Goldentime

Artemis A³ II - Die XXL - Berichte starten endlich ...

Dieses Thema im Forum "Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin" wurde erstellt von Der Pharao, 26. Oktober 2020.

  1. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Sonntag, 25. 10 . 2020 … Afterclubtag … gegen 9. 50 Uhr …

    Nach einer gefühlt wenig erholsamen Nachtruhe erwache ich aus meinem unruhigen und von Phasen des Wachseins geprägten Schlafzyklus.
    Ich drehe mich noch einmal auf die rechte Körperseite und lege meinen vergipsten Arm auf die erwärmte Bettdecke, ehe ich den Beschluss fasse, den Tag entsprechend zu begrüßen.

    Nachdem sämtliche Rituale im Bade vollzogen sind, setze ich mich mit einer guten Tasse Cappuccino vor meinen Computer und entdecke die weiter rasant ansteigenden Infektionszahlen, welche selbst für einen Sonntag, wo bei Weitem nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln, einen weiteren Anstieg auf über 11 000 gemeldete Fälle verzeichnen.

    Es ist somit klar, dass die Folgebesuche im Artemis nun wirklich gezählt sind und nur noch die kommende Woche verbleibt, um Mußestunden in dem Hort der gelebten Erotik und Entspannung zelebrieren zu können.
    Leider ist meine kommende Woche – welche ja morgen beginnt, trotz gesundheitlicher Einschränkung, ziemlich befüllt und ich sehe noch nicht, wie ich ein Zeitfenster für einen Clubeinfall freischaufeln könnte, welcher zu dem ohnehin geplanten Besuch am Samstag hinzu addiert werden würde.

    Ich hasse die Sonntage, weil sie immer ein Bindeglied zwischen Afterclubtag und beginnender neuer Woche darstellen und stets keine große Funktion aufweisen, als schlichtweg zu vergehen.
    Früher, war ich auch des Öfteren an Sonntagen im Artemis, vor allem, als die Rentnergang um Walther, Willi, Hans und Co noch in vollständiger Stärke und Anzahl zugegen auftrat und mir gefiel, dass dieser Besuchstag in der Regel etwas ruhiger und familiärer anmutete.
    Dem entgegen, war es aber auch oft so, dass Damen, welche meinen Geschmack trafen, an jenen Rentnertagen stetig freimachten, da das dann stark frequentierte Publikum einfach nicht ihren Gästeansprüchen entsprach und ich somit diverse geschätzte Ladys entbehren musste.

    So erinnere ich mich an eine attraktive Dame namens Livia, welche aus dem Darmstädter Raum stammte und an einem besagten Sonntag zum ersten Mal im Club weilte, nachdem Managerin Vanessa, ihr das Haus gezeigt hatte …

    … an der Bar …

    „Hallo. Du siehst ein wenig verloren aus, wenn ich das mal so direkt sagen darf.“ - äußere ich, als ich neben ihr stehend, um einen Espresso bitte.

    „Hy. Ich bin zum ersten Mal hier. Sag mal, ist heute Mottotag?“

    „Mottotag?“ - wiederhole ich.

    „Ja, Thementag. Also Rabatttag, also wo Senioren irgendeinen Bonus bekommen.“

    „Ach so, ja – bei Motto musste ich an eine Kostümparty denken, die älteren Herrschaften zahlen heute und morgen nur die Hälfte an Eintritt.“

    „Das hat mir niemand gesagt, dass ist eigentlich nicht so meines. Ich finde das ja gut, dass die aus dem Haus kommen, aber ich habe da einfach mein Tabu, ab einem bestimmt Alter.“

    „Das ist doch kein Problem, es kommen mit Sicherheit auch noch Männer jüngeren Baujahrs. Herzlich willkommen hier – und, ich hoffe, dir gefällt es in Berlin und es rechnet sich auch geschäftlich. Ich erahne diesbezüglich erst einmal wenig Gefahr, wenn ich vom ersten Eindruck und deiner Optik und Ästhetik ausgehe.“ - lächle ich.

    „Das ist sehr lieb von dir. Livia.“

    „DerPharao.“

    „Bist du hier Undercover von der Firmenleitung, um mir den Einstieg schmackhaft zu machen, oder bist du wirklich nur durch Zufall hier?“ - lacht sie und touchiert meinen Oberarm.

    „Ich mache das ehrenamtlich – und, ehrlicherweise, ist es nicht so zufällig wie du andeutest.“

    Walther entdeckt uns und spaziert auf uns zu.
    In seiner ganz typischen Art stellt er sich vor und ich höre noch heute, Jahre danach, seine Stimme, wie er an der Bar lehnte und Livia die gesamte Hausordnung erklärte.
    Arielle huscht vorbei, klatscht mir auf den Hintern und verschwindet wieder in der Umkleide.

    „Du warst hier schon ein oder zweimal ...“ - stellt Livia fest.

    „Nein. Keine Ahnung, wer sie war ...“ - lache ich und korrigiere mich natürlich anschließend.

    „Ich lerne die Frauen gern erst kennen, auf dem Sofa, die müssen sich schon ein bisschen Zeit nehmen ...“ - führt Walther weiter aus.

    „Und ihr zwei kennt euch auch von hier?“ - grätscht die Dame dazwischen.

    „Ja. Als ich zum allerersten Male hier war, hat mir Walther alles gezeigt und mich sozusagen in die Clubszene integriert. Ich kannte ja niemanden, keine einzige Dame, niemanden von den Gästen. Du kommst rein – und fühlst dich erst einmal erschlagen. Wie Caesar, als würde er in den Palast von Kleopatra schreiten und nichts als schöne Frauen und eine betörende Stimmung vernehmen ...“

    „DerPharao steht gut im Saft und du bist ne dolle Kirsche.“ - lacht mein Vertrauter.

    „Danke Walther.“ - schüttele ich den Kopf.

    Ein paar Sekunden später …

    „Er ist nett, aber ich kann nicht mit ihm auf Zimmer gehen.“ - meint sie anschließend, nachdem die Artemis – Legende ein Stück von dannen zog.

    Weitere Damen grüßen mich, exakter gesagt Berna und Kendra, welche noch mit Handtuch um die Hüften durch die Lounge zwiebeln.

    „Du bist ja ziemlich rum gekommen ...“ - lacht sie und zwinkert mir zu.

    „So würde ich das nicht nennen. Ich hatte die Ehre, hier, in dieser erotischen Cocktailbar mit Animiercharakter, die ein oder andere Lady persönlich kennen zu lernen.“

    „Du hast also mit denen gefickt die dir gefallen haben.“ - bringt sie es auf den Punkt.

    „Damit nimmst du mir den Wind aus den Segeln.“

    „Ist doch nicht schlimm, es war mir schon klar, wie du mich angesprochen hast, dass du kein Newbie bist.“

    „Scheiße verdammt, du hast das messerscharf seziert und jetzt stellt sich die Frage, wie wir diese nette Unterhaltung finalisieren ...“

    „Hast du Stammfrauen? Oder eine Stammfrau?“

    „Ähm, ...“

    „Sei ehrlich bitte.“

    „Ich habe vor, ehrlich zu sein, ich ringe nur nach der passenden Rhetorik, dir diese Frage zu beantworten. Rein objektiv betrachtet ja, aber in der praktischen Umsetzung auch wiederum nein, also es ist derzeit nicht so, dass ich bei jedem Besuch zu einer ausgemachten Stunde wie ein Schäferhund am Geländer warte. Es gestaltet sich schwierig.“

    „Schwierig? Man bezahlt und hat Sex.“

    „Das nimmt man an, Sonnenschein, aber, … das ist irgendwie nicht das, was mich hier wahnsinnig reizt. So ein bisschen Persönlichkeit ist wirklich wirklich erfrischend. Das erfreut den Kopf, nicht nur, … du weißt schon.“ - zwinkere ich ihr zu.

    „Ja. Mir geht es nur darum, … ich bin neu – und will hier nicht in ein Revier kommen.“

    „Nein, betrachte mich einfach als Naturschutzgebiet. Es wird zwar ein bisschen auf mich geachtet – und hin wieder geht auch mal einer mit der Schere drüber, aber, im Großen und Ganzen, werde ich doch ziemlich mir selbst überlassen.“

    „Wie süß ihr doch seid ...“ - erklingt es aus dem Hintergrund, welcher in einer Silhouette an mir vorbei schwebt.

    „Wer war das?“

    „Ähm, … die Schere.“

    … …

    Während ich an diesem Sonntag, in der Chronologie meiner Berichte, ein wenig im Internet surfe, muss ich auch eine Begegnung dieses Jahres, nach Wiedereröffnung, im September, denken, mit einer Dame, welche ähnliche Parallelen aufwies.
    Dilara „3“ - selbst so benannt, ebenfalls aus dem Großraum Frankfurt und türkischer Abstammung, welche ebenfalls nur kurz im Artemis weilte und welche auch eine Freundin von Dame Lola ist, welche man länger im Berliner Club begrüßen konnte.

    Tatsächlich ist es aber inzwischen bei weitem nicht mehr so, wie früher, wo man quasi jedes Wochenende eine Vielzahl neuer Damen ausmachte, welche teilweise einfach nur mal in diese Branche hinein schnuppern wollten.
    Seit Einführung des im Volksmund genannten „Hurenpasses“, folgte schon eine deutliche Abflachung an Fluktuation und einige Damen, die vorher doch mehr oder weniger regelmäßig im Club erschienen, wurden nicht mehr gesehen.

    Ich finde es gut, dass wir, in Coronazeiten, jetzt einen festen Kader an Damen aufweisen, welche einem in großen Teilen schon ans Herz wuchsen und durch die kleinere Sollstärke eine vertraulichere „Bindung“ stattfinden konnte, als wie früher, wo streckenweise 120 Mädchen gleichzeitig durchs Gebälk flanierten und man zwangsläufig teilweise nicht den Hauch einer Ahnung eines Namens aufwies.
    Sicher, ist dies ein Thema, was auch ander -seitig gelagerte Argumente zulassen würde, aber, in den jetzigen Pandemiezeiten, finde ich dies als Ideallösung dessen, wie man einen Club halbwegs sicher und vertraut durch die Krise manövrieren und in sicherere Fahrgewässer steuern konnte.


    Leider – und nun rutsche ich ins wirkliche HIER UND HEUTE, veranlassen die wieder steigenden Infektionszahlen wenig Hoffnung auf einen Return im Dezember, sodass man sich wohl von dem Gedanken lösen sollte, im Folgemonat wieder in den heiligen Hallen des Artemis zu verkehren.
    Auch wenn der R – Wert sicher eine leichte Tendenz zum Abflachen bereit hält, ist doch der 7 – Tage – Inzidenz – Wert, welcher ja die „Mutter aller Datenerhebung“ für ein Ende des Lockdowns seitens der Politik darstellen wird, doch noch erheblich in Bereichen, welche Lockerungen ad absurdum fühlen.

    Ich persönlich halte das für vollkommen ziel – verfehlt, Stätten, welche ordentliche Hygienekonzepte vorweisen und eine Kontaktnachverfolgung auch lückenlos dokumentiert werden kann, pauschal zu schließen, da sich meiner Meinung nach, früher oder später, so erst Recht sämtliches ins Privatleben in die nicht zu kontrollierenden Dunkelzonen zu bewegen droht.
    Selbstredend gilt dies nicht nur für den Sektor Pay6, welcher in den Augen vieler weltfremder Entscheider noch immer das klischee- belastete Sündenkind aller Superspreader – Events darstellt, wohin gegen Demonstrationen bewilligt werden, welche zigtausende Menschen ohne jedweden Schutz aufeinander los lassen.

    Es bleibt nur, die Nerven zu behalten und zu hoffen, dass der verhängte „Lockdown light“, dessen zweites Wort wohl bald gestrichen werden dürfte, nicht ins Bodenlose verlängert wird und wir so wieder ein halbes Jahr an der kurzen Leine geführt werden, ehe, irgendwann, die Pforten gen Artemis wieder geöffnet werden können.

    … …

    Es ist gegen Mittag und ich checke meinen Kalender, ob ich, irgendwie, vor dem 31. 10. 2020, nicht doch auch den Donnerstag noch frei gelegt bekomme, was sich aber als hoffnungsloses Unterfangen heraus stellt.
    Hingegen jetzt, wo überhaupt kein Tag mehr „safe“ ist, war dies ein beinahe paradiesischer Zustand, wo man sicher wusste, mindestens an den Samstagen in der deutschen Hauptstadt einreisen zu können.

    Ich ergebe mich meiner Arbeit und entlaste die linke Hand so gut als möglich, da sie, bei entsprechender Aktivität, doch einen nicht unerheblichen Schmerz im Ellenbogenbereich verursachte.
    Via Diktierfunktion, habe ich zumindest einen Lösungsansatz finden können, welcher mir gestattete, textbezogene Angelegenheiten wieder binnen eines Zeitfensters zu bearbeiten, ohne dafür eine Woche Urlaub in Anspruch nehmen zu müssen.

    In mein Tagwerk vertieft, klingelt mein Handy und ich sehe den Namen von Petronius, welcher „penetrant“ um Gehör bittet.

    „Hallo Petronius.“ - nehme ich ab.

    „Ich grüße dich. Na, wie ist es?“

    „Typischer Tag nach Artemis. Während dort 5 Stunden vergehen, als hätte man sich gerade die Schuhe gebunden, vergehen jetzt 5 Stunden, als müsste man die Schuhe erst in Bangladesch beim Schuster holen.“ - sage ich.

    „Ick weeß, ich könnte och schon wieder hin.“

    „Ein kleines bisschen Pause dazwischen muss schon sein, sonst geht man sich irgendwann barbarisch auf die Eier. Du weißt, wie ich das meine.“

    „Ja, aber die Mäuschen ...“ - muss er über sich selbst lachen.

    „Nana und Virginia sind sicher auch froh, wenn sie mal ein paar Tage Ruhe vor dir haben.“

    „Da saß doch noch eine Frau an der Bar, gegenüber wo Alina immer sitzt. Mit Brille. Die war toll.“

    „Keine Ahnung, habe ich nicht drauf geachtet. Alia vielleicht.“

    „Ich meine nicht Alina, Alina hat ja keine Brille.“

    „A-L-I-A, du halb - taube Brotspinne!“

    „Ach so, naja, muss ich am Samstag mal schauen. Dann habe ich mir noch Jessica und Fabienne vorgemerkt.“

    „Wir sind gerade mal so knapp 10 Stunden, nicht mal, aus dem Club raus und du klingst so, als würdest du schon angezogen auf der Bettkante sitzen.“

    „Wer weiß, wie oft wir noch dahin können. Ich werde am Samstag vielleicht ein paar Euro mehr mitnehmen. Du weißt ja, ich muss meine Regel brechen.“

    „Ja, wie kann man nur immer so knapp kalkuliert dahin fahren? Ich hatte mit 14 Jahren das letzte mal so wenig Geld einstecken wie du – und da hatte ich einen schlechten Tag.“ - scherze ich.

    „Das klappt immer. Genau berechnet.“

    „Was machst du, wenn mal etwas Außergewöhnliches passiert? Du bekommst Appetit auf ein Extra, oder du triffst eine Frau, wo du gar nicht anders kannst, als zu verlängern?“

    „Dann frag ich dich nach einem Kredit.“

    „Ja, typisch. Aber ich bin nicht unten, ich sitze oben bei Zeus, wo Milch und Honig fließen.“

    „Dann frag ich Aurelius.“

    „Statt jeden anzubetteln, den du kennst, könntest du ja auch einfach einen Hunni mehr abheben.“

    „Ich kenn mich, ich geb den dann auch aus.“

    „Weil du ein Rückgrat hast wie ein Gummibärchen. Du weißt doch, ein Hunni ist dort gar nichts. Eine halbe Stunde ohne irgendwas und Parken auf dem Ku – Damm. Weg.“

    „Ich wollte da mal noch was ansprechen ...“

    Fortsetzung folgt ...
     
  2. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Petronius bringt mich auf dem neuesten Stand.

    „Hm, … manchmal muss man einfach diese kalte Kotze herunter würgen, die einen so im Leben beschäftigt.“ - antworte ich ihm nach seinem fünfminütigen Dialog.

    „Ich habe das schon geregelt Pharao – in Bezug auf dich.“

    „Weißt du, … ich muss gerade meine eigene kalte Kotze herunter schlucken, wenn ich das so höre, was du ausführst. Es ist doch immer wieder verwunderlich, wie wenig Flohmarktleben manche andere so besitzen. Was läuft bei Aurelius nur schief? Selbst wenn er dumm ist, was er nach so einer Aktion sehr gut sein könnte, muss ihm doch einleuchten, dass sich die Damen untereinander unterhalten. Selbst die, die jetzt nicht zwingend miteinander händchen – haltend gen Restaurant flanieren.“

    „Naja, du kennst ihn ja.“

    „Ja, das tue ich. Wir sollten vielleicht mal ein bisschen darüber grübeln, wen wir so alles herzensgut in unsere Mitte integriert haben und danach – wenn das so verflucht richtig analytisch analysiert wurde, überdenken, ob das für die Zukunft immer noch so rosarot erstrahlen sollte … ich meine, wenn man der ein oder anderen Lady mal so ein bisschen aufmerksam zuhört, dann ist das doch schon recht fragwürdiger Natur. Aber, lassen wir das einfach mal so stehen.“

    „Ich halt mich aus allem raus. Ich will da hinkommen und Spaß haben. Xenia habe ich auch lange nicht mehr gesehen. Und Ella.“

    „Die Chance dürfte auch bei so circa minus Tausend sein, dass die mal an einem Nachmittag herein laufen und ein Heißgetränk bei Vicki ordern.“

    „Denkst du, dass Gabi da ist?“

    „Keine Ahnung, ich hoffe mal schon: Sie ist doch immer ein absoluter Gewinn für den Club.“

    „Ich hoffe, Nana kommt am Samstag nicht so spät. Ehe sie immer da ist, habe ich schon mein halbes Pulver verschossen.“

    „Nun, dann musst du eben mal etwas warten. Es ist ja nicht so, als ob jemand mit der Schrotflinte auf dein Genick zielt, wenn du nicht schon vor 14 Uhr dein erstes Zimmer hattest.“

    „Nein – und ich bin froh, dass ich inzwischen so auch meine vier oder fünf Anlaufstellen habe. Die meisten Frauen, die ich anspreche, denken sowieso, wir sind alle nur Idioten, wie viele, die dort als Gast sind..“

    Und hier möchte ich das Gespräch mal unterbrechen.

    Es ist wirklich so, dass sich nach wie vor bei einigen Damen der „Mythos“ hält, dass „wir“ alle – auch hier im Forum – nur schmierige, dumme Typen sind, deren Lebensinhalt nur darin besteht, uns herablassend über Frauen auszutauschen, die wir irgendwann und auf irgendeine Weise mal in den Gefilden des Saunaclubs kennen lernen durften.
    Es herrscht noch oft die Meinung, dass wir alle gleich seien, graue Masse aus niederen Bedürfnissen und einer unmöglichen Etikette, mit der Sichtweise, dass alle Mädchen nur „Gegenstände“ wären, die man auf Zeit mieten und danach wieder vergessen könne.

    Es ist erstaunlich, wie sich manch Bild wandelt, wenn einen dann die Damen live und in Farbe in Bezug auf Artikulieren, Ausdruck und Benehmen persönlich „kennen lernen.“
    Wie man sich austauscht darüber, wie die eigene Sicht auf die Szene des Clubbens anmutet und das wir doch facettenreicher und unterschiedlicher kaum gepolt sein könnten.

    Sicher, gibt es auch bei „uns“ schwarze Schafe, die einfach in ihren Ansicht unbelehrbar daher kommen und noch immer in Zeitspannen festhängen, welche längst vergangen sind.

    Ich selbst, hoffe, mich allein anhand meiner Lyrik und meiner Berichte – Stilart ein wenig abzugrenzen und ein Beispiel dessen zu geben, dass auch ein Gast eines Saunaclubs durchaus zu einer gereiften und angenehmen Persönlichkeit mit beruflichem Erfolg, guter Erziehung und vernünftiger Weltansicht gereicht.
    Es ist teils sehr erschreckend, wenn man im Gespräch gesagt bekommt, wie erstaunt manch Dame darüber ist, dass man wahrlich gänzlich anders anmutet, als viele anderen.
    Ich bedanke mich des Lobes und der Wertschätzung -
    erachte es aber als SELBSTVERSTÄNDLICH, dort jeden genau so zu behandeln, als wäre ich im Restaurant oder bei einem Geschäftsmeeting.

    Es kommt oft ein wenig abhanden, dass dort nicht nur gut programmierte weibliche Roboter sitzen, die auf Knopfdruck bei jedem und allem „funktionieren“, sondern dass man auch im Etablissement „normalen“ Frauen begegnet, welche zwar eine gewisse Abgrenzung und Maske Inne halten, im Grunde aber genauso Tagesschwankungen und Emotionen unterliegen.

    Man muss doch keine Doktorarbeit darüber geschrieben oder gelesen haben, dass man selbst auch immer ein Stück mehr an Sympathie erhält, wenn man sich dieses Faktes stets bewusst ist und versucht, dies in seinem eigenen Verhalten anzupassen.

    Sicher, gibt es gravierende Unterschiede, ob man eine Dame im Kino oder auf der Couch in der Lounge anspricht, jedoch, was die Basis betrifft, öffnen Etikette, Höflichkeit und ein offenes und freundliches Wesen doch sittsam Türen in beiderlei „Welten“.

    Natürlich ist jeder von uns charakterlich anders, aber vieles könnte deutlich einfacher sein, würde man sich nicht das Leben unnötig schwer machen.

    Ich selbst neige leider dazu, öfters, teils auch vollkommen ungewollt, in Szenarien zu geraten, wo ich plötzlich, selbst als zunächst gänzlich Unbeteiligter, dann mitten im Auge des Tornados stehe und versuche, zu vermitteln, oder eine wohltuende Grundharmonie zurück zu führen.
    Denn, letztendlich, frönen wir doch alle einer Leidenschaft und rudern ein gemeinsames Boot, welches, in Seenot geratend, für uns alle ein enormer Verlust wäre.
    … …

    Das Telefonat mit meinem Clubbruder hat mir wieder einmal gezeigt, wie tief die Gräben zwischen Gast und Dame werden können, selbst, wenn dies von beiden „Parteien“ so nicht im Ansatz gewollt war.
    Es ist eben schwierig, wenn sich binnen kürzester Zeit zwei Menschen treffen, die teils völlig konträre Ansprüche haben und schnell das Intimste teilen, was, außer Liebe, zwei Personen miteinander vereinen kann.

    Für mich – und meine Betrachtung – ist das Gravierendste tatsächlich, wie verschieden eben Gästetypen ausfallen.
    Ich, ein ausgesprochener Kopfmensch, mache mir vielerlei Gedanken und würde mich, ohne mich beweihräuchern oder hochloben zu wollen, schon als intelligenten Menschen bezeichnen, welcher eben einen Clubbesuch anders wahrnimmt als jene, die einfach nur der reinen Wollust folgen.

    Ohne Frage, ist die finanzielle Situierung die Fahrkarte zu mehr, jedoch, besonders Frauen, die sehr gut verdienen und selbst eine gewisse Persönlichkeit aufweisen – und, die zudem ihre Gäste nun wahrlich selbst aussuchen können, wagen doch des Öfteren einen Vergleich und entscheiden dann vermehrt nach Sympathie, Benehmen, gemeinsamen Humor und einer gewissen Form der Gesprächsebene.

    Wenn ich mit jemanden über Stunden das Lager teile, ist es nun mal unvermeidlich, dass sich alle Faktoren der zwischenmenschlichen Darbietung wenigstens für ein gewisses Level befruchten, da sonst die gemeinsame Zeit für beide Seiten eher unangenehm dahin siecht.

    Ich habe im Artemis schon jede Riege der Gesellschaft kennen lernen dürfen, vom Hartz 4 – Empfänger, welcher über Monate für den Eintritt und das Zimmer gespart hat, bis zum Agrarprofessor und Privatier, welcher neben einer besonderen beruflichen Qualifikation auch nicht wirklich auf die Ausgaben zu achten hatte.

    Daher finde ich es teils immer noch schade, wenn manche, vielleicht aus vermehrt schlechter Erfahrung, immer noch alle über einen Kamm scheren und wir auch „hier“ - im Forum, in einigen Ansichten als ein Einheitsbrei verrufen sind, welcher kaum die Hoffnung aufweist, dieses klischee – beladene Denken aus einer Mauer aus Zweifel und in Zement gegossener Anschauung durch eigenes Zutun zu unterbrechen.

    Man tut vielen damit unrecht und so bleibt nur, sich im persönlichen Dialog, einander anzunähern und zu hoffen, dass der berüchtigte Blick hinter die Maske für beiden Seiten weiter die wichtigste Stufe zu einer gemeinsamen Sympathie darstellt und die Zimmer, die daraus resultieren, für alle Beteiligten von Gewinn geprägt sind.
    …. …

    Das Gehirn, was etwa 1,5 Kilogramm wiegt – oder für manche Mitlesenden zum besseren Verständnis in circa 15 wohlschmeckenden Schokoladentafeln aufeinander gestapelt zum greifbareren Vergleich geruht, ist schon ein Wunderwerk an Schaltzentrale.
    Ohne diese könnte ich nicht beim Liebesspiel vermehrt ins Atmen kommen, könnte mich nicht mit meiner Bezugsdame auf dem Sofa „duellieren“, könnte nicht laufen, mich nicht auf den nächsten Besuchstag freuen und könnte keine Gänsehaut der „erlittenen“ Körperküsse davon tragen.
    Über 100 Milliarden Nervenzellen geraten in Arbeit – und zehnmal so viele Hilfszellen, wenn ich allein an das nächste Stell – Dich – Ein im Club denke, wann immer das auch sein mag.

    Nachdem ich das Gespräch mit Petronius beendet hatte, widme ich mich wieder meiner Arbeit, merke aber, dass ich im primären somatosensorischen Kortex, welcher für die Wahrnehmung aus dem Körper verantwortlich ist, doch immer noch an ganze andere Dinge denke.

    Zurück in den Club, … immer noch vor einigen Stunden …
    … Gespräch Sofa …


    „Sag mal Pharao, wie machst du das eigentlich mit dem Trinkgeld?“ - fragt mich ein Clubbruder.

    „Das muss jeder für sich entscheiden: Entweder man gibt es, oder eben nicht. Kommt ja auch immer ein wenig auf das eigene Erlebte an, den Service. Das Gesamte. Hast du dich wohlgefühlt? Konntet ihr viel lachen, … willst du wiederholen … schwer, dass so pauschal zu sagen.“ - führe ich aus.

    „Ich gebe nie was.“

    „Wie nett.“

    „Ich wiederhole dann lieber.“

    „Nun, dass eine hat ja mit dem anderen nicht zwangsläufig was zu tun.“

    „Gibst du denn Trinkgeld?“ - wiederholt er seine Frage.

    „Bei mir ist das auch etwas anderes, wenn ich länger oben bin – am Stück, oder konstant in einem Rhythmus, aber ja – auch da. Gehört sich doch so, wenn man eine schöne Zeit hatte. Geld ist nun mal in dieser Welt ein Mittel, seine Wertschätzung auszudrücken. „Geschenkte“ Zeit ist hier im Club ein Rohstoff – und, nur weil du Zeit mit jemanden verbringen willst, heißt das nicht, dass das auch immer ausreicht, wenn du mit einem Bündel Scheine wedelst. Zumindest bei einigen. Scheiße, … glaub mir, ich habe da so die ein oder andere Anekdote.“

    „Ich denke mir dann immer, es ist doch blöd, da ein paar Euro zu geben.“

    „Grundsätzlich, … solltest du hier überhaupt nicht mit Münzgeld hantieren, außer, eine von den LasVegas – Damen vorne am Automaten fragt danach. Mal ohne Spaß, du hast doch nicht ernsthaft mal jemanden Kleingeld gegeben?“

    „Doch, zwei Euro.“

    „Du hast Recht.“

    „Mit was?“

    „Gib gar kein Trinkgeld.“ - ich schüttele den Kopf.

    „Wieso denn?“

    „Das ist doch eine Beleidigung. Ich will gar nicht wissen, wem du das zugemutet hast und ich hoffe, sie hat uns noch nie zusammen gesehen.“ - lache ich und haue ihm auf die Schulter.

    „Nein, ist nicht mehr hier. Was ist schlimm daran?“

    „Auch wenn die Geste gut gemeint ist, … nein, never – damit beleidigst du doch eher als du damit etwas erreichst: So in der Art - „War okay, hier – bisschen Wechselgeld, so gut war das. Die Regel ist eigentlich, es muss wenigstens ein Schein sein.“

    „Fünf Euro ist ein Döner.“

    „Du bist ein hoffnungsloser Fall. Noch schlimmer ist nur dieser Gespensterprediger, der von mir fünf Euro Benzingeld wollte, nachdem er mich mal von der Tankstelle bis an den Club gebracht hat.“

    … …

    Noch immer vor dem Monitor sitzend, betrachte ich meinen blau – gegipsten Arm und muss wieder daran denken, wie mir im Artemis vorgeschlagen wurde, darauf zu unterschreiben und ich muss lächeln des Bildes, welches sich morgen beim niedergelassen Chirurgen ergeben hätte, wenn die Schwestern, die eher moralisch sehr prüde daher kommen, der ein oder anderen Ferkelei angesichtig würden, welche vermutlich dort ihre Niederschrift gefunden hätte …

    Fortsetzung folgt …


    Anbei, noch ein Update:

    Kommende Woche, genauer gesagt am Dienstag, findet die Operation des Medianus – Nervs statt und man muss hoffen, dass diese von Erfolg gekrönt, die alte Schaffenskraft wieder herzustellen vermag. Leider wird erst geraume Zeit danach das Fazit gezogen werden können, in wie weit diese den derzeitigen Zustand zurück in alte Zeiten transportieren konnte und ob man in prozentualer Hinsicht gemessen, im oberen Quadranten zu agieren vermag.

    Bis hierhin sei noch mal allen netten Kollegen herzlich gedankt, welche, in vielfältigster Art und Weise, ihre Genesungswünsche kund taten.

    Ich halte natürlich auf dem Laufenden.

    Bis dahin, liebe Kollegen, liebe Mitlesende und Interessierte, lieber größter Fan ... vor allem Gesundheit und Zuversicht für die nächste Zeit.
    Hoffen wir, dass der Lockdown doch ein wenig kürzer ausfällt, als man derzeit so vermuten darf.
     
  3. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Ich beschließe, mein Tagwerk für heute zu beenden und bewege mich gen Couch, wo ich mich vorsichtig auf die bequeme Sitzfläche bugsiere.
    Es ist schon merklich dunkel und generell ist der November eher ein Monat, welcher doch die ein oder andere Schwankung der Stimmung zu veranlassen vermag.
    Perfektes Saunawetter, wo man unter der aufsteigenden, wohligen Hitze im Kreise guter Kollegen die stetig steigende Niedergeschlagenheit in Bezug auf Unkenntnis des weiteren Werdegangs mit der Coronakrise bezogen auf das eigene Dasein und die Rückkehr in die Hallen des Artemis wesentlich besser „bekämpfen“ könnte - was auch in sechs Tagen geschehen sollte, wenngleich für mich das Schwitzbad weiter ein Tabu darstellen würde.

    Heute, ist es einfach ein Abhandenkommen einer tatsächlichen Form der Lebensqualität, welcher man viral beraubt wurde, wo gewisse Musestunden, welche für ein stressiges Arbeitsleben einfach wie schimmernde paradiesische Rettungsinseln in immer greifbarer Nähe gastierten, nun auf unbestimmte Zeit in den Untiefen eines gewaltigen Meeres versanken.
    Ein Atlantis, welches zwar noch mythisch in den Köpfen wohnt, aber doch derzeit weiter entfernt scheint als die fremden Galaxien unbekannter Sternenformationen.

    Auf dem Sofa … immer noch am Sonntag des 25. 10. 2020 ...

    Ich habe ein wenig Kopfschmerzen und fühle mich direkt an eine Szene erinnert, welche auch vor einem Jahr, mit meiner damaligen „Club-Ehefrau“, vor meinem geistigen Auge wieder zum Leben erweckt wurde ...

    … Auf Zimmer …

    „Was ist los?“ - frage ich sie und setze mich auf die Kante des runden Liebesnestes.

    „Nichts. Alles okay.“ - antwortet sie knapp.

    „Klar. Gut, sehr gut sogar. Nein, … komm schon, wir kennen uns inzwischen besser als ein Trapper seine Jagdroute. Was hast du? Und mach keine Pause vor der Antwort, um dir irgend etwas derart Mieses zu überlegen, was meine Intelligenz beleidigt Herzi.“

    „Ich habe wieder Kopfschmerzen. Schlimm. Schlimmer als letztes Mal.“

    „Woh, okay, du möchtest mir also subtil vermitteln, dass wir heute nur kuscheln, daliegen und über Gefühle und Empfindungen sprechen?“ - scherze ich ein wenig.

    „Du bist wirklich manchmal ein Arschloch.“

    „Ich habe doch nur einen Scherz gemacht. Ich habe unten eine Ibuprofen, glaube ich zumindest.“

    „Würdest du schnell runter gehen und sie holen bitte?“

    „Natürlich. Ich würde für dich bis ans Ende dieser verfluchten Welt gehen. Die Frage ist nur, ob ich wieder komme ...“

    Drei Minuten darauf …

    „Da bin ich wieder.“ - äußere ich und klinke die Pforte hinter mir zu.

    „Hattest du eine?“ - fragt sie mich, sobald ich die letzte Silbe gesprochen hatte.

    „Ich bestätige.“ - und überreiche ihr das Schmerzmittel.

    „Danke. Moment.“

    „Du solltest zum Arzt gehen, wenn das nicht besser wird. Ohne Spaß jetzt.“

    „Ja.“

    „Hm, dass ist wirklich unbefriedigend. Du sagst zwar ja, aber alles andere an dir schreit „Nein.“ Das ist gerade ein wenig schwierig, da eher dieser Fenstergriff einem guten Argument zustimmen würde als du. Ich meine, klar, ist deine Gesundheit und du musst das alles selbst wissen, aber, vielleicht neige ich ja ab und an doch dazu, dass alles nur gut zu meinen.“

    „Mir geht es gut Pharao.“

    „Ja. Das wirklich Tolle dabei ist ja, dass du das sogar selbst glaubst. Ich sage dir auch, warum ich das so genau nachvollziehen kann. Ich äußere es nämlich AUCH jedem gegenüber, der mich fragt, wie es meinem Knie geht, nachdem ich mehr Tabletten genommen habe als Dr. House in Staffel sieben und acht zusammen! Man lebt irgendwann damit. Aber richtig ist es deswegen nicht.“

    „Es ist ja nur manchmal. Lass uns nicht mehr davon reden.“

    „Gut. Verdrängen ist eine prima Sache. Ignorieren wir einfach die letzten Minuten und tun so, als hätten wir uns gegenseitig eine Tantra – Massage gegeben. Wollen wir das heute hier abbrechen? Wenn du dich quälst hat hier niemand was davon, ich meine es wirklich ernst.“

    „Nein, du kennst doch meine schlechte Laune inzwischen.“

    „Allerdings. Es ist wie, als ob man nach Hause kommt und genau weiß, dass einen diese verdammte böse Mieze wieder kratzen wird, die da faul am Kamin herum lungert, aber, nachdem man seine Schuhe ausgezogen – und in Richtung Wohnzimmer gelaufen ist, streichelt man sie erneut, weil es ja diesmal anders sein könnte. Aber nein, dieser Bandit aus Fell und Zecken zerwichst einem wieder die Handmotorik.“

    „Ja, du lernst es einfach nicht. Wir sind wie Totengräber füreinander. Manchmal.“

    „Wow, hier flirtet aber wieder jemand mit mir, als wären wir im Speed-Dating.“

    „Bist du heute eigentlich alleine da?“ - fragt sie mich und nippt an ihrer Pepsi.

    „Nein.“

    „Super.“ - sagt sie und zieht ihre Augenbrauen nach oben.

    „Hat für unser Zimmer – nein, Plural mein Schatz – unserE Zimmer keinen Einfluss.“

    „Du willst dann nicht mal runter?“

    „Nein. Wäre doch unverantwortlich, dich zu zwingen, aufzustehen und irgendetwas zu machen. Dich dem normalen Volk auszusetzen, wo du doch jetzt hier schon ein Feuerwerk der Erotik gezündet hast.“

    „Tust du mir einen Gefallen Schatzliein?“

    „Vielleicht.“

    „Halt mal für eine Minute die Klappe.“

    Wer das jetzt liest, wird denken, als wäre das teilweise böse oder einander verächtlich gemeint, fast feindselig und man wird sich fragen, warum man denn dann so viel intensive Zeit miteinander verlebt hat.
    Es war zwar oft ein wenig neckend, provokant und auch gegenseitig launischer Natur lagernd, aber es hatte doch stets eine ungeschriebene Grenze des Niveaus, welche niemals überschritten wurde und eine merkwürdige Form der Vertrautheit, sodass man sich beidseitig jederzeit auf dieser Weise begegnen konnte, ohne Gefahr zu laufen, eine Rolle spielen zu müssen.

    Anders gesagt, es war schlichtweg ehrlich – und eine herrliche Abwechslung gegenüber einer gekauften Illusion, welche einem für Zeit immer ins Wunderland zu versetzen vermochte.
    Sicher, ist es grandios, da nach oben zu schreiten, wo einem eine schöne Lady alles sagt, was man hören möchte und wo Probleme oder Sorgen wie am Treppengeländer begrenzt für eine halbe Stunde oder länger in die Wartezone entrücken.
    Bunte Zuckerwatte, Marshmallows und ein Jahrmarkt aus Erotik und Vergnügen, ehe man wieder hinab steigt, zurück in die Gefilde der Weltlichen und zurück zu rotierenden Gedanken um die scheinbar nichtigen Belange des Alltags.

    Für mich ist es deutlich spannender, jemanden „echt“ zu erleben, in der jeweiligen Tagesform, ohne gekünstelte Schauspieleinlagen und das laienhafte Zurschaustellen eines „Beste – Laune“ - Szenarios, wo man doch in Wahrheit vielleicht gänzlich anderen Schwankungen zu unterliegen bereit sein musste.
    Völlig klar, sieht man doch in 98% der Fälle schlichtweg darüber hinweg, weil man einfach gar nicht die Bereitschaft aufweist, sich dafür näher zu interessieren und weil es einen final auch überhaupt nichts angeht.
    Es kristallisiert sich jedoch recht schnell heraus, wie weit man mit wem gehen kann und wie stark gelagert der gegenseitige Sympathiefaktor anmutet, sodass man eben im verbalen Bereich die Spanne weitaus anders dehnen kann als bei anderen Damen, zu denen man diesen Bezug nicht aufwies.

    „... ich bin scheiße beeindruckt. Andere geben sich richtig Mühe, einem eine schöne Zeit darzubieten, vollführen zuckersüße Akquisen, lächeln einen an wie die Morgensonne, die sich gerade ihre Bahn durch die Wolken bricht … aber du – DU bist beileibe etwas anderes. Es bedarf schon einer besonderen Art der Persönlichkeit – und ich rede hier von uns beiden – dass wir SO sind und trotzdem noch nicht die Frage aufkam, wer hier wen zuerst in die Irrenanstalt bringt. Andere Damen wie du ...“ - sie unterbricht mich.

    „Es gibt keine anderen Frauen wie mich. Nur mich.“

    „Das stimmt, du hast mich nicht aussprechen lassen. Du bist wirklich individuell. Zum Glück. Die EU verträgt auch niemand Zweites wie dich.“

    „Warst du eigentlich am Donnerstag im Club? Kaugummi?“

    „Ich habe selbst einen, danke. Und nein – und das weißt du auch. Dein fantastisch – feminines Netzwerk aus bekannten und eher noch unbekannten Mädchen hätte dir das doch längst zugetragen. Meine Hochachtung, wie du deinen „Laden“ da im Griff hast und ich verstehe auch ein bisschen was von Menschenführung.“

    „Es ist ganz einfach. Sie haben einfach Angst vor mir.“ - lacht sie.

    „Ja, weil du eine „Herzlichkeit“ verströmst, als würden die Römer in Gallien einfallen.“

    „Ich kann auch sehr lieb sein, dass weißt du.“

    „Sicher, ich fiebere diesem einmaligen Feiertag auch stets mit größter Vorfreude entgegen.“

    „Ich bin nun mal so. Ich kann nicht dieses „Schatzilein“ und „Alles ist so schön...“. NICHTS IST SCHÖN! Die Welt ist beschissen! Und ich wollte dir keinen Kaugummi anbieten, ich wollte einen von DIR!“

    Zehn Sekunden später …

    „Ach so, siehst du, nächste Woche bin ich nicht da – aber, ich habe dir das glaube ich schon gesagt.“ - beginnt sie.

    „Hast du, aber es klang noch nicht so sicher wie jetzt.“

    „Mindestens eine Woche.“

    „Okay.“ - bestätige ich.

    „Wirklich.“

    „Ja, ich glaube dir doch!“ - erneuere ich meine Aussage.

    „Weil du mich so anschaust.“

    „Soll ich eine Sonnenbrille aufsetzen? Was ist denn jetzt dein Problem? Scheiße, ich gönne dir jede freie Sekunde du streitsüchtiges Eichhörnchen!“

    „WARUM sage ich das wohl? Denk nach!“

    „Ähm, weil...“

    „NEIN! DENK NACH!“

    „Das versuche ich, aber es hilft nicht, … auu verdammte Scheiße ..., wenn du mir dabei in den Oberschenkel zwickst! Was hast du schon wieder für eiskalte Hände, … du musst von einem Pinguin abstammen!“

    „Du verarschst mich doch oder?“

    „Mit was denn, liebe Club-Ehefrau?“ - lächle ich und betone den letzten Teil des Satzes.

    „Du merkst dir jede Scheiße – und ich meine wirklich jede Scheiße! Das ist krass unnormal, was in deinem Gehirn vorgeht, aber du willst mir gerade sagen, dass du nicht weißt, was ich meine?“

    „Natürlich weiß ich was du meinst! Du bist wie ein offenes Buch. Dann holen wir das nach, wenn du wieder da bist.“

    „Tolle Idee. Könnte dich nicht weniger interessieren.“ - meint sie.

    „Das ist nicht fair, es könnte mich bedeutend weniger interessieren.“

    „Ich weiß ja, … dass es dich interessiert.“ - lächelt nun sie.

    „Gut. Schön, dass du inzwischen für mich mit entscheidest. Das entlastet mich irgendwie.“

    „Bist du nächste Woche trotzdem da?“

    „Ich weiß noch nicht. Mal sehen, ob meine Freunde Lust haben und ob die gehen.“

    „Die anderen sind mir egal, ich meine dich.“

    „Donnerstag auf keinen Fall. Da muss ich selbst arbeiten, du weißt schon, was ich dir erzählt habe. Und Samstag, mal sehen.“

    „Scheiß auf den Donnerstag und deine Firma! Entferne jeden aus deinem Leben, der dich stört. Was nicht mit Geld geht, geht mit viel Geld.“

    „Das ist das Klügste, was du je gesagt hast Schatz.“

    „Es ist so. Oder mach irgendwelche Intrigen bis die von allein gehen.“

    „Scheiße, bist du sicher, dass du keine sizilianischen Wurzeln hast? Du solltest bei mir arbeiten – und, … nach einem Tag, würde das laufen wie ein gut geschmiertes Wunderrad.“

    … …

    Der Sonntag nähert sich seinem Ende und der 26. Oktober 2020 lauert bereits in unmittelbarer Nähe.
    Wie stets, wenn es meine Zeit erlaubt, verfolge ich bei VOX „Grill den Henssler“, wo Steffen, den ich im Rahmen eines beruflichen Termins schon einmal persönlich kennen lernen durfte, seine Kunst am Herd im Duell mit ein paar Promis auf den Bildschirm zaubert.

    Ich stelle mir vor, wie so ein Battle im Artemis wäre und wie abwechslungsreich ein Menü eines Sternekochs doch anmuten würde, wenngleich ich zugeben muss, dass die kulinarische Versorgung im Club seit der Wiedereröffnung im September für meinen Geschmack auf einem konstant guten Niveau ruhte.
    Beim Frühstück jedoch – mal fernab der Pandemie – könnte man sicher, sobald es wieder hygiene-technisch möglich ist, doch tatsächlich eine Schippe beilegen, wenn man zu Recht den Anspruch verfolgt, in Sachen bester Club von Deutschland, auch gastronomie- bezogen, in höchste Sphären zu entgleiten.

    Wundervoll wäre ein kleines „Live – Cooking – Angebot“, wo man beispielsweise selbst ein einfaches Spiegelei ordern könnte, ein selbst zusammen gestelltes Omelett oder einen Pancake für Freunde der amerikanischen Küche.
    Sicher, ist das mit erhöhtem Aufwand verbunden, aber es wäre ein Puzzleteil an gelebter Pflege des Clubs gegenüber seinen Gästen – weiblich wie männlich.

    Es ist wirklich komisch, wie sehr man sich bereits an diese Barriere zum Buffet gewöhnt hat und es fällt teilweise schwer, sich zu erinnern, wie es war, als man noch in Eigenregie seine Wunschbeilagen auf den Teller stapelte.
    Generell – so habe ich auch im Gespräch mit vielen Kollegen und Clubfreunden feststellen müssen, hat man die geltenden Hygienemaßnahmen gut verinnerlicht und es stört einen auch kaum noch so merklich, dass man deswegen eine Minderung des Aufenthalts attestieren müsste.

    Ich jedenfalls, könnte sehr gut damit leben, dass, wenn eine erneute Öffnung hoffentlich zeitnah stattfinden würde, sämtliche Maßnahmen wieder so 1 zu 1 umgesetzt werden und so ein gewisses Gefühl der Sicherheit, was für viele Besucher von enormer Bedeutung anmutet, Einzug halten würde.


    Fortsetzung folgt …

    Noch ein finales Update:

    So Freunde, morgen ist nun die Operation und ich bin somit mal ein oder zwei Tage weg vom „Business“ - und somit auch medial eher gering – lastig unterwegs.
    Mögen mir die Götter gewogen sein und wir lesen uns hoffentlich wieder.
    Viele Grüße nochmals an alle - bleibt gesund und lasst euch nicht unterkriegen.
    Euer Pharao
     
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  4. Hobbymoderator

    Hobbymoderator Volkstribun

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    Gutes Gelingen der OP, das wird schon:). Hat bei mir ja kürzlich auch geklappt :zwinker:.
     
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  5. schneehase

    schneehase Volkstribun

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    Lieber Pharao,

    wir wünschen Dir das Beste - und die OP wird schon klappen. Wir drücken die Daumen.

    Liebe Grüße
    Schneehase
     
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  6. Herrmann2020

    Herrmann2020 Bürger

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    Moin Pharao,

    ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, möge Dir eine 100%ige Wiederherstellung der Funktionen Deines Arms
    beschieden sein!!!!

    Alles Gute für die nächsten Tage!!
    Herrmann
     
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  7. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Also Jungs, vielen lieben Dank für eure netten Worte - das wäre nicht nötig gewesen, umso mehr weiß ich diese herzliche Geste zu schätzen!
    Ich lasse wieder von mir hören, sobald mir das möglich ist.
    Bis dahin und auf bald
    Euer Pharao!!
     
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  8. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Salve Freunde, später - gegen 16. 30 Uhr - dann eine Reaktion von mir ... Viele Grüße an alle!
     
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  9. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Salve liebe Forenkollegen – und, bevor es hier weitergeht, zunächst ein kleines Update wie zugesagt:

    Die OP des Medianus – Nervs betreffend verlief im Gesamtfazit gestern recht gut und ich hatte noch Glück im Unglück, „nur“ eine Axonotmesis, also eine Durchtrennung einzelner Nervenfasern erlitten zu haben, anstatt einer Neurotmesis, wo der gesamte Nerv über den Jordan ging.
    Die Prognose ist von vorsichtigem Optimismus geprägt, wenngleich hier die Geduld das oberste Gebot ist und ich eher, was dieses Tugend betrifft, von den gütigen Göttern „verschont“ wurde.
    Das sogenannte Aussprossen eines Axons ist nicht gerade in dem Tempo angesiedelt, mit welchem ich für gewöhnlich gen Saunaclub zu fahren pflege, sondern geht mit maximal 2,5 oder höchstens 3 Millimeter pro Tag von Statten.

    Entgegen erster Meinungen, bin ich jedoch sehr glücklich, hier und für diese Behandlung meine vertraute italienische Ärztin ins Boot geholt zu haben, welche auf diesem Fachgebiet eine wahre Koryphäe darstellt und die mir mehr Mut und Zuversicht einimpfte als es die anderen behandelnden Ärzte zu vermitteln vermochten.
    Hoffen wir, dass eine weitestgehende oder eventuell sogar komplette Regeneration der Nervenfunktionen eintritt und ich schnellstmöglich alles vergesse, was mir an Risiken oder möglichen Folgebehandlungen so zugetragen wurde.

    Es bedurfte schon des Gemüts eines sibirischen Schäfers, sich das Ganze sittsam anzuhören, ohne aufzuspringen und aus dem Zimmer zu flüchten, was, nebenbei gesagt, wirklich wahnsinnig schick eingerichtet ist.
    Dennoch – wie angedeutet, wird das eher eine langwierige Geschichte, welche einen über Monate zu begleiten vermag.
    Immerhin, kann bereits jetzt attestiert werden, dass die motorischen und sensiblen Defizite, welche ich spürbar aufwies, zumindest wieder auf ein Minimum reduziert wurden und auch das neuropathische Schmerzgefühl ist derzeit auf einem Level, was man irgendwie ertragen kann.

    Unglaublich, mit was für einer Scheiße man sich herum schlagen muss, nur, weil man den Bruchteil einer Sekunde einfach unaufmerksam über eine Fliese rannte.
    Sei es drum – das Schicksal sucht sich selbst die stärksten Gegner, weil die, die direkt aufgeben und alles hinwerfen, eine Schande darstellen und ein „Sieg“ ohne Mühe und Gefahr auch ein stets ein „Sieg“ohne Ruhm ist.
    Es schaut nach denen, die Widerstand leisten, während es an anderen nur verächtlich vorbei zieht.

    **********************************************************************************************************************************************************************

    Montag, 26. 10. 2020, …

    Es beginnt die letzte Woche im zehnten Monat des Jahres, welche sogleich auch die letzten offenen Tage im Artemis bereit halten sollte.
    Erwartungsgemäß fielen die Fallzahlen für einen Montag doch relativ „gering“ aus, zumindest, wenn man spätere Wochentage als Vergleich bemühen möchte, wenngleich der R-Wert, wenn ich mich recht entsinne, doch bei sogar über 1, 4 geschätzt angesiedelt wurde.
    Binnen weniger Tage später, würde bekannt gegeben, dass ab 2.11. 2020 sämtliche Vergnügen für zunächst vier Wochen ruhen sollten, obwohl man, bei halbwegs klarem Verstand mit Blick auf die Lage, auch schon da wusste, dass in Sachen Pay6 die Stunden quasi gezählt sind.

    Die Gäste der Clubs und die User der Foren sind allgemein recht gut untereinander vernetzt und so war die Woche wie an der Börse in Frankfurt am Main, wo gefühlt alle fünf Sekunden ein Handysignal ertönte und irgendeine neue Wasserstandsmeldung verbreitet wurde.

    Ich selbst recherchierte auch eifrig, fand aber oft auch nur das vor, was in Sachen Allgemeinheit bereits verbreitet wurde.
    Sinnbildlich steht wohl da auch der kommende Sonntag des 2.11. 2020, wo selbst am Besuchstag, an welchen ich ja bekanntermaßen noch einmal einfiel, bis in die Abendstunden, selbst der Club nicht wusste, wie lange er nun geöffnet haben durfte.

    Ich dusche mich, noch immer mit einer Plastikplane über dem Arm und absolviere auch die restliche Morgentoilette.
    Wie schon einmal geschrieben, gewöhnt sich das menschliche Wesen auch an die widrigsten Umstände und ich hatte inzwischen eine gewisse Form der Routine in den alltäglichen Abläufen.
    Um im Büro nicht in einem Jogginganzug zu erscheinen, entschloss ich mich, ein Hemd unter den Achseln aufzuschneiden, sodass ich via Gips einen größeren Einfuhrwinkel aufwies.
    Dies klappte auch, sah aber furchtbar aus, da es anmutete, als wäre ich als Surfer in einem hai - verseuchten Gewässer vor der Küste Südafrikas einem großen Weißhai nur um Haaresbreite entkommen.

    Ich mustere mich vor dem Spiegel und sehe wirklich aus, als wäre ich als Hippie auf Sommerbetrieb umgestiegen und entkleide mich daher erneut.
    Final wird es ein weißes T-Shirt, in welches ich mich hinein dehne, so, als würde eine Anakonda aus einem Wäschesack entkommen wollen.
    Darüber eine schwarze Weste und eine ebenso schattierte Steppjacke, da ich bei einem seriösen und knapp geschnittenen Jackett wirklich keinerlei Chance aufweise.

    Am Büro …

    Glücklicherweise, liegt mein Parkplatz direkt an der Front unseres Gebäudes, sodass ich ohne große Einparkmanöver relativ einfach meinen Wagen gestellt bekomme.
    An der linken Seite mutet es an, als hätten vierzehn besoffene Fahrschüler hier das seitliche Einparken trainiert und ich bin immer wieder erstaunt, wie unsere Mitarbeiterinnen, TROTZ ihrer Finalstellplatztalente unsere Autos zumeist ohne Blessuren wieder zurück bringen.
    Während zwischen zwei SUV´s nicht mal mehr ein Blatt Löschpapier zu passen scheint, weisen zwei andere KFZ´s einen Abstand auf, wo ein verlängerter Linienbus seine Betriebsfahrpause absolvieren könnte.

    Ich entsteige meinem schneeweißen Jeep, der in den Tagen seit dem Unfall mein steter Begleiter wurde, da das Handling trotz Gips beinahe ohne Einschränkungen funktionierte, als eine unserer Managerinnen aufs Areal braust.

    „Buongiorno Emellé.“ - sage ich und füge hinzu - „... bei deiner Fahrweise, wenn du mich umbringst, kann ich nicht mehr mit dir „spielen“.“

    „Aber ich mit dir ...“ - lacht sie und ergänzt - „... und ja, Buongiorno Boss. Wie geht es deinem Arm?“

    „Danke. Es geht schon, ich gewöhne mich langsam an diese Scheiße. Müsstest du nicht schon oben sein?“

    „Ja, sono così dispiaciuto. ( Es tut mir wirklich leid.)“

    „Schon gut, was ist denn passiert? Musstest du die Cops abhängen?“

    „Nein, ich war bei La`Pri.“

    „Ach, die ist auch nicht da? Sehr gut, wie meine Managerinnen hier funktionieren.“

    „Bevor du dich aufregst … Ihrer vierjährigen Nichte geht es nicht gut, ich war kurz dort. Die ist wirklich fucking seltsam.“

    „Die Nichte oder La`Pri?“ - frage ich.

    „Die Nichte. Steht in ihrem Schlafanzug vor mir und sagt, sie konnte nachts nicht schlafen. Also hat sie Murmelbahn gespielt, mit dem lachenden Mädchen aus ihrem Kleiderschrank. Und ich habe sie gefragt, ob das Mädchen auch so hübsch aussieht wie sie und da meinte sie: Die hat kein Gesicht.“

    „Das ist wirklich strange, aber – Emellé, dass ist bei weitem nicht mal die schlimmste Unterhaltung die wir zwei geführt haben. Wenn wir oben sind, wirst du mich bitte mal auf den neuesten Stand bringen. Du bist jetzt so etwas wie meine rechte Hand, dass ist von größter Bedeutung.“

    Oben angekommen …

    „Wo ist Helmut?“ - richte ich an Emellé.

    Zur Auffrischung:
    Helmut, der einigen Lesern ein Begriff sein dürfte, ist mein Kompagnon und war in den ersten Jahren meiner „Artemis – Karriere“ mein steter Begleiter, wo er die Stammdamen Suri und Sammy aufweisen sollte.


    „Keine Ahnung, ist mir auch egal. In einem Wrack auf der A12, wenn es die heilige Madonna gut meinen sollte.“

    „Emellé, schon klar, dass ihr nach all dem Erlebten keine Poesie-Bücher austauscht, aber, ich wiederhole mein Anliegen, weil mich deine Antwort wirklich sehr sehr unbefriedigt hat: WO ist Helmut? Es ist deine Aufgabe, zu wissen, wo er ist. Ich habe das Gefühl, dass dir das Ganze hier etwas entgleitet. Es ist doch wie beim Schach, einer muss eröffnen, damit das Spiel in Gang kommt und ich fürchte, du würdest eher alle Bauern umbringen, als sie taktisch klug zu stellen.“

    „Nein, nein Pharao. Normalerweise ist das hier ein Wunderwerk. Du kennst ja La´Pri, die duldet keine Fehler. Sie ist immer sonst noch vor mir da.“

    „Nun, ihre Gespensternichte erklärt das zwar ein wenig, aber trotzdem müssen wir wohl mal wieder über Struktur sprechen. Ich meine, die deutschen Mitarbeiter sind alle da. Da kannst du die Uhr danach stellen, aber ihr, die ja eigentlich ein Vorbild sein sollten, irgendwie gar nicht. Schau mich nicht so an, verbuchen wir es als so richtig typischen Montag. Tu bitte dein Bestes, damit der Dienstag nicht auch so ein quengeliges, launisches Arschlochkind wird wie heute.“

    Und damit zurück in den Club, letzten Samstag …

    Alles im Leben ist eine pure Reflexion der Entscheidungen, welche man aus welchen Gründen auch immer getroffen hat.
    Wenn man ein anderes Ergebnis möchte – und damit so gar nicht zufrieden Hand in Hand über den Teppich läuft, dann muss man schlichtweg andere Entscheidungen treffen.

    Jedem schwierigen Entschluss, den man meistert, muss man in der Zukunft nicht mehr begegnen.
    Und so erinnere ich mich wieder an das Gespräch mit einem Clubfreund, welcher stetig die Damen Salomé, Belle und Elisabeth auf die Matten bat, hinter her aber öfters wirkte, als hätte er oben einer Urnenbeisetzung beiwohnen müssen.
    Ich selbst vermag mir nur zu der DomRep-Dame Elisabeth ein Urteil zu bilden, wenngleich ich alle drei Damen kenne und auch mit jeder schon ins Gespräch kam.
    Ein anderer Clubbruder, der damals mit Salomé seine Eröffnungszeremonie tätigte, war auch nicht so richtig überschäumend und ich frage mich, wenn dies dann einfach scheinbar nicht so vollkommen ideal passend daher kam, warum man dann so krampfhaft weiter diesem Pfad folgen möchte.

    Oftmals ist ja das Gespräch der Lösung erster Ansatz, denn wer glaubt, dass Schweigen irgendwelche Sorgen von alleine löst, der hält sich auch die Hände vor die Augen, um unsichtbar zu erscheinen.
    Ich selbst habe auch gelernt, dass der größte Gegner das Bild ist, dass man von sich selbst oder von anderen im eigenen Kopf hat.
    Man wird auseinander fallen, wenn das, was einen bisher zusammen gehalten hat, nicht mehr man selbst ist.
    Es ist simpel, denn man archiviert Erlebnisse früherer Tage im Saunaclub um eine Rückfahrkarte zu Momenten aufzuweisen, welche sonst verloren wären.
    Es ist jedoch auch der Wandel der Zeit, dass das, was einmal war, nicht mehr das sein kann, was gerade ist.

    Und selbst mit vertrauten und lieb gewonnenen Damen kann sich innerhalb des Saunaclubs ein Werdegang entwickeln, welcher das Loslösen dieser Verbindung als Resultat davon tragen sollte.
    Zu Salomé vermag ich keinerlei Urteil zu geben, aber ich glaube schon, auch durch vielfältige Bestätigungen geschätzter Kollegen, dass beispielsweise Belle, eine sehr nette, höfliche und service – orientierte Dame darstellt, welche doch in ihrem Wesen sehr angenehm daher kommt.

    „Man Pharao, ich brauche mal eine Artemis – Pause. Ich muss mal in einen anderen Club.“ - meint er.

    „Du wirst draußen nichts finden, was dir hier drinne fehlt...“ - rate ich ihm und schlage auf meine Brust.

    „Wie meinst du das?“

    „Du solltest einfach nichts mehr erzwingen wollen. Was fließt, fließt. Was zu Bruch geht, geht zu Bruch. Distanz zu negativen Empfindungen verbessert die eigene mentale Gesundheit. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede.“

    „Wenn ich zu einer mir noch unbekannten Dame gehe, dann fange ich ja sozusagen von vorn an. Da kann es genauso eine Enttäuschung werden.“

    „Wenn nichts sicher ist, ist genauso auch alles möglich. Denk mal drüber nach.“

    „Warst du mal mit Salomé auf Zimmer?“ - erkundigt er sich.

    „Nein. Nur mal mit ihr gesprochen. Auf dem Sofa. Dort – links. Wege entstehen zwar dadurch, dass man sie geht, aber … nein, … sie ist auch nicht so wirklich meine allererste Anlaufstelle.“

    „Sie ist doch sehr hübsch.“

    „Das meinte ich gar nicht unbedingt. Eher so von der Art. Ich mag es etwas reservierter, zurückhaltender, distanzierter. So, dass das dann im Kopf reifen kann und man noch etwas Fantasie für das Kommende entwickelt. Sie verspricht einem ja unten eine Reise in ein verficktes Wunderland und es ist dann anscheinend schwer, diese Erwartungen auch zu erfüllen. Frag doch Cininatus, er kann es dir wohl am Besten erklären, wenn man es live erlebt hat.“

    „Ja, aber es war doch immer so gut ...“

    „Es bringt doch nichts, für jemanden eine Brücke zu bauen, wenn dieser vielleicht gar nicht mehr auf die andere Seite will. Keine Ahnung, ich kenne diese Frau nicht, sprich das doch einfach mal an, oben natürlich.“

    „Ich kann nun mal nur mit den herzlichen Frauen, die, die viel lachen, durch den Laden tänzeln. Offen sind. Deine Lady von der Dreiercouch wäre mir zu cool und unnahbar.“

    „Das ist sie nicht. Zumindest nicht, wenn man sie kennt. Sie ist anders. Sie hat Mut, nicht wie eine andere kleine Schisserin die ich kenne. Ich mag sie.“


    Wellness – Bereich …


    Ich lehne am Tresen der Bar und schwatze ein wenig mit Ioana, als Petronius dazu stößt.

    „Hast du Bobbinus gesehen?“ - fragt er mich.

    „Nein.“

    „Ich wollte gleich mal mit Priscilla aufs Zimmer.“

    „Und du brauchst dafür seine Erlaubnis?“

    „Nein, aber ich bin neugierig, ob sein Zimmer mit Mandy wieder so ein großer Erfolg war.“

    „Wie lange wollte er denn gehen?“

    „Eine Stunde. Vielleicht hat er auch verlängert. Ich hoffe, dass ich auch mal wieder ein richtig gutes Erlebnis habe. Nana toppt ja bisher gar nichts. Ich weiß nicht woran es liegt, eigentlich ist ja der Service jetzt besser als vor dem großen Lockdown, aber … keine Ahnung. Vielleicht liegt es auch an mir.“

    „In Krisenzeiten sollte man nach Lösungen suchen, nicht nach Schuldigen.“ - werfe ich ein.

    „Ja, aber ich bin ja nun, … oh wart mal, wer ist das? Hm, … Tatjana glaube ich. Sie würde ich auch gern mal zwei Stockwerke nach oben entführen.“

    „Ihr macht euch das alle gerade viel zu kompliziert. Das ist kein Club mehr, dass ist eine Therapiesitzung! Mein Ellenbogen ist kaputt, mein Mittelnerv hängt an einem Faden, ich habe zehntausend Probleme in meiner Firma, keine Ahnung, wie es dort wegen Corona weiter geht, ich habe vorhin alle Wetten beim Fußball verloren und trotzdem geht es mir noch vierhundert Mal besser als jedem von euch, wenn ich euren Ausführungen zuhöre!“

    „Ja, … hast ja Recht, eigentlich geht es mir ja gut, aber ich habe nur noch einmal Pulver und ich will nicht am Ziel vorbei schießen.“

    „Wenn es danach geht, können wir froh sein, dass wir überhaupt noch „auf Jagd“ gehen dürfen! Lasst uns mal lieber die Zeit noch genießen, ehe wir wieder am Funkturm umdrehen müssen.“

    „Ach Pharao … ich bin auch ein bisschen verhext hier in letzter Zeit, wenn man so oft da ist. Man erwartet immer mehr. Als ob ich da ein bisschen verflucht bin, was meine eigene Zufriedenheit angeht. Aber ich weiß, so etwas wie bösen Einfluss gibt es nicht.“

    „Petronius, … der größte Trick des Teufels ist die Menschheit glauben lassen, dass es ihn nicht gäbe ...“

    Fortsetzung folgt …
     
    Sveto, meretrix vivat und schneehase gefällt das.
  10. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Ich bitte gerade um ein neues Wasser, als Bobbinus zu uns dazu stößt.
    Er wirkt etwas mitgenommen, körperlich erschöpft und mutet an, als hätte er gerade die Wüste Gobi durchqueren müssen.
    Mit Mühe krallt er sich einen Barhocker und hievt sein Lebendgewicht auf die kleine Sitzfläche.

    „Alles gut bei dir? Du siehst aus, als hätte man dich durch die Pistole in deinen Bademantel geschossen.“ - sage ich.

    „Ja, dass ist gar nicht meiner, … als ich aus der Sauna kam, … muss ein anderer ...“ - erklärt er sich und rotiert wie ein Kreisel, während er das nun viel zu kleine Textil um seinen Leib zu drehen versucht.

    Wir haben ja in dem Club, den wir alle zutiefst kardiologisch ins Herzen geschlossen haben, ganz vorbildlich eine Inzidenz von unter 10 pro 100000 Gäste.
    Zwar nur in Bezug auf die, die sich daran zu erinnern vermögen, welches ihr Bademantel war, wenn sie halb verwildert aus der Sauna treten, aber immerhin weisen wir diese Statistik auf.

    Bobbinus muss niesen.
    Gefühlt vier Kollegen, welche sich noch auf den beiden Sofas an der Wand zum Treppenhaus befinden, setzen sich weg, während einer, welcher gerade vom Masseur kam, sein Pfefferspray zückt. Ein älterer Gast, mit Kamillentee an der Bar, streift grimmig seinen Schlagring über und ein letzter, der vom Außenbereich herein flanierte, macht diese „durchgeschnittene Kehle – Geste.“

    „Du kannst doch hier nicht niesen! DU BIST DIREKT EIN AUSSÄTZIGER!“ - ziehen wir ihn auf.

    Natürlich habe ich das stilistisch stark übertrieben, aber es ist schon erstaunlich, wie getriggert auch die Gäste inzwischen daher kommen – und wie vielfältig die Reaktionen ausfallen, wenn man selbst auch nur ein einziges Mal Niesen oder Husten muss.

    „Wie war es im Lande Österreich mit Mandy?“ - erkundigt sich Petronius und beugt sich in Richtung unseres Kollegen.

    „Super. Gibt es hier noch andere Frauen aus dem Land?“ - fragt mich Bobbinus im Anschluss.

    „Es gab hier mal eine sehr hübsche Dame namens Lulu, eher der Vamp, schlank, tätowiert, schon auch selbstbewusst – und eine Danni, eher so der Typ „Mädchen von Nebenbei“, die auch locker hätte in einer Wiener Bäckerei arbeiten können, ohne, dass man jemals auf die Idee gekommen wäre, dass sie solch einer Berufung wie im Club nachgehen würde. Beide aus Österreich, beide mit sehr gutem Service, aber beide wieder jenseits der Alpen.“

    „Schade.“ - meint er knapp.

    „Dann musst du wohl nochmal mit Mandy nach oben spazieren.“ - resümiert Petronius.

    „Ich weiß nicht ...“ - er räuspert sich und nippt an seinem schwarzen Kaffee.

    „Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.“ - mische ich mich ein.

    „Ja Pharao. Ich will ja, aber ich möchte nicht das es langweilig wird.“

    „Verstehe ich. Nun – dass kannst nur du beurteilen, ich bin ja dort oben nicht als Voyeur dabei – zum Glück. Wenn man sich richtig versteht, die gleiche Welle reitet, dann wird das nicht so schnell eintönig. Denk nicht kaputt, was dir gut tut Bobbinus.“

    Während wir sprechen, läuft ein Rentner, welcher kaum größer als ein auf den Boden gestellter Kaugummiautomat anmutet, hustend und pfeifend an der geschlossenen Biosauna vorbei.
    Contenance ist in der heutigen Zeit durchaus angebracht und hat an tragfähiger Wichtigkeit gewonnen. Es ist daher falsch, zu schreien: „Setz deine Maske auf wie wir es alle müssen, du von einem halbschwulen Biber geworfener Superspreader!“
    Nein, „Möge er sich bitte schnellstens maskieren, sodass wir uns alle in seiner Gegenwart sicherer fühlen.“ - Dies, ist der Umgangston, der in allen Teilen der Gesellschaft als politisch korrekt daher kommt.

    Im Ernst: Man muss diese Einschränkungen nicht mögen, aber mich kotzt es wirklich an, wenn man teilweise im Artemis nur Themen darüber hört, wie nervig der Mund-Nasen-Schutz nun einmal ist und das man sich scheinbar derart überwinden muss, überhaupt in die Gefilde der Jagdgöttin einzumarschieren.
    Wenn einem selbst das zu viel ist, sollte man lieber zu Hause bleiben und ich finde es großartig, wie konsequent das Artemis die Vorgaben umsetzt und alle aufeinander achten, sodass man, wenn man selbst nur vom Außenbereich kommend, einmal im Gespräch ohne böse Absicht die Maskierung für eine halbe Minute aus alter Gewohnheit vergessen hatte, direkt einen verbalen Hinweis oder eine darauf bezogene Geste erhält.

    Virginia erscheint am Pool und winkt Petronius zu, welcher ja bereits ein Zimmer mit ihr absolviert hatte. Ich führte ja schon einmal aus, wie abgegrast das Herkunftsland Ungarn derzeit im Club vertreten ist und ich erinnere mich an tolle Erlebnisse mit vor allem Alyssa, welche auch hätte in einem Unterwäschekatalog abgebildet werden können.
    Die schlanke Maya ist seit Wiedereröffnung ebenfalls nicht wieder erschienen und auch Sharon und Laureen habe ich seit längerer Zeit nicht mehr entdecken können.

    Während man dies alles tippt, erwischt einen doch ein kleiner Schub der Wehmut und man kann förmlich fühlen, wie man an der Bar sitzt und einem der leichte Geruch von Chlor oder Saunaaufguss nasal umschmeichelt.
    Man riecht den frischen Espresso und rührt gedanklich den Zucker in Uhrzeiger – Richtung in das erhaltene Heißgetränk, während die vertraute und geschätzte Stimme einer liebreizenden Gespielin das eigene Ohr streichelt.

    Nun, man muss dem Ganzen wohl auch einfach etwas Positives abgewinnen.
    2020 wird vermutlich das erste Weihnachten, welches wir tatsächlich mit unseren wirklich Lieben verbringen werden: Netflix und Alkohol.
    Keine Nikolausparty im Club, keine Damen, die wie Weihnachtsengel vom Nordpol mit klarem Kurs auf den eigenen Südpol gesandt jedes Rentier vor Scham im Boden versinken lassen -
    und auch keine Vesper mit Stollen und aromatischen Teesorten aus aller Herren Länder, während man gemütlich beisammen sitzt und der Musestunden huldigt, welche nun sittsam fehlen.

    Zurück an die Wellnessbar …

    „Was wird nun mit dir Pharao?“

    „Ich habe mein Date schon gesichert.“

    „Sehr schön. Bevor die zweite Welle richtig da ist, müssen wir noch unserem Vergnügen frönen.“

    „Ja, du kannst ja auch noch etwas Klopapier klauen. Mal im Ernst Jungs, man hat doch im Frühjahr gesehen, dass das Horten von Toilettenpapier wirklich kompletter Bullshit ist. Warum machen dass die Leute jetzt wieder Petronius? Du machst das doch auch nicht. Ist das einfach so ein mega mega hipper Pandemie – Insider – Witz, oder ist die Menschheit wirklich so blöd? Ich vermute Letzteres.“

    „Pharao?“ - mischt sich Bobbinus ein.

    „Ähm, ja?“

    „Hast du schon mal Viagra genommen?“

    „Oh – jetzt lernen wir uns aber wirklich kennen.“

    Er schaut mich weiter an.

    „Ach du meinst das ernst?“ - ich muss lachen.

    „Ja.“

    „Nein. Bisher war das zum Glück nicht notwendig. Mit der passenden Frau, hier, … brauche ich mir da rein organisch keine Sorgen zu machen.“

    „Ich weiß nicht, ob das heute nochmal was bringt … Scheiße, man darf wirklich nicht alt werden.“

    „Ich verstehe. Wie schön war es doch, als Kind, den ganzen Sonntag auf dem Boden vor dem Fernseher zu liegen, ohne sich dabei überlegen zu müssen, wie man nachher wieder hochkommt.“

    … …

    Wieder im Büro, Montag, … Konferenzraum …

    Ich stehe mit meiner sizilianischen Managerin Emellé in unserem neuen, offenen Konferenzsaal, in dessen Inneren man die neue Staffel von Let´s Dance drehen könnte.
    Während ich meinen Terminplan erneut mustere, ob ich nicht doch der kommende Donnerstag für das Artemis frei – geschaufelt werden könnte, erscheint auch meine zweite südeuropäisch - italienische operative Geschäftsführerin, die hier alle nur La´Pri nennen. ( La Principessa = Die Prinzessin )

    „Guten Morgen. Alles gut bei euch? Tutto bene con te? (Alles in Ordnung mit dir?)“ - äußert sie und richtet die letzte Frage an meine Person.

    „Oh Emellé! Schau mal wer da ist!“ - sage ich und touchiere die Schulter meiner „rechten Hand.“

    „Ja – ich bin jetzt da.“ - eröffnet unser Neuankömmling erneut das Gespräch und richtet sich hastig die langen Haare.

    „Gut … Aber auch nicht so sehr gut.“ - reagiere ich.

    „Ich weiß Pharao, es tut mir leid, ich musste ...“ - ich unterbreche sie.

    „Ich weiß schon. Dieses Zuckerstück hier neben mir, war bereits so freundlich, mir aus deinem aufregenden Leben zu berichten. Du weißt, wie tolerant ich bin, aber es geht nicht, wenn KEINER von euch pünktlich da ist. Die anderen verlassen sich auf euch, ihr seid diejenigen, die man anspricht, wenn es irgendein Problem gibt. Aber, … WEN sollen diese fleißigen Bienchen ansprechen, wenn nicht euch? Daher, … beenden wir mal diese nette Unterhaltung, du verstehst, was ich damit dezent zu vermitteln versuche.“

    „Natürlich. Ich bin ja nicht dumm.“

    „Woh – dein Blick sollte doch ein bisschen Einsicht vermitteln, aber du schaust, als hätte ich dich gerade vollkommen zu Unrecht angesprochen!“ - meine ich süffisant lächelnd.

    „Nein, … scusi, es stimmt. Es ist nur, ich habe die Zahlen von der letzten Woche – und bis jetzt.“

    „Darf ich mal sehen?“ - frage ich höflich und greife nach dem Papierstück.

    Eifrig mustere ich die Tabelle und schaue in Richtung Emellé.

    „Es ist Corona Pharao.“ - meint sie entschlossen. - „Wir mussten einige Dinge niederlegen, behördliche Auflagen. Externe Partner haben teils Lockdown, … können nichts beitragen, derzeit. Francesca hat vor einer Woche noch ganz andere Bilanzen errechnet.“

    „Hm, … willst du damit sagen, dass La´Pri scheiße in ihrem Job ist?“ - werfe ich ein.

    „Nein, … aber es ist klar, dass es derzeit weniger ist als sonst.“

    „Es ist deine Aufgabe, Emellé, … dafür zu sorgen, dass Ersatz da ist, wenn irgendeiner irgendetwas nicht zu einem angesagten Termin erledigen kann. DU wolltest diese Verantwortung, ...“ - mischt sich die zweite Geschäftsführerin ein.

    „La`Pri, dass habe ich doch versucht.“

    „Das ist nicht genug Emellé, weil du ab heute wieder ganz ganz tief in der Scheiße steckst.“

    Zurück in den Saunaclub … vor zwei Tagen, wieder Samstag …

    Ich sitze auf der Couch, als mich einer meiner Clubfreunde nach der „neuen“ Chanel fragt, welche für eine gewisse Zeit im September im Artemis ihre Runden drehte.
    Ich hatte damals ein Zimmer mit ihr, nachdem ich sie am Pool kennenlernte und sie auch einen doch recht netten und sympathischen Eindruck erweckte.
    Da ich leider keine weitere Auskunft geben kann, konzentriert sich der Kollege auf die rumänische Dame Meg, welche im stolzen Gang durch den Club schreitet.

    „Sagt mal Jungens, … aus Tschechien, … was waren da früher für Damen da … aktuell?“

    „Shiva, Yvonne ...“ - antwortet Aurelius.

    „Und Diana!“ - meint Petronius.

    „Ist Diana nur eine tschechische Polin oder polnische Tschechin? Oder „Kroatin“?“

    „Das variiert immer ein bisschen.“ - werfe ich ein.

    Tatsächlich hatte ich eines meiner schönsten Erlebnisse in meiner „Artemis – Karriere“ mit einer Dame aus dem Großraum Prag, welche sich Ewa nannte und ein bisschen an Kleopatra erinnerte.
    Ihre extravaganten und aufwändigen Frisuren waren schon fast Frisurenkunst und ich war nicht wenig erstaunt des sichtbaren Beweises, was man alles mit seinen Haaren anzustellen vermochte, wenn Kreativität und Können ineinander übergreifen.

    Ewa war in der Ära Dana zugegen, also jener Dame Dana, die mit ihrer Löwenmähne eine sehr bekannte Clubdienstleisterin darstellte - und, teils, als der von mir geschätzte Manager Ekki noch auf dieser Erde weilte.
    Der letzten Lady dieses Landes durfte ich begegnen, als ich Loira kennenlernte, welche aber auch leider nicht mehr im Club ihre Runden dreht.
    Ferner war zudem Klara eine absolut verdiente Dame, die von allen für ihr Wesen und ihren Service geschätzt wurde.

    Ich selbst habe die Nationalitäten betreffend keinerlei Vorurteile und habe auch aus dem so oft gescholtenen Rumänien zum Teil Frauen kennenlernen dürfen, welche in jedweder Hinsicht ein Geschenk waren.
    Es ist vollkommener Unsinn, da alle Damen dieser Wurzeln über einen Kamm zu scheren, genau so, wie es teilweise städte – bezogen die Elbmetropole Hamburg zu erwischen droht.

    Keine Ahnung, wie viele Kollegen fast gebetsmühlenartig davor „warnten“, wie furchtbar das Erlittene mit Mädchen dieser Stadt anmutete und es einem Sakrileg gleich käme, da überhaupt einen „Versuch“ zu wagen.
    Auch hier habe ich eine KOMPLETT andere Meinung, da alle, die ich aus dem hohen Norden im Artemis kennenlernen durfte, in absolut fantastischer Erinnerung blieben.
    Mio, Cora, Arielle, Zayda, Aylin und viele andere Ladys, aber natürlich auch Alina, welche allesamt sowohl charakterlich als auch in Bezug auf die obere Etage einen tollen und beständigen Eindruck zu erwecken wussten.

    „Debbie wollte doch auch mal wieder kommen ...“ - reißt mich Aurelius aus den Gedanken.

    „Ja, wollte sie ...“ - antwortet ein anderer Kollege.

    „Hatte sie nicht was von Ende November gesagt?“

    „Keine Ahnung. Amy ist auch nicht mehr da.“

    „Vielleicht konzentriert ihr euch einfach mal auf die Damen, die gerade da sind. Irgendwie ist das doch bedeutet leichter.“

    Toralf kehrt zurück und verzieht erneut das Gesicht.

    „Immer das gleiche. Stündlich grüßt das Murmeltier.“ - echauffiert sich Petronius.

    „Wie unangenehm! DA IST ES JA WIEDER – DEIN BAUCHGEFÜHL! Es war die ganze Zeit in dir drin, ABER, … du hörst einfach nicht darauf! Was ist schon wieder los?“ - äußere ich und frage ihn.

    „Wirst du mir nicht glauben...“ - sagt er geknickt und setzt sich zu uns.


    Fortsetzung folgt ...
     
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  11. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Petronius und Aurelius beäugen den sich äußernden Kollegen kritisch und auch ich warte auf seine Wortmeldung.
    In aller Seelenruhe, sinkt er in das bequeme Sofa und senkt seinen Kopf gen eigene Brust.

    „Versteh´ einer die Frauen ...“ - murmelt er in einer Lautstärke, dass selbst Delfine diese Frequenz nur schwerlich orten könnten.

    „Was hast du gesagt? Ich habe dich nicht verstanden!“ - äußere ich und lehne mich vor.

    „Ich habe wieder überhaupt nichts auf dem Zimmer gemacht. Nichts.“

    Wir müssen lachen.

    „Was heißt denn nichts? Du warst aber schon dabei oder?“ - meint Aurelius, der sich den Bauch hält.

    „Sie hat mich gefragt, ob ich Deutscher bin. Wegen meiner Mentalität, weil ich so nachdenklich gewirkt habe.“

    „Was hat das mit dem Zimmer zu tun?“ - Petronius schaut mich an.

    „Keine Ahnung. Als Deutscher wirfst du nicht einfach deinen Joghurtbecher in den Gelben Sack. Nein, … als Deutscher spülst du ihn vorher ordentlich aus, damit der Gelbe Sack nicht schlecht von dir denkt. Erzähl doch jetzt mal bitte!“ - ergänze ich.

    „Das war eine total komische Stimmung.“ - sagt Toralf.

    „Ist es doch immer, wenn du dabei bist.“ - scherzt ein vierter Kollege.

    „Wir haben nur gesprochen – und die Zeit war um. Jetzt fühle ich mich schlecht.“

    „DU MUSST AUCH MAL SAGEN, wenn dir irgendein Ablauf nicht gefällt! Ist doch immer dasselbe mit dir!“ - Petronius schüttelt den Kopf.

    „Wozu hast du überhaupt dein Glied mitgebracht?? Dünn und bereitet dir keinerlei Freude mehr – du solltest es Leidfaden nennen!“ - mische ich mich ein.

    „Junge, du wirst in dieser „Welt“ hier untergehen. Wirklich. Du darfst nicht so sensibel sein. Mensch, strahl doch mal was aus – du kannst dich doch nicht nur oben auffe´ Bettkante hocken und dem Elend seinen Lauf lassen.“ - mischt sich Petronius wieder ein.

    „Aber es geht nur um das Geld.“ - „wehrt“ sich Toralf.

    Wieder bricht die halbe Gruppe in Gelächter aus.

    „Ja, … leider ist das hier nicht der Club der Nymphomaninnen, … oder die „24-Stunden-Freesex-Bar“, wo wir gerade zur Happy Hour eingeladen wurden! Deine Einstellung - und, vor allem dein immer stetig wieder kehrender Gesichtsausdruck, … Toralf, ... ist wie diese Infektionsschutzgesetze – ich würde da sehr gerne eine Menge daran ändern! Mein Gott … du brauchst bald nur noch das Laken da oben, damit keine Tränen auf die Matratze kommen! Du bist hoffnungslos!“ - ich schüttele den Kopf.

    „Ich weiß auch nicht.“ - sagt er ruhig.

    „Pharao, … wir sollten da vielleicht mal etwas Distanz aufbauen. Genau wie zu dem Typen, der nackt in der Sauna Spagat übt und die ganze Zeit nur an den Duschen rumlungert.“ - meint Petronius leise.

    „Der „Klempner“? - frage ich und meine damit einen „Kollegen“, den wir aufgrund seines Daueraufenthalts im Wellnessgebäude im Außensektor so „getauft“ hatten.

    „Ja. Ich meine, … wenn „die“ uns mit denen verbinden, da denken „die“ doch automatisch, wir haben alle einen Riss in der Schüssel.“

    „Zeig mir deine Freunde – und ich sag dir wer du bist.“ - lache ich.

    „Das sind nicht meine Freunde.“ - antwortet er mir.

    „Meine auch nicht, … aber, jeder ist nun mal anders. Wir sind auch nicht hier, um neue Freundschaftsanfragen für die sozialen Medien zu verschicken, … man unterhält sich eben, akzeptiert sich und wenn es gut läuft, … teilt man miteinander die Zeit. Leben und leben lassen.“

    „Aber so was nervt mich. Das weißt du.“

    „Ich habe sicher 20 000 Probleme gerade, … DASS hier, … ist keines davon.“

    „Am Ende kommt irgendwann eine Frau zu mir und sagt, ich soll mich mal von dem oder dem distanzieren ...“ - meint er.

    „Dann wirst du ihr sagen, was du davon hältst.“

    … …

    Apropos …
    … vor ca. exakt einem Jahr … Geländer …


    „... verstehst du, was ich dir damit sagen möchte??“ - sagt eine junge Dame, nachdem sie bestimmt fünf Minuten ohne große Unterbrechung auf mich eingesprochen hatte.

    Ich lächele ein wenig.

    „...Ja, … aber, … dafür braucht sie Mut. ... Und dann kommst du an, eine Lady, die gewartet hat, bis sie heute nicht da ist, um mir einzureden, deine Drecksarbeit zu machen um dann gemütlich ihren Platz einzunehmen, so denn er denn "frei" werden würde ... Aaaaber, … wenn du sie so wenig leiden kannst, frage ich dich, warum sagst du es ihr dann nicht selbst? … Das ist verdächtig. Du hast leider keinerlei Schneid, … was das angeht zumindest ...“

    Zurück in den Montag, … 26. 10. 2020, immer noch im Büro …

    „La´Pri, … kriegst du das jetzt hier hin? Ich muss gleich in die Chirurgie, nochmal Röntgen.“

    „Bitte?“ - reagiert sie und wühlt in einem Stapel an Akten, welcher der Cheopspyramide Konkurrenz machen würde.

    „Ob ihr jetzt ohne mich klar kommt? Ich muss meinen Ellenbogen röntgen und mit denen absprechen, wie das jetzt bezüglich der Operation des Mittelnervs weitergeht ...“

    „Ja, ja – klar. Mal davon abgesehen, dass du sowieso nichts gemacht hast, … oder? Scheiße! WER hat dieses Chaos hinterlassen! Ich könnte Francesca ihre Pulsadern mit einem Tortenheber öffnen!“

    „Was schreist du denn so?“ - Francesca steht im Raum.

    „Ich sprach gerade VON DIR! WAS willst du? Hast du nicht genug zu tun? Es ist Arbeitswoche, also ARBEITE!“ - entgegnet ihre Landsfrau.

    „Ich wollte fragen, ob ich dir was mitbringen soll, wenn ich gleich wieder zum Außentermin verschwinde?“

    „Ja. Ich brauche noch was vom Metzger. Aber kein Billigfleisch Francé!“

    „Keine Sorge, dass Schwein, von dem dieser Dreck stammt, hat in Oxford promoviert, sieben Fremdsprachen gelernt und ein dreiviertel Jahr in einem Kloster im Tibet meditiert, bevor es zur heiligen Madonna gefunden hat!“ - kontert diese genervt.

    „Meine Damen, … ich werde jetzt gehen, … und, ich hoffe im Interesse von uns allen, dass das hier wesentlich organisierter abläuft, wenn ich zurück komme. Ich meine, … ich möchte einmal diesen Ort verlassen, ohne zu denken, ich wäre in einer Irrenanstalt gefangen. UND – La´Pri, bitte, ich bitte dich, finde heraus, wo Helmut ist. Auch, wenn er das Hinterteil voller Probleme hat, muss er doch ein bisschen auf Linie laufen.“

    „Emellé soll sich darum kümmern. Ich will damit sagen, .. sie kann doch, ...“ - ich unterbreche sie.

    „Ich sagte, ... triff die Vorbereitungen. Ach so, … diese Werbefirma, du weißt schon, … bitte mach da mal einen Termin für morgen mit dieser Männerfreundin, die aussieht, als würde sie in Kanada Schwarzbären mit der Faust töten, … ich meine, … wir sind ja quasi dort abgewiesen wurden. Vielleicht sollten wir unseren Standpunkt nochmal erklären – und mit „wir“ meine ich DICH. “

    „Geht klar Pharao. Das kann doch Misi machen.“

    „NEIN. Wenn obdachlose Kinder eine süße Weihnachtselfe sehen wollen, die Geschenke und Zuckerstangen verteilt, DANN schicken wir Misi. Wenn wir aber etwas klären möchten, was so nicht bleiben kann, dann schicken wir einen von euch. UND, ... wenn ich wirklich wirklich möchte, dass es auf jeden Fall geklärt wird, dann schicke ich DICH.“

    „Viví kann mitkommen. Oder Mená.“

    „Du kannst dir deine Entourage selbst zusammen stellen, nimm dir mit, wen du brauchst. Ich bin morgen den ganzen Tag im Büro. Ich kann ja auch schwer was anderes machen.“

    Ich begebe mich zurück auf den Parkplatz, wo mir mein Geschäftspartner Helmut quasi in die Arme läuft.

    „Morgen. Wo warst du denn?“ - frage ich und beäuge ihn kritisch.

    „Bei der Physiotherapie, du weißt schon, wegen meinem Rücken, erster Tagespatient. Du erinnerst dich, … die hübsche Inhaberin … ich bin erst einmal zurück, um meinen Angriff zu planen ...“ - äußert er sich spitzbübisch.

    „Welchen Angriff?“ - kontere ich und schüttele dezent den Kopf.

    „Das weiß ich auch noch nicht so exakt. Darum habe ich ja noch nicht angegriffen.“

    „Ich dachte, du bist schon seit Ewigkeiten da. Hier war niemand, … also niemand, der irgendetwas zu entscheiden hat. Das geht so nicht, brauch ich dir ja nicht zu erzählen.“

    „Was ist denn mit den "Kartell-Prinzessinnen"?“

    „Haben sich heute auch verspätet.“

    „Und wo willst du jetzt hin?“

    „Röntgen, Chirurgie.“ - stoße ich aus und laufe gen meines Wagens.

    „Wart mal. Bist du gegen Eins wieder da?“

    „Keine Ahnung, bestimmt. Warum?“

    „Ich habe einen Erotikmassage-Termin. Eine Stunde, mit Vor – und Nachbehandlung sicher 1, 5 Stunden.“

    „Was?“

    „Ich brauche auch mal etwas für die Seele! Du kriegst ja fast Post ins Artemis.“

    „Ich kritisiere ja auch nicht deine Vorliebe für den Pay6, … ich bemerke ja nur, dass man so etwas ein bisschen eher und besser planen könnte. Apropos, kannst du am Donnerstag vielleicht noch zwei Termine übernehmen? Ich gehe mal sehr sehr fest davon aus, dass das hier jetzt die letzte Woche Glück in Halensee sein wird ...“

    „Tut mir leid, ich bin am Donnerstag bis 18 Uhr voll. Also mit Terminen.“

    „Das befriedigt mich so überhaupt nicht. Gut, dann kann ich erst einmal nur den Samstag lassen.“

    „Ist das denn dort nicht total unerotisch mit den Masken?“

    Mal noch ein Wort dazu, … ich für meinen Teil, muss sagen, dass ich mich inzwischen total daran gewöhnt habe.
    Diejenigen, die nach der Wiedereröffnung noch nicht live im Club waren, kann ich schon ein wenig nachvollziehen, dass man das durchaus erst einmal mit Skepsis betrachtet.
    Letztendlich ist es aber doch nur in sehr geringem Maße einschneidend, so dass man stetig auch die Gelegenheit findet, den Damen ohne Mundschutz im Gespräch auf der Couch zu begegnen.
    Da ich gefragt wurde, hier noch anbei – ja, dass Artemis vergibt auch Einmalschutzmasken, abzuholen oder zu empfangen an der Rezeption, sollte man seine komplett zuhause vergessen haben, oder diese während des Besuch durch welche Umstände auch immer abhanden gekommen sein.

    Es sind noch fünf Tage, bis zu meinem nächsten Besuch und ich bemerke schon einen gewissen Flow wie in alten Tagen, wo meine Anwesenheitsdichte doch sogar noch erheblich frequentierter daher kam.
    Im Kollegenkreis sprachen wir über Sucht – und kamen so recht zu keinem Ergebnis.
    Ich weiß nicht, ob dies die richtige Bezeichnung darstellt, wenngleich uns schon alle irgendwo der „Wunsch“ eint, an bestimmten Tagen – und in gewissen Abständen, wieder vorstellig zu werden.

    Im Vergleich zu Alkohol, Drogen – oder dem Glücksspiel, welches ich ja selbst in Eigenregie leider sehr lange betrieben habe, muss man aber feststellen, dass am Ende des Clubbesuchs, die Gefühle und Emotionen stetig und kontinuierlich positiver Natur waren und ich nie eine Reue aufwies, „schon wieder“ im Artemis gewesen zu sein.
    Sicher, kenne ich auch Kollegen, die einem dann privat berichten, was man hätte alles mit dem ausgegebenen Geld veranstalten können, welches man im Club beinahe unbeachtet durch den Schredder häckselt, während diese „draußen“ kaum geiziger zu sich selbst anmuten könnten.

    Im Fazit ist dieses „Hobby“, diese Leidenschaft, sicher keine sparsame Alternative eines abwechslungsreichen Lifestyles und bedarf schon einer gewissen finanziellen Situierung.
    Es sollte jedoch immer so gestaltet werden, dass man auch außerhalb der Welt aus Sinnlichkeit und Zuwendung noch einen solchen Lebensstandart zu halten im Stande ist, ohne dafür extra Abstriche oder Verzichte ausüben zu müssen.

    Würde ich zusammen rechnen, was ich im Club schon im Gesamten entblößt habe, so würde ich vermutlich die Hände vors Gesicht schlagen.
    Es ist für Menschen, die sich außerhalb dieser Szene bewegen, einfach nicht nachvollziehbar und deswegen ist es für „uns“ doppelt schwierig, diese Leben miteinander in Einklang zu bringen.
    Oftmals kann man sich nur denen offenbaren, die selbst dieser Leidenschaft zu frönen bereit sind, da Freunde, die mit dieser Szene nichts zu tun haben, oftmals immer noch in klischee – belasteten Denkmustern gefangen sind und traditionellere Beziehungs – und Lebensweisen bevorzugen.

    Ich weiß nicht, ob ich mir eine Meinung bilden darf, zu Clubbern, die im realen Dasein eine feste Frau an ihrer Seite wissen und dennoch regelmäßig, fast nach Uhrzeit, zu festen „Traditionen“, in die Gefilde des Artemis einmarschieren.
    Ich war lange Jahre nicht besser – und ich hatte wahrlich alles, was mich hätte glücklich machen müssen.
    Heute, bereue ich, dass ich damals nicht zu schätzen wusste, was mir die Götter geschenkt hatten und ich war der einsame Wolf, welcher „süchtig“ nach Abenteuern und Abwechslung einer Illusion nachjagte, dass man seine Jugend doch entsprechend ausleben müsse.

    Schlussendlich, habe ich alles verloren und füllte diese Leere meiner Brust mit immer extravaganteren Ausschweifungen und dem totalen Zusammenfall irgendeiner Moral und Wertvorstellung.
    Jetzt, im „Hier und Heute“, weiß ich nicht, ob ich die Frage ehrlich beantworten könnte, ob ich mir wieder eine feste Beziehung zu einer Dame fernab dieses Kosmos wünschen würde.
    Irgendwie, „gehöre“ ich in diese Welt, die von 11 – 05 Uhr in der Frühe existiert und die alle Männer eint, die gleichen Schlages wie ich daher kommen.
    Gleichzeitig fühle ich aber auch eine Skepsis, dass das doch nicht alles sein kann, was das Leben für einen bereit zu halten vermochte.
    Wie im Glücksspiel, welches ich zu großen Teilen aufgab, kann es doch nicht den eigenen Lebenssinn darstellen, auf eine Taste namens „Start“ auf einem Automaten zu drücken, oder zu hoffen, dass eine beschissene Kugel auf eine Zahl fällt, welche beladen mit dem Wert eines Kleinwagens, den Ausschlag über den weiteren Verlauf des Abends zu geben bereit war.

    Wie auch immer, … der Mensch ist stetig im Wandel seiner selbst und man soll DASS atmen, was einem in der jeweiligen Lebensphase gerade gut tut.
    Hoffen wir, dass unsere geliebten Clubs bald möglichst wieder öffnen und wir Abstand und Ablenkung in dem finden, was uns alle verbindet.
    So unterschiedlich wir auch sein mögen.
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    Zurück in den Club, Samstag, 24. 10. 2020 …

    Die Damen haben gerade eine Besprechung und in der Lounge mutet es an, als wäre man in einem uralten Western.
    Verwaiste Sofas sind stumme Zeugen eines gerade noch geselligen Miteinanders und es fehlte nur noch ein von einer Windböe getragener Strohballen, welcher durch die staubigen Straßen einer verwunschenen WildWest – Stadt vorm Saloon vorbei weht.

    Auch Gabi, mit welcher ich mich gerade noch unterhalten hatte, war „verschwunden“ und auch die „Casino-Gang“ am Spielautomaten musste ihr Laster auf Zeit unterbrechen.
    Es war ein interessantes Bild, als, zum Ende der „Tagung“, wie bei einem Dammbruch, sämtliche grazile Geschöpfe wieder in den Hauptraum „geflutet“ wurden und so der sonst doch sehr triste Raum wieder mit Leben gefüllt war.

    Ohne die geschätzten Damen, war das wie in einer alten, gut betuchten Seniorenresidenz eines leicht schaurigen Altherrenhauses, wo gleichgesinnte und zwangsläufig miteinander „eingesperrte“ Junggesellen auf eine Abwechslung jedweder Art warteten.

    Die Kollegen entschließen sich zu einem Gang in die Schwitzstube, welchem ich bekanntermaßen nicht beiwohnen konnte.
    Auf eine sehr „charmante“, aber witzige Art, werde ich von ein paar vertrauten Damen gemobbt und geneckt, welche mich damit piesackten, dass mich „alle“ verlassen hatten.

    „Sehr schön, zwei gegen einen, oder drei gegen einen … FAIR PLAY ...“ - sage ich und versuche mich meiner Haut zu „erwehren“.


    Fortsetzung folgt ...
     
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  12. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Prolog und zunächst wieder ein kleines Update …

    Die Operation liegt nun mehr als sechs Tage zurück und ich ziehe ein doch recht positives Fazit.
    Zwar kann ich rein faktisch betrachtet, außer dem kontinuierlichen Rückgang eines Schmerzgefühls auf ein akzeptables Maß, noch keine signifikante Veränderung oder gar Verbesserung im motorischen Sinne wahrnehmen, aber, es ist immerhin nicht mehr so, dass ich den Junkies aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel in Bezug auf eine Medikation Konkurrenz machen würde.

    Ende der vergangenen Woche, klapperte ich ein paar Praxen für angewandte Physiotherapie ab, welche erstens auf meine Diagnosen spezialisiert waren und zweitens auch bereit wären, einen Neupatienten in naher Zukunft aufzunehmen.
    Ich weiß nicht, Ausnahmen gibt es sicher immer, aber, es kommt nicht von ungefähr, dass Deutschland stetig steigend als Servicewüste deklariert wird.
    Bei zwei „Vorstellungen“, fühlte ich mich, als wäre ich im Ausbildungscamp der Marines gelandet und die „Damen“ hatten einen Ton am Leib, wie man selbst einen wilden Elefantenbullen aus Uganda in der Paarungszeit vertreiben würde.

    Ich will nicht arrogant wirken, aber es ist doch von größter Bedeutung, sich beim ersten Feeling wenigstens an ein Minimum grenzend, bezogen auf Räumlichkeiten und Personal, wohl zu fühlen.
    Bei der dritten Praxis kam ich mir vor, als wäre ich in der Zeit gereist, aber die zugegebener Maßen nette Therapeutin machte einen schmuddeligen Eindruck und erinnerte alleine bezüglich ihres Arbeitsoutfits eher an eine Hilfsschulsportlehrerin, die am Morgen von ihrem Kleiderschrank beim Vorbeigehen an - geniest wurde.
    Nun, ich bleibe am Ball.

    Tag 22 im „Lockdown light“ und es dürfte inzwischen auch den Letzten ereilt haben, dass das angekündigte Herunterfahren im November nun mit großer Wahrscheinlichkeit bis mindestens 20. Dezember verlängert wird.
    Wie im Frühjahr, funktionierte auch jetzt die Umsetzung „tadellos“ und man ist ziemlich verloren, wenn man auf die Vernunft der Menschen setzt, die dazu beitragen könnten, unser altes Leben wenigstens wieder unter den gegebenen Einschränkungen aufzunehmen.
    Aber nein, selbst vor dem ersten Lockdown war man der Meinung, der Begriff „Homeoffice“ stamme aus dem Indianischen und bedeutet in Good Old Germany soviel wie „Setzt euch wie Heringe in Parks und Straßencafés.“

    So denn, müssen wir uns wohl noch auf eine ganze Zeit lang ohne das geliebte Clubfeeling gefasst machen und man merkt schon eine gewisse Müdigkeit in den Köpfen derer, mit denen man sich so zu unterhalten vermag.
    Das dritte Wochenende ohne Berlin und Artemis – und es werden wohl noch einige dazu kommen.

    Was man akzeptiert, verliert die Macht, dich zu beschäftigen und tendenziell ist es schwierig, negativ zu denken und etwas Positives zu erwarten.
    Also, … harren wir weiter der Dinge und final muss man wohl attestieren, dass 2020 eine ziemliche Waschmaschinengeburt darstellte.

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    Zurück in den Club …

    Es bedarf schon eines gewissen „Mutes“, gerade für Kollegen, die in der Szene noch relativ neu unterwegs sind, sich des Tages alleine in die „Höhle der Löwinnen“ zu setzen.
    Dennoch habe ich die Atmosphäre in den Mittags – und Nachmittagsstunden sehr zu schätzen gelernt, da dort alles ein wenig entspannter und ruhiger von dannen geht als in der Dämmerung.

    Nikita zieht an mir vorüber und nimmt an der äußeren Seite der Bar Platz.
    Rein auf das Mobiliar und die Stammplätze mancher Damen bezogen, könnte man da sicher langsam darüber nachdenken, Reservierungskärtchen aufzustellen oder gar die Vornamen auf den Platz zu gravieren.

    So erinnere ich mich, als ich einmal mit zwei Freunden ins Gespräch vertieft, von einer Dame angesprochen wurde.

    Mitten in der Unterhaltung …

    „... ja, ich weiß was du meinst. So ist das in Deutschland. Allen nach außen hin helfen wollen, aber wenn der eigene Nachbar von einem Rudel Fichtenmarder attackiert wird, lässt man leise die Rollos herunter ...“ - führe ich aus und blicke in Richtung eines Clubfreundes.

    „So in etwa. Wieso hast du mich heute eigentlich so spät abgeholt?“

    „Deine beschissene Straße war gesperrt. Egal, wie viele Schilder darauf hinweisen, dass eine Straße endet, man fährt bis vor die Baugrube und wendet dann in 47 Zügen. So will es das Gesetz.“ - lache ich.

    Eine Lady setzt sich neben mich und nickt mir zu.

    „Hallo.“ - äußere ich, dem Anstand gebührend.

    „Hy. Meine Freundinnen kommen gleich.“ - sagt sie.

    „Ähm, okay. Super.“

    „Wir bräuchten noch einen Platz. Wir sitzen immer hier. Du kannst aber hier bleiben.“ - sie touchiert meinen Arm.

    „... und was soll ich jetzt machen? Einem meiner zwei Kollegen sagen, dass er verschwinden soll?“

    „Ich habe vergessen, ein Handtuch hinzulegen.“

    „Ja, wie auf einer Liege am Pool – in einer 3 – Sterne – Anlage auf Mallorca.“

    „Du kennst meine Freundin.“ - meint sie.

    „Das mag ja sein, aber es geht doch um Anstand. Selbst wenn der Papst hier mit Bademantel reinstreuselt, kann ich doch niemanden bitten sich zu entfernen.“

    „Für du weißt schon würdest du das tun.“

    „“Ich weiß schon“ würde mich nie um so etwas bitten.“

    Um die Situation zu entspannen, erhebe ich mich und hole mir einen Cappuccino an der Bar.
    Die Dame, die gerade noch neben mir saß, war mir anscheinend gefolgt und stand nun neben mir am Tresen.
    Ich drehe mich nach links und erschrecke, weil ich mit niemanden gerechnet hatte.

    „Heilige Scheiße!“ - sage ich und greife mir an die Brust.

    „Habe ich dich erschreckt?“

    „Wie ein Dämon im Spiegel! Wie hast du das gemacht? Ein Ninja ist nichts dagegen!“

    „Das war nicht böse gemeint, vorhin. Aber das ist immer unser Platz. Und mit deinem einen Freund verstehe ich mich nicht.“

    „Es ist alles gut.“

    Sie schaut mich an.

    „Kann ich noch irgendetwas für dich tun?“ - ergänze ich meine letzte Aussage.

    „Ähm, ja.“

    „Und das wäre? Danke.“ - frage ich und bedanke mich für den Erhalt meines Heißgetränks.

    „Naja...“

    „Nun? Willst du mich um eine Niere bitten? Ich bin recht sicher, dass ich hier schon alles gefragt wurde.“

    „Kannst du dich bitte wieder für mindestens zehn Minuten hinsetzen? Als Puffer?“

    „DESWEGEN bist du jetzt hier her gekommen?“

    „Ja.“

    „Nur wegen dem Platz? Wer bist du? Sheldon Cooper?“

    „Der Platz ist nun mal gut. Fürs Geschäft.“

    … …

    Aber zurück zu meinem Single – Platz … 24. 20. 2020 … Clubraum ...

    Wie erwähnt, hatte mich meine kleine Kohorte verlassen und ich war im Gespräch mit Lilia, mit der ich ein paar neckische Spitzen voller Humor und kleiner Gemeinheiten austeilte.
    Da ich nicht über die halbe Lounge schreien wollte, wechselte ich meinen Platz zu meinen Gesprächspartnerinnen und unterhielt mich eine ganze Zeit lang mit ihr und Anja, welche ebenfalls mit Präsenz glänzte.

    Als meine Kollegen zurück gekehrt waren, entschuldigte ich mich auf später und setzte mich mit einem frischen Wasser zu ihnen.

    „Habe ich dich gestört?“ - fragt Petronius, welcher kurz vorher für einen Moment bei „uns“ Platz genommen hatte.

    „Alles gut.“ - kontere ich und nippe an meiner Erfrischung.

    „Gehst du nicht auf Zimmer?“

    „Schon alles abgesprochen.“

    „Weißt du, wer mir hier ein bisschen fehlt?“ - fragt er mich.

    „Nein, … aber wie ich dich kenne, wirst du es mir gleich verraten.“

    „Emilia.“

    „Ähm, … die Frau aus Dortmund? Die mal bei uns am Pool war?“

    „Genau DIE!“

    „Wie kommst du denn jetzt auf Emilia?“

    „Girlfriendsex.“

    „Und da fällt dir ausgerechnet Emilia ein? Also keine Ahnung, ich habe nie etwas mit ihr unternommen.“

    „Musste dran denken, als ich gerade bei dir vorbei gelaufen bin.“

    „Ist das dein Ernst? Von den Mädels sieht aber niemand auch nur im Ansatz wie Emilia aus.“

    „Nein, aber wir saßen mal dort – mit ihr.“

    „Und was willst du mir jetzt damit sagen? Bleib doch mal ruhig sitzen, was ist denn los mit dir?“

    „Ich werde etwas unruhig. Für gewöhnlich habe ich schon ein Zimmer absolviert.“

    „Das ist doch keine Zwangsveranstaltung.“

    „An der Umkleide habe ich vorhin eine Frau gesehen, die hat mich gegrüßt, war ungeschminkt. Keine Ahnung wer das war.“

    Er muss lachen.

    „Warum lachst du?“ - frage ich ihn.

    „Musste dran denken, was du mal zu Donna gesagt hast.“

    „Was meinst du?“

    „Wo sie ungeschminkt zu dir kam.“

    „Ach so, … ja, dass kann man aber nur bringen, wenn die Dame weiß, wie das gemeint ist, als Scherz! Da muss schon eine Basis da sein.“

    „WAS hat er denn gesagt?“ - mischt sich Aurelius ein.

    „Er hat … er hat gesagt, … Donna kam zu ihm und meint „Hallo“. Und Pharao sagt: Hey, wer bist du denn? Ich will dich ja nicht beleidigen, aber du siehst ein bisschen wie Donna aus.“

    Aurelius muss lachen.

    „Das würde ich aber NIE zu jemanden sagen, zu dem ich nicht irgendein „Special“ - Verhältnis habe, wo man sich auch mal einen gemeinen Spruch erlauben darf – und den auch zurück bekommt.“ - kläre ich auf.

    Raisa und Tatjana drehen ihre Runden und blicken kurz zu uns „hinauf“.
    Auch die „Good Wife“ - Lady, deren Namen ich leider nicht kenne, flaniert an uns vorbei und lächelt mir einmal spitzbübisch entgegen.
    Griechin Rosalie lehnt an der Wand und betrachtet das noch recht verhaltene Treiben, während eine kleine Gruppe älterer Junggesellen zur Tür hinein kommt.
    Die Mittagsstunden nehmen ihren Lauf.


    Vor einem Jahr … ebenfalls in der Lounge …
    … gegen 21 Uhr ...



    „Hallo. Seid ihr ganz allein hier?“ - werde ich von einer Dame angesprochen, welche sich in Richtung meines Kollegen und mir wandte.

    „Hey. Im Moment noch ja. Ich bekomme gleich Gesellschaft.“ - antworte ich umgehend.

    Wir sprechen ein wenig und stellen fest, dass wir bereits am Pool ins Gespräch kamen.
    Da eine gewisse Sympathie und Wellenlänge erreicht war, entwickelte sich die Kommunikation recht humorlastig und das Eis einer Distanz war schnell gebrochen.

    „Tust du mir einen Gefallen?“ - frage ich sie.

    „Jeden!“

    „Bitte puste doch diese fruchtig leckere Scheiße mal in eine andere Richtung, dass wäre reizend. Ich fühle mich, als wäre ich einem Apfel-Luftballon gefangen.“ - sage ich lächelnd und deute auf die E – Zigarette in ihrer rechten Handfläche.

    Sie nimmt einen Zug und bläst mir als Konter sämtliche Schwaden inmitten des Gesichts.

    „Sehr nett. Ladylike. Du Akquise – Profi.“ - reagiere ich scherzend.

    „Das riecht doch toll.“

    „Das mag ja sein, deswegen möchte ich das aber nicht dauerhaft inhalieren.“

    Mein eigentliches Date gesellt sich dazu und verharrt in meinem Rücken.
    Erneut pustet die Dame dieses Fruchtaroma in meinen Quadranten.

    „WAS IST DAS FÜR EINE SCHEI ...“ - meint die frisch dazu gekommene Lady.

    „Ganz ruhig.“ - sage ich und beruhige sie.

    Samantha und Rosi flanieren vorbei und mustern uns kurz.

    „Scheiße.“ - meint sie und blickt mich an.

    „Was ist denn? Was habe ich jetzt wieder gemacht?“

    „Noch nichts. Ich muss nochmal kurz in die Umkleide. Passt du auf meine Tasche auf?“

    „Klar. Gib sie mir.“

    Mein Kollege wendet sich an mich.

    „Wie lange bleibst du? Bitte nicht wieder bis 4.45 Uhr. Was soll ich hier machen?“ - äußert er.

    „Ähm, mit den Damen schlafen. Eine wurde ja quasi gerade vom Wind hier her getragen.“

    „Ich dachte du wolltest.“

    „Nein. Wäre aber witzig. Jetzt, … mit ihr hoch zu gehen.“ - ich muss ungewollt lachen.

    „Sie bringt dich um.“

    „Nein, dass wäre nicht unser Stil. Wir lassen uns lieber noch ein paar Jahre leben, damit wir ordentlich dran knabbern können. Geh doch mal mit der Frau.“

    „Sie ist mir zu schlank.“

    „So etwas geht doch gar nicht!“

    „Und sie ist mir zu selbstbewusst.“

    „Du wirst hier schwer eine Frau finden, die in der Ecke kauert und eine Plane über sich gezogen hat.“

    Meine Date kehrt zurück.

    „Hast du gefunden?“ - frage ich sie.

    „Du bist ja immer noch hier.“

    „Ja. Soll ich mich in die Trockensauna setzen? Mit deiner Tasche? Hast du alles?“

    „Nein.“

    „Alles klar.“

    „Hättest ja schon mal ein Getränk holen können.“

    „Nein, ich wollte lieber warten, bis du mit deiner engels-gleichen Stimmung zurück kehrst, um mich darauf hin zu weisen.“

    „Bist du hier fertig? Oder willst du dich weiter vergiften lassen?“

    „Ach stimmt. Du hast ja als Einzige das Patent darauf, mir körperlich und mental zu schaden.“

    „Ich sehe wenigstens gut aus.“

    Sie blickt ernst.

    „WAS denn? Soll ich das bestätigen? Es bringt doch nix, selbst, wenn man dich mit Komplimenten erstickt. Du bist viel zu überzeugt von dir.“

    „Gefällt dir doch. Und du bist eine Zicke. Der Herr der Zicken!“

    „Ich liebe unsere kleinen Vorspiele.“

    Während dessen, war der Kollege, der neben mir stand, zum „Angriff“ übergegangen, es fand sich aber partout keine Basis, auf der man hätte aufbauen können …

    Fortsetzung folgt ...
     
  13. Herrmann2020

    Herrmann2020 Bürger

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    Moin Pharao,

    vielen Dank mal wieder für Deine Beiträge!

    Ja, Du hattest recht - ich lag nicht richtig, dachte die Zahlen gehen schneller zurück, Ich denke die Clubs sind noch bis mindestens Ende Januar dicht, fürchte ich. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet! Immerhin haben wir noch Deine Erlebnisberichte und die persönlichen Erinnerungen...

    Bis die Tage!
    Herrmann
     
    schneehase gefällt das.
  14. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Update …

    Tag 23 im Lockdown und es ist bezüglich der Neuinfektionen ein leichter Rückgang im Vergleich zu letztem Dienstag zu verzeichnen.
    Anfang der Woche sind die doch vergleichsweise niedrigen Zahlen keine Seltenheit und entsprechend dann doch auch wieder hoch, wenngleich der gravierende Anstieg von Ende Oktober gestoppt wurde.

    Nun, wie der Kollege Herrmann schreibt, danke für das nette Posting anbei, ich wünschte, da lieber nicht Recht gehabt zu haben, da wir ja schlussendlich alle unter den Kontaktbeschränkungen und Schließungen leiden.
    Wenn eben die komplette Kultur – und Freizeitlandschaft geschlossen wird, welche ja noch teils wirklich sehr gut funktionierende Hygienekonzepte aufwies, verlagert sich eben alles ins Private und das Shopping – Center wird der neue Treffpunkt.
    Glaubt man dem, was so durchsickert, dürfte wohl erst im Frühjahr an eine Öffnung des Saunaclubs zu denken sein, zumal, machen wir uns bitte nichts vor, „unsere“ Branche bei Weitem wieder die Letzte sein dürfte, welche ihre Pforten öffnet.

    Bleibt also nichts anderes, als auszuharren.
    Alles, was man dafür braucht, ist Zuversicht und eigene Stärke.
    Die Zuversicht, dass alles irgendwann – hoffentlich zeitnah – wieder besser wird und die eigene Stärke, bis dahin durch zu halten.

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    Ich schließe direkt an den letzten Teil an …

    Wie erwähnt, ist es manchmal tatsächlich ein wenig witzig zu beobachten, wenn eigene Clubfreunde ins Gespräch bezogen einer eventuellen Zimmeranbahnung mit einer Dame vertieft sind und man selbst, schon lage – nähe – technisch, unfreiwilliger Zuhörer wird.
    So eben auch geschehen vor einem circa einem Jahr, in den letzten Tagen des November, welche man, entgegen zu „heute“, noch im Artemis verbringen durfte.

    Da ich meinen Kollegen kenne, kann ich auch ohne die Lady wirklich „erschlossen“ zu haben interpretieren, dass das eigentlich keinerlei Match ergeben kann.
    Während ich doch Damen sehr zu schätzen weiß, welche eine gewisse ausgeprägte Persönlichkeit Inne haben, ist mein Clubbruder eher ein Vertreter der Sorte Gast, welcher die introvertierte und schüchterne Nachbarin von nebenan bevorzugt.

    So mühen sich beide, miteinander eine Kommunikation aufrecht zu erhalten, was aber in der Art „Elend trifft Not“ daher kommt.

    Mein Date steht ungeduldig neben mir und zieht ebenfalls an ihrer elektronischen Zigarette …

    „Ich weiß, ...“ - sage ich - „ … du brauchst gar nichts sagen. Deine Mimik verrät mir schon alles. Du möchtest mich am liebsten mit einem deiner High Heels erschlagen – was by the way schon fast passiert wäre – aber, … warte bitte noch eine Minute, … dass ist einfach grandios hier: Ich stelle mir gerade vor, wie das dann weitergeht, bei den beiden … Willkommen im Kopfkino: Der Eintritt ist frei, die Vorstellung schlichtweg unbezahlbar.“

    „Was ist denn mit deinem linken Auge?“ - fragt sie mich.

    „Ja, keine Ahnung. Es zuckt seit … gut, eigentlich seit du da bist, aber selbstredend bist du nicht der Auslöser. Das war das letzte Mal so während des Mathe – Abis. Also ungefähr dem Äquivalent eines Montags hier im Club. Hach, wir werden hier im Club alt werden.“

    „Du bist doch schon alt.“ - lacht sie und macht wieder einen Zug.

    „Mutig, dass von einer Frau zu hören, die die halbe Schönheitschirurgie – Branche vor der Insolvenz gerettet hat. Und du bist kaum jünger.“

    „Ich sage es doch.“ - sie zuckt mit den Schultern.

    „Was sagst du?“ - frage ich.

    „Du bist zickig.“

    „Ich war der friedlichste und best – gelaunte Mensch, bevor du hier reingekommen bist und mich angeschnauzt hast warum ich immer noch hier stehe. Dein Rauch riecht übrigens noch ekeliger als das Hippie-Brause-Pulver von ihr hier.“

    „Ist eben die Lounge Schatz.“

    „Ja, vor fünf Minuten war das hier noch ein Luftkurort, bevor ihr das in den Nebel des Grauens verwandelt habt.“

    Ein älterer Gast, welchen ich aus dem Club ein bisschen kenne, kommt aus Richtung der Umkleiden, entdeckt mich und bleibt bei uns stehen.
    Er ist, nun, wie vermag ich das auszudrücken, … in seiner Art ein wenig skurril und individuell geprägt und dementsprechend nicht mit jedem anderen Charakter kompatibel.

    „Heeeeeeey Pharao!“

    Gut, mein Nickname dürfte nicht mehr so geheimnisvoll und sagenumwoben wie das längst verwunschene Bernsteinzimmer daher kommen, allerdings wäre es schon recht sympathisch, mich lieber mit meinem echten Vornamen zu begrüßen – oder, falls unbekannt und/oder aus dem Gedächtnis entglitten, einfach auf die Nennung eines Ansprech-Titels zu verzichten.

    „Ja, … hallo.“ - kontere ich.

    „Oh – bin ich ins Fettnäpfchen getreten? Wegen dem Namen?“ - er bemerkt seinen Fauxpas.

    „Hier nicht. Sie weiß zum Glück das Meiste. Aber gut. Genau auch mein Motto: Lieber sich danach entschuldigen, als vorher um Erlaubnis zu fragen.“

    „Geht es dir gut?“ - fragt er mein Date, mit sicher der kreativsten Frage, welche man im Club nur stellen kann.

    Sie nickt und zieht an ihrer Zigarette.

    „Hat sie eine Stimme?“ - lacht er.

    „Ich will dich nicht anlügen, … sie ist nicht so der Fan von Small – Talk.“

    „Ich hatte grade eine heiße halbe Stunde! Sie ist viermal gekommen.“

    „Beeindruckend.“ - sage ich und lächle dezent.

    „Ja oder?“

    „Ich bin trotzdem enttäuscht von dir, früher war es fünfmal. Du lässt nach Junge!“

    „Ja, ich wollte ja auch noch meinen Spaß. Ich muss erstmal was trinken.“

    Er entfernt sich.

    „Ich bin stolz auf dich. Du hast nichts gesagt, nichts gemacht. Du warst einfach nur dabei – wie eine Katze! Wie vernünftig wir doch inzwischen geworden sind. Wir schlucken diese Scheiße einfach runter.“ - wende ich mich wieder zu ihr.

    „Ganz ehrlich, … richtiger … egal. Ich meine, WAS ist das? In welcher Welt leben hier manche?“

    „Lass sie doch. Draußen hat man eben kein richtiges Dasein, da kann man wenigstens hier drin eine andere Identität annehmen. Und 3 Uhr nachts hat man wieder das S-Bahn-Feeling in Richtung Einzimmerwohnung.“

    „Ich würde nie mit sowas … NIE … NIE … Bah, ...“

    „Nein, … liebe Clubehefrau, dich haben die Götter mit mir bestraft.“ - lächele ich.

    „... und dich mit mir ...“

    „Ich bin selbst Schuld! Ich habe es mir so ausgesucht. Der Schwefel und die Hörner beim ersten Date von uns waren klare Vorzeichen. Ich lerne es einfach nicht.“

    „Ich werde dich schon noch glücklich machen, aber erst, wenn ich dich gebrochen habe.“ - lacht sie.

    „Das bin ich schon. Von meiner Blutprobe an Antidepressiva und Beruhigungsmitteln könnten die Cops in Charlottenburg eine Betriebsfeier starten. Da – … ich zittere. Wie ein Pinguin auf Landgang, der den Anschluss zu seiner Gruppe verloren hat.“

    „Du Spinner!“

    „Wollen wir jetzt?“ - frage ich.

    „Du willst doch hier in diesem Menschen – Zoo bleiben!“

    „Ja, ich habe ein Tagesticket gekauft, lass es uns nutzen!“

    Sie hebt die linke Augenbraue.

    „Gut, … warte, … mein Getränk. Aaaaaber, … für heute, ich meine für dieses Wunderwerk da oben, … ich habe eine Regel erdacht.“

    „Komm, lass uns gehen, dieser Typ kommt wieder ...“

    Beim Laufen in Richtung Treppenhaus …

    „...und, … uhhhhh – eine Regel ...“ - sie dreht sich zu mir.

    „JA! Eine Regel, … gut, genau genommen habe ich jetzt zwei Regeln, die Zweite lautet, das du die Erste nicht ins Lächerliche ziehst!“

    „WAS hast du Perverses geplant? WAS diesmal?“

    In jenem Moment geht ein „Pärchen“ an uns vorbei und muss aufgrund ihrer getätigten Aussage ziemlich heftig lachen.

    „Danke … jeder, der das noch nicht dachte, wird jetzt wirklich denken, dass ich ein perverser Typ bin.“ - sage ich und stippe sie in die Taille.

    „WAS? WER hat das denn noch nicht gedacht?“

    „So einige, … du magst es kaum glauben.“

    „Es gibt hier Frauen, die du noch nicht … du weißt schon?“

    „JA! Gibt es. Und seit dir ist jeder tibetanische Mönch der Leiter einer Gangbang – Party im Straßenstrichviertel gegen mich. Ich bin monogam wie ein kasachischer Schäfer, aber der hat einfach keine Wahl – ich schon!“

    „Ja, … ich bin stolz auf dich. Du hast ein viertel Jahr durchgehalten ...Wow, was für ein Beweis.“

    „Erst einmal war es ein halbes Jahr und HÖRST DU WAS DU SAGST?? Früher hätte ich während ich sage „ich mache kein anderes Date“ ein anderes Date gemacht!“ - ich nicke ihr zu.

    „Nein, wir haben einen Deal! Hör auf mir andere Frauen schmackhaft zu machen!“

    „Du bist ein Mann. Gut, du bist anders, aber du bleibst ein Mann.“

    „Ich bin sehr viel hartnäckiger und ICH VERLIERE NICHT!“

    „Was ist mit dieser Blonden?“

    „Mit wem? Und kannst du bitte mal einen Schlüssel auswählen, die Dame von der Reinigung muss sich das hier ja nicht anhören!“

    Im Zimmer …

    „Sie versteht das doch sowieso nicht!“ - sagt sie.

    „Oh – Ausländerwitze. Ich will ja nichts sagen, aber du ...“

    „Ich spreche deine Sprache besser als du meine Sprache!“

    „Das ist ja auch nicht schwer.“

    „Aber, … du machst Fortschritte!“

    „Ja oder? Schön, dass es dir aufgefallen ist. Welche Blonde meintest du vorhin?“

    „Ich weiß nicht wie sie heißt. Sitzt an der Bar.“

    „Oh – bei dieser präzisen Beschreibung weiß ich natürlich SOFORT wen du, … nein, … tut mir leid.“

    „Mit der Brille.“

    „Ach … Jordan.“

    „Jordan?“

    „Ja, sie heißt so. Was ist mit ihr?“

    „Willst du?“

    „Nein.“

    „Wieso nicht?“

    „Weil ich schon war. Aber vor dieser wunderbaren Story hier. Außerdem, vergiss es, ich stehe zu meinem Wort. Auch wenn Ariana Grande oder Britney Spears an der Bar sitzen.“

    „Wir werden wieder reden. Du hast dich nicht geändert. Zumindest nicht so.“

    „Das ist unfair. 2012 … das kannst du doch nicht vergleichen! Man entwickelt sich doch – und unsympathischer hätten wir uns damals nicht sein können!“

    „Du warst ein richtiges Arschloch.“

    „Ja – und nachdem du mir das gesagt hast, … wie hoch war wohl die Wahrscheinlichkeit, dass ich wieder zu dir komme und frage - „Hey, du Sonnenscheinchen aus dem Garten Eden, komm … lass uns Teil 2 dieser phänomenalen „Love“ - Story drehen ...“

    „Null. Ging auch nicht um das Zimmer. Eher unten. Und danach.“

    „Ich war die männliche Version von dir, nur das dir rot einfach besser steht. Ich finde, dass hat sich hier alles ganz wunderbar „entwickelt“. Schau uns an, … wenn das nicht das Comeback der 2000er Jahre ist, dann weiß ich auch nicht so richtig.“

    „Ja. Stimmt. Also welche Regel, … bevor ich das Bett mache ...“

    „Du meinst, … bevor du überlegst wieder runter zu gehen?“

    „Richtig.“

    „Keine Sorge, … breite ruhig bitte alles aus. Es ist nicht schlimm. Nicht schlimmer als sonst so.“

    „Sonst ist eine Katastrophe. Besonders ab vier Uhr.

    „DAS … LIEGT AUCH AN DIR! … Eigentlich liegt es nur an dir. Da bittet man dich, um eine schüchterne ...“ - sie unterbricht mich.

    „Also, … welche Regel?“

    „Hör auf damit, dieses Wort so zu gestikulieren, du Wiesel! Es ist auch keine Regel – es ist ein Vorschlag, wo ich auf deine Mitarbeit hoffe. Genauer gesagt, hast du eigentlich gar keine Wahl, aber es klingt wesentlich besser, wenn ich es in Puncto Freiwilligkeit verkaufe!“

    „Wir holen keine Frau dazu!“

    „Hm, dass meinte ich nicht, aber ich liebe die Art wie du denkst. Eigentlich müsstest du das doch aber begrüßen, da ich ja dann, … du weißt schon.“

    „Egal. Das geht nicht.“

    „Gut. Wir holen zwei Frauen dazu und setzen uns auf die Couch und beobachten das rege Treiben.“ - scherze ich.

    „Nein. Auch nicht akzeptabel.“

    „Gut, … vielleicht setzt du dich erst einmal.“

    „Oh Gott.“

    „WIESO DENKT JEDER IMMER DAS SCHLIMMSTE VON MIR?“

    „Muss ich dir nicht beantworten oder … nun sag schon!“

    „Okay, also ...“



    … …

    Fortsetzung folgt ...
     
    meretrix vivat und schneehase gefällt das.
  15. Wolli

    Wolli Volkstribun

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    Ja, lieber Pharao,

    ich habe es mir wirklich nicht leicht gemacht....

    aber auf die Dauer sind Deine Elaborate, für meine Meinung, auch von Dir als „anderes Level“ bezeichnet, nicht mehr als eine Art Tagebuch der keinen Mehrwert für die Mehrheit der Leser hier hat.

    Ein Forum lebt vom Informationsaustausch zu den Fuckten und nicht, wann wo getankt wurde, oder ob das obligatorische Würstchen sich auf dem Frühstücksteller wiederfindet....

    Dies ist in keinster Weise eine bösartige Attacke gegen Dich. Du hast sicher viele Anhänger, aber bei mir gibt es eben auch Grenzen bei zu viel langatmiger Lyrik - ist eben gegen meine Natur...

    Eine sehr gute Alternative finde ich immer die Berichterstattung von unserem geschätzten Mitglied „verweser“, der die Lyrik in seinen detaillierten Beschreibungen, sowie die Fakten extrem gut zu kombinieren weiß!

    Gruß Wolli,
    der Dich respektiert, aber keine Berichte von Dir mehr lesen wird. Punkt.
     
  16. schneehase

    schneehase Volkstribun

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    Jedem seine Meinung - meine ist es nicht! Also ich lese gerade so was, wie vom Pharao lieber als die reinen Fickberichte. Wenn dann auch noch ein eingermaßen richtiges und grammatikalisches Konzept dahinter steht - umso mehr. Das kann halt nicht jeder.

    Gerade in so einer Zeit und in dem das Forum ja kaum noch Zuspruch erfährt. Aber Wolli hat in so fern Recht: Nicht jeder muss alles lesen - von daher bleibt es ihm überlassen.

    Also lieber Pharao, lass dich nicht abbringen und was Lyrisches zu schenken ... ist ja bald Weihnachten :)

    Liebe Grüße und weiterhin gute Besserung

    Gruß
    schneehase
     
  17. Der Pharao

    Der Pharao Volkstribun

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    Nun, dazu ist glaube ich alles gesagt.
    In der jetzigen Zeit ist es ohnehin nicht möglich, mit neuen Berichten zu glänzen und somit ist es nur eine Art "Überbrückungshilfe" für Interessierte, die Pay6-freie Zeit mit ein wenig Ablenkung zu gestalten. Das muss nicht jedem gefallen, vollkommen klar.
    Ich kann mich da nur wiederholen - ein Forum lebt nicht nur von "Fuckten", sondern eben auch von Vielseitigkeit und Facettenreichtum, mal über den Tellerrand hinaus und nicht nur notgeile Kerle die sich gegenseitig Beschreibungen und Stellungen zuschicken.
    Wer das zurecht für sich beansprucht - vollkommen in Ordnung.
    Mit anderes Level meine ich auch mal eine Facette des "Privatmenschen" durchblitzen zu lassen, der genauso ein normales Leben führt, wie er als Gast in dem Club ist.
    Das ist für mich mal eine andere Darstellungsweise, ein Gesamtbild zu präsentieren, ein ehrliches Bild dessen, was einen komplett ausmacht.
    Ich jedenfalls werde nie der sein, der lediglich solche Berichte tippt, wo es nur um Details der Zimmeraction geht. Jeder hat nun mal seinen eigenen Stil.
    Ebenfalls in keiner bösartigen Absicht getippt.
    Danke noch an dich schneehase, auch der Genesungswünsche.

    Und viele Grüße an alle!
     

Sextreffen-sofort

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