige meines Umfelds, welcher in ähnlich hoher Anzahl bei Ioana seinen Club - Dresscode überreicht bekam und es war doch immer eine Möglichkeit, jedwede mentale Belastung eines imaginären Mantels gleich abzustreifen.
    Was gibt es Schöneres, als bei guter Unterhaltung, in geselliger Runde, auf den hölzernen Leisten der Sauna alle Sorgen von sich zu drängen, während die beständige Hitze, langsam aber sicher, von einem Besitz zu ergreifen vermochte.
    Wie viele philosophische Runden fanden sich schon in diesen heiligen Hallen, im Schwitzbad, wo nicht zu unrecht auch im alten Rom die wichtigsten Geschäfte geschlossen wurden.

    Ich treffe die „neue“ Chayenne, eine Dame mit von Silikon vergrößertem Vorbau, welche mich ein bisschen an die deutsche Lady Tina erinnerte, wo vielleicht Clubbrüder älterer Tage direkt ein Bild vor Augen bekommen könnten.

    Ich bin ohne „Plan“ da, was selten vorkam, da ich meistens mein Nachtprogramm schon im Vorhinein verplant hatte.
    Natürlich war Raluka nicht anwesend, auch nicht Beatrice oder Denisa, geschweige denn Leyla oder eine andere Dame, welche mich in optischer Version gereizt hätte.
    Es ist manchmal komisch, wie man selbst mit sich hadert, wie man die künftigen Stunden doch gestalten möchte, wenn, wie an diesem Tage, doch alles anders daher kommt als wie sonst, wo sich das eigene Programm quasi wie von selbst schrieb.

    Ich treffe Helmut, einen guten Freund früherer Zeiten, dessen Aussage im Oktober 2020 im Restaurant bei der Bestellung für einen großen Lacher sorgte.

    „Sieben Frikadellen bitte. Mit Senf, wenn ihr habt. Und vier zum Mitnehmen.“

    „BITTE?“

    „Habe ich gesagt!“

    Fortsetzung folgt …
    _______________________________________________________________________________


    Als Epilog, ein freundlich motiviertes Schlusswort, welches wie derzeit immer, das Thema Gesundheit beinhaltet und welche ich selbstverständlich weiterhin, nie Müde werdend, allen Leserinnen und Lesern gerne aktualisiert wünschen möchte!

    Euer Pharao
     
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  11. Der Pharao

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    Artemis, im Jahre 2013, … Berlin, Halenseestraße …

    Es ist 11. 21 Uhr, als ich nach meiner Rückkehr aus Palermo von Dresden aus direkt in die deutsche Hauptstadt gen Saunaclub in Nähe des Funkturms fuhr und mein bester Freund als Copilot auf dem Beifahrersitz weilte, den ich, etwa 5 Minuten vorher, an der S-Bahn Station Kurfürstendamm, aufgesammelt hatte.

    Wir erreichen den Parkplatz, welcher zu dieser frühen Stunde noch entsprechend wenig frequentiert war.

    „Wie war es denn auf Sicilia?“ - erkundigt er sich neugierig und schnallt sich bereits auf den ersten Zentimetern der Zufahrt ab.

    „Frag nicht.“ - murmele ich kaum hörbar und setze den schwarzen Mercedes rückwärts auf den ersten Platz an der linken Bahndammseite.

    Im Radio läuft Avicii, „Wake me up“, ein Titel, welcher zu dieser Zeit hätte mein Lebensmotto darstellen können.
    Ich drehe leiser, noch leiser und schalte den Motor ab, als mein Wagen seinen finalen Standort erreicht hat.

    „Gib mir bitte mal das Wasser.“ - äußere ich in Richtung Helmut, welcher sich nach allen Seiten umschaut.

    „Wo denn?“

    „Beifahrerfach.“

    „Da ist nichts.“

    „Sicher?“

    „Klar. Leer wie meine Brieftasche, nachdem Heidi mit mir fertig da. Da oben.“ - er deutet in Richtung Zimmeretage des Artemis und schmunzelt zufrieden in meine Richtung.

    „Egal. Vergiss es.“

    Ein Taxi erscheint, holt im weiten Bogen aus und bremst vor der Pforte des Jagdgöttin.
    Eine Dame im legeren Jogginganzug entsteigt dem Mietwagen, beugt sich kurz zu dem Fahrerfenster und klingelt anschließend an ihrem Arbeitsplatz.

    „Warst du nochmal ohne mich?“ - frage ich Helmut und nicke gen Wellnessparadies, welches ich über vier Wochen nicht mehr besucht hatte.

    „Einmal. Mit Rick. Wir waren aber nicht lang, ich habe vormittags mit Cara das Vergnügen gehabt, Rick mit Zoey. Zoey ist eine …“ - möchte er ausführen, wird aber von mir unterbrochen.

    „Ich weiß schon, wer sie ist.“

    „Du hast ja wieder mal die beste Laune. Wie war es denn nun in Palermo? Wie geht es deiner Geliebten? Freundin? Wie soll ich sie bezeichnen?“

    „Keine Ahnung, gibt wohl keinen Begriff dafür. Wie soll es ihr gehen? Wie mir, … wie immer. Du kennst sie doch.“

    „Leider ja. Hast du alles klären können?“

    „Es geht so.“

    Etwa zwei Tage zuvor, Sizilien, Palermo, Danisinni …

    „Was wollen wir hier Letí? Wir müssen mal über uns sprechen ...“ - sage ich entnervt und steige aus dem Wagen, während Letizia noch eine Nachricht in ihr Handy tippt.

    Danisinni ist ein kleines Viertel des verschlungenen und lebendigen Palermo, genauer gesagt ein von den Göttern verlassener Ort, welcher nur über eine einzige Straße verfügt und als sozialer Brennpunkt verstanden werden dürfte.

    „Bin gleich soweit.“ - meint sie entschlossen und lässt die Autotür ins Schloss fallen.

    Ich schenke ihr einen unbedeutenden Blick und warte, bis sie den schneeweißen Wagen einmal umrundet.

    „Was wollen wir hier? Ich muss morgen zurück fliegen.“ - wiederhole ich mein Anliegen.

    „Dauert nicht lang. Nur was erledigen. Die anderen kommen auch gleich. Wir können doch auch hier sprechen.“

    „Hier? Hast du dich mal umgesehen? Jede Müllkippe wäre angenehmer – und schöner noch dazu. Was ist das hier?“

    „Das ist die Straße der Witwen. Schau dich doch mal um, … fast nur Frauen, müsste dir doch gefallen Pharao. Und weißt du auch warum? Die meisten Männer und Söhne sitzen nämlich im Knast. Uns passiert nichts.“

    „Das weiß ich. Und wir spenden denen jetzt Trost oder was hast du vor?“

    „Nein. Ich kläre nur etwas. Das kann nicht warten. Du verstehst das schon gleich. Sag, was du mir sagen willst! Wir sind hier unter uns, wir brauchen kein Publikum. Wenn die wichtigsten Entscheidungen im Leben getroffen werden, ertönen keinen Fanfaren. Das Schicksal wird im Stillen geschrieben.“

    So geht es auf keinen Fall weiter Letí. Unsere Zukunft ...“

    „... Zukunft? Das Problem mit der Zukunft ist, dass sie irgendwann zur Gegenwart wird.“ - äußert sie traurig.

    „Das stimmt. Oft zerstören wir das, was wir lieben und lieben dann erst recht, was wir zerstört haben.“

    Wir schauen einander in die Augen.

    Zurück auf den Parkplatz des FKK Artemis …

    Ich setze meinen Kompagnon ins Bild, ehe wir die heiligen Pforten des Clubs passieren.
    Gerade, als ich meinen Obolus entrichtet hatte – und bereits mit dem Bademantel auf den ersten Stufen stand, werde ich beinahe von Loira über den Haufen gerannt, welche sich mit einem süßen Lächeln entschuldigt.
    Die Dame bei ihr, wie ich später erfuhr, war Miri, welche mir bereits noch in Zivil erste Avancen machte, welche ich aber höflich zunächst verneinen musste.

    Auf Helmut wartend, entdecke ich an den Spinden eine mir vertraute Gespielin, welche in sämtliche Handtücher gehüllt, im Kurs gen Damenumkleide unterwegs ist.

    „Woh! Moment bitte.“ - rufe ich.

    Mit erstauntem Gesicht hält sie inne, wendet, gibt mir einen fast gehauchten Kuss auf die Wange und bleibt nur wenige Millimeter vor mir stehen.

    „Du heute hier?“ - artikuliert sie überrascht.

    „Ja. Du ja auch.“

    „Ja, ich bin heute da.“ - bestätigt sie zunächst.

    Gut.“

    „... aber ich muss gleich erstmal weg.“

    Schlecht.“

    „Ich komme ja wieder!“

    Gut.“

    „...weiß aber noch nicht genau wann ...“

    Schlecht.“

    „HÖR AUF DAMIT!“ - lacht sie schallend.

    „Alles klar, mach mal, ich bin ja auch gerade erst angekommen.“ - antworte ich schmunzelnd und lege meine Utensilien auf das Fensterbrett an den Wertschließfächern.

    Thaidame Pen schlendert gen Clublounge, als Helmut die osteuropäische Lady Alexia entdeckt, mit welcher er vor etwa einem Monat eine schöne Erfahrung machen durfte.
    Es war die Zeit, in der ich gelinde gesagt noch recht wechsel – buchend unterwegs war und auch die „Epoche“, wo noch Damen wie Ivy, Kitty, Martina, Pinkie und Kathi durch die vertrauten Hallen lustwandelten.
    Dennoch hatte ich auch schon damals erste zarte Kontakte zu der Frau geknüpft, mit welcher ich ein paar Jahre später fast dauergebucht unter den Dachschrägen weilte, wenngleich wir damals, im Jahre 2013, selbstredend noch nicht so vertraut miteinander agierten wie „heute“.

    Wir kleiden uns um, Berlinerin Chanel hält freundlicherweise die Tür zum Frühstücksraum geöffnet und wir schlüpfen dankend hindurch, wo wir Walther erblicken, welcher in der hinteren rechten Ecke, wo heute das Buffet steht, seine Tagesstärkung an der Stirnseite des Tisches einnimmt.

    „Du warst lang nicht mehr da Pharao.“ - meint er vorwurfsvoll, doch milde lächelnd und bietet uns einen Platz an „seiner“ Tafel an.

    „Ja, … naja, wenn vier Wochen schon so bezeichnet werden, dann sollte ich mir vielleicht doch mal Gedanken machen.“ - erwidere ich ironisch.

    „Tolle neue Frauen da ...“ - platzt es aus ihm heraus, in der Art, die jeder versteht, der Walther persönlich kannte.

    Später, am frühen Abend, absolvierte ich mein erstes Zimmer mit Ivy, mit welcher ich wirklich sehr gut zurecht kam.

    „Ich möchte bitte Girlfriend – Sex! Los, … verkauf mir eine Illusion!“ - äußere ich mit scherzender Stimme und entsprechender Tonlage.

    „Girlfriend – Sex?“ - wiederholt sie und fährt fort - „Gut, … Hast du den Deckel von der Zahnpasta – Tube wieder auf dem Waschbecken liegen lassen? Du bist wirklich ein Schwein! Und ich wohne hier nicht allein, räume gefälligst deine Klamotten selber weg, wir betreiben hier keine Kleiderkammer!“

    So habe ich mir das in etwa vorgestellt.“

    Zwei Stunden danach, lerne ich eine schlanke dunkelhaarige Dame kennen, welche sich Kim nannte und die auf der Empore im Rundbett neben mir liegt, nachdem ich ihr selbstverständlich den Platz an meiner Seite nicht verwehrt hatte.

    „Und? Was gefällt dir so?“ - fragt sie mich neugierig und räkelt sich lasziv auf dem Laken des Liebesnestes.

    Ich äußere dezent meine Vorlieben, ohne Scheu, dennoch bedacht, dieses nicht allzu vulgär auszuführen.

    „Oh, … das kostet, das kostet ...“ - lacht sie und schüttelt den Kopf.

    „Warst du früher Automechanikerin? Ich fühle mich bei deiner Aussage, als würde ich meinen Wagen zur Reparatur bringen.“

    Letztendlich, kam ein Gang gen obere Stube aber nicht zustande.
    Es ist manchmal durchaus merkwürdig, wie der Kopf für einen entscheidet, im Bruchteil einer Sekunde, wo man ja auch bekanntlich entschieden hat, ob man einen anderen Menschen sympathisch findet oder nicht.
    Kim war extrem freundlich, es spräche eigentlich nichts dagegen und erfahrene Hasen würden immer zuraten, wenn die Akquise nebst kleinem Gespräch vorab goldene Früchte trug und unverkrampft und positiv chemielastig daher kam.

    Zugegeben, war die „Auswahl“ an schönen und reizvollen Damen riesig, gigantisch teilweise und man konnte in den Nachtstunden der Lage mitunter nur schwer Herr werden.
    Überall wurde man angesprochen, zärtlich berührt, durchdringende Augen suchten Kontakt und Stimmen voller Hingabe und Verruchtheit boten einem die unterschiedlichsten Wege ins Paradies feil.

    Es gab Damen, welche verlässlich anzutreffen waren, aber auch „solche“, die nur ein paar Tage ihre Runden drehten, teils aus anderen Clubs, teils um in diese Branche reinzuschnuppern.
    Kenner der Materie wissen, dass besonders zu Messetagen oder Partys oftmals Mädels gesichtet werden konnten, welche sonst, unter der Woche, ohne „Highlight – Days“, wohl nur mit blühender Fantasie erscheinen konnten.

    Ich selbst, mitten im Garten der Liebesgöttin, könnte eigentlich zufriedener kaum anmuten, war es aber nicht im Ansatz.
    Den Spagat zwischen schwierigem Privatleben auf emotionale Dinge gerichtet – und Clubben, passen so gut zueinander wie der Teufel und das Weihwasser.
    Beides sind grundverschiedene Welten und keine kann der anderen in wesentlicher Hinsicht zum Vergleich dienen.

    An der Bar treffe ich Kathi, aus Malta, welche meine Rumänisch-“Lehrerin“ wurde und mit der ich ein paar der schönsten Zimmer in meiner „Karriere“ aufwies.
    Noch heute, Jahre später, habe ich einige Sätze, Redewendungen und Nettigkeiten nicht vergessen und ich bedauere den Verlust ihrer Person innerhalb der Clubmauern, wenngleich ich jeder Dame den Sprung in ein sozial – emotionales Dasein außerhalb des Pay6 von Herzen wünsche.
    Mich tangieren da keinerlei Neid, Eifersuchts – oder Egoismusgedanken, denn nach wie vor sollte doch das reale Leben mit guter Situierung und partnerschaftlicher Verwurzelung das Ziel all derer sein, die in irgendeiner Hinsicht noch dem „Ideal“ einer „normal“ anerkannten bürgerlichen Existenz mit Familie frönen möchten.

    Es ist Nacht – und ich treffe die bereits angesprochene spätere Dame, mit welcher ich vor allem im Jahre 2019 wohl so jeden Rekord aufgestellt haben dürfte, welcher in den Punkten Daueranwesenheit auf Zimmer, erotischer Vielfalt, Verrücktheit etc. zu „bezwingen“ wäre.

    „Hallo.“ - grüße ich sie höflich und ergänze - "Schön dich zu sehen.".

    „Hy. Ein paar Wochen her. Du siehst scheiße aus.“

    „Oh, danke.“

    „Ich meine, … nachdenklich.“

    „Weißt du, es gibt zwei schöne Dinge auf der Welt: Erinnern und Vergessen. Und auch zwei Hässliche: Erinnern und Vergessen. Sagen wir, ich hatte privat eine "interessante" Zeit.“

    „Es gibt immer eine Stimme die dir sagt, was du tun musst. Sie spricht nur manchmal sehr sehr leise.“

    „Das war charmant und klug. Vielen Dank für deinen Rat..“

    „Bitte. Frag mich einfach, wenn du was wissen willst.“ - lächelt sie.

    "Ja. Weil du immer nur das Gute für mich möchtest. Du kleiner Engel." - lächele ich zurück.

    "Ja. Warum auch nicht? Zumindest bis jetzt ist es so." - wir schmunzeln beide


    Epilog

    Man tut in Wahrheit nur dann Gutes, wenn man auch das Schlechte tun kann. Eine gescheiterte Existenz, jemand, der nichts mehr zu verlieren hat, am Abgrund steht, der kann nur Gutes tun, aber, dass ist gleichgültig, es ist nicht von wirklicher Bedeutung.
    Gut ist etwas, wenn man sich bewusst dafür entscheidet, weil man auch das Schlechte tun könnte.
    ______________________________________________________________________________________________________________________________

    Ich spare mir mal alle corona - relevanten Updates, ihr werdet die Lage sicher selbst verfolgen und daher besinne ich mich auf das Wesentliche:

    Allen Leserinnen und Lesern, allen Damen, Angestellten, Betreiberin und Clubkollegen weiterhin oder wiederkehrende gute Gesundheit!
     

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