Goldentime

Artemis A³ II - Die XXL - Berichte starten endlich ...

Dieses Thema im Forum "Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin" wurde erstellt von Der Pharao, 26. Oktober 2020.

  1. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Heute mal kein großer Start mit „Corona – Thema“:
    Wie erwartet der harte Lockdown, wenngleich ich wieder fest davon ausgehe, dass der 10.1. 2021 nur ein beliebiges Datum ist und sich bis dahin noch nicht sonderlich viel verändert hat.
    Entgegen anderer, trifft mich das Böllerverbot überhaupt nicht, da, wegen mir, schon seit Jahren auf diese sinnlose „Tradition“ verzichtet werden könnte.

    Von mir nochmal an alle Leser, hiermit, der Wunsch einer schönen Vorweihnachtszeit und bleibt vor allem weiterhin gesund und achtsam!
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    Lounge, … etwas später …

    „Was habe ich verpasst?“ - frage ich und setze mich wieder zu meiner Gruppe.

    „Ich habe vorhin von einer Melanie eine recht freche Antwort erhalten.“

    „Hättest du doch was Freches gekontert, … schüchtern ist hier grundlegend schwierig.“ - antworte ich und lasse mich nieder.

    „Nein, ich gehe Konflikten lieber aus dem Weg.“

    „Bist du etwa Pazifist?“ - scherze ich.

    „Nein, ich mag alle Ozeane.“ - antwortet er umgehend.

    Ich wohne einer Diskussion zweier Kollegen bei, welche nicht mehr sicher sind, welches Glas zu welcher Person gehörte und so beide Behältnisse dem Untergang geweiht werden.
    Ich vermisse ja die Zeiten, als das Hygienekonzept noch das war, dass 12 gute Freunde aus einer Flasche trinken und jeder kurz vor dem Ansetzen mit dem Jackenärmel darüber wischt.

    „... im Ernst, was war mit Melanie?“ - erkundigt sich Aurelius.

    „Ach, alles gut, hat vielleicht menschlich nicht so gepasst.“ - meint der Kollege.

    „Nun mach es doch nicht so spannend!“

    „Nein, ich will da keinen Ärger provozieren.“

    „Gibt es doch auch nicht, aber man kann sich doch mal austauschen. Mensch du darfst nicht immer nur den bequemen Weg gehen! Man muss auch mal einen Spruch zurück schießen!“

    „Lass ihn Aurel ...“ - mische ich mich ein - „... wir kennen ihn doch. Seine Mutter würde den Stecker seiner Beatmungsmaschine ziehen, wenn ein Gewitter aufzieht. Safety first.“


    Eine Minute darauf …

    „Mein Hund ist intelligenter als deiner!“

    „Leute! Hier verdummt man ja beim Zuhören!“ - lache ich.

    „Wenn Delfine angeblich so clever sind, warum bauen die dann nichts, aus dem, was wir ins Meer werfen ..?“

    Eine Minute und 30 Sekunden später …

    „Hätte nicht gedacht, dass ich „euch“ mal live kennenlerne. Und hätte nicht gedacht, dass ich mal hier in der Gruppe sitze.“ - meint ein Clubbruder, welchen wir erst vor wenigen Tagen persönlich kennengelernt hatten.

    „Ganz ehrlich: Ich dachte, du warst schon mal im Knast, so schnell, wie du beim Frühstück deinen Teller gelehrt hast.“ - antworte ich süffisant.

    „Nein, ich hatte nur einen verfressenen großen Bruder. Das prägt in der Kindheit.“

    Während man scherzend in der Gruppe auf der Empore sitzt, füllt sich behäbig das Artemis.
    Es ist schon merklich zu spüren, dass die Corona – Pandemie in Sachen Gästefrequenz ihre Ausschläge nach unten aufweist.
    Zwar mag das auf den ersten Blick für den im Club befindlichen Gast gar nicht so schlecht anmuten, jedoch ist es auf Dauer doch ungünstig, da fernbleibender Umsatz logischerweise auch den Damen schadet, welche dann eventuell gezwungen sind, ihre Anwesenheit und Strategie zu überdenken.

    Was man wirklich selbst bei den präsenten Kollegen bemerkt, ist das Faktum, dass die Corona – Krise und die damit oft erlittenen Finanzeinbußen dazu führten, dass die Zimmerdichte pro Besuch schon erheblich ins Negative korrigiert werden musste.

    Das Artemis war sicher noch nie ein Hort zum Sparen und genau das habe ich im Laufe der Jahre zu schätzen gelernt.
    Natürliche Selektion, alleine durch den Eintrittspreis, was nicht heißt, dass jeder, der weniger verdient, automatisch auch ein unangenehmer Mensch.
    Jedoch lehrte die Erfahrung, dass an manchem Klischee doch ab und an etwas dran ist und man nahm selbst Notiz davon, als zuletzt, ab 23 Uhr, nach Senkung des eigentlichen Entree´s auf 60 Euro, das Publikum doch rein aufs Benehmen bezogen nicht sonderlich gewann.

    Ich verstehe die Damen, die dort Geld verdienen wollen und denen es erst einmal faktisch wenig nützt, wenn große Männergruppen die Sofas belagern und am Ende wenig bis gar nicht auf die Matten flanieren.
    Die wenigen Stammgäste, so konstant sie auch buchen, können das in Gänze auf die Dichte der Mädchen bezogen selbstredend nicht auffangen, da eben viele ihrem Namen alle Ehre machen und stetig mit der gleichen Lady ins obere Stockwerk huschen.
    Es zeigte sich klar, dass entgegen alter Messe – und Durchlaufzeiten, die Pflege und Hege vertrauter Clubbesucher nun doch von enormer Wichtigkeit anmutete und so die Dirnen, die über einen regen und festen Gästestamm verfügten, die Pandemie – Zeiten am besten zu nehmen wussten.

    Ich hatte schon vielfach Gespräche mit der weiblichen Zunft, dass eine wirklich clevere Dame eben auch an den Gast von morgen denkt – und nicht nur „dass“ mitnimmt, was gerade im Moment präsent ist.
    Sicher, zur „Grünen Woche“, wo früher eigenes dafür Damen aus aller Herren Länder anreisten, um das Publikum, was ohnehin nicht wiederkommt, abzumelken, kann damit nicht verglichen werden.
    Ich vermute, dass in der jetzigen Zeit, die wir gerade durchleben und noch eine Weile durchleben werden, der Umgang mit dem Gast vielleicht so wichtig wie noch nie daher kommt.

    Ohne Zweifel, während des Schreibens, vermisst man die gemeinsamen Stunden im bekannten Ambiente und man fragt sich, wann wieder die Zeiten kommen, wo man sein Gefährt auf die Gefilde des Artemis – Tempels zu lenken vermag.

    Salomé spricht einen Clubfreund an, welcher wie erwähnt noch frisch in unserem Rudel ist.
    Es ist erstaunlich, WIE vertraut einem die meisten Akquisen doch sind und wie sich die Sprüche und Standartformulierungen doch zu gleichen wissen.
    Eine Art „Artemis - Anbahnungs – Recycling“ sozusagen, was eben funktioniert und im Laufe der Jahre erwartungsgemäß nur noch um ein paar gästetyp – bezogene Nuancen verändert wurde.

    „Entschuldigung, … darf ich dir einen blasen?“ - wie mich damals Arielle fast höflich vom Hocker an den Spielautomaten vor einigen Jahren ansprach und ich, der selten ohne Worte ist, doch für einen kurzen Moment eher recht wortkarg agierte.

    Aurelius holt mich aus meinen Gedanken.

    „Was meinst du Pharao, geht er mit Salomé?“

    „Nach dem, was mir so zugetragen wurde, hoffe ich nicht. Für ihn.“

    „Also mir gefällt sie sehr gut. Leider hab mich mein Budget schon verpulvert. Ich sollte Karriere machen, dass ich hier mehr Geld ausgeben kann ...“ - meint ein weiterer Kollege.

    „Ach, wozu Karriere machen, … wenn ich „Chef“ genannt werden will, gehe ich einfach in Neukölln einen Döner kaufen.“

    Während man manchen Situationen beiwohnt, denkt man automatisch an eigene Erlebnisse mit der jeweiligen Dame, welche gerade einem anderen Kollegen den Hof macht.
    Da ich an dieser Front nichts beisteuern kann, kreisten meine Gedanken an einige andere Hochzeitsnächte, wo ich teilweise früh so erschöpft und müde war, dass ich unter der Dusche, beim letzten „Waschen“ daran dachte, wie scheiße es wieder wird, in „diesem“ Regen nach Hause zu fahren, da ich die Nässe im Bade gehirn – mäßig auch mit draußen assoziierte.

    „Weißt du Pharao, damals im Kino, mit Tiana aus Brasilien … Die war das Maß aller Dinge.“

    „Dann sollte sie Skala heißen – und nicht Tiana.“ - ulke ich.

    „Das war fantastisch. Mein schönstes Anal in der Besenkammer, gleich links. Tiana ist auch weg. Wenn man jetzt was vom Zuckerhut will, … Nada. Auch mit Thailand … apropos, ist Ryon heute da?“

    „Hab sie nicht gesehen.“ - antworte ich.

    „Wir müssen mal wieder nach Thailand Pharao, wenn diese Scheiße hier vorbei ist mit dem Virus.“

    „Ich weiß nicht.“

    „Klar, wir können ja ein paar Gänge runter schalten.“

    „Ich weiß nicht, letztes Mal, da haben wir das Essen mit der EC – Karte geschnitten. Auf einer Frau.“

    „Da waren wir noch jung, inzwischen können wir uns einen Tisch leisten.“

    „Ich glaube, dass ist nicht mehr so meines. Ich muss erst einmal mein Privatleben sortieren.“

    „Im Puff?“

    „Ja. Egal wo ich bin, das findet ja gedanklich statt. Sei lieber froh, dass wir noch hier drin sitzen können. Diese scheiß zweite Welle ist wie eine Klassenfahrt früher, die Lehrer appellieren verzweifelt an die Vernunft der notgeilen Schüler, trotzdem schleichen sich alle nachts ins Zimmer der Mädchen und ballern Fruchtkorn bis der Notarzt kommt und irgendwelche Leute Sex haben.“


    Eine Sekunde später …

    Der „neue“ Kollege geht mit der DomRep-Lady nach oben.

    „Die Zimmer mit der Thaidame Suna waren immer toll.“ - ergänze ich.

    „Sie war mir zu tätowiert. Ist dir mal aufgefallen, dass wir kaum noch angesprochen werden?“

    „Was erwartest du denn? MAN KENNT UNS. Wenn wir 6 Jahre vorher nicht hoch gegangen sind, warum sollte dann eine Frau denken, „Woh – HEUTE wird der Tag sein“ … ist doch logisch, … die meisten Mädchen wissen, dass wir selbst aktiv werden ...“

    „Ich werde gerne angesprochen, ich vermisse diese Zeiten, wo ständig Damen zu einem kamen. So ist das hier richtig scheiße, also kein Vorwurf, du weißt schon, service – mäßig, bei der Akquise.“

    „Bei IKEA ist es scheiße. Hier ist es super.“ - kontere ich.

    „Bei IKEA?“

    „Ja, wir können froh sein, dass die im Artemis nicht das Ego von IKEA haben: Baut unseren Dreck selber auf, aber vorher sucht ihr euch den Scheiß selber aus den vollen Regalen, schleppt den Mist selbst zur Kasse, scannt und bezahlt den Pfeffer in Eigenregie, belegt unser billiges Wiener selbst und zapft diese Plörre wie studierte Wirte mit eigener Hand! Dann verpisst euch! Stell dir das mal so HIER vor … dagegen ist dass hier das verfluchte Paradies.“

    Ein paar Stunden später …

    Ich habe mein erstes, längeres Zimmer genießen dürfen und sitze wieder bei den anderen.

    „Kennt ihr das, wenn sich die Frau, mit der man nach oben gehen möchte, noch mit ihren Freundinnen unterhält, man schon mal vorgeht, weil sie dann „überraschenderweise“ schneller nachkommt?“

    Alle schauen mich an.

    „Schon gut. Ich auch nicht.“ - beantworte ich meine Frage selbst und hole zwei Energy – Getränke aus dem Kühlgerät.

    Wieder im Kollegenkreis …

    „Meine Ex war damals immer sehr laut beim Sex. Manchmal konnte ich sie schon im Treppenhaus hören ...“ - meint Petronius und lacht, ehe ich mich wieder neben ihn auf die Couch setze.

    „Von wem ist die Tasche?“ - frage ich und deute auf die Lehne.

    „Von Uschi Glas. Von wem wohl?“ - antwortet er mir.

    „Gut. Keine Ahnung, kann sich ja auch jemand anderes hier einquartiert haben.“

    Fortsetzung folgt ...
     
  2. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Tastatur ausgeklopft – ein halbes Pfund Paniermehl gewonnen, los geht es ...


    „Artemis - Entzug“ Tag 45 und das Jahr nähert sich behäbig seinem Ende.
    Nach Ankündigung bezüglich „Harter Lockdown“, dass erwartungsgemäße Szenario:
    Die Möbelhäuser verlängern die Öffnungszeiten, Friseure werden belagert und teilweise bestochen, Nagelstudios bestellen Kundinnen um 5 Uhr am Morgen und die Innenstädte platzen aus allen Nähten.

    Sicher, kann man dafür Verständnis haben, aus wirtschaftlicher Sicht, aber, so richtig hat die Prioritäten hier keiner verstanden.
    Sei es drum, es ist inzwischen fast zu schade, da noch weitere Worte zu verlieren, weil die Menschen nun mal schlichtweg so gepolt sind.
    Ich nehme mich da nicht heraus, war ich doch selbst quasi bis zum letzten Glockenschlag im Saunaclub, wenngleich ich dort, unter den geltenden Kontaktnachverfolgungs – und Hygieneregeln doch wesentlich sicherer daher kam als an anderen Orten dieser Republik.

    27 000 Neuinfektionen und fast soviele Tote, nämlich annähernd Tausend, wie damals im Frühjahr von Bergamo. Unfassbar.
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    Prolog …

    Abseits der schlimmen Allgemeinlage, welche ich ja nun wirklich mehr einhundert Mal thematisiert habe:
    Und ja, natürlich gibt es Schlimmeres, dass ist mir sehr wohl bewusst und ich passe mich den derzeit geltenden Gegebenheiten ohne Frage an, wenngleich man es doch heutzutage trotzdem noch etwas am Rande Agierendes erwähnen darf, ohne direkt gesteinigt zu werden.
    Die Pandemie ist ja nicht nur im Großen verheerend, sondern macht sich auch in vielen kleineren Aspekten bemerkbar.

    Es ist schade, meine Geburtstagspläne, welche ich für morgen hatte, begraben zu müssen.
    Eigentlich wollte ich mit ein paar vertrauten Clubfreunden, welche teils über ganz Deutschland verteilt sind, von heute in den Donnerstag im Club hinein feiern, was selbstredend nicht mehr funktionieren kann. Eigens genommener Urlaub konnte aufgrund der Pandemie entsprechend zurück genommen werden und so wird kein Stelldichein im Artemis zu Stande kommen.

    Auch die privaten Ideen, den morgigen Tag im Kreise von Firmenkollegen und Familie entsprechend zu begehen, fallen allesamt ins Wasser und so wird es ein mehr oder weniger ruhiger Verlauf, mit der großen Hoffnung, im nächsten Jahr, das „Ereignis“ im doppelten Sinne nach zu feiern.
    Ich selbst bin niemand, der um seinen Ehrentag ein großes Tamtam macht, wenn jedoch, ein solches Datum als Anlass auserkoren wird, um geschätzte und teilweise lang nicht mehr gesehene Clubbrüder zu vereinen, so ergebe ich mich doch selbstverständlich gern in mein „Schicksal“ und bedauere die aktuelle Situation eine Nuance mehr als vorher.

    Prolog II …

    Generell bleibt zu sagen, dass alles, was „light“ ist, nichts taugt.

    Das geht von Getränken, über den Lockdown bis hin zur Erotik - Action, welche ich mit einer mir vertrauten und sympathischen Dame aufgrund einer „nur“ 1,5 stündigen Aufenthaltsdauer als „Zimmer light“ deklariert hatte.
    Wenn man einander viel zu erzählen hat, Neuigkeiten und „Intrigen“ ausgetauscht werden müssen und auch der Beischlaf und Erotikfaktor doch auf einem hohen Level angesiedelt wurde, so verrinnt die Zeit aus dem oberen Bereich der Sanduhr, als würde ein bösartiger Djinn persönlich dafür sorgen.

    Es ist nie gut, was ich aus eigener Erfahrung weiß, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu veranstalten.
    Multitasking ist toll, allerdings nicht auf Zimmer im Artemis und es ist vergleichbar mit einer privaten Situation, wo es nicht ratsam daher kommt, beim Zähneputzen die Teelichter ausblasen zu wollen.

    Prolog III …

    Es ist ärgerlich für die Club – Kollegen, die extra ihren Resturlaub immer so legen, dass sie im Dezember möglichst viel Zeit haben, um bei Saunagemütlichkeit und erotischen Abenteuern in den uns bekannten Gefilden zu verweilen.
    Als würde man einen 1500 Euro – wertigen Einkaufsgutschein erhalten, für einen Laden, in welchem es nur Brokkoli und veganen Kuchen gibt.

    Prolog IV …

    Etwas betroffen machte mich das Gespräch mit einem älteren Clubfreund via Telefon, welcher in Frage stellte, ob er denn überhaupt, nach dem Ende der Pandemie, noch in der Lage sei, einen Saunaclub zu besuchen.
    Während es für „uns“, in der „jüngeren“ Generation, schlichtweg nur als „Warten“ und „Ausharren“ daher kommt, leiden ältere Kollegen wesentlich mehr und bauen aufgrund der sozialen Isolation und monotonen Alltagsroutine doch erheblich schneller ab, als wenn sie im gewohnten Rhythmus bei Sauna, Schwimmen und Gesprächen aus ihren teils doch tristen Tagwerken entfliehen können.

    Mein selbstredend nicht ernst gemeinter Vorschlag: Wenn Corona zu Schalke 04 oder dem HSV wechselt, wird es automatisch schwächer. Ich hoffe, ich habe jetzt keinen von euch beleidigt, habe ich doch extra Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen ausgelassen. Die angesprochenen Brüder werden sich erkennen. :)
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    Zurück in den Club …

    Der neue Kollege kehrt von seinem Zimmer mit Salomé sichtlich geschwächt zurück.

    „Erst Corona leugnen und dann auf allen „Viren“ angekrochen kommen ...“ - begrüßen wir ihn scherzeshalber.

    „War ganz gut, aber ich habe sie nicht richtig verstanden. Sprachlich. Das ist blöd, wenn man sich nicht richtig unterhalten kann.“ - meint er.

    „Ich denke, du sprichst so viele Sprachen?“ - mische ich mich ein.

    „Ja. Sechs.“

    „Sag mal was auf „Italienisch“ ...“ - äußere ich mit einem Lächeln, selbst der Sprache mächtig.

    „Merci Cherie!“ - stößt er betont aus.

    „Das war französisch.“ - sagt Petronius.

    „Dann sogar Sieben!“ - kontert er.

    Faktisch ist es leider so, ernsthaft, dass ich zunehmend eher skeptische Stimmen höre, was diese Dame anbelangt, wenngleich sie wohl, bei längerer Buchung und Vertrautheit, doch auch ziemlich auftauen kann.

    Bis auf wenige Ausnahmen aus der Anfangszeit meiner „Artemis – Karriere“, wo die Kommunikation mit einigen sehr jungen Damen aus Rumänien und Moldawien wirklich schwierig war, gelang es zumindest mir immer, eine Art der Verständigung aufzubauen.
    Würde man keinerlei gemeinsame Ebene finden, so wäre es für mich inzwischen schon eher bedenklich eine Buchung in Erwägung zu ziehen.
    Gut, … wer mich kennt – und live erlebt hat, der wird wissen, dass bei entsprechend komplett treffender Optik da auch gewisse „Ausnahmefälle“ auftreten, wenngleich ich schon auch dann stetig bemüht bin, besonders bei einer Wiederholung, zu checken, ob man eventuell auf gleicher Welle zu funken vermochte.

    Wir vertreten uns die Beine und drehen eine Runde ins untere Geschoss, wo wir in Nähe des Erotik – Kinos zum Stoppen kommen.
    Früher war das einmal ein absoluter Hotspot, besonders in Zeiten, wo Französisch ohne Schutz noch zum absoluten Standard gehörte.

    Ich selbst habe dort regelmäßig gewildert und kann mich an einige sehr schöne Erlebnisse erinnern, welche quasi durch totalen Zufall durch zufälliges „Eintreffen“ der jeweiligen Lady in Couchnähe zu Stande kamen.

    Es war teilweise wirklich witzig, welche Anekdoten man alleine von „dort“ zum Besten geben könnte, da die Herren, welche teils zu unchristlichster Stunde noch dort saßen, teils den niedersten Instinkten folgten.
    Während Damen, vor allem in freier Wildbahn, eine Vielzahl an Ansprüchen gegenüber potenziellen Männern aufweisen, beschränkte sich dort meist der Wunsch der Anwesenden auf zwei Brüste und vier halbwegs intakte Gliedmaßen.
    Man wurde Zeuge von zum Teil flehenden Stoßgebeten in Richtung Himmel, eine Dame zu entsenden, welche dem Erotikfilm, welchen man noch alleine „genoss“, in trauter Zweisamkeit zu bereichern.

    Hier sei aber erwähnt, dass es schon schöner wäre, die Filmauswahl inklusive Genre der heutigen Zeit und den verschiedenen Geschmäckern anzupassen.
    Mit Genre meine ich nicht, dass dort ein Western mit John Wayne laufen sollte, aber es gibt bekanntlich viele Vorlieben und so könnte man schon zwischen erotischem Manga, Asia, SM oder Bondage-Geschichten, Massage-Clips oder Filmen bekannter Darstellerinnen switchen.
    Würde man das Ganze perfektionieren, so könnte ich mir sogar eine Art „Aushang“ vorstellen, am Eingangsbereich, wo sich Liebhaber besonderer Geschmäcker informieren können, zu welcher Stunde vielleicht die passende visuelle Stimulanz zu „bestaunen“ wäre.

    Keine Ahnung, vielleicht bin ich da eine gewisse Ausnahme, aber in meinem Beruf bin ich ein absoluter Perfektionist, mit dem strikten Wunsch, mich der Konkurrenz stetig zu entheben und es wäre eines vieler gäste – pflegender „Extras“, über welches ich, sollte dies mein Club sein, nachdenken würde.

    Ebenso fände ich eine Art „Herrenlounge“ super, wo man etwas schmökern könnte, ein Billard – Tisch oder eine Darts – Scheibe präsent wäre, um die Zeit zwischen der Erotik mit qualitativ genutzter Zeit zu überbrücken.
    Es ist Quatsch, dass dann weniger gebucht werden würde, da man ja so, zwischen den Zimmern, einfach „nur“ herum lungert oder sich der Wellnessbehandlung hingibt, wohin gegen ein solches Schmankerl die Anwesenheit um Weiteres bereichern würde.

    Doch zurück in den Club …

    Es hat selbstredend Vorteile, mit vielen Kollegen im Artemis einzulaufen.
    Ich selbst empfinde die Zeit dort immer als sehr schnell vergänglich, was besonders die Muse – Stunden in der Nacht betrifft.
    Man entwickelt im Laufe der Jahre und Besuche seinen eigenen „Tagesplan“ und passt diesen jeweils an die vor Ort stattfindenden Bedingungen an.

    Petronius ist kurz davor, Raisa anzusprechen, welche in der Lounge plötzlich neben uns auf der Couch lümmelt.

    „Sie hat sehr schöne Strümpfe an.“ - meint er und lacht mir zu.

    „Nur zu, vielleicht wird es ja wie bei Virginia. Eine angenehme Überraschung. Entschuldige, ...“ - antworte ich und wende mich wieder zu meiner Gesprächspartnerin - „...ja, dass tut mir leid mit der Katze. Generell verstehe ich diese schlechten Fotos auf Suchplakaten für entlaufene Miezen nicht. Von meiner Katze habe ich so viele Bilder, aus jeder Perspektive, ich könnte sie 1 zu 1 nachbauen wenn es sein muss.“

    „Pharao!“ - stößt er mich wieder an den Arm.

    „Mein Gips du Vollidiot! Was ist denn? Ich führe hier gerade eine sehr nette Unterhaltung.“

    „Ich bin unentschlossen. Sie schaut so grünkohl-lastig.“

    „Und DESWEGEN störst du mich? Ich baue hier gerade Vertrauen auf!“ - scherze ich.

    „Sie hat so eine unterkühlte Stimme.“

    „Dann sprich nicht mit ihr.“ - reagiere ich und drehe erneut den Kopf - „ … sorry, ich kämpfe hier an zwei Fronten sozusagen. Wo waren wir steh … ach ja. Die Katze!“

    „Mein Hamster ist auch gestorben.“ - kontert sie.

    „Ich will dich nicht anlügen, dass ist ja der blanke Horror bei dir. Gut, dass ich mich rasiert habe. Alles mit Fell wird in deiner Gesellschaft nicht sonderlich alt oder geht verloren. Ich habe noch eine Frage.“ - äußere ich.

    „Ich mache so ziemlich alles auf Zimmer. Ich bin flexibel, wenn die Chemie passt.“

    „Das war mir schon klar. Ich wollte wissen wie der Hamster hieß.“


    Fortsetzung folgt ...

    Allen Kollegen und Leserinnen und Lesern einen schönen Mittwoch! Passt auf euch auf!
     
  3. Herrmann2020

    Herrmann2020 Bürger

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    Guten Abend allerseits!

    Ich fühle mich mal wieder berufen, etwas ziemlich unnützes zu schreiben, auch wenn ich damit, wie mir einer der Forengötter
    mitzuteilen beliebte, keine "echten" Berichte schreibe, sondern nur chatte und somit die Zahl meiner Berichte weiterhin bei null steht.
    Mir völlig unverständlich, aber was solls...

    Also, ich habe die Tage eine Reportage über Murmeltiere in den Alpen gesehen, welche der Gewohnheit frönen, jedes Jahr 6 bis 8 Monate in den Winterschlaf zu versinken. Sofort dachte ich, das das auch etwas für mich wäre. Man stelle sich vor, sich im November in die Höhle zurückziehen, bis Ende Mai schlafen , dann aufwachen, sich impfen lassen und dann ab ins Artemis, gleich mit Benutzung des Aussenbereichs. Ja, ja die Murmeltiere…

    Pharao, wie immer vielen Dank für Deine Mühe uns während er Schließungsperiode gut zu unterhalten. Mich interessiert schon wie der Hamster hieß. Ich hatte mal einen, der leider Selbstmord beging, in dem er sich eines Tages von unserem Balkon stürzte. Ein nie wirklich verwundenes Kindheitstrauma. Aber ich merke schon, so wird das nichts mit den Beiträgen!

    Deshalb zum Abschluss nur noch eins, lieber Pharao: Vorsicht, man glaubt es zwar nicht, aber es gibt sie noch, die HSV-Fans!

    Allen, die sich überwunden haben dies zu lesen, alles Gute, vor allem Gesundheit!
    Herrmann
     
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  4. Der Pharao

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    Hallo Herrmann,

    der Forengott war unser "El Presidente" und bezog sich mit seiner Äußerung darauf, dass es eben Berichte aus der Clubszene bedarf, ehe man das Privileg des Chattens genießen kann.
    Eben Erlebnistexte aus unseren Gefilden, welche man selbstredend rhetorisch ausschmücken kann wie man möchte.
    Es ist dahin gehend schon verständlich, da sonst viele, direkt nach der Registrierung, quasi alle möglichen berichtenden Kollegen via Privatnachricht anschreiben und um Infos oder Telefonnummern bitten, insofern diese nicht direkt aus dem Hauptbericht entnommen werden können.
    Ich spreche jetzt ausdrücklich NICHT dich an!
    Ein Forum ist eben eine Austauschplattform über Erlebtes in der hiesigen Szene - ein Geben und Nehmen, ein Lesen und Tippen.

    Damit möchte ich HIER KEINEN BELEHREN, ich möchte nur den geschätzten Kollegen der dir schrieb etwas in Schutz nehmen, der dies nicht aus Schikane oder Boshaftigkeit betreibt, sondern im Sinne der Plattform agierte.
    Da auch du ein rhetorisches Talent besitzt, wäre es natürlich toll, auch etwas Längeres zu lesen ;)
    Natürlich - derzeit ist das absolut schwierig, ... gar keine Frage.

    Vielen Dank des Lobes, irgendwie muss man ja versuchen, die Zeiten ein wenig zu überbrücken.
    Und - ich glaube gern, dass der Dino im Profi-Fussball seine Anhänger aufweist.
    Bitte noch ein Schalke - Fan melden ;))

    Viele Grüße in den Norden, den Hohen! Bleib gesund und eine schöne Vorweihnachtszeit!
     
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  5. Herrmann2020

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    Hallo Pharao,

    es lag mir fern unseren (ich schreibe mit Absicht "unseren", ich fühle mich Euch schon irgendwie zugehörig) "El Presidente" in irgendeiner Form
    vors Schienbein zu treten. Ich habe ihm ja auch meinen Respekt zum Ausdruck gebracht. Regeln müssen sein, Forenregeln ganz besondersn. #
    Ich habe meine Gründe, warum ich keine ausführlichen "Zimmerberichte" schreibe. Zumindest bisher nicht, ich denke drüber nach. Mir geht es nur
    darum, etwas Flexibilität walten zu lassen. Mit der Zeit lernt man die Forenmitglieder ja auch anhand der Beiträge kennen, auch wenn diese keine Berichte, oder kaum, im eigentlichen Sinne schreiben. Man sollte doch merken, wer eine solche Funktion ausnutzt und wer nicht!

    Und am Rande: Ich bräuchte Jahrzehnte für 15 unterschiedliche Berichte, bei meiner "Damenfrequenz", wie Du ja weißt! Ich kann natürlich auch ohne die Chatfunktion leben, ärgerlich ist es aber schon ein bißchen ... und ich bin weder beim Fussball noch im Leben gerne zweitklassig! ;)

    Gruß
    Herrmann
     
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  6. Der Pharao

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    Hallo nochmal,

    ich hoffe, du hast das nicht als Kritik an deiner Person verstanden!
    Und nein, ich wollte auch nicht zum Ausdruck bringen das du irgendjemanden damit verprellt hast.
    Wie du sagst, Regeln sind wichtig, sie halten diese ganze Scheiße im Leben irgendwie am Laufen.
    Ich wies ja ausdrücklich darauf hin, dass mein Posting eher erklärender und allgemeiner Natur gemünzt war und dich weder belehren, auffordern oder inspirieren sollte ;)
    Du musst dich auch nicht rechtfertigen, denn jeder entscheidet das komplett für sich.
    Ja, natürlich lernt man die Forenkollegen irgendwann auf eine gewisse Weise kennen, da bin ich bei dir. Diese Regel soll eben das "Schreiben" fördern, quasi die Legionärsausbildung, ehe man mit der Legion in die Schlacht darf ;)

    Und ja - deine Frequenz kenne ich. Es geht ja nicht darum, sich in Damenvielfalt und Exotik zu übertreffen und es müssen ja auch keine Vielzeiler sein, welche über mehrere Seiten gehen. Mit Bericht ist einfach eine Art Reflektion des eigenen Clubtags gemeint, in seiner Gesamtheit. Da muss es nicht mal um die Zimmer an sich gehen, ... ich habe dich als intelligenten Menschen kennen gelernt, du verstehst, was ich damit meine :)
    Jeder erlebt ja einen Clubtag anders und mitunter war und ist das schon sehr interessant zu lesen.
    Während für einen eher alles nicht so schön daher kam, jubelten und frohlockten andere über die gleichen Stunden, die man teils gemeinsam nebeneinander verbrachte, ohne sich zu kennen.
    Viele Kollegen waren und sind ja hier, die man ähnlich zufällig mit der Zeit kennenlernte.
    Nochmal: Ich respektiere und verstehe jeden, der aus welcher Motivation auch immer eher nicht schreiben möchte.

    Nun, dann hoffen wir mal, dass du wenigstens in Bezug auf den Fussball bald wieder in höhere Sphären aufsteigst ;)

    Grüße in die Runde!
     
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  7. Herrmann2020

    Herrmann2020 Bürger

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    Sei gegrüßt Pharao!

    Einmal muss ich noch:
    Nein, ich habe Deinen Post nicht als Kritik an meiner Person verstanden, sondern als Erklärung Deines Standpunkts. Und ich habe halt meinen. Also, alles gut.
    Und verprellt habe ich bestimmt auch niemanden. Jetzt sollten wir es gut sein lassen, das interessiert sicher niemanden hier. Ich freue mich jedenfalls heute schon auf ein Wiedersehen, da können wir bestimmt noch mal alles auf persönlicher Ebene durchhecheln. (Übrigens, eine Chat-Möglichkeit wäre für solch eine
    Situation gar nicht schlecht, gelle?:))

    Herzliche Grüsse
    Herrmann
     
  8. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Salve Herrmann! Und natürlich auch ein Gruß an alle anderen!

    Auch von mir eine letzte Reaktion: ;)
    Ja, nur hat das mit Standpunkt in diesem Sinne nicht soviel zu tun, sondern eher mit Forenregeln bzw. Bestimmungen.
    Selbstredend sollst und hast du deine Ansichten, welche auch niemand wanken oder ändern möchte - ich hoffe das kam auch nicht so rüber, nur ist eben dann das Resultat, nicht privat auf diesem Board via Privatnachricht schreiben zu können. Das muss man dann schlichtweg akzeptieren.
    So, genug davon :)

    Ich schrieb es ja auch schon mal allgemein ...
    ... letztendlich entscheidet jeder in Eigenregie, was, wieviel und ob er überhaupt aus seinem Leben im Pay6 berichtet.
    Ich verstehe die, welche aus privaten Gründen eher verschwiegen sind und ich verstehe auch die, welche unter dem Gebot einer gewissen Diskretion und Niveauebene aus ihren Erlebnissen berichten.
    Wie überall im Leben, vermag man dies nicht zu verallgemeinern und es gilt, beides schlichtweg zu respektieren.
    Es gibt eben nur viele User, auch auf befreundeten Foren, welche sich registrieren, sämtliche Infos ziehen, Fragen ohne Ende stellen und danach nie wieder auftauchen. Sicher, auch die haben jedes Recht der Welt so zu agieren, nur erfüllt dies eben nicht den Sinn einer solchen Plattform.

    Alles gut - hoffen wir, dass und vor allem anderes auch bald wieder live erörtern zu können ...
    ...schaut man sich allerdings die neuen Zahlen an - und die Ideen von Herrn Lauterbach, dann werden wir wohl noch in einem Jahr nur via Monitor miteinander kommunzieren. Es ist völlig utopisch, eine deutschlandweite Inzidenz von 25 zu erreichen - zumindest in den nächsten Monaten.
    Ich verstehe auch nicht, wo sich 33 000 Menschen anstecken können - im Lockdown, bei Hygienemaßnahmen in Kliniken und Arbeitsstätten.
    Ich frage mich ja, was als nächste Maßnahme kommen soll ...

    Ich befürchte, dass das Kapitel Artemis noch für eine ganze Weile ruhen wird - so schade es ist und so gern ich es auch anders hätte.

    Viele Grüße an alle
     
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  9. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Lockdown Tag 50 und von mir wieder ein paar Zeilen zur Ablenkung und Reanimation besserer Tage.

    Ich hoffe, ihr hattet einen besinnlichen und angenehmen 4. Advent und ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlich für die mir zugetragenen Glückwünsche anlässlich meines Geburtstages bedanken.

    Verzichten wir heute auf größere Ausführungen zum „Dauerbrenner“ Corona und widmen uns lieber schöneren Themen, welche derzeit so weit entfernt scheinen wie Sterne, welche man vom Autodach aus liegend, für seine erste große Liebe, vom Himmel holen wollte.
    Ich bin leider weiter wie von Anfang an bei denjenigen, welche die Meinung teilen, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, ehe wir uns wieder in unserer geschätzten Location einfinden können.

    Auch zu dieser Mutation aus Südafrika und Großbritannien möchte ich nichts sagen, wenngleich ich es schon merkwürdig finde, dass im Lockdown, welcher ja landesweit verhängt wurde, weiter munter urlaubsbezogen gereist werden darf wie man möchte.
    Nach wie vor werden viele Regeln ad absurdum geführt und nach wie vor sprengt die Polizei illegale Partys, Zusammentreffen und Runden.
    Solange die Menschen nicht von sich aus begriffen haben, um was es geht, wird es auch keinen signifikanten Fortschritt geben.
    Es zeigt sich ja anhand der Zahlen, dass nicht bloß eine geringe unerhebliche Minderheit die Vorgaben nicht einhält, da diese „Minderheit“ immer noch bei Weitem zu groß ist, um die Lage für alle zu verbessern.

    Sei es drum, bei mir zumindest, ist, was dieses Thema angeht, inzwischen eine gewisse Müdigkeit und Lethargie eingetreten.
    Es bedarf jetzt schon eines entsprechend inneren Antriebs, nicht völlig mental zu versanden, sondern irgendwie, eine gewisse Form von Lebensqualität aufrecht zu erhalten.

    Und ich erwähne es auch gern noch einmal hier, dass wenigstens mir, mit einer schnellen Sexnummer nicht geholfen wäre.
    Nach wie vor fehlt mir eher die Flucht aus den Fängen des Alltags, welcher sich manchmal wie ein schwerer Mantel über die eigenen Schultern zu legen vermochte und welchen man, befreit eines kompletten Clubtages, in den Gefilden der Artemis, am besten abstreifen konnte.
    ***************************************************************************************************************************************************************************

    Vor einem Jahr …

    Ich stehe mit meinem Date und einer Clubfreundin an der Türe zum Lagerraum in der Lounge in Nähe der automatischen Schiebetür des Artemis, als jene Freundin ihren Blick zu uns richtet.

    „Überlegt euch was! Ihr habt, was Gemeinheiten und Boshaftigkeit angeht, zusammen einen IQ von mindestens 300!“ - äußert sie ungeduldig.

    „Ja. Das haben fünf absolute Volltrottel auch. Wartet mal hier.“ - antworte ich und bewege mich in Richtung Bar.


    Zurück in den Club im Oktober … Umkleide …

    Mich des Sofas erhebend, kürze ich die Wegstrecke in die Gefilde der Herrengarderobe ab, indem ich durch die Hintertüre der Lounge in die Umkleide eintrete.
    Ein greiser Herr, welcher sich über den gesamten Gang verteilt hat, erblickt mich und wühlt in aller Eile seine Habseligkeiten zusammen.
    Ich gestikuliere ihm, dass ich nicht auf der Flucht bin und er in Ruhe sein Sammelsurium unter Kontrolle bringen könne.

    Er dürfte die 60 bereits verlassen haben und auch sein Hemd, welches seinem Besitzer an Anzahl der Jahre in etwa gleichkommen dürfte, hatte die besten Zeiten wohl bereits vor einem vollendeten Jahrzehnt hinter sich gebracht.
    Mühevoll nestelt er seinen Besitztum zusammen, sodass ich an meinen Stammspind gelange.

    „Berliner?“ - fragt er mich und entledigt sich in halber Kniebeuge seiner Socken.

    „Gelegentlich. Aber eigentlich aus Dresden.“ - antworte ich amüsiert.

    „Mensch bei euch sind die Infektionen auch wild. Ihr solltet euch langsam Sorgen machen, ob der alte Holzmichl wirklich noch lebt … Wie ist hier so?“ - kontert er mit einem gewissen Witz.

    „Gutes Konzept. Einfach ein bisschen das Gehirn einschalten und beim Laufen die Maske tragen.“ - fasse ich in Kürze zusammen.

    „Aber teuer oder? Sagen viele!“

    „Ja, zur Sparanlage ist das hier natürlich nichts, aber oft auch die Aussage derer, die wegen 10 Euro Erhöhung meckern und im gleichen Atemzug ihre Kohle via Paypal aufs Konto irgendeines selbst – erklärten schizophren G – Promis überweisen, um ihm beim Widerstand gegen was weiß ich zu unterstützen. Nimm hier paar Scheine in die Hand und du hast eine richtig schöne Zeit.“ - nicke ich ihm zu.

    „Ich war vor ein paar Wochen in einem Puff. Da habe ich quasi in zwei Welten gelebt. In der einen Welt, da waren das dolle Mädels, super Haut, elegante Erscheinung. Und in der anderen Welt hatte ich dann meine Brille auf.“

    Ich muss lachen.

    „Keine Sorge, hier findest du schöne Frauen, selbst, wenn du mit einem Teleskop von der Sternwarte suchst. Pharao.“ - „beruhige“ ich ihn und stelle mich vor.

    „Horst.“

    Als ich wieder zu meinen Kollegen zurück kehren möchte, werde ich von einer Dame angesprochen, mit welcher ich sonst wenig bis gar keinen Kontakt pflege und die ihr Lager im rückwärtigen Bereich des Hauptraumes an dem Sofa mit Blickrichtung zum Restaurant aufgeschlagen hatte.

    „Zimmer?“ - fragt sie mich und „versperrt“ mir den Weg.

    „Ähm, … wie bitte?“

    „Zimmer?!“

    „Das habe ich schon verstanden, akustisch. Wie kommst du denn auf diese Idee?“ - frage ich mehr erstaunt über diese plötzliche und nie gedachte „Anfrage“.

    „Das ist hier ein Puff Schatz.“ - meint sie entschlossen.

    „Schon. Ich bin ein wenig überrascht.“

    „Wir haben schon mal gesprochen!“

    „Ja, aber das war so unterirdisch, da hätten Maulwürfe dabei sein müssen. Entschuldige, ich meine, nicht das du mich für verwöhnt hältst, aber „Ficken?“ oder „Komm Zimmer!“ finde ich eher so semi – animierend.“

    „Waren wir schon mal auf Zimmer?“ - fragt sie mich und erwartet meine Reaktion.

    „Wir beide? Nein.“ - antworte ich wahrheitsgemäß.

    „Aber du warst mit meiner Freundin. Schon etwas her.“ - sie deutet auf die Dame, welche ihre Sitzposition noch nicht geändert hatte.

    Ich blicke diskret in die Richtung.

    „Ja.“ - „analysiere“ ich.

    „Dann musst du auch mit mir gehen! Ich bin die Beste!“

    „Das hat deine Freundin damals auch gesagt, … was ihr gutes Recht ist ...“ - lächle ich.

    „Hat sie gelogen?“ - lächelt sie ein wenig zurück.

    „Lass es mich mal so ausdrücken. Weihnachten rückt ja immer näher und es ist wie auf dem Weihnachtsmarkt: Man möchte sich ein völlig überteuertes Getränk reinlöten, von dem man fast die Hälfte auf dem Weg zum dreckigen Stehtisch verschüttet und was nur in einem maximal zehn – sekündigen Zeitfenster zwischen den Trinktemperaturen „kochend heiß“ und „abgestandenem Biberwasser“ genießbar ist. Es ist immer so eine Sache, wenn hohe Erwartungen geweckt werden ...“ - führe ich aus.

    „Ich halte meine Aussagen, ich habe sehr viele Stammgäste!“ - äußert sie überzeugt.

    „Das glaube ich dir. Das wollte ich gar nicht in Frage stellen.

    „Wer weiß, vielleicht müssen wir bald wieder schließen. Man ist doch hier um Spaß zu haben.“

    „Zu subtil? Gut. Da hast du Recht. Lass uns das später nochmal besprechen. Ja, ich weiß, „später“, euer Lieblingswort hier im Club. Entschuldige mich bitte, ich jogge mal zu meinen Kollegen zurück.“

    Wieder vor einem Jahr …

    Ich kehre von der Bar zurück.

    „Und?“ - werde ich direkt gefragt.

    „Ich weiß noch nicht.“ - sage ich nachdenklich.

    „WAS heißt das?“

    „Das ich es mir anders überlegt habe, dass funktioniert nicht. Und schrei mich nicht gleich so an.“

    „Lass dir was einfallen!“ - meint mein Date.

    „Danke. Du bist eine große Hilfe.“

    „Man!“ - meint unsere Clubfreundin.

    „Bleib entspannt, wir finden schon eine Lösung.“ - äußere ich.

    „Wir haben nicht mehr lange!“

    Zurück ins 2020 … und mitten ins Gespräch auf die Couch ...

    „Es ist wie im Internet Pharao!“ - meint Petronius.

    „Ja. Da wollen die Frauen auch auf besonders kreative Art angeschrieben werden, aber, wenn man dann schreibt „Yes, Atomatic Action Drive, lass uns Bad Kissingen aus Käsewürfeln nachbauen“ kommt dann auch keine Antwort.“ - witzele ich.

    „Darum bin ich hier.“ - frotzelt Aurelius - „Kennenlernen leicht gemacht. Im Rewe fragt einen keiner nach Analverkehr.“

    „Zumindest niemand, mit dem man so etwas praktizieren möchte.“

    Neun Sekunden später …

    „Sag mal, wie hast du eigentlich Sex, … mit dem kaputten Arm?“ - fragt mich Toralf.

    „Ich lege ihn vor die Tür, ehe ich ins Zimmer gehe.“

    Er schaut mich an.

    „Was? Was soll ich dir sagen? Man muss eben bisschen aufpassen. Ich kann grade nicht das Kamasutra nachstellen, aber, es ist nicht annähernd so störend wie ich am Anfang dachte.“ - ergänze ich.

    „Ich könnte da nicht ...“

    „Naja, ich weiß auch nicht, ob ich jetzt die ganze Zeit mit Damen nach oben gehen würde, welche ich zum ersten Mal erotisch kennenlerne. Das ist ein bisschen so wie früher, wo man dutzende Überraschungseier schüttelnd ans Ohr hält und hofft, eine Happy Hippo Figur zu erwischen, anstatt etwas zusammenbauen zu müssen. Du verstehst mich?“

    „Ja.“

    „Tust du nicht.“

    „Nein.“

    „Ich meine damit, dass ich mich in sehr guten Händen befinde. Kein Risiko.“

    „Ja. Wenn die Dame weiß, was man sich wünscht.“

    „So in etwa. Wie damals Benedikt, du denkst doch dasselbe, bei Barfrau Janine. Er hat ihr ewig lange und tief in die Augen geschaut, weil er dachte, so ihren sehnlichsten Wunsch zu entdecken. Hat er auch, nämlich dass er aufhört, sie so anzuglotzen.“ - wir müssen lachen.

    Ich werde nicht müde zu erwähnen, dass ich diese kleinen Sequenzen, welche sich außerhalb von Lust und Sünde befinden, besonders zu schätzen lernte.
    Würde man nur die blanke Erotik begehren, so könnte man auch in einer Terminwohnung anbandeln oder eine Dame ins Hotel bitten, wo es direkt nach Öffnen der Pforte zur Sache gehen kann.
    Es ist hoch - interessant und weckt gedankliche Emotionen aller Art, wenn man einmal Revue passieren lässt, was einem an zwischenmenschlichen Interaktionen so im Bademantel "bekleidet", in den hiesigen Hallen der Jagdgöttin geschah.
    Während man mit manchen Damen wahre Abenteuer und skurrile Erlebnisse jedweder Auslagerung durchlebte, vermag man zu anderen Ladys, welche teils ebenso lange mit Anwesenheit glänzten, kaum eine Silbe zu formulieren.

    Vor ein paar Jahren ...

    Ich stehe am Geländer im Eingangsbereich der Lounge und unterhalte mich mit einem Clubfreund, als mich Arielle am Arm touchiert und näher an mich ran rückt.

    "Kann ich dir helfen?" - frage ich sie.

    "Komm mal mit zu deinem Spind."

    "Wieso?"

    "Komm einfach!"

    "Soll ich dir was leihen?" - scherze ich.

    "Nein! Komm!"

    Ich folge ihrer Bitte und wir flanieren zu den Wertschließfächern, wo sie mich vorbei lässt und auf eine Reaktion meiner Person wartet.

    "Und jetzt?" - stoße ich aus.

    "Ich weiß ja nicht, wo deiner ist. Ich brauche deinen Personalausweis!"

    "Bitte?"

    "Ja!"

    "Wieso? Willst du was ins Pfandleihhaus bringen?"

    "Nein! Ich will dir was zeigen!"

    "Auf meinem Personalausweis?" - frage ich.

    Es sei hier gesagt, dass man "damals" noch die größeren und älteren Ausweise hatte.

    "Ja. Komm! Ich brauche nur die Rückseite."

    So füge ich mich ihrem Wunsch und halte die Rückseite des Dokuments in ihre Richtung.

    "Danke. Jetzt musst du es auf den Kopf stellen. Genau. Was siehst du?"

    "Ähm, ..."

    "Das sind doch zwei Hörner - da ist der Teufel abgedruckt!" - äußert sie und fährt die Linien mit den Fingern nach.

    "DESWEGEN sind wir hier?"

    "Ja. Erinnerst du dich an unser Gespräch?" - fragt sie mich.

    "Ja. Und wie ich sehe hast du gründlich recherchiert."

    Ich kann nur jedem raten, wer dieses Dokument noch besitzt, dies einmal so anzuschauen. :)
    Es ist schon verrückt, auf welche Ideen man kommt und was man so erlebt, wenn man am wenigsten damit rechnet.

    Fortsetzung folgt ...
     
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  10. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Lockdown Tag Numero 52 und somit erreichen wir die geheiligte Zahl der Maya, wo nach 52 Jahren der Kalender wieder von vorn zu beginnen vermochte.
    Zugleich gibt es ebenso viele Karten beim Pokern und ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass ich bezogen auf demnächst stattfindende Clubbesuche wohl nicht das beste Blatt in der Hand halte.
    Ein „Full House“ dürfte es wohl noch längere Zeit sowieso nicht geben und auch die wieder länger werdenden Tage sind nur ein kleines Trostpflaster.

    Auch gestern und heute wieder diverse Menschen ohne Maske gesichtet, welche vom doch recht stark vertretenen Polizei – und Ordnungsamt umgehend angehalten und auch folgend sanktioniert wurden.

    „Ich kann ihnen leider mein Attest zur Befreiung der Maske nicht zeigen, ich habe dafür ein Attest.“

    Ich bin jedenfalls recht froh, wenn dieses krisengeschüttelte Jahr langsam aber sicher seinem verdienten Ende zusteuert. Für einige war es ja wirklich enorm kräftezehrend, zusätzlich zum Belehren von Fremden im Internet und Leugnen des Klimawandels auch noch permanent eine Pandemie herunter zu spielen, obwohl deren Meinung für die Allgemeinheit in etwa so wichtig war wie das Entdecken einer Kleinmuschelart in einer schlammigen Wassermündung im Klang – Fluss der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur.
    ************************************************************************************************************************************************************************

    Zurück in den Club … Oktober …
    … Mitten ins Gespräch … Empore Club – Lounge …


    „SO möchte ich nicht jedenfalls nicht enden! Irgendwann feststellen, dass man auf einmal zu denen gehört, die auf dem Balkon schweigend rauchen und welke Blätter von ihren Pflanzen abtrennen.“ - meinte Petronius.

    Ich nicke ihm zu und nippe an meinem O – Saft, welchen ich von Nadine während ihres kurzen Aufenthalts an der oberen Bar erhalten hatte.

    „Überhaupt Pharao, … die Grundstimmung ist seit dieser Corona – Scheiße auch im Club total anders. Depressiv, nachdenklich, melancholisch. Schau mal nach links, wie zur Selbsthilfegruppe. Fehlen nur noch ein paar Donuts und ein Typ im Rollkragenpullover, der uns sagt, dass unser Aufenthalt im Bordell keine Lösung der Probleme ist und wir dringend reden sollten.“

    „Ja, aber es verschlimmert sie auch nicht. Schlussendlich legen immer Taten des Wert aller Worte fest. Ich finde das hier nicht so dramatisch wie du.“

    „Nicht?“

    „Nein. Ich fahre quasi mit einer Hand 500 Kilometer, habe mir den Ellenbogen an gefühlt jeder Stelle gebrochen, spüre meine Finger wegen diesem scheiß malträtierten Nerv nicht, kann mich kaum alleine anziehen und trotzdem geht es mir gefühlt noch zweiundsechzig Mal besser als jedem der hier schräg gegenüber sitzt.“ - scherze ich.


    Eine Dame nähert sich uns und nimmt auf dem Hocker flüchtig Platz.
    Es folgt ein wenig Small – Talk, wie an diesem Ort üblich und mein Clubbruder beißt ein wenig an ihrer Angel an.

    „... ja, stimmt. Es ist bisschen ruhiger geworden als früher. Die Musik hier in der Lounge ist aber besser. Ich mag Pop und bisschen Klassik. Was hörst du gern?“ - fragt er sie.

    „Das ich Recht habe.“ - kontert sie gewitzt.

    Ich mag ja die Mädels, die stets eine schlagfertige Antwort parat haben und generell nicht auf den Mund gefallen sind, gleichzeitig aber wissen, wo die Grenze des guten Geschmacks vielleicht erst ab einer gewissen „Vertrautheit“ überschritten werden sollte.

    „Die Kleine hatte Feuer im Hintern.“ - meint mein Clubfreund.

    „Ja, … die, mit Persönlichkeit, findet man immer außerhalb des „Rudels“.“ - antworte ich.

    Oft überfallen einen unerwünschte Erinnerungen und peinigen einen bis ins Mark, während die erwünschten Erinnerungen hingegen reichlich abgenutzt daher kommen und bei weitem nicht diese Durchschlagskraft zu besitzen scheinen.
    Während man vielen Akquisen beiwohnt, ploppen fast wie von Geisterhand getrieben Rückblicke an ähnlich Erlebtes auf und man vergleicht unfairer Weise im Unterbewusstsein die ein oder andere Dame mit Ladys früherer Tage.
    Ich bin kein Fan davon, zu sagen, dass früher alles besser war, da dies einfach nicht gerecht wäre.

    Wir sitzen auf den Sofas verteilt und saugen die Atmosphäre im Club in uns auf.

    Rosalie dreht eine weitere Runde, verharrt kurz, registriert aber, dass mit unserer Gruppe noch immer kein Gewinn zu verzeichnen wäre.
    In meiner Anfangszeit, als ich noch blutjunger Legionär war, hatte sie mich einmal am oberen Erotik – Kino freundlich angesprochen und ich hatte ihrem Angebot wenig entgegen zu setzen, sodass wir uns im hinteren Bereich auf den Spielwiesen vergnügten.
    Vor uns, so weiß ich es bis heute, wurde ein Kollege von Club – Legende Jenna oral verwöhnt und fast direkt an der Leinwand hoppelte eine schlanke Grazie aus Dakien auf einem älteren Gesellen, welcher die gesamte Räumlichkeit mit seinen Lustschreien durchflutete.
    Heute, über ein Jahrzehnt später, reicht es „nur“ noch für ein gegenseitiges Lächeln und für das einander Zustupsen eines Luftballons, welcher damals, im September, von der wegen Corona ausgefallenen Jahresfeier als Deko - Relikt durch die Lounge schwebte.

    Lucius vermisst Ella, die immer – freundliche russische Dame, welche ebenfalls eine Statue vor den Gefilden des Artemis verdient hätte, während Valbus in Fana noch das Glück aufwies, eine ihm vertraute Dame der ersten Stunde quasi auch in „heutiger“ Zeit noch bezimmern zu dürfen.

    Vor einem Jahr …

    „Du bist verabredet?“ - fragt mich einer meiner Clubfreunde, mit welchem ich wie so oft im vorderen Bereich des Hauptraumes stehe.

    „Allerdings. Hab noch ein paar Minuten. Und du?“

    „Ich auch. Habe gerade ein Date ausgemacht.“

    „Mit wem? Warum musst du da lachen?“ - frage ich ihn und lache dabei selbst.

    „Mit Roxy.“

    „Du warst 232 Mal mit ihr auf Zimmer. Ich bin enttäuscht von dir, du klangst, als du losgelaufen bist, so, als würdest du jetzt in neue Welten aufbrechen! Das ist, als ob ich dich losschicke, um exotische Designerdrogen zu besorgen und du kehrst mit Tomatensauce zurück … als ob man Picasso oder Chagall bitten würde, einen Gartenzaun anzustreichen!“ - ulke ich.

    „Schon, … aber ich trau mich nicht, du weißt schon. Was Neues, … da kann immer was schief laufen. Man passt nicht zusammen, du weißt doch … ich mag es eher ruhig, anschmiegsam. Die hübsche Frau dort an der Bar gefällt mir, … aber, … ich weiß nicht, vielleicht sollte ich sie fragen, ob sie sich „so“ eine Nummer vorstellen kann ...“

    „Wenn man das über jemanden erfahren möchte, ist meiner Erfahrung nach derjenige der Letzte, den ich fragen würde … Aber, riskiere doch mal was! Denkst du, sie sagt, „Nein – also das mache ich überhaupt nicht!“ … dann wäre sie eine miese Geschäftsfrau. Am Ende zeigt es nur die Chemie. Aber natürlich nach Roxy.“ - lächle ich.

    „Ja. Nach Roxy.“ - wiederholt er.

    Zurück in den Oktober …

    Corona wird irgendwann überstanden sein.
    Aber die bittere Erkenntnis, dass so vielen Menschen die Bereitschaft fehlt, ihre Bedürfnisse vorübergehend dem Gemeinwohl unterzuordnen, die wird bleiben.
    Ich treffe erneut auf einen Gesellen in Toilettennähe, welcher sich vehement weigert, seine Maske anzulegen, nachdem ihn ein anderer Gast darauf aufmerksam machte.

    Und da ich vor den Festtagen nicht wieder beim Dauerthema enden möchte, unterbreche ich hier meine Anekdoten fürs Erste und kehre ins Hier & Heute zurück.

    Liebes Kollegium,

    verehrte Leserinnen und Leser,

    liebe Interessierte, wie man es wohl gender – gerecht am besten auszudrucken vermag,

    da nutze ich doch hier und direkt die Möglichkeit, um Euch und Euren Lieben ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen.
    Auch wenn dieses Jahr alles ein wenig anders daher kommt, so entsende ich doch trotzdem gern beste Wünsche für eine gemütliche, gesunde und stressfreie Festtagszeit.
    Nutzen wir die gewonnene und melancholische Zeit zum Herunterfahren des eigenen Betriebssystems und hoffen gemeinsam auf bessere Tage.

    Bis dahin,
    bleibt gesund, munter und widerstandsfähig.

    Euer Pharao
     
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  11. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Kleines Update ...

    Ich hoffe, ihr hattet ein schönes, ruhiges, besinnliches und stressfreies Weihnachtsfest, entweder allein, oder - hoffentlich, im Kreise der Lieben und könnt und konntet die Stunden um Heiligabend entsprechend angenehm verleben!
    Ferner hoffe ich, dass das nächste Fest, im kommenden Jahr, wieder ein ganz anderes Gesicht aufweist und wir dann den derzeit geltenden Einschränkungen nur in blasser Erinnerung gedenken.
    Der Mensch neigt ja bekanntlich dazu, recht schnell wieder von Zurückgewonnenem Besitz zu ergreifen, ohne sich dessen zu besinnen, was einem für einen langen Abschnitt abhanden kam und geraubt wurde.

    Für mich war 2020 in vielerlei Hinsicht sicher das schlechteste Jahr, welchem ich beiwohnen "durfte" und mit Sicherheit wird hier der ein oder andere zustimmend nicken.
    Die meisten Pläne, Ideen und Weiterentwicklungen im beruflichen und privaten Sinne fielen der Pandemie zum Opfer, oder, wenn es doch einen Weg gab, so war dieser in limitierter und anders umgesetzter Art und Weise gestaltet.
    Es bleibt nur, die Tatsachen zu akzeptieren, anstatt ständig gegen einen Mühlstein anzukämpfen, welcher einen Sieg doch in weite Ferne rückt.
    Nicht, dass ich mich nicht wehren möchte, aber, die Wege, welche man sich bahnen könnte, sind nicht die, welche in Sachen Niveau und Anspruch ich an mich selbst beschreiten möchte.
    So hege ich ein wenig Hoffnung, dass spätestens 2022, also in 2 Jahren, die Welt ihre Normalität wieder in großen Teilen zurück erhält und das Jahr 2020 "nur" ein Kapitel in den Analen der Weltgeschichte wird, auf welches man wohl gut und gerne verzichtet haben könnte.

    Rein auf den Pay6 bezogen, war 2020 wenigstens von September - Oktober für mich ein doch sehr schönes Kapitel, da ich durchweg positive Erfahrungen machte und meine Strukturen innerhalb dieses Kosmos weiter festigen und ausbauen konnte.
    Leider musste man sich auch dieses Jahr von geschätzten Kollegen verabschieden, welchen eine längere Zeit auf dieser Erde nicht vergönnt war.
    Coronabedingt verfielen viele Clubbrüder einer gewissen Lethargie und Niedergeschlagenheit, welche sich auch später gesundheitlich manifestierte, physisch - und, nicht zu unterschätzen, auch psychisch.
    Manche größere, geplante Treffen innerhalb des Clubs fielen ins Wasser, sei es aus Angst, belebte Orte zu besuchen, oder aus Gründen der Reiselogistik, die manche Anreise in einen wahren Hürdenlauf verwandelte.

    Aber, zurück zum Thema,
    wer braucht schon Weihnachten mit der Verwandtschaft?
    Wenn ich mir von Leuten, die ich kaum kenne, Vorwürfe bezüglich meines skandalösen Lebensstiles anhören will, dann gehe ich einfach ins Internet oder setze mich in die Finnische Sauna im Artemis zu einem gut besuchten Sonntag.

    Und trotzdem ...

    Da$ $chön€ an W€ihnacht€n i$t doch di€ B€$innlichk€it im $cho߀ d€r Famili€.
    Das l€ck€r€ €$$€n, di€ l€ucht€nd€n K€rz€n und di€ Fr€ud€ in all€n G€$icht€rn.
    Di€$€$ fri€dvoll€ B€i$amm€n$€in kann €in€m so vi€l g€b€n, g€rad€ in di€$€m Jahr.
    ***************************************************************************************************************************************************************************

    Liebe Freunde und Kollegen, Montag geht es dann mit einem „richtigen“ Teil weiter …die Zeit überbrückend, ehe wir wieder aktuellen Berichten beiwohnen können.
    Bis dahin, habt eine angenehme Zeit, bleibt gesund und gedenkt dessen, was wir immer für selbstverständlich hielten.

    Wie schön wäre es doch jetzt, im vertrauten Kollegenkreis, bei einem guten Aufguss in der Schwitzstube zu sitzen, wissend, dass das Schönste noch vor einem liegen würde.

    Euer Pharao, der nochmals alle Leser herzlich grüßt und weiterhin eine besinnliche Zeit zu wünschen vermag.
     
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  12. lulatsch

    lulatsch Bürger

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    Hallo,
    vielen Dank, daß Du trotz Deines Handicaps so fleißig schreibst.

    Hier geht man davon aus, daß das Artemis wohl erst wieder zu Ostern Anfang April öffnen wird.
    Die zwischenzeitlichen Überlegungen der Geschäftsführung, das alles hinzuschmeißen und das Arte für immer zu schließen, sind aber vom Tisch. Wie als trotzige Geste ist das Haus auch weiterhin jeden Tag von außen voll beleuchtet.
    Intern gibt es auch schon Überlegungen, wie man dann nach Öffnung weiter verfährt. Von der Vorlage eines identifizierbaren Corona-Testes bzw. Impfnachweises oder einen Schnelltestes vor Ort sind die Varianten. Eine endgültige Entscheidung ist aufgrund der Dynamik der Entwicklungen aber noch nicht getroffen worden.

    Eine CDL habe ich auf mysugardaddy zufällig gefunden und habe mit ihr Kontakt. Von einer anderen habe ich mir die Telefonnr. über einen Clubkollegen besorgt und wir haben uns auch nochmal ganz anders kennengelernt - Corona hat auch ganz neue Wege geschaffen, viele schlechte, aber manche auch gute.

    Viele Grüße aus Berlin.
     
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  13. Hobbymoderator

    Hobbymoderator Volkstribun

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    Na mal locker bleiben, liebes Artemis ;). Die Rücklagen sollten doch mehr als ausreichend sein, auch wenn diese Zeit uns alle nervt. Da haben es andere Etablissements gefühlt viel schwerer.
     
  14. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Hallo in die Runde.

    Da alles hinzuschmeißen ist doch vollkommener Unsinn und fähige Menschen, die sich dort versammeln, werden dass auch entsprechend analysiert und bedacht haben.
    Auch wenn die jetzige Zeit anstrengend, nervig und selbstredend finanziell unter aller Sau ist, so ist doch Gewiss, dass Corona irgendwann zumindest so eingedämmt sein wird, dass wir in Großteilen unser normales Leben zurück erhalten.
    Und entsprechend wird auch das Artemis wieder seine Pforten öffnen können.
    Trotz der derzeitigen Entbehrungen dürften die Jahre vorab - und auch danach - finanziell so lukrativ gewesen sein - und wieder werden, dass man auch diese Durststrecke irgendwie bewältigt.
    Ich jedenfalls bin sicher und überzeugt - auch durch das Gespräch mit dem Chef kurz vor Schließung, dass dort keine Entscheider innerhalb des Clubs weilen, die einem "Kampf" aus dem Weg gehen und die Flinte aus einer Laune heraus ins Korn werfen.
    Ich habe dort Menschen kennenlernen dürfen, die sehr wohl zäh und widerstandsfähig daher kommen und die ebenfalls schon eine Menge an Erfahrung aufweisen.
    Wo jetzt viel Dunkel ist, da wird auch irgendwann wieder viel Licht sein.

    Irgendwann - und da muss man kein Prophet sein, kehrt alles zurück, Stück für Stück, die Stammgäste, die Tagesgäste, die Geschäftsreisenden und auch die Messeaussteller und Messebesucher.
    Der Pay6 hat sich seit der Antike gehalten und wird auch vor einem Virus nicht in die Knie gehen.
    Natürlich, ohne Frage, dürfte es manch kleineren Club mit weniger finanziellen Mitteln arg beuteln, eventuell sogar so, dass dieser schließen muss.
    Beim Artemis mache ich mir wenig Gedanken, dass dieses nicht wieder wie ein Phoenix aus der Asche empor steigt.
    Egal, mit welchen Konzepten, Bestimmungen oder Regelungen.
    Dieser Baum ist zu stark, als das er von einem Sturm entwurzelt werden könnte.

    Viele Grüße an alle
    Der Pharao
     
    schneehase und meretrix vivat gefällt das.
  15. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Lockdown Tag 57 und die ersten Impfungen haben begonnen.
    Selbstredend kann man davon halten was man möchte, aber ich persönlich finde es toll, mit einer 101jährigen Dame zu beginnen, da jedes Menschenleben, gleich welchen Alters, wertvoll und schützenswert daher kommt.

    Und damit schon genug zum leidigen Dauerthema und lasst uns gedanklich wieder in Welten reisen, welche in ihrer Vielseitigkeit und Variabilität an Schönem doch die ein oder andere Lücke rissen, welche in ihrem Zugriff aufs Wohlbefinden des Einzelnen doch energischer einwirkte als zunächst angenommen.

    Zurück in den Club, immer noch im zehnten Monat des Jahres 2020 …

    Ich wasche meine Hände und lausche noch beiläufig dem Gespräch der Kollegen, welche sich gegenseitig mit „Argumenten“ zum Dasein oder der Abwesenheit der Pandemie eindecken.
    Wie so oft dauert es einige Sekunden, ehe der Sensor des Papierhandtuch – Spenders reagiert und ein blütenweißes Abtrockblatt aus dessen Inneren befördert.
    Ich reiße es ab und betupfe meine linken Fingerglieder, welche aus dem Gips heraus schauen.

    „Selbst im Bordell müssen wir diesen Lappen tragen!“ - schimpft der eine und schüttelt verächtlich den Kopf.

    „Grad hier!“ - wehrt sich sein Gesprächspartner und ergänzt - „...hier kommen doch viele Leute zusammen und stellen weiß Gott was miteinander an.“

    „Letzte Grippesaison hatte hier niemand was um, da wurden mit tropfenden Nasen Küsse verteilt. Das war dann für den ein oder anderen überraschend, als er auf einmal krank wurde.“

    „Alles kann eine Überraschung sein, wenn man ein Idiot ist.“ - mische ich mich ein und schlängele mich hindurch in Richtung Wertfächer.


    Dort angekommen, lehnt ein wohlbeleibter Clubbesucher direkt vor meinem Schließfach.

    „Entschuldige, ich müsste mal kurz …“ - äußere ich und hoffe auf eine Reaktion.

    Als diese ausbleibt, wiederhole ich mein Anliegen und verstärke tonal meine Stimmfarbe.

    „Du gestattest ...“ - stoße ich aus und trete ein Stück auf ihn zu.

    „Oh, … ja, ja ...“ - tritt er zur Seite - „ … ´schuldige, ich war in Gedanken.“

    „Kein Problem, habe ich gemerkt.“ - antworte ich und werfe einen kurzen Blick auf mein Handy.

    „Warst du schon mal hier?“ - fragt er mich und ich überlege, wie oft ich wohl diesen Satz gehört habe.

    „Ja.“ - bestätige ich und checke dabei die verpassten Anrufe.

    „Ich bin ein großer Anhänger von sehr natürlichen Frauen, gern schon etwas älter. Gern auch ziemlich alt.“

    „Okay ...“ - werfe ich ein und schenke ihm nun meine volle Aufmerksamkeit.

    „Ich war vor ein paar Jahren einmal hier, da war eine Slowakin, die immer so einen Indianerschmuck trug, … vielleicht weißt du, wen ich meine.“

    „Tue ich. Sie ist nicht mehr da.“

    „Habe ich befürchtet. Aber, vielleicht sehen wir uns drin nochmal und ich darf dich nochmal ansprechen.“

    „Kannst du, aber, ich erwähne es immer wieder, des Einen Hochzeitsnacht kann des Anderen Trauerspiel sein … Dein Akzent klingt vertraut, kommst du aus dem Taunus – Gebiet?“

    „Ja. Du aber nicht oder?“

    „Nein, aber ich habe da eine Zeit lang eine Zweigstelle gehabt. Viel Spaß!“

    Er trollt sich und ich prüfe nach den Anrufen, welche ich versäumt hatte, auch die eingegangenen Nachrichten, welche aus großen Teilen von den Mitarbeitern meiner Firma stammten.
    Gedankenverloren schaue ich aufs Display und lehne mich an die kleine Fensterbank, als ich eine vertraute Stimme vernehme und kurz nach oben Blicke.

    „Nadine! Wir sollten aufhören, uns hier ständig zu treffen.“ - scherze ich.

    „Ja. Du stalkst mich. Du wusstest zwar nicht, ob ich wieder hier lang komme, aber du stalkst mich!“ - steigt sie auf meinen Witz ein.

    „So ist es Herzchen. Das ist mein perfider Plan, ich mache dich mürbe, bis du mich endlich als potenziellen Lebenspartner akzeptierst. Dann machen wir uns gegenseitig unglücklich, bis wir unseren Selbsthass an unsere Kinder weitergeben können. Ann – Christin und Pharao junior.“

    „Was hast du anzubieten?“

    „Ich kann Klavier spielen, … also, vielleicht irgendwann wieder und wenn mein Arm nie wieder gesund wird leben wir von deinem Einkommen und meiner Invalidenrente. Wird nicht viel sein, da ich ja selbstständig bin, aber was bedeutet schon Geld.“

    „Hier zumindest überhaupt nichts.“ - kontert sie klug.

    „Nein. Ich weiß, ich verplempere mein Geld, statt den Stein für unsere Zukunft zu legen. Bei unserer Preisklasse, Nadine, macht die Wohnungsbesichtigung dann direkt der Tatort – Reiniger.“

    Wieder im Clubraum …

    Ich laufe zur Bar und bitte um einen Cappuccino, als sich Petronius wieder neben mir einreiht.

    „Sei froh, dass du draußen warst, ...“ - meint er und lehnt sich seitlich an die Bar.

    „Wieso?“ - frage ich und bejahe die freundliche Anfrage nach Zucker.

    „Der trübe Sack war bei mir, der, der sonst immer nur in die Wohnungen rennt. Hat mich voll – gequatscht mit seinen wirren Theorien und das er früh gesehen hat, wie eine Frau ans Artemis gebracht wurde.“

    „Und? Soll sie mit der Postkutsche kommen?“

    „Sag das nicht mir. Aber er will das nicht fördern, dass Bürschlein, weil er nicht dessen Leben finanzieren will.“

    „Und was interessiert das nicht?“

    „Gar nicht, aber ich bin ihn nicht wieder losgeworden. Er hat gefragt, wo du bist.“

    „Ich hoffe, du hast gesagt, dass ich inzwischen ausgewandert bin. Und das hier ist mein Zwillingsbruder. Oh – danke!“ - äußere ich und bedanke mich für das mir gereichte Heißgetränk.

    Drei Sekunden später …

    Ich befördere etwas Zucker in die Tasse und rotiere den Löffel kreisförmig.

    „Scheiße! Da kommt er.“ - meint mein Begleiter und richtet seinen Blick umgehend zur Bar.

    „Pharao!“ - erschallt es und der angesprochene Gast steht auf einmal neben uns.

    „Ja, hallo.“ - artikuliere ich und beiße mir insgeheim auf die Lippen.

    „Kaum was los hier. Hatte mit mindestens 50 Frauen mehr gerechnet.“

    „Ja. Das macht Sinn, hier 100 oder mehr Damen rein zu stellen, wenn insgesamt nur 250 Personen gleichzeitig im Club sein dürfen.“

    „Hm, für mich wäre das bis jetzt nichts. Auch nicht draußen.“


    Ich finde es wahrlich sagenhaft, welch Selbstüberschätzung manche doch ihr Eigen nennen.
    Im Laufe der Jahre durfte ich vielen Gesprächen beiwohnen, wo man sich oftmals vorkam, als würde man hier in einer Discothek sitzen, wo „echte“ Frauen in freier Wildbahn aller zwei Minuten zu Tische kamen und sich und ihre erotischen Vorzüge feilboten.
    Selbstverständlich kann man, wenn man für diese Dienstleistung bezahlt, das Recht beanspruchen, sich die Dame seines Gefallens nach eigenem Wunsche auszusuchen.
    Ich finde es nur witzig, wie einige Gäste so fernab der Realität existieren und nicht im Keime auch nur der Gedanke aufkommt, dass diese Mädels die meisten Gäste im wahren Leben nicht einmal anschauen würden.

    Ferner ist es gelinde gesagt peinlich, in einem Saunaclub den Playboy zu geben, in der Art und Weise, über allen Dingen zu stehen. Vielleicht ist es auch nur die Flucht aus dem Alltag, das Eintauchen in ein Trugbild aus Illusion und Schauspiel und trotzdem könnte ich mich bei so einem Verhalten kaum unwohler fühlen.
    Wir wechseln noch ein paar Worte, ehe ich mich verabschiede und wieder auf einem Sofa Platz nehme.

    „Boah war das unangenehm.“ - sagt mein Clubfreund, welcher mir wie auf dem Fuße gefolgt war.

    „Eine Darmspiegelung ist unangenehm, dass hier, dass war die Hölle. Vielleicht sollte man die Diplomatie aufgeben und ihm sagen, was er für ein abnormal verunstalteter Bastard ist.“ - kontere ich und ziehe eine Augenbraue nach oben.

    Eine Dame, welche neben uns sitzt, bemerkt unser Gespräch.

    „Du meinst ****?“ - fragt sie und legt einen Arm auf die Lehne.

    „Exakt.“ - bestätige ich und nippe an der Kaffeetasse.

    „Stimmt. Unmöglich.“ - nickt sie mir zu.

    „Hörst du Petronius? SO hätte man es auch sagen können. Die weibliche Stimme der Vernunft.“

    „Ich frage mich ja, wer überhaupt mit so jemand aufs Zimmer geht.“ - antwortet dieser.

    „Keine Ahnung. Wahrscheinlich „muss“ das sowieso keine, bei den 4 Euro, die er dabei hat.“

    Auch an einem Ort wie ein Bordell, sollte einem ein halbwegs gutes Benehmen nicht fremd sein und eine gewisse Wertschätzung gegenüber den Damen sollte als Selbstverständlichkeit gelten.
    Es ärgert nicht nur mich, wenn vor allem Gäste, die wirklich nicht im Ansatz etwas darstellen oder selbst etwas im Leben erreicht haben ein Benehmen an den Tag legen, welches schnell als Verallgemeinerung für alle um sie Befindlichen daher kommen könnte.
    *************************************************************************************************************************************************************************

    So auch vor circa einem Jahr, Ende November …
    … Geländer, … Gegen 19 Uhr, …

    „Was hast du mit diesem Möchtegern zu tun?“ - schimpft mein Date.

    „Nichts.“

    „Warum redest du dann mit ihm?“

    „Hab nur gegrüßt.“

    „Ein richtiges Arschloch.“ - schüttelt sie den Kopf und zieht an ihrer Zigarette.

    „Du nennst mich auch so.“ - ulke ich ein wenig.

    „Ja, aber du bist auf andere Art und Weise eins. Du hast wenigstens Charme.“

    „Oh, … vielen Dank, also wenn du ...“

    „... DAS siehst du als Kompliment?“ - sie schaut mich an und muss ungewollt lachen.

    „Ja. Mach Heu solange die Sonne scheint! Kannst du mal sehen, wie tief die Latte hier schon liegt. Da nutze ich jede Chance, die sich bietet. Ich habe nur gehört, dass ich Charme habe.“

    „Und Arroganz.“

    „Sagt mir die Königin der Arroganz! Du hörst dich schon selbst reden oder?“

    „Besser als wenn du redest. Zicke!“ - sagt sie und greift nah an meinem Kopf vorbei in Richtung gekühltes Getränk.

    „Hättest du doch was gesagt. Ich hätte es dir vermutlich nicht gereicht, aber ich werde gerne gefragt.“

    „Du wärst verloren ohne mich.“ - meint sie und zieht an ihrem Trinkhalm.

    „Meinst du?“

    Sie hebt die Augenbrauen.

    „Meinst du, ich finde keine andere, die perfekt aussieht und mich so mies behandelt?“ - wiederhole ich.

    „Anscheinend nicht.“

    „Vielleicht suche ich ja nur nicht.“

    „Schau dich um, genug Frauen hier. Die, oder die, oder di .. nein, die nicht.“

    „Warum die nicht?“

    „Sie hat was Besseres verdient als dich. Nicht ganz viel besser, aber besser.“ - lächelt sie.

    „Verstehe. Reicht das als Vorspiel? Ich bin gebrochen genug, um nach oben zu gehen.“

    „Wart mal. Ich muss noch auf meine Freundin warten.“

    „Wieso? Die ist froh, wenn sie dich mal ein paar Stunden los ist.“

    „Nein, wir brauchen sie doch noch.“ - sie schaut mich an.

    „Ach so, ja. Dachte, dass hast du irgendwie vorab geklärt.“

    „Nein.“

    „Warum auch …“

    Eine Dame grüßt mich beim Vorbeigehen.

    „Eine Freundin von dir?“ - lächelt sie mich wieder an.

    „Das war Lana. Habe ich dir doch erzählt, von letzter Woche. Wenn ich dich so ansehe, hast du keine Ahnung ...“

    „Nein, ...“

    „Kurzfassung?“

    „Kannst du sowas?“ - wieder lacht sie.

    „Ja, … ha – ha – ha ...lt die Klappe! Also: Getränk bestellt, angesprochen wurden, gesagt „Nein danke, sorry – ich will kein tolles Zimmer erleben, ich bin einem seelen – mordenden, aber ziemlich attraktiven Teufel versprochen, den schockierten Blick registriert und dann von ihr gefragt worden, ob wir einen Dreier wollen … sie war das!“

    „Sie war das?“

    „Ja.“

    „Hm, nein.“

    „Nein zu sie war das nicht oder nein zu dem Dreier?“

    „Nein zu dem Dreier.“

    „Ich weiß. Das war auch kein neuer Versuch. Du bist in deiner vollkommenen, wu … entschuldige, dass ich lachen muss.“

    „Ich fahre wieder nach Hause.“ - stimmt sie in mein Lachen ein.

    „Sehr gut. Vielleicht ziehst du dann was Rotes an. Dieses Weiß ist so ...“

    „So?“

    „Engelhaft.“

    „Ich kann nicht immer nur weiß.“

    „Du hast selbst gesagt, … nur noch rot!“

    „Wir haben schon viel gesagt und uns an nichts gehalten.“

    „Stimmt. Das ist auch eine Form der Verlässlichkeit. Stell dir vor, wir machen ein Date aus und ich komm einfach nicht.“

    „Dann schneide ich dir deinen Schwanz ab. Beim nächsten Mal.“

    „Apropos ...“ - weiter komme ich nicht, da besagte Clubfreundin dazu stößt.

    Zurück in den Oktober …

    Fortsetzung folgt ...

    Bleibt mir weiter gesund und zuversichtlich!
    Es wäre toll, bald wieder aktuelle Anekdoten zum Besten zu geben, wenngleich das hier wenigstens ein wenig dafür sorgt, sich gedanklich wieder in schönere Atmosphären zu beamen ...

    Grüße an alle Leser, Leserinnen und Interessierte!
    Es ist wohl noch etwas zu früh, hier einen "Guten Rutsch" zu wünschen, daher spare ich mir das auf und verbleibe mit einem
    bescheidenen "Bis Bald ihr Lieben"!
     
  16. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    ******************************************************************************************************************************************************************************
    So, der letzte Tag des schwierigen Jahres 2020 und ich möchte nun mehr die Gelegenheit nutzen, allen Leserinnen und Lesern, allen Damen, Angestellten und Inhabern der Clubs, allen Kollegen, welche mir entweder persönlich oder durch das Forum vertraut sind, einen guten Rutsch in das neue Jahr 2021 zu wünschen!

    Mögen sich alle offenen Wünsche zielgerichtet und zeitnah erfüllen, möge die Gesundheit euch und euren Lieben erhalten bleiben und möge nur Gutes und Wohlgesonnenes euer steter Begleiter sein!

    Hoffen wir aber in jedem Fall, dass es bezogen der Gesamtlage, peu á peu wieder gen Normalität voranschreitet und das wir in unserem Kosmos, welcher einem quasi weitreichend entzogen wurde, bald wieder zueinander finden!

    Bis dahin, nur das Beste.

    Euer Pharao.

    *******************************************************************************************************************************************************************************
     
  17. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …


    Lockdown, Tag 61 und Tag 1 im neuen Jahr 2021.

    Selbstverständlich, obligatorisch, an alle, welch dies visuell betrachten …

    … EIN GESUNDES NEUES JAHR!


    Mögen euch viele kleine Fluchten den Alltag versüßen.


    Mögen sich bei euren Vorhaben und Plänen die Türen leicht öffnen.


    Mögt ihr immer neue Hoffnung schöpfen, wenn mal etwas misslingt.


    Mögt ihr lieben Menschen begegnen, die einen durchs Leben zu begleiten bereit sind.


    Mögt ihr und eure Lieben gesund bleiben!


    Und mögt ihr, insofern gewollt, im neuen Jahr einen Menschen kennenlernen, welcher einem das wahre Leben, fernab von Pay6 und Cluballtag, näher bringt und einem das zu geben vermag, was wir innerhalb unserer Parallelwelt so so gut wie nie finden können.
    Es geht nicht nur darum, dass der Deckel passt, es geht eher darum, dass er auch die Hitze hält.

    Aber – und auch da werden mir viele zustimmen, hoffen wir, dass wir spätestens im Sommer wieder an einem schönen Pool liegen, wasserball – spielend in den Fluten tauchen, in der Sauna schwitzend auf den Bänken hocken und im Gespräch mit den vertrauten Kollegen sitzen, während die weiblichen Schönheiten aller Herren Länder im zarten Windschatten an einem vorbei flanieren …

    Das Leben ist wie ein schief zugeknöpftes Hemd.
    Man merkt leider erst am Ende, dass man am Anfang einen Fehler gemacht hat.
    Ich jedenfalls, werde vieles mehr schätzen, was ich noch vor einem Jahr als Selbstverständlichkeit betrachtete. Die eigene Gesundheit und Unversehrtheit, die Unterhaltung mit den Clubbrüdern und die blanke Anwesenheit an sich.

    In meinem – und euren – auferlegten Abstinenzleben, fern ab von Körperbesamung und Beischlaf in Stellungen, welche selbst das Kamasutra beschämen, habe ich die freie Zeit genutzt, mich ein wenig zu bilden und habe des Öfteren aus allen erdenklichen Bereichen der Sachliteratur doch Parallelen zu unser aller liebsten Ort gefunden.

    Weibliche Libellen stellen sich zuweilen zum Beispiel tot, um sich nicht mit einem Männchen paaren zu müssen, welches ihnen nicht gefällt, völlig gleich, wie viel Mühe es sich bei der Balz auch zu geben vermochte.
    An und für sich auch eine längst praktizierte Variante mancher Damen, welche durchaus noch charmanter daher kommt, als eine klare Absage erteilen zu müssen.
    Langschwanzmäuse der Art Hyorhinomys stuempkei nutzen ihr langes Schamhaar, um den Boden unter sich zu ertasten. Auch dies habe ich in der Finnischen Sauna im Innenbereich des Artemis schon erleben müssen, allerdings zu Zeiten, wo dies noch in fast in völlige Dunkelheit gehüllt, eher den Charme einer Schwitzhöhle im Amazonasbecken aufwies, tonal unterlegt, von Geräuschen, welche dem brasilianischen Regenwald entschwanden.

    Schlussendlich gelten aber auch in diesem neuen Jahr die guten alten Weisheiten:

    Es gibt keinen Fahrstuhl zu Glück und Erfolg, man muss eben die Treppe benutzen.
    Nach wie vor wird man auch 2021 mit etwas Charme, Witz und Freundlichkeit mehr erreichen, auch im Club - und gutes Benehmen sollte einem kein Fremdwort sein.

    Ich hoffe, dass wir dieses Jahr mehr Aufenthaltszeit innerhalb unserer geschätzten Gefilde verleben dürfen als noch vor einiger Zeit, wo einem der schöne Sommer fast gänzlich geraubt wurde.

    Also, beginnen wir nicht wieder direkt mit Melancholie, Tristesse und Schwarzmalerei.
    Zeit, sich den Staub alter Tage aus dem Gefieder zu schütteln und vorsichtig optimistisch gen Zukunft zu schielen, welche für uns alle wieder mehr Licht als Schatten bereit stellen sollte!
    Halten wir durch und freuen uns auf das, was kommt, anstatt nur dem nach zu weinen, was vergangen ist.

    Und ich möchte mit folgendem Satz schließen, welcher vielleicht doch tiefgründiger ist, als man es auf den ersten Blick vermuten möchte:

    Ein Vergnügen erwarten ist auch Vergnügen.

    Viele Grüße

    Euer Pharao,
    welcher hoffentlich bald wieder gesundheitlich in Vollbesitz seiner Kräfte zu agieren weiß.
     
  18. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Zurück in den Oktober …

    Wie zuletzt doch recht oft, stehe ich an den Spielautomaten und begutachte das Treiben.
    Esra und Elli duellieren sich erneut in einem Spiel, dessen Ziel es ist, Karten möglichst schnell hintereinander in eine mir nicht bekannte Reihenfolge zu ordnen.
    Bereits letzte Woche, nach meinem Zimmer – Date mit Delia, hatte ich den Posten des „Croupiers“ übernommen und auf dem Barhocker sitzend, die rege Damenschar bei ihren wiesel – flinken Aktionen beobachtet.
    Ich verneine höflich die nette Anfrage von Esra, ob ich mich an ihrem Zeitvertreib beteiligen möchte und verweise auf die Ankunft meines Kollegen, welcher gerade mit einer Lady von oben die Treppe hinab stieg, deren Zuordnung mir mangels Sichtfeld nicht mehr eindeutig möglich war.

    „Scheiße! Scheiße! Scheiße!“ - schimpft Esra und klopft leicht auf den äußeren Rand des Automaten.

    „Was ist los? Schämst du dich, weil du andauernd gewinnst?“ - „provoziere“ ich sie lächelnd.

    „Ich habe immer scheiß Karten! Spiel doch mal mit!“

    „Ich bin gleich weg – und, ich habe es immer noch nicht verstanden! Es erklärt mir ja keiner!“

    „Total einfach!“ - meint sie entschlossen und blickt mich an.

    „Ja. Du Suchti zockst das ja auch seit gefühlt 21 Jahren, du müsstest eigentlich Provision von der Herstellerfirma bekommen.“

    Elli lacht kurz und bestätigt die Aussage von Esra, dass dieses Spiel wirklich simpel ist.
    Petronius hatte eilig geduscht und winkt mich bittend mit einer Geste gen Umkleidebereich, welcher von einigen neuen Gästen in Zivilkleidung geflutet wurde.
    Es erweckte den Anschein, als wären die Herren das erste Mal in einem Club dieser Konzeption, da einer von ihnen partout nicht verstehen wollte, wozu er denn Badeschlappen und ein Handtuch benötigte.

    „Was ist los?“ - frage ich ihn und trete ein Stück in die freie Fläche zwischen den ersten Spindreihen.

    „Wollte nicht erst wieder rein, ich mach los. Wir sehen uns nächsten Samstag?“

    „Wenn Corona es will ja. Bleib doch noch eine halbe Stunde.“ - äußere ich.

    „Mir geht es wie dem Einzelhandel Pharao. Bis zum Kopf dicht und beinahe Pleite. Jede Luft raus bei mir.“ - lächelt er müde und trocknet seine Füße im Sitzen ab.


    Vor etwa einem Jahr …
    … Finnische Sauna … unterer Wellnessbereich …


    Ich habe die Schwitzstube für mich und strecke mich genüsslich liegend auf der zweiten Bankreihe bis in die letzte Faser meines Körpers.
    Der soeben von mir vollzogene Aufguss entfaltet langsam seine Wirkung und die stetig aufsteigende Wärme umspielt meinen Leib.
    Gedankenverloren schiebe ich das Reserve – Handtuch unter die Kopfstütze und schlage mein rechtes Bein über den linken Oberschenkel, als sich die Türe öffnet und meine so stark erhoffte Isolation beendet.

    „Ach HIER bist du!“ - schimpft mein Clubbruder Valbus und wirft ein Handtuch auf das Holz.

    „Ja. Hier bin ich.“ - kontere ich und drehe meinen Kopf kurz in seine Richtung.

    „Rede mit mir Junge!“ - sagt er und nickt mir entgegen.

    „Es ist alles bestens. Ich wollte nur mal zehn Minuten alleine sein. In der Lounge ist es voll, laut, stressig, anstrengend, … Stimmen schwirren umher, die Musik dröhnt einem in den Ohren, Erwartungen werden geweckt, wenn man eine Person länger als zwei Sekunden betrachtet. Hier ist es still – und ich kann meine Gedanken sortieren.“

    „Störe ich etwa?“

    „Ja. Tust du.“

    „Gut. Was ist los? Und sag nicht nichts.“

    „Valbus, mir geht es gut. Ehrlich!“

    „Unglaublich bist du! Du blendest nicht nur die Tatsachen aus, nein, Pharao, du willst auch das Ausblenden ausblenden.“

    „Wo ginge das besser als hier?“ - frage ich.

    „Ja, nur ist es nicht mehr wie früher. Und du weißt das.“

    „Ich vermisse die Zeiten, wo man besoffen seiner Ex irgendwelche Sprachnachrichten geschickt hat und sich beim verkaterten Versuch der Relativierung noch tiefer in die Scheiße ritt. Heute, … sind wir erwachsen. Und unsere Probleme sind es auch. Wie war dein Zimmer mit Fana?“

    „Schön. Sehr schön. Wie eine in die Jahre gekommene Achterbahn. Ab und an ruckelt es mal, aber sie bringt dich ans Ziel. Und Spaß dabei hast du auch noch!“

    Ich muss lachen, erhebe mich und begebe mich in die sitzende Position.

    „Freut mich für dich. Du wolltest doch nicht nochmal mit ihr nach oben … wenigstens heute.“ - äußere ich verschmitzt und wische mir mit dem Textil über die Stirn.

    „Ja. Eigentlich nicht. Aber es kam etwas dazwischen.“

    „Lass mich raten. Sie hat dich gefragt. Dieser Attacke konntest du natürlich nichts entgegen setzen.“ - ziehe ich ihn auf.

    „Ehrlich gesagt hat sie nicht mal gefragt. Sie stand an der Bar und hat mich angeschaut. Und schwibbe - schwabbe- dibu waren wir oben.“

    „Schwibbe – schwabbe – dibu ?“ - wiederhole ich.

    „Ja. So.“ - antwortet er und rotiert seine Hand. - „Aber lenke nicht ab.“

    „Ach, ich gönne dir deine Zimmer mit ihr von Herzen. Besser als die eine Frau neulich, die dir „Alleine.“ geantwortet hat, als du sie an der Wellnessbar mit dem Zucker in der Hand gefragt hast, wie sie ihren Kaffee trinken möchte.“

    „Ach, vielleicht war es nicht ihr Tag. Oder ich nicht ihr Typ. Vergessen und abgehakt. Ich möchte Damen, die mich wenigstens fürs Schwimmen loben, nachdem ich beim Segeln gekentert bin. Sie müssen es nicht mal ehrlich meinen, aber ich möchte mich wohlfühlen. Oben auf Zimmer.“ - meint er.

    „Sag bloß, du nimmst ihnen nicht ab, dass du ihre sexuelle Welt für immer mit deiner Ästhetik und Erotikkunst erschüttert hast!“ - scherze ich und schmeiße ihm die unbenutzte Seite meines Handtuchs entgegen.


    Eine Minute später …

    Wir sind immer noch allein und die ein oder andere Lady zieht an uns vorüber.
    Valbus hat den besseren Platz und „aktualisiert“ mich in der Reihenfolge, in welcher die Damen vorbei flanieren.

    „Wie spät ist es eigentlich?“ - fragt er abrupt und mustert mein Handgelenk.

    „Keine Ahnung. Ich nehme keine Uhr mit hier rein. Wieso fragst du? Kriegst du Hausarrest, wenn du nicht pünktlich in deiner Bude bist?“

    „Ich frage nicht für mich. Du hast doch gleich dein Date.“ - meint er nüchtern.

    „Mach dir um mich keine Sorgen.“ - antworte ich neutral.

    „Ach? Ärger im Paradies?“

    „Nein. Gar nicht da heute.“

    „Und deswegen die miese Laune?“

    „Ich habe keine miese Laune. Und ich wusste es schon vorher. Es ist heute einfach nicht mein Tag, wie ich auch schon Aurelius gesagt habe.“

    „Schnapp dir ein Mädchen und lass dich im Taubenschlag ablecken. Ablenken meine ich.“

    „Zwei Schenkel sind nicht immer die Lösung Valbus. Und – es gab Zeiten, da waren sie es tatsächlich. Ich muss raus.“ - sage ich und nähere mich der Glastür.

    „Ich auch. Mir tropft der Holundersaft aus jeder Drüse.“

    Wieder im Oktober …

    Nachdem ich Petronius verabschiedet hatte, öffne ich einen der Kühlschränke und angele mir eine Fanta.

    „Oh. Tut mir leid! Du auch?“ - richte ich an Elina, welche ich im toten Winkel gar nicht bemerkt hatte.

    „Ja. Wasser bitte.“

    „Still?“

    Sie nickt.
    Ich überreiche ihr das Getränk und begebe mich in Richtung der Sofas zu meinen Freunden, wo auch Valbus inzwischen Platz genommen hatte.

    „Erinnerst du dich, … heute vor einem Jahr ...“ - sage ich zu ihm.

    „Danke das du mir was mitgebracht hast.“ - unterbricht er mich.

    „Kann nicht, ich bin eingeschränkt. Dreh mal auf bitte.“ - witzele ich und halte ihm meine Flasche entgegen.

    „Aber trinken kannst du alleine?“

    Ich ziehe meine Augenbrauen nach oben.

    „Was war vor einem Jahr?“ - ergreift er wieder das Wort.

    „... hatten wir uns Einiges vorgenommen. Unten, in der Sauna. Erinnerst du dich?“

    „In diesem Glutofen haben wir uns schon dreitausend Dinge geschworen! Du musst schon genauer werden. Oh, na klar.“ - führt er aus und rückt ein Stückchen zur Seite.

    Lilia stellt ihre Tasche auf die Lehne und deutet mir mit einem Nicken entgegen, diese eventuell kurz im Auge zu behalten. Ich erwidere die Kopfbewegung und wende mich wieder gen meinen Clubfreund.

    „Du weißt schon. Der 5 – Punkte – Plan!“ - richte ich gen Valbus.

    „Ach! Ja. Wie stufen wir uns ein? Sitzen wieder im Puff, du diesmal sogar mit gebrochenem Seitenflügel. Eher schlimmer als besser oder?“

    „Ja. Wesentlich schlimmer. Nur bin ich keine zehn Stunden mehr auf Zimmer und du versuchst nicht Zungenküsse unter Radar zu erhaschen!“

    „Nein, du bist jetzt nur noch 5 Stunden oben und ich entschuldige mich nicht für meinen Versuch nach Nähe!“

    Ich nippe an meinen Kaltgetränk und werfe einen Blick in die Runde.
    In den Stunden der Nacht wurde das Publikum wieder deutlich internationaler.
    Ich selbst zähle ausländische Mitbürger zu meinen besten Freunden, habe ich doch eine zutiefst intensive italienisch – sizilianische Vergangenheit und auch sonst viele tolle Menschen kennenlernen dürfen, welche den Adler nicht im Pass tragen.
    Leider enthebt sich aber im Artemis oftmals ein Bruchteil derer, die gute Manieren ihr Eigen nennen, sodass dieses vorzufindende Klientel in Puncto Anstand wiederholt am unteren Sektor agiert.
    So auch eine Gruppe älterer Herren, die einen ungeheuren Lärm veranstalten und scheinbar nicht merken, dass dieses Imponier – und Protzgehabe auch seitens der Ladys keinen Anklang findet.
    Mehrere Versuche, Damen zu ihnen an den Platz einzuladen, scheitern, sodass die zunächst gute Stimmung schnell in beleidigte Säure verkehrt und diese ihre Versuche einstellen.

    Ein deutscher Clubbruder kreist um die Bar, eines Raubtieres gleich, welcher seine Runden immer enger zu schlingen vermochte.
    Schließlich stoppt er bei Priscilla, verwickelt sie in eine Unterhaltung und bricht wenig später mit ihr in obere Gefilde auf.

    „Weißt du, … an wen mich die hübsche Moldawierin erinnert?“ - fragt mich Valbus.

    „Ranja?“

    „Ja.“

    „Dann merk dir doch mal einen Namen!“

    „An die schwarzhaarige Frau, mit der ich mal aufs Zimmer wollte. Letztes Jahr. Wo wir unten am Kino standen. Schau nicht so, du weißt schon, die aus der Toilette kam.“

    „Ähm, Maggy?“

    „Ja! Mäcki!“

    „Die wird nicht wieder kommen, die Chance ist vertan.“ - artikuliere ich kurz.

    „Warst du mit ihr?“

    „Nein.“

    „Aber mit der anderen, die Tätowierte?“

    „Selena?“

    „Ja. Die mit der schwarzen Haarmähne mein ich. Die immer dort gesessen haben wo jetzt Alina und Co ihr Lager haben.“

    „Ja, ich war einmal mit ihr. Wieso fragst du?“

    „Das war eine schöne Frau. Waren beides schöne Frauen.“

    „Frag doch mal Ranja. Zumindest vom Typ her sind sie sich ähnlich.“

    „Ach, du weißt doch. Ich bin Fana treu geblieben!“ - lacht er.

    „Ja, wie vor einem Jahr.“ - scherze ich und stimme in sein Gelächter ein.
    ************************************************************************************************************************************************************************

    Ich bin gespannt, wie es sein wird, wenn die Pforten des Clubs nach dem zweiten Lockdown erneut wieder dem Gästeverkehr geöffnet werden.
    Dank der modernen Technik ist man ja mittlerweile gut vernetzt und führt viele Gespräche mit den Clubbrüdern alter und neuer Tage.
    Diskussionen entbrennen und Dauerthemen hallen durch die Telefonleitungen.

    Werden die Damen ihre Servicepreise eventuell wieder den aktuellen Ereignissen anpassen und gegebenenfalls nach oben korrigieren?
    Ich selbst vermag dieser These wenig hinzu zu fügen.
    Wie oft wurde schon erwähnt, dass die Preise im Vergleich zu Gesamtdeutschland in seiner Clublandschaft auf den obersten Rängen agieren und das man deswegen den Club meide.
    Fehlender Service wurde moniert und die Vielfalt an Damen bemängelt.
    Ich denke, wer selbst öfter mehr als zweimal im Jahr vor Ort ist, der wird ein besseres und ehrlicheres Feedback geben können und vielerlei Kritik ist schlichtweg unberechtigt.
    Ohne Frage, kann es einem auch da passieren, vor allem als Neuling, zu anfangs, tiefer in die Brieftasche zu greifen, geschuldet der mangelnden Erfahrung und der aufkeimenden Lust, welche eben oben auf Zimmer oftmals die Entscheidungsgewalt weit über rationaler Denkweise zu übernehmen vermag.

    Ansonsten obliegt es doch jedem selbst, seine finanzielle Grenze zu ziehen und entsprechend danach zu agieren.

    Trotzdem finde ich diese Preisdiskussionen in den Foren immer nur wenig zielführend.
    Ein jeder hat doch das Recht, nach komplett eigener Fasson zu entscheiden, wie viel ihm eine schöne Nacht wert ist.
    Während die einen bei 50 Euro pro halbe Stunde ihre Linie sehen, möchten sich andere über Stunden hinweg ausleben.
    Interessant ist dabei aber vor allem, dass die, welche mehr Geld in einen Clubtag investieren, niemals die schelten oder kritisieren, welche bereits zu schäumen anfangen, wenn man zunächst ein Eintritts – Salär entrichten muss.
    Es fühlt sich an, als müssten sie selbst dafür aufkommen und ich finde es gelinde gesagt lächerlich, dass man damit irgendeine Preisstruktur kaputt macht.
    Gut, dass mag auf einem Straßenstrich oder einem Scheunenbordell funktionieren, welches seit 200 Jahren irgendwo in einem vergessenen Hinterland kaum seine Konzeption zu verändern wusste, aber, in einem Highclass – Club, da reguliert sich der Markt ohne das Zutun eines Einzelnen.

    Einem jeden sei seine freie Meinung selbstverständlich gelassen, nur sollte man doch wenigstens mindestens zweimal vor Ort gewesen sein, um diese auch untermauern zu können.
    Leben und leben lassen, ein einfaches Credo, was wohl für fast alle Bereiche des Lebens wichtiger denn je anmutet.

    Ich hoffe ferner, bei Wiedereröffnung, wieder viele vertraute Gesichter zu erblicken.
    Gerade für die Damen, welche aus Osteuropa oder Südamerika stammen, sind das enorm harte Zeiten und nicht jede findet einen Zwischenweg, diese Durststrecken zu überbrücken.
    Sicher, könnte man auf die ein oder andere Weise aktiv werden und neue Pfade entdecken, jedoch ist es wohl kein Geheimnis, dass man dafür auch notwendige Attribute und charakterliche Einstellungen mitbringen müsste.

    Im Gespräch mit einigen Damen, im Oktober, kristallisierte sich ja heraus, dass eventuell nicht jede wieder automatisch an Bord wäre, würde der Club zum Tag X wieder öffnen.
    Ich hoffe, dass alle, die einem auf die ein oder andere Weise ans Herz gewachsen sind, diese Krise bestmöglich meistern und eine Möglichkeit gefunden haben, diese Wüste zu durchqueren.
    Es ist schwer, eine versiegte Quelle einer schier unantastbaren Oase zu verlassen, die Komfortzone zu räumen und auszuharren, bis Gewohntes wieder näher rückt.

    Irgendwie scharren „wir“ ja alle mit den Hufen, „wir“, die irgendwo im gleichen Boot sitzen, die, die Geld verdienen möchten und die, die es gerne auszugeben bereit sind.
    Es bleibt wohl nur, eine weitere Durchhalteparole auszurufen, wissend, dass in einiger Zeit die Uhren eventuell wieder ganz neu gestellt werden könnten.

    Ich wünsche Zuversicht, Durchhaltestärke und mentale Energie, vor allen den Kollegen, welche den Großteil ihrer sozialen Kontakte aus den Innereien der Clubs bezogen und nun seit Monaten isolierter denn je ihr Dasein fristen.
    Auch wenn eine Depression immer noch den Anschein einer „Ach nun komm schon“ - Attitüde aufweist, so sollte man doch die psychischen Folgen, welche sich auch physisch manifestieren können, nicht vollkommen außer Acht lassen.

    Es wird nämlich manchmal vergessen, vor allem von weiten Teilen von Politik und Gesellschaft, dass sich in „dieser“ Welt auch Menschen bewegen, denen Zukunftsangst, Perspektivlosigkeit und Emotionalität jedweder Form nicht fremd sind.

    Es grüßt
    Der Pharao
     
  19. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Vor ca. 13 Monaten, Sauna ...

    „Wünsche sind nie klug. Das ist sogar gewissermaßen das Beste an ihnen.“ - sinniere ich und greife nach dem Kübel Aufguss, um eine Kelle aromatisierten Wassers über den glimmenden Steinen zu verteilen.

    Es zischt in typischer Manier und ich verteile mit drei oder vier Handtuchschlägen die aufsteigende, erwärmte Luft in die Schwitzstube.
    Valbus gibt einen zufriedenen, langgestreckten Laut von sich und reckt behaglich alle Gliedmaßen von seinem Körper.

    Auch ich dehne mich genüsslich, nehme einen tiefen, festen Atemzug und möchte gerade wieder auf der Saunabank Platz nehmen, als eine mir nicht näher bekannte Lady an die Tür klopft.
    Wie viele, wärmt auch sie ihren Po an der wohl – temperierten Pforte und formt mit den Fingern der rechten Hand ein „Peace“ - Zeichen, welches sich in ein neckisches „Heran – Winken“ wandelt, welchem wir aber körperkult – bedingt, zu diesem Zeitpunkt, nicht nachkommen können.

    „Es fordert manchmal mehr Mut Pharao, seine Ansicht zu ändern, als an ihr fest zu halten.“

    „Ich weiß. Die Versuchung läutet meist Sturm, während die Chance oft nur ein einziges Mal klopft.“ - kontere ich.

    „Keine Ahnung ...“ - er wischt sich den Schweiß von der Stirn - „... eine Artemis – Pause wäre für mich das Richtige.“ - analysiert er zu sich selbst.

    „Meinst du?“ - frage ich und rücke das Textil gerade, auf welchem meine Füße ruhen.

    „Das wäre effektiv – und vor allem effizient.“

    „Eine Flasche Moet – Champagner von der Lounge auf ein umgestürztes Teelicht an der Wellnessbar zu gießen ist definitiv effektiv. Das „Feuer“ ist danach gelöscht. Effizient ist es hingegen überhaupt nicht, denn ein Glas Wasser aus der Spüle hätte es auch getan.“ - lächle ich.

    „Verschone mich mit deinen klugen Sprüchen.“ - brummt er und vergräbt sein Gesicht unter einem Handtuch.

    Die Tür öffnet sich und Aurelius tritt herein.

    „Oh, … hier kann man aber den ersten Hemdknopf aufmachen.“ - scherzt er und positioniert sich ganz unten. - „... störe ich euch?“ - fügt er hinzu.

    „Nein. Tust du nicht.“ - antworte ich.

    „Weil ihr mit einem mal stumm seid.“ - „wirft“ er uns vor.

    „Das täuscht. Du redest nur einfach deutlich zu viel Aurel.“ - unkt Valbus, welcher sein Gesicht wieder preisgegeben hatte.

    „Ich war mit Ghia oben.“ - lässt unser Clubfreund mit einem Male verlauten.

    „Mit Ghia?“ - äußern Valbus und ich beinahe gleichzeitig.

    Nicht, dass es verwerflich wäre, mit der Hamburger Dame von damals auf die Matten zu steigen, wir wunderten uns nur, weil jene, blonde, tätowierte deutsche Lady eigentlich so gar nicht ins Buchungsbild unseres Kameraden passt, welcher sich den exotischen Schönheiten Südamerikas oder anderer karibischer Inselparadiese verschrieben hatte.

    Er nickt.

    „Artemis heißt auch Entscheidungen zu treffen.“ - meint er trocken.

    „Sich nicht zu entscheiden ist auch eine Entscheidung.“ - frohlockt Valbus.

    „Schon, aber, … ich habe beschlossen, dass ich auch mal Damen auf Zimmer bitte, die eigentlich nicht in Gänze meiner Vorliebe entsprechen. So habe ich ihr zunächst ein „Vielleicht“ gegeben, als sie mich am Geländer angesprochen hat ...“ - führt er aus.

    „Oh, die Mädchen lieben ein „vielleicht“, … du hättest es nur noch mit „vielleicht später“ toppen können.“ - lacht Valbus auf.

    „Ein „vielleicht“ ist hier keine Brücke zwischen einem „Ja“ und einem „Nein“. Es ist irgendwie vielmehr der Abgrund dazwischen. Aber, es ist doch normal. Wenn man sich hier für jemanden entscheidet, dann entscheidet man sich auch immer auch automatisch „gegen“ jemanden.“ - ich zucke die Achseln. - „Das bleibt nicht aus. Ist zwangsläufig so.“

    „Ghia ...“ - rekapituliert mein Clubbruder - „Aurelius, du alter Lustgreis, du überraschst mich. Ich hatte ja auch die Freude – und fand es professionell gut. Wenig Girlfriend, eher der Profi bei der Arbeit. Kann man ihr nicht vorwerfen, wir sind ja hier im Bordell, nicht im Ferienlager.“

    „Ich dachte ich leiste mir den Luxus einer eigenen Meinung und probiere es mal.“

    Es herrscht Stille. Wir warten gespannt auf sein „Fazit“.
    Er schüttelt den Kopf.

    „... nein, mit so makellosen Frauen, … dass ist nichts für mich. Ich komme mir da vor, als würde ein tolles Mädchen eine schon braun - gewordene Banane schälen. Ich fühle mich da irgendwie unwohl.“

    „Da mach das Licht aus.“ - sagt Valbus trocken.

    „Wahnsinn ist doch, alles beim Alten zu lassen und nur zu hoffen, dass sich etwas ändert! Ich find das super, dass du mal was Neues probiert hast! Du wirst sehen, … dir wird die Veränderung gut tun!“ - unterstütze ich ihn moralisch.

    „Ja, ich ringe mit mir. Einerseits, bei seiner Stammdame, da weiß man, was man bekommt.“

    „Und dasselbe kann auch der Nachteil sein: Man weiß, was man bekommt“ - erwidere ich.

    Es wird immer wärmer.

    „Wollen wir mal raus? Ich komme mir vor, als wäre ich von einem Kannibalenstamm im Kongo vom Häuptling als Mittagessen auserkoren!“ - pustet Valbus aus.

    „Fünf Minuten haben wir noch!“ - antworte ich.

    „Außerdem, ...“ - mischt sich Aurelius wieder ein - „... habe ich Schwierigkeiten mit Mädels, die ziemlich selbstbewusst sind. Das ist eher was für dich Pharao. Ich mag die Bescheidenen, die, die keine Lautsprecher sind. Die, die eher bisschen zurück gezogen agieren.“

    „Gut, dass wir uns da nie in Quere kommen.“ - scherze ich - „Im Ernst, ich finde das Gegenteil toll. Das zeugt doch von wahrem Charakter, sich selbst im Wege zu stehen, obwohl man ausweichen könnte. Ein bisschen Persönlichkeit ist doch toll. Hier muss sich doch keine verstecken!“

    „Pharao, … du fliehst vor der Versuchung, hoffst aber, dass sie dich einholt, insgeheim!“ - Valbus lacht markerschütternd auf.

    „Mein lieber Valbus, Exklusivität schafft Begehrlichkeiten.“ - nicke ich ihm entgegen.

    „Da magst du Recht haben, aber … was nützt dir das Abtrocknen, teurer Freund, wenn du dennoch nicht aus dem Regen trittst?“

    „Du hast immer eine Lösung, nur passt sie selten zum „Problem“. Nicht immer sind die Stillen auch Weisen Freunde. Es gibt verschlossene Truhen, die leer sind.“

    „In deiner „Truhe“ ist ein Dämon.“ - äußert Aurelius und Valbus muss lachen.

    Die Hitze fordert ihren Tribut und wir erheben uns langsam aus den sitzenden Positionen.
    Aurel klatscht unserem Clubfreund auf die Schulter und gestikuliert ihm, er möge sich beeilen.

    „Hey, du nass – trüber Otter, das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht! Ich muss erstmal wieder Blut in die Beine kriegen!“

    „Pharao, … unser Valbus ist alt geworden.“ - lacht Aurel.

    „Nicht alt du Grützwurst, … erfahren. Es ist besser, mit drei Sprüngen ans Ziel zu kommen, als sich mit einem das Bein zu brechen. Oder den Schwanz.“

    Vor der Sauna …

    Die gefühlt eisige Luft befüllt unsere Lungen.
    Wir inhalieren kräftig, sammeln uns und bemerken, wie der Wellnessbereich an Gästen gewonnen hat. Gruppen anderer Herren belagern den Pool und haben das im Wasser befindliche Sitz – Rundell beinahe ganzheitlich bevölkert.
    Es herrscht ausgelassene Stimmung, Lachsalven ergießen sich schallend gen Decke und die Masseure bearbeiten die müden Knochen zweier nach Wohltat lechzender Massagefans.

    Mehrere Damen patrouillieren den Erholungs – Sektor, stoppen an den Stufen gen Wellnessbar und strecken ihre attraktiven Köpfchen in Sichtweite der Sofas, wo einige in Handtücher gehüllte Kollegen wie einbalsamierte Mumien auf der Couch liegen.
    Binnen weniger Sekunden haben sie erkannt, dass da wohl schwerlich ein Geschäft zustande käme, kehren um und flanieren wieder entlang der Biosauna und Hamam in Richtung unteres Erotikkino.

    „War kein Blumentopf zu gewinnen.“ - scherzt Aurel, der das Treiben auch beobachtet hatte.

    Nicky und Virginia waren wieder aus unserem Radar entschwunden.

    „Nein, schau die dir an. Normalerweise müsste ein Pfarrer zur letzten Ölung kommen, wie die Typen dort daliegen.“ - äußert Valbus.

    Währenddessen war Valeska, ein gar seltener Gast in diesen Gefilden, an die Bar getreten, um bei der sympathisch lächelnden Thekendame ein Heißgetränk zu ordern.
    Meine Augen ruhen kurz auf ihr, ist sie doch optisch wahrlich von allen Göttern gesegnet und auch mein schönes Zimmer, welches ich mit ihr verleben durfte, durch – kreist mein limbisches System.
    Sie „erwischt“ mich, lächelt kurz und wechselt wieder in den Modus der erhabenen Schönheit, welche eher distanziert auf einem Hocker Platz genommen hatte.

    Ich erinnere mich an diesen Abend, als ich auch mit der deutschen Dame Lena, ebenfalls wie ich aus Dresden, anbandelte und wie diese zwei Grazien die letzten mir zunächst „fremden“ Ladys darstellten, ehe ich in die Monogamie gewechselt war.
    Auch Leyla, ebenfalls in Puncto Optik eine Begünstigte der Liebesgötter, lässt sich kurz blicken, verweilt aber nicht allzu lang und verschwand alsbald wieder hinter der Türe zum internen Treppenhaus.

    Badende entsteigen den Fluten, greifen nach Handtüchern und eilen in die Sauna, während andere behäbig ihre nasse Leiber zu trocknen versuchen.
    Gespräche untereinander bekannter Kollegen flammen auf, aber auch spürbar Menschen, die sich eben erst kennengelernt hatten, verweilen im munteren Dialog.
    Heute, in Corona – Zeiten, wünschte ich mir ein solches Szenario zurück, wo man ungezwungen, der Lage geschuldet, frei von der Leber weg, in unbedenklicher Dreisamkeit im Halbkreis miteinander ohne Maske schwadronieren konnte.

    Wir erspähen Dirk, einen guten Clubfreund alter Tage, welcher wie stetig sein Date bereits gesichert hatte.

    „Hallo Dirk. Noch eine Runde schwitzen, ehe es nach oben geht?“ - nicke ich ihm zu, in gutem Bewusstsein, dass sich an seinen Abläufen wenig geändert hatte.

    „Bohre den Brunnen, EHE du Durst hast.“ - ulkt er freudig und entschwindet in der Heißkammer hinter dem Textil – Regal.

    Vom Durst getrieben, schweben wir über die kleinen Stufen bis zur Bar, wo Ioana bereits mit einem warmen Lächeln aufwartet.
    Wie aus der Pistole geschossen, fragt und sagt sie beidsam unsere Getränkewünsche, welche wir nur noch zu bestätigen brauchen.
    Im TV läuft Fußball und der Masseur Thomas reguliert die Lautstärke, ehe er wieder in seinen Massage – Bereich zurück kehrt.

    „Wow. Valeska ist wirklich hübsch.“ - äußert Valbus und nippt an seiner Apfelschorle.

    „Ach, … dass ist Valeska?“ - fragt Aurel, der dies gerade erst mitbekommen hatte.

    „Ja. Das ist sie.“ - bestätige ich.

    „Hab immer nur von ihr gehört. Oder mal gelesen. Einmal sehen ist besser als hundertmal hören. Gunther meinte neulich, sie spricht gar kein deutsch.“

    „Würde er nur von dem sprechen, von dem er wirklich Ahnung hat, würde ein wohltuendes Schweigen in dessen Nähe herrschen.“ - ergreife ich das Wort - „Natürlich spricht sie deutsch. Perfekt.“ - ergänze ich.

    Ioana lüftet den Geschirrspüler und Höllendämpfe entweichen nach außen.
    Während ich mit ihr ein paar Worte wechsle, berührt mich eine Hand an der Hüfte.
    Erleichtert atme ich auf, dass sich dabei um die einer Frau handelte, nachdem ich mich einmal um 180 Grad gedreht hatte.
    Nach kurzer Überlegung fiel mir ein, dass sich hier die kleine spanische Lolita Estefania bemühte, in mir einen möglichen Fang zu machen.
    An eben jener Stelle, hatten wir schon einmal zueinander gefunden, präziser gesagt, war es damals exakt so, dass sie sich von hinten an meine Wenigkeit heran gepirscht hatte.
    Im Grunde genommen, erfüllte sie alles, was ich mir rein oberflächlich betrachtet, von einer Dame wünschen würde, wenngleich unsere Konversation doch bisher eher im unteren Rahmen geblieben war.

    Auch jetzt, so schade es war, wollte es das Schicksal anders und sie wurde von einer anderen Clubdienstleisterin gerufen, sodass mein „Besuch“ wieder schneller weg war, als ich ernsthaft reagieren konnte.
    Später erfuhr ich, oben in der Lounge, dass jemand von den Hausdamen einen Begehr anmeldete und sie somit diesem Ruf gefolgt war.
    Leider war ich da, zu diesem nachmittäglichen Zeitpunkt noch nicht wissend und nicht im Ansatz ahnend, bereits wieder verbucht, sodass ich das „Kapitel“ Estefania niemals schreiben konnte.

    In den Abendstunden …

    „Bitte verlassen Sie ihren Geschlechtspartner so, wie sie ihn vorfinden möchten.“
    Dieser Satz, den ich mehr als Scherz in einer witzigen Runde ausgestoßen hatte, wurde mehr oder weniger zum Credo des Tages und wir amüsierten uns am Geländer stehend noch immer darüber.

    „Das stimmt doch!“ - „wehrt“ sich Valbus, nachdem Aurel und ein weiterer Clubbruder immer noch in tränen – erstickter Stimme lachen.

    „Jahahhaaa..“ - röchelt Aurel und wischt sich die Augen trocknen.

    „Eine Frisur wie eine Playmobilfigur.“ - erneuert diese seine Aussage.

    Eine Sekunde später …

    „Was nun mit dir Pharao? Du bist ja heute solomente hier im Roggenfeld. Zeit, eine Falle aufzustellen.“ - meint Valbus.

    „Ja. Mal sehen. Bleib entspannt. Das ergibt sich schon.“

    „Such doch die Spanierin, die du verloren hast.“ - erneuert er und tritt einen Schritt zur Seite, sodass ein Pärchen durch die Tür laufen kann.

    „Was meinst du mit „verloren“? Einen Schlüssel kann man verlieren, keine Frau! Sie wurde gerufen, dass klingt ja, als wäre ich ohne sie vom Waldspaziergang zurück gekommen.“

    „Warte – behalt den Gedanken, ich muss mal einen Becher Wasser ins Urinal stellen.“

    Nach dessen Rückkehr …

    „Was schaust du mich so an?“ - frage ich ihn und verköstige die letzten Reste meiner Pepsi.

    „Du armes, armes Schwein.“ - stößt er aus und schüttelt undefinierbar seinen Kopf und Nackenbereich.

    „Was is´los mit dir? Hast du einen Schlaganfall?“ - kontere ich.

    „Ne. Als ich zum Toilettentrakt gelaufen bin, wäre ich fast mit deinem Goldlöckchen zusammen geprallt, als sie ein Handtuch schnappen wollte. Dachte, sie ist heute nicht da?“

    „Eigentlich nicht. Bist du sicher?“

    „Ja, es gibt niemanden sonst, der mich anschaut wie Medusa, wo man fast in Feuer aufgeht. Bin selber erschrocken.“

    „Noch in zivil?“

    „Ja.“

    „Hm.“

    „Und nun?“ - fragt er mich.

    „Was und nun?“ - erwidere ich. - „Nichts und nun. Alles bleibt gleich, aber, danke der Information.“

    Ein guter Clubfreund geht gerade mit Jenny nach oben, dem Pärchen folgt ein mir unbekannter Gast, welcher Amy hinterher trottet.
    Generell bebt der Laden, heute, vor etwa einem Jahr und einem Monat und es scheint zu vermehrten Stauungen auf der oberen Etage zu kommen, sodass man öfters mitbekommt, wie das untere Sexkino mitsamt seiner Kabinen als Alternative angeboten wird.

    Valbus ruckelt unruhig am Geländer.

    „Du machst mich noch wahnsinnig!“ - sage ich.

    „Wieso?“

    „Weil du hier lang schubberst wie so ein Zirkus – Alpaka, was kurz vor dem Manegen – Auftritt am Heuballen lang kratzt!“

    „Ich bin ein bisschen unruhig Pharao. Wollte heute zwar sparen, aber, … scheiß drauf, leben wir, als wäre es unser letzter Tag!“

    „Würde ich auch nur einen einzigen Tag so leben, als wäre es mein Letzter, würde ich schon 7 Uhr morgens in der Zelle hocken!“

    „Komm Pharao! Wir leben für die Nächte an die sich keiner erinnert! Oder, was noch besser ist, die man nie mehr vergisst! Wein, Weib und Gesang!“ - haut er mir an die Schulter.

    „Ja doch!“

    „Dann komm, lass uns was anstellen.“

    „Ich will erst einmal mit ihr sprechen.“

    „Eh sie fertig ist ist Weihnachten! So lange kann ich nicht warten!“

    „Dann mach doch! Du brauchst mich doch nicht!“

    „Mit einem Co – Piloten fliegt es sich leichter Pharao!“

    „Ja, … ich will nur kurz mit ihr reden.“

    „Dein kurz reden sind Streit oder 10 Stunden Zimmer.“ - analysiert er.

    „Nein. Ein friedlich – sachliches Gespräch. Danach können wir durch die Botanik rennen. Aber du hast Recht, es wird ein Weilchen dauern, ehe ...“ - weiter komme ich nicht.

    „Da! Ich geh mal die Bar. Ruf mich – oder die Marines, wenn du Hilfe brauchst.“ - gestikuliert Valbus, steigt in seine Sandalen und marschiert in Richtung Getränkeausschank.


    „Hy.“ - sagt sie und drückt mir einen schnellen Kuss auf die Wange.

    „Hey.“

    „Du weißt ja schon, dass ich da bin ...“

    „Ja, der Bote hat mich erreicht. Ich dachte du bist heute … Gut siehst du aus.“ - lächele ich.

    „Fick dich! Ich bin noch nicht fertig ... und...ja, ging nicht. Erzähl es dir später. Ich wusste auch, dass du da bist.“

    „Lass mich raten.“

    „Genau. Sie hat mir geschrieben.“

    „Und da hast du gedacht, „okay – warum er soll er einen ruhigen, angenehmen Abend verleben“?“

    „Ich geh nicht wieder.“

    „Und wenn ich dir deinen Eintritt wiedergebe?“ - sage ich scherzeshalber und ergänze sogleich - „...nein, bleib hier. Ich freue mich natürlich! Was für eine gelungene Überraschung!“

    „Wir müssen nicht … kann auch zu meinen Mä ...“

    „Ja. Also nein. Mach dich in Ruhe fertig, ich finds super.“

    „Hast du schon was zugesagt?“

    „Ja. Zweiundzwanzig ausgemachte Dates.“

    Sie hebt die Augenbraue und entschwindet wieder in Richtung Damenumkleide.
    Insgeheim überlege ich, ob ich eine mir vertraute Dame bitte, eine kleine Schauspieleinlage abzuliefern, á la abgemachtes Date, verwerfe diesen Gedanken aber wieder, da ich niemanden bloßstellen möchte und die Grenze von Humor doch sehr vielseitig überschritten werden könnte.

    Fortsetzung folgt …
    *******************************************************************************

    Bis dahin, verehrte Leserinnen und Leser, liebe Interessierte und geschätzte Kollegen im Forum, einen guten Start in den Freitag und in das nahende Wochenende.

    Bleibt gesund!!
    Viele Grüße
    Euer Pharao
     
    meretrix vivat, Loeylymies und schneehase gefällt das.
  20. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Lockdown, Tag 71 – und wir haben die größte supersinguläre Primzahl erreicht.
    Es sind bereits wieder 10 Tage des neuen Jahres verstrichen und ich befürchte, dass noch etliche dazukommen werden, ehe aus den Rückblicken und Anekdoten vergangener Tage wieder Erlebnisberichte der hiesigen Clubszene aktuelleren Ausmaßes werden können.

    Als Prolog, zur Unterhaltung und zur geistigen Zerstreung, heute ein ABC dessen, was nicht nur mir, sondern vielen Clubkameraden derzeit wohl so durch den Kopf gehen dürfte ...

    A – Abwechslung, ein Ausbruch aus der gewohnten Routine, welche den derzeitigen Trott zu unterbrechen vermag.

    B – Belohnung, nach einer harten Arbeitswoche oder anderweitig gelagerter stressiger Faktoren sich selbst mit einem nahe stehenden Erlebnis zu begünstigen, welcher Geist und Körper, einer wohltuenden Quelle gleich, wieder in Einklang und Gleichgewicht hievt, festgefahrene mentale Abläufe optimiert.

    C – Clubbesuch, an liebgewonnenen Tagen, zu mittlerweile routinierter Zeit und fest verankerte Wohlfühlinseln in einer doch oftmals rauen und stürmischen See des Alltags.

    D – Denkmuster, Gedanken, derzeit wohl meist negativen Ursprungs, welche sich physisch und psychisch manifestieren können, Perspektivlosigkeit in einer scheinbar nicht enden wollenden Aneinanderreihung von Verlängerungen der Lockdowns, wissend, dass das stetig neue Datum nie das Finale zur Rückkehr in die Normalität und die Aufhebung der Einschränkungen darstellen wird.

    E – Erotik, in jedweder Form, von einem Flirt bei der Akquise, einer zärtlichen, fast beiläufigen Berührung bis hin zum Liebesakt auf dem Zimmer.

    F – Finanzen, welche für viele, besonders in der Selbstständigkeit agierende Kollegen, Clubdienstleisterinnen etc. eine derzeit zentrale Rolle im Dasein einnehmen. Existenzängste, Entbehrungen und ein großes Fragezeichen, wie man seinen eigenen Wege inmitten dieser Katastrophe findet.

    G – Gespräche, … Kommunikation mit den Mädchen, dem Personal, untereinander im vertrauten Dialog mit den geschätzten Clubbrüdern, der Austausch von Neuigkeiten, Fachsimpelei, Analysen und Spinnereien, Witze und Anekdotenbelebung in einem Kosmos, der seine eigenen Gesetze und Regeln schreibt.

    H – Halt, auf anderen Pfaden, welche man sich der Not wegen erschließen musste und Alternativen, welche zwangsläufig auf das eigene Radar gerieten. Ein Plan B, welcher hoffentlich vorsorglich geschmiedet oftmals sogar von einem Plan C abgelöst wurde und ein unsicherer Griff nach etwas, was einem Sicherheit und Geborgenheit zu verleihen vermag.

    I – Interessenverlust, wie ich ihn bei manchen Kollegen leider schon erleben musste. Eine Art „Gehenlassen“ und der Zusammenfall sonst stetig gewohnter Tagesprogramme, welche so, in der Pandemie, derzeit nur schwerlich aufrecht zu erhalten sind.

    J – Jagdzeit, im Club, in den Abendstunden, dieses Gefühl der Vorfreude, was einen noch erwartet und welche Ereignisse noch im Schatten der Dunkelheit auf einen lauern mögen. Die dezenten Blicke, das erste Interesse, die Kontaktaufnahme, die ersten Worte. Die Klangfarbe der Stimme, die Aura, das Wesen. Der Entschluss, ob man gemeinsam gen obere Etage wandert und was einen dort wohl erwarten würde.

    K – Konzentration, Fokussierung und Durchhaltewillen auf bessere Zeiten, auf Tage, welche wieder das bereit halten, was das Leben doch in Gänze auch lebenswert macht. Der Sommer, welchen wir hoffentlich wieder bei schönster Gunst von Sonnengot Sol am Pool verleben, sich der beschwerlichen Zeit erinnernd, welche einem einen Teil seiner Existenz raubte.

    L – Lust, welche sich gefühlt stündlich steigert, bereit, einem Vulkan gleich, auszubrechen und die Erde erbeben zu lassen. Ein Gespann von vier schwarzen Rappen, welche ungeduldig mit den Hufen scharren und deren Zügelung immer schwerer zu gelingen droht.

    M – Menschen, Clubbrüder, Gäste, Damen, Masseure, … Sozialkontakte, Unterhaltung, Interaktion via Angesicht zu Angesicht, ohne auf technische Hilfsmittel angewiesen zu sein. Unbeschwerte Plaudereien in der Sauna, ein nettes Wort in der Lounge, der Austausch eines flotten Spruches an der Bar und die obligatorische Verabschiedung an der Rezeption in den Stunden der Nacht.

    N – Natur, die eigene Persönlichkeit, welche sich dessen widerstrebt, was ihr aufgezwungen wurde. Die Entfremdung von Hobbys, Leidenschaften und Süchten, welche befriedigt werden möchten und die einem Dämon gleich durch Geist und Kopf spuken, nicht verstehen wollend, in ihren eigenen Wahrnehmung gebremst zu werden.

    O – Optimismus, welcher zeit – vergehend immer schwerer anmutet, welcher aber unentbehrlich daher kommt, da der Mensch irgendein Ziel braucht, wo unschön herrschende Zustände vom Sauren wieder ins Süße verkehren.

    P – Pay6, in all seiner Vielfalt, in seiner schier unendlichen Größe und in seinem Facettenreichtum, selbstverständlich über Jahrzehnte ausgelebt und nun vom derzeitigen offiziellen Verlust in Eigenregie belehrt, auch dieses Kapitels seines Lebens vielleicht doch mehr zu schätzen, als man es vorher getan hat.

    Q – Qualitätszeit, Regeneration und Müßiggang, im Schwitzbad zu sinnieren, seinen Leib im Pool zu lockern und Stunden voller Hingabe und Ausgelassenheit zu zelebrieren. Weg vom Handy, vom Messanger, welcher Neuigkeiten vom Büro offenbart, bereit, sämtliches Wohlgefallen im Keim zu ersticken. Zeit mit sich selbst, mit ans Herz gewachsenen Personen und die Flucht aus einem von Hektik und Termindrängen geprägten Realitätssektor.

    R – Romantik, … zumindest für mich, die Romantik, die man nur selbst für sich entdecken kann. Die Rückfahrt nachts auf der Autobahn, in gedämmtem Licht, wo die „normale“ Welt schläft und nur teils eingebildete Silhouetten an den Leitplanken vorbei huschen. Die Rückkoppelung alles gerade Erlebten, während man von einem Trugbild langsam zurück in das Hier und Jetzt driftet.

    S – Superlative, die keine Barriere kennt und die man nur selbst durchbrechen möchte. Tage und Nächte im Saunaclub, die nur eigenen Ansprüchen und Freuden unterliegen, mit dem Wissen, dort seine eigenen Grenzen peu á peu zu erweitern und auszudehnen.

    T – Tradition, in eigenen Werten, nicht diese, welche von irgendwelchen Obrigkeiten festgelegt und kommerzialisiert wurden. Feste Tage, Treffpunkte mit Clubbrüdern, Jubiläen und Geburtstage, Jahrestage und eigene Abläufe, an denen in normalen Zuständen nie gerüttelt werden würde.

    U – Unsicherheit, bezogen auf das, was kommt und wann das, was man vermisst, zu einem zurück kehrt. Wie ein Bumerang, welcher ausgeworfen wurde und bisher trotz fester Erfahrung und wider besseren Wissens noch nicht zu einem zurückkehrte.

    V – Vorfreude, in seiner Gesamtheit. Wie ein Urknall der Entladung, wenn Clubkollegen wieder untereinander kommunizieren und die Rückkehr in heilige Hallen besprechen. Das Comeback in eine Welt, welche zu einer zweiten Heimat wurde und welche derzeit unter einer gläsernen Kuppel im Tiefschlaf verborgen weilt.

    W – Wellness, Wiederbelebung regenerativer Körperertüchtigung in Dampfbad, Sauna und Schwimmbecken, Whirlpool und Hamam. Das Ergreifen und Zelebrieren eines Aufgusses, der sanfte und aromatische Duft, welcher sich der eigenen Nasenflügel bemächtigt und das wohlige Aalen unter den Dämpfen, welche wie von Vulcanus geweiht, bis in die hintersten Ecken aufsteigen.

    X – Xenokratiezerfall, das Ende der Fremdherrschaft über die eigenen Wünsche, Sehnsüchte und die Wiederaufnahme des aktiven Auslebens dieser Gelüste, bereit, loszuschlagen, sobald die Ampeln von Rot auf Grün schalten.

    Y – Yard, welcher etwas mehr als 0, 9 Meter daherkommt und so in etwa den Weg vom Parkplatz bis zum Eingang des FKK Artemis darstellt. Der Moment, den Wagen zu verriegeln, gen Pforte zu flanieren und seine Zivilkleidung gegen die Gewänder von Lust und Freiheit zu tauschen.

    Z – ZURÜCK, … Zurück zu allem, was bisher fehlt, was einem zerrt, als hätte es Hände, was an einem zehrt, als würde es einen bei lebendigem Leibe aussaugen, zurück zu Freude, Empathie und Lebensstruktur, zu Frohsinn, Unbeschwertheit und herzhaftem Gelächter, zurück in die Arme liebreizender Grazien, in deren sanften Ummantelung, zurück in Zimmer 17, welches mich des Öfteren in Alpträumen heimsucht, zurück ins Restaurant, zu Ungarischem Gulasch und Salat mit Dressing, welches wie meist genau bei meinem Wunsch zur Neige gegangen war.
    Zurück auf die Sofas, zu Kaffee und Zucker, welchen man nicht mehr in Wegwerf – Tütchen erhält, zurück zu Wasserball und dem Dösen am Pool, ohne Lust, aufzustehen, da einem selbst die zwei Meter bis zur Selbstbedienungsbar zu weit erscheinen.
    Zurück zu Akquisen, zu Erstkontakten, zu einem Lächeln und einem interessanten und provokativen Schlagabtausch, welcher eine imaginäre Grenze niemals überschreitet.
    Zurück an den Spielautomaten und zurück zu Esra und Delia, die mir hoffentlich noch erklären, wie man diese verdammten Karten legen muss, um diesen von den Göttern verfluchten Diamanten auf den Display zu ergattern.
    Zurück zu den Damen, welche im Laufe der Monate und Jahre zu geschätzten Bezugspersonen wurden und zurück in eine Illusion, deren Seifenblase derzeit nicht zerplatzter daher kommen könnte.


    Fortsetzung folgt ...
     

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