Artemis Artemis 3G (oder: Die Zurückgekehrte)

Dieses Thema im Forum "Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin" wurde erstellt von Elskhuga, 5. März 2022.

  1. Elskhuga

    Elskhuga Präfect

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    Gern geschehen. Ich hab gern geholfen. Mache ich bestimmt aber kein zweites Mal :cool:


    Artemis 3G (oder: Die Zurückgekehrte)

    Anreise
    Weitgehend unauffällig. Keine Blitzer, die mir aufgefallen wären. Der Stadtring dicht befahren, zum Stehen kam die Kolonne nur vor dem Dreieck Charlottenburg.

    Begrüssung
    Professionell freundlich - und streng. Seit heute 3G im Puff - Impfnachweis und Ausweis werden genauestens inspiziert. Wunschspind gibt es nicht - wozu hat Nadine eigentlich gecheatet beim letzten Mal?

    Begrüssung 2
    Kaum im Puffdress, ereilt mich ein Anruf. Ich eile eilig vor die Tür, absolviere das Telefonat, kehre zurück ins Haus.
    „Aber hallo! Kannste nicht grüßen?“

    Hallo Katharina! Mein Angebot, zurück auf Los zu gehen, wird nicht akzeptiert. Ein einfaches „Hallo, Katharina!“ würde auch reichen, heißt es. Okay.
    „Hallo Katharina!“

    Begrüssung 3
    Ich ordere am Tresen des Blauen Salons den Pre-Sauna-Drink und weiß nach einem Blick auf die andere Seite des Tresens, dass ich eine weitere Begrüssung zu absolvieren habe.
    „Lange nicht gesehen!“
    „Ja. Sechs Tage.“
    „Echt… ich hab noch geschaut, wo Du bist, dann musste ich los zum Zug…“

    Heute schaut die Zurückgekehrte mich an. Vor sechs Tagen hatte sie Rauch in Richtung Anjas Rücken ausgeatmet und dem Rauch höchst interessiert hinterhergesehen.
    „Darf ich Dich heute verwöhnen?“

    Ich fürchte, ich hab keine Wahl.

    Akquise
    Dianas nachmittägliche Besuche auf meiner Couch entwickeln sich ebenso zum Running Gag wie meine abendlichen Verrenkungen, mit Lydia auf Zimmer zu gehen.
    „Sehe ich hübsch aus?“

    Aber ja. Und mir fällt auch auf, dass Du Deine Haare jetzt heller hast. Hätte ich nicht sagen sollen: Diana denkt jetzt, dass ich Interesse an ihr hab. Habe ich nicht, hatte ich nicht, werde ich nicht haben.
    „Ich hab schon einen Termin, Diana.“
    „Dann sehen wir uns später, Mister Termin.“

    Manchmal glaube ich, Diana tut nur so, als wäre sie ein bisschen vergesslich.

    Begrüssung 4
    Im Wellnesskeller ruft mir Cheffe schweißüberströmt, vermutlich frisch sauniert, ein fröhliches „Servus!“ zu. Cheffe hockt immer in der Finnischen, den kümmert die Biosauna nicht - mich schon. Deswegen ärgert mich, dass die immer noch kaputt ist.

    Wellness
    Zum Glück ist die Finnische nur schwach besucht. Mit einem recht jungen Kollegen hab ich einen angenehmen Gesprächspartner - so macht Sauna Spass, und meine Sitzung ist ruckzuck rum. Spaziergang um den Außenpool, ein paar Runden im Innenpool, dann ab auf eine Couch zum chillen.

    Akquise 2
    Die Zurückgekehrte pirscht sich an. Für sie, und nur für sie, lege ich glatt meinen Kindle beiseite. Sie strahlt übers ganze Gesicht.
    „Was ist los?“
    „Ich freue mich, Dich zu sehen.“

    Jaja, klar. Aber ich kenne die Antwort, die von mir erwartet wird.
    „Ich freue mich auch.“

    Würde sie ihre Hand, die sie auf meiner Wampe platziert hat, nur ein Stückchen weiter südlich ablegen… ich könnte mir die Worte sparen.

    Die Zurückgekehrte hat wie immer absurd kalte Hände. Sie besteht darauf, dass ich sie wärmen müsse. Unbedingt. Jetzt, nicht später. Ich wusste, ich würde keine Wahl haben. Treffpunkt Daddelautomat? Treffpunkt Daddelautomat!

    Zimmer 2
    Wir nehmen uns bei Tageslicht in den Arm. Ihr wird sofort klar, dass ich mich *wirklich* freue, sie zu sehen. Ich wiederum wusste nicht, dass ich mich *so sehr* freue, sie zu sehen.

    Die Minuten rinnen, als wären sie Sekunden. Ich staune wie immer aufs Neue, wie perfekt sie sich auf mich einstellen kann.
    „Wie lange kennen wir uns schon?“

    Mindestens seit 2016, soweit sind wir uns einig. Zur sagenumwobenen Razzia im April 2016 war sie im Haus… aber es gibt Wichtigeres.

    Die Minuten rinnen, als wären sie Sekunden. Nach langem, intensivem Vorspiel rase ich geradewegs direkt zur Klippe und stürze über den Rand. Ich wusste wirklich nicht, wie sehr ich mich freue, sie zu sehen.

    Wellness 2
    Die Finnische teile ich mir mit einem Israeli und einem Nudelpartisanen. Der Israeli richtet sich in aller Ruhe ein und bedeckt sein Haupt mit einem Hut. Möchte wissen, welche religiöse Vorschrift da greift. Der Israeli tritt sehr bestimmt auf. Der arme Nudelpartisan wird gleich zweimal hinausbefohlen: einmal, um sich ein Handtuch zu holen, ein zweites Mal, um die Badelatschen vor der Tür zu deponieren.

    Zum Glück schlendert Anneta nicht gerade durchs Haus. Die wiederum würde dem Israeli schon verklickern, dass Gläser nicht in die Finnische gehören.
    „Ein langer Weg von Israel nach Berlin…“
    „Warum? Nur vier Stunden Flug.“

    So betrachtet…

    Spaziergang um den Außenpool, mit Hüfthandtuch bekleidet.
    „Nur die Harten komm inn Jarten!“
    „Ick bin ja schon im Jarten.“
    „Deswejen sarick ja!“

    So betrachtet…

    Unter den Augen der Kollegin vom Housekeeping bemühe ich mich um eine möglichst aufrechte Körperhaltung und absolviere meinen Spaziergang in der Kälte mit größtmöglicher Würde. Nach der zweiten Runde Außenpool bin ich endlich weich und nicht mehr hart.

    Beobachtungen
    Speiseplan: Kalbsfrikassee oder FreitagsFisch. Kantinenstandard, akzeptabel. Beobachtung am Rande: drei spanischsprachige Dienstleisterinnen erzeugen beim dinnerbegleitenden Palaver ohne Mühe eine Gesprächslautstärke vergleichbar DJ Victors Beschallung im Blauen Salon.

    Akquise 3
    Alexia, Typ GND, klappert einmal alle Gäste auf der Empore ab. Ich bin auch dran. Alexia, rumänisch-stämmig, tut nicht nur so, als würde ihr der Name meines Heimatdorfes etwas sagen…
    „Da fährst Du zwei Stunden mit dem Auto?“

    Ich selbst wüsste nicht, wie lange man - beispielsweise - mit dem Auto von Ploiesti nach Bukarest braucht. Respekt. Eine Kandidatin für die Zweite-Nummer-Liste.

    Beobachtungen 2
    Derart viel Frauen hab ich im Artemis in diesem Jahr noch nicht erlebt: handgezählt sind es 63. Die Gästezahl steht vorerst nicht in Relation dazu.
    „Heute haben Discos wieder auf und Clubs.“

    Richtig. Aber vielleicht wird es ja nach Mitternacht doch noch besser für die Frauen.

    Akquise 4
    Die Zurückgekehrte pirscht sich an. Für sie, und nur für sie, lege ich glatt meinen Kindle ein zweites Mal beiseite. Sie schaut begrenzt fröhlich. Der Geschäftsgang scheint schleppend.
    „Lust auf eine zweite Runde?“

    Eindeutig ja. Heute nehme ich mir das zweite Zimmer nicht nur vor, heute mache ich das zweite Zimmer. Das allerdings später. Mir fällt ein, dass ich Lydia schon gesehen habe.

    Die Zurückgekehrte zieht von dannen. Noch in Hörweite wird sie angesprochen: "Lange nicht gesehen!" Sieht so aus, als wäre sie nicht nur für mich die Zurückgekehrte.

    Wellness 3
    Die Horde Nudelpartisanen hat sich getrollt. Zwei jüngere deutsche Kollegen schwitzen mit mir. Erfahrungsaustausch der beiden in gedämpftem Ton.
    „Vor der Pandemie war es hier richtig gut.“

    Ich wiederum finde, dass es vor der sagenumwobenen Razzia hier richtig gut war. Die gute alte Zeit ist eben für jeden etwas anderes.

    Akquise 5
    Mein Dresscode im Puff: Bademantel offen, Hessendress unter der Wampe. Ich komme aus der Porzellanabteilung, Catalyea oder so steigt die Treppe nach unten. Blicke.
    „Sexy!“

    Unwillkürlich mustere ich mich im großen Spiegel: Bademantel offen, Hessendress unter der Wampe. Mich kann die schwerlich meinen. Ach so, die meint sich selbst! She’s fishing for compliments!
    „Ja, Du bist sexy!“
    „Du bist sexy!“

    Wir lassen es dabei bewenden. Schmuck ist sie ja. Cataleya oder so wendet sich zum Kino. Auf die Liste? Wäre Unsinn, da stehen ja schon Lydia und Alexia.

    Akquise 6
    Im Fickzelt in der Ecke liegt es sich gut. Man liegt auch gut versteckt hier.

    Alexia, Typ GND, klappert einmal alle Gäste auf der Empore ab. Ich bin auch dran. Alexia, rumänisch-stämmig, tut nicht nur so, als würde sie sich erinnern.
    „Du fährst heute noch nach *Name-des-Heimatdorfes* zurück?“

    Ich nicke. Ihre netten Titten baumeln allerliebst, wie sie da auf allen Vieren über mir… Ich glaube, ich freue mich *wirklich*, sie zu sehen.
    „Aber Sex machst Du heute noch?“

    Aber ja. Unbedingt. Ich hab Lydia schon gesehen, und Dich hab ich auch auf der Liste. Jetzt mit dick unterstrichenem Namen.

    Beobachtungen 3
    Der Trend zur Körperoptimierung im Artemis ist ungebrochen. Tatiana trägt neuerdings ausgestopfte Brüste mit sich herum. Größe passend zum Körper, da hat sie glücklicherweise Maß bewiesen. Ihre Kollegin Raissa dagegen hat sich überraschend ein kleines Sixpack zugelegt. Nicky wiederum erkennt man kaum wieder.
    „Haben wir jetzt eine Kim Kardashian!“

    Tatsächlich hat Nickys Figur Struktur bekommen. Ein deutlicher Gewinn.
    „Geh doch mal mit ihr auf Zimmer!“

    Nö. Ich hab Alexia auf der Liste, dick unterstrichen, und Lydia sowieso.

    Akquise 7
    Ich will heute noch Sex machen! Jetzt! Wo ist Alexia, dick unterstrichen? Wo ist Lydia?

    Die Zurückgekehrte pirscht sich an. Den Kindle hab ich im Schrank deponiert. Aber ich kann die MilchKaffeeTasse beiseite stellen.
    „Hast Du Dich vor mir versteckt!“

    Nicht direkt. Aber wenn Du mich schon mal gefunden hast, dann kann ich genausogut mit Dir Sex machen. Jetzt! Wie bitte? Nein, nicht gleich hier im Zelt. Treffpunkt Champagnerflasche? Treffpunkt Champagnerflasche!

    Zimmer 26
    Das erste Mal seit einer gefühlten halben Ewigkeit gehe ich in eines der hinteren Zimmer. Handgezählt 63 Frauen sind schon eine Hausnummer.

    Wir nehmen uns bei künstlichem Schummerlicht in den Arm. Ihr wird sofort klar, dass ich mich *immer noch* freue, sie zu sehen. Ich wiederum wusste nicht, dass ich mich *immer noch* so sehr freue, sie zu sehen.

    Die Minuten rinnen, als wären sie Sekunden. Ich staune wie immer aufs Neue, wie perfekt sie sich auf mich einstellen kann.
    „Ich hab Dich vermisst.“

    Jaja.
    „Du glaubst mir nicht.“
    „Hmmm…“
    „Ich habe immer eine schöne Zeit mit Dir. Es ist angenehm. Das habe ich vermisst.“

    Stop. Sonst sagt sie noch, es wäre nicht wie Arbeit mit mir.
    „Ich hab Dich auch vermisst.“

    Stop, ich bin ein Mann! Männer zeigen keine Gefühle!
    „Ein bisschen.“

    Die Minuten rinnen, als wären sie Sekunden. Nach langem, intensivem Vorspiel rase ich geradewegs direkt zur Klippe und stürze über den Rand. Wir kuscheln noch etwas. Die Bonusminuten rinnen, als wären sie Sekunden.
    „Weinst Du?“

    Ich wusste wirklich nicht, wie sehr ich sie vermisst habe. Stop, ich bin ein Mann! Männer zeigen keine Gefühle!
    „Die Luft ist so trocken. Und ich bin müde.“

    Beobachtungen 4
    Die prüfenden Blicke der vielen Frauen im Blauen Salon sind fast schon unangenehm. Tatsächlich so etwas wie Gewusel. Am Tresen stehe ich in der anderhalbten Reihe.
    „Doppelter Espresso mit Milch und ein Wasser, bitte!“

    Überall kleine Gästegruppen. Nudelpartisanen, Israelis, Skandinavier, Türken, Portugiesen. Nicht leicht für eine Frau, sich aus so einer Gruppe einen Gast zu angeln. Ich bin solo, aber akut ausgevögelt, müde und reif für die Autobahn. Sorry, Lydia! Sorry, Alexia, dick unterstrichen!

    Heimreise
    Viertel zwei lenke ich den Heizölturbo auf die Halenseestraße. Die Straßen leer, das Fernlicht tut zuverlässig seinen Dienst. Keine Blitzer, kein Nebel, kein Wild. Radio Eins hält mich wach. Beim zweiten Absackerbier auf der heimatlichen Couch penne ich ein…
     
    Santa Fee, Sveto, lulatsch und 5 anderen gefällt das.

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